Quadratische Wassermelone: teure Kuriosität aus Japan

Melissa
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Ich bin Journalistin und Autorin mit großer Begeisterung für grüne Themen. Das schließt für mich eine regionale und tierfreie Ernährung genauso ein, wie Bemühungen um eine schonende und nachhaltige Landwirtschaft. Ökologische Verantwortung sehe ich vor allem auch im globalen Kontext.

Lieblingsobst: Himbeeren und Blaubeeren
Lieblingsgemüse: Feldsalat, Tomate und Aubergine

Dass Wassermelonen rund sind, weiß eigentlich jedes Kind. Doch die Japaner hatten eine andere Idee: Wie es dazu kam und warum, erfahren Sie hier.

ungewöhnliche Wassermelonen
Die ungewöhnliche Form der Wassermelone hat in Japan einen echten Nutzen [Foto: Natalia Tiabina/ Shutterstock.com]

Sie sind die perfekte Erfrischung an heißen Sommertagen: saftig-süße Wassermelonen. In Japan wurde bereits vor ungefähr 40 Jahren damit begonnen, Wassermelonen außerhalb ihrer für gewöhnlich runden Form anzubauen. Aber warum?

Bessere Passform

Japan ist ein Land mit enormen Metropolregionen. Die Hauptstadt Tokio und ihre Vororte sind sogar die größte Metropolregion der Welt mit unfassbaren 37 Millionen Einwohnern! Dass da der Platz für Wohnraum extrem limitiert ist, liegt vermutlich auf der Hand. Und auch in der Küche müssen gewöhnliche Geräte wie der Kühlschrank deutlich kleiner ausfallen als das in normalen Haushalten der Fall wäre. Und hier kommt die quadratische Melone ins Spiel: Die gewöhnlich runden Melonen beanspruchen im kleinen japanischen Kühlschrank verhältnismäßig viel Platz. Praktischer ist da die quadratische Form. Und so kam es zur Idee der nicht mehr runden, sondern quadratischen Melone. Auch für den Transport und die Verschiffung der Früchte hat sich das viereckige Modell als deutlich handlicher erwiesen. Lager-Effizienz hin oder her, trotzdem fragen Sie sich vermutlich, wie um Himmels Willen die Melonen plötzlich quadratisch werden?

quadratischer Wassermelone
Quadratische Melonen sind platzsparend im Kühlschrank [Foto: Frank Middendorf/ Shutterstock.com]

Ein Haus aus Glas

Der Trick hinter der besonderen Form liegt in einem Glaskasten, in dem die einzelnen Melonen wachsen. Wenn die Früchte noch klein sind, werden sie in eine perfekt quadratische Glas-Box gesteckt und im Laufe der Zeit wächst die Melone förmlich in die Form hinein und füllt sie schließlich aus. Geerntet wird die Frucht, bevor sie ausgereift ist. Daher sind quadratische Melonen geschmacklich nicht wirklich hervorzuheben. Hier gilt eher die Devise geometrische Perfektion vor Geschmackserlebnis. Theoretisch kann man seine Melonen (sofern man welche sein Eigen nennt) auch in die quadratische Form bringen, in dem man sie in einem Glaswürfel wachsen lässt. Probiert haben wir das allerdings noch nicht.

Obst-Wahnsinn in Japan

Die Japaner sind bekannt für ihre verrückten Fruchtzüchtungen, die extreme Perfektion an den Tag legen. Auch preislich sind viele der teuersten Früchte der Welt in Japan zu finden. Die quadratische Melone spielt auch in der Liga der hochpreisigen Früchtchen mit. Je perfekter die Melone, umso höher auch der Preis der in die Hunderte von Euro gehen kann. Mittlerweile ist es einigen japanischen Melonenanbauern anscheinend auch gelungen, Melonen in Herz- und Pyramidenform anzubauen. Was als nächstes kommt, können wir nicht sagen, aber wir halten unseren Blick weiter nach Fernost gerichtet.

herzförmige Wassermelone
Mittlerweile gibt es die Melonen auch in anderen Formen [Foto: nutua/ Shutterstock.com]

Eine Vielzahl weiterer ungewöhnlicher und exotischer Obstsorten finden Sie in diesem Artikel.

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