Frühlingszwiebeln ernten, lagern & einfrieren

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Frühlingszwiebeln können nahezu das ganze Jahr über geerntet werden. Wir geben Tipps zu Ernte, Lagerung und Zubereitung von Frühlingszwiebeln.

Frühlingszwiebeln liegen auf einem Tisch
Frühlingszwiebeln bilden nur kleine Verdickungen aus [Foto: Sunny Forest/ Shutterstock.com]

Lauchzwiebeln (Allium fistulosum), auch als Winterheckenzwiebeln oder Frühlingszwiebeln bekannt, lassen sich bei satzweisem Anbau und zeitiger Aussaat nahezu die gesamte Gartensaison über ernten. Das Zwiebelgewächs (Allioideae) ist winterhart und ausdauernd. Daher können die langen, grünen Blätter oder einzelne Schäfte als Frühlingszwiebel jedes Jahr wieder geerntet werden. Eine Alternative zur mehrjährigen Kultur von Lauchzwiebeln ist der satzweise Anbau. Dafür wird alle zwei Wochen nur eine oder zwei Reihen Frühlingszwiebeln ausgesät. Durch das zeitliche Versetzen, welches Sie natürlich variieren können, lassen sich periodenweise immer wieder neue, ganze Frühlingszwiebeln ernten. Mit dieser Anbaumethode sorgen die Gemüsebauern für eine kontinuierliche Versorgung der Supermärkte. Im Folgenden geben wir Tipps zum Ernten und Lagern von Frühlingszwiebeln.

Lauchzwiebeln ernten: Wann und wie geht man vor?

Weil die Frühlingszwiebel in der gesamten frostfreien Zeit ausgesät werden kann, gibt es keinen festen Erntezeitpunkt. Bei warmer Witterung und an einem gut gewählten Standort braucht die Frühlingszwiebel zwischen zwei und drei Monaten von der Aussaat bis zur ersten Ernte. In der Regel werden die Pflanzen als Frühlingszwiebeln, also als gesamte Pflanzen, bei einer Größe von 25 – 30 cm eingebracht. Dabei muss nicht viel beachtet werden, denn die Schäfte werden einfach aus der Erde gezogen oder ausgegraben. Bei horstig wachsenden, mehrjährig angebauten Winterheckenzwiebeln werden nur einzelne Schäfte oder das Zwiebelgrün geerntet, sodass sich die Pflanzen erholen können. Entscheiden Sie sich für das Schneiden der Frühlingszwiebeln, so achten Sie darauf, dass mindestens 5 cm des Schafts über dem Boden stehen gelassen werden. So bleibt das Wachstumszentrum erhalten und die Zwiebelpflanze treibt erneut frische Blätter aus. Das Ernten von Lauchzwiebeln kann bei frostfreiem Wetter auch im Winter erfolgen. Braune oder matschige Blätter werden direkt entfernt und landen auf dem Kompost oder in der Biotonne.

Wie lange kann man Lauchzwiebeln ernten? Je nach Aussaat oder Pflanzzeitpunkt können Sie Frühlingszwiebeln etwa zwei bis drei Monate nach der Keimung ernten. Mehrjährige Winterheckenzwiebeln sind das ganze Jahr über bei frostfreiem Wetter erntebereit.

Winterzwiebel-Ernte
Beim Ernten von Winterzwiebeln können die Pflanzen als Ganzes aus der Erde gezogen werden [Foto: Vanatchanan/ Shutterstock.com]

Frühlingszwiebeln lagern und aufbewahren

Frühlingszwiebeln lassen sich nicht lange lagern, da sie keine schützende Schale besitzen wie zum Beispiel Kartoffeln (Solanum tuberosum). Zwiebelgewächse halten sich bei 0 – 2 °C und einer relativen Luftfeuchte um 80 % am längsten. Lagern Sie Lauchzwiebeln im Kühlschrank, halten sich die zarten Schäfte etwa eine Woche lang. Die Blätter beginnen dabei jedoch schnell, sich braun zu färben und zu welken. Abhilfe schafft hier das Einschlagen der Schäfte in ein feuchtes Tuch.
Eine Alternative ist es, bewurzelte Frühlingszwiebeln in einem Wasserglas aufzubewahren, optimalerweise bei kühlen Temperaturen unter 10 °C. Hier kommt es jedoch schnell zu einem Verlust an Aromastoffen. Bestenfalls ernten Sie nur kleine Mengen an Frühlingszwiebeln, die frisch und schnell verbraucht werden können.

Wie halten sich Frühlingszwiebeln am längsten? Frische Lauchzwiebeln halten sich am längsten im Kühlschrank, eingeschlagen in ein feuchtes Tuch.

Frühlingszwiebel-Lagern
Das Einfrieren von Lauchzwiebeln ist eine gute Methode der langfristigen Langerung [Foto: Tatiana_Pink/ Shutterstock.com]

Lassen sich Frühlingszwiebeln einfrieren?

Eine gute Methode zur längeren Lagerung von Frühlingszwiebeln ist das Einfrieren. Durch die Minustemperaturen bleiben die wertgebenden Inhaltsstoffe nahezu komplett erhalten und dadurch sind eingefrorene Frühlingszwiebeln sehr gesund. Als Vorbereitung sollten sie gewaschen, geputzt und anschließend trocken getupft werden. Nun schneidet man frisch geerntete Lauchzwiebeln klein und packt sie anschließend in Gefriertüten oder Boxen. Eingefrorene Frühlingszwiebeln halten sich etwa sechs Monate lang. Sie können zu verschiedensten Gerichten gegen Ende des Kochvorgangs hinzugegeben werden, da sie sehr schnell auftauen. Zwar bleiben die Inhaltsstoffe durch das Einfrieren erhalten, allerdings ist die Konsistenz nach dem Auftauen leider nicht mehr ganz so knackig, wie wir es von einer frischen Frühlingszwiebel gewohnt sind. Für Kochgerichte eignen sie sich aber genauso gut wie frische Frühlingszwiebeln.

Fein geschnittene Frühlingszwiebel
Das Aroma der Frühlingszwiebel entfaltet sich besonders gut in fein geschnittener Form [Foto: glebchik/ Shutterstock.com]

Zubereitung und Verwendung

Frühlingszwiebeln lassen sich genau wie die Küchenzwiebel (Allium cepa) nutzen. Der weiße Teil der Lauchzwiebel ist im Vergleich zum Laub nicht besonders aromatisch, eignet sich aber besser zum Anbraten und Kochen, ohne dass die Konsistenz verloren geht. Roh in Salaten, Vorspeisen und Aufstrichen kann das grüne Laub hingegen sein volles Aroma entfalten. Die Frühlingszwiebel ist aus vielen asiatischen Gerichten wie Suppen, Wokgerichten und Currys nicht wegzudenken. Bei heiß servierten Speisen sollten Sie das grüne Laub erst kurz vor dem Servieren hinzugeben, ansonsten wird die Konsistenz sehr weich.

Zubereitung von Frühlingszwiebeln
In Salaten, Aufstrichen und auch Suppen lassen sich die vielfältigen Frühlingszwiebeln zubereiten [Foto: Barbara Neveu/ Shutterstock.com]

Wie gesund sind Lauchzwiebeln?

Die Lauchzwiebel ist gesund, vor allem aufgrund ihres niedrigen Kaloriengehalts. Das liegt unter anderem an einer unverdaulichen Zuckerform, dem sogenannten Fructan, welches die Frühlingszwiebel bildet. Unsere Darmflora freut sich sehr über diesen Mehrfachzucker, denn das Fructan wirkt ähnlich wie Ballaststoffe. Des Weiteren enthalten Frühlingszwiebeln die für Zwiebelgewächse typischen Schwefelverbindungen wie Alliin. Sie sorgen nicht nur für den unverwechselbaren Zwiebelgeschmack und Tränen in den Augen beim Schneiden, sondern wirken auch antibakteriell und anti-cancerogen. Zusätzlich enthält die gesunde Lauchzwiebel verschiedene Mineralstoffe und Vitamin C.

Frühlingszwiebeln lassen sich recht einfach im eigenen Garten und sogar auf dem Balkon kultivieren. Wir geben Tipps zur Standortwahl, Aussaat und zum Pflanzen von Frühlingszwiebeln.

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