Gurkenmelone: Pflanzen, Pflege & Ernte

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Die Gurkenmelone oder Melonengurke ist eine Varietät der Zuckermelone. Wie die kuriose Pflanze aussieht, welche Sorten es gibt und wie man erfolgreich Gurkenmelonen anbauen kann, erfahren Sie bei uns.

Gurkenmelone
Die Gurkenmelone ist eine Unterart der Zuckermelone [Foto: Olenaduygu/ Shutterstock.com]

Die Gurkenmelone (Cucumis melo var. flexuosus) ähnelt äußerlich stark einer Gurkenfrucht, doch versteckt in ihrem Inneren saftiges, mildes Fruchtfleisch mit leichtem Melonengeschmack. Wir geben Tipps, wie der Anbau der Melonengurke im eigenen Garten gelingt.

Gurkenmelone: Herkunft und Eigenschaften

Die Gurkenmelone, auch Melonengurke genannt, ist eine Unterart der Zuckermelone (Cucumis melo). Sie ist recht eng mit der Gurke (Cucumis sativus) verwandt. Untereinander vermischen können sich Gurkenmelone und Gurke jedoch nicht. Die Gurkenmelone stammt ursprünglich aus den Subtropen und Tropen Asiens und kam über Armenien nach Europa. Heutzutage ist die Gurkenmelone im Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer, über ganz Südasien bis nach Japan hin eine verbreitete Gemüsepflanze.

Blüte der Gurkenmelone
Die Blüten der Gurkenmelone werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt [Foto: AjayTvm/ Shutterstock.com]

Die einjährige Gurkenmelone wächst rankend und wird so etwa 40 cm hoch, kann dabei aber dank ihrer zahlreichen Verzweigungen bis zu 1 m2 an Raum einnehmen. Die Triebe des Kürbisgewächses (Cucurbitaceae) sind rau und wie die gesamte Pflanze mit starren, kurzen Haaren überzogen. Ihre Blätter zeigen sich langgestielt und herzförmig mit gezahntem Blattrand. In den Blattachseln entstehen sowohl Ranken als auch die Blütenknospen.

Die Blütezeit der Gurkenmelone liegt bei zeitiger Anzucht in unseren Breiten zwischen Juni und September. Die Melonenvarietät bildet dabei zitronengelbe bis sonnengelbe, zu einem Trichter aus 5 Blütenblättern zusammengewachsene Blüten aus, die entweder rein weiblich oder rein männlich sind, also ausschließlich Pollen produzieren. Gurkenmelonen sind Fremdbestäuber, daher sind sie auf Insekten angewiesen und bieten ihnen für ihre Bestäubungsleistung Nektar und Pollen an.

Nach der Bestäubung bilden sich aus den weiblichen Blüten kugelige, ovale oder längliche, weich behaarte, hellgrüne Früchte aus, die teils dunkelgrün gestreift sind. Im Inneren reifen bis zum Spätherbst die tränenförmigen, cremeweißen Samen der Melonengurke aus.

Geschnittene Armenische Gurke
Die Sorte ’Armenian’, auch als Armenische Gurke bekannt, bildet helle, geriffelte, längliche Früchte aus [Foto: Picture Partners/ Shutterstock.com]

Die besten Sorten

Unter den Gurkenmelonen gibt es mittlerweile einige Sorten, die sich in der Fruchtform, der Konsistenz und dem Geschmack unterscheiden.

  • ‘Armenian‘: Auch als Armenische Gurke bekannt sticht diese Melonengurke dank ihrer langen, dünnen und stark gerippten Früchte hervor, die an helle Schlangengurken erinnern.
  • ‘Barese‘: Die ertragreiche, italienische Gurkenmelone kennzeichnen hellgrüne, tropfenförmige Früchte mit zartgrünen Streifen. Junge Früchte sind weich beflaumt.
  • ‘Mezza Lungo di Polignano‘: Jene außergewöhnliche italienische Gurkenmelone hat etwa 15 cm lange Früchte, die komplett flauschig behaart sind. Der Flaum stört beim Essen aber nicht, daher kann man den süß-milden Geschmack einfach genießen.
  • ‘Tondo di Fasano‘: Kugelrunde, grasgrüne Früchte mit weißem Fruchtfleisch bringt diese italienische Gurkenmelone hervor, die mit etwa 10 cm Durchmesser geerntet werden.
  • ‘Tondo di Manduria‘: Dies ist eine runde bis oval-runde Melonengurke mit hellgrüner Schale und dunkelgrünen Streifen sowie sehr saftigem, süßem und weichem Fruchtfleisch.
Geschnittene Gurkenmelone 'Tonda di Fasano'
Die Sorte ‘Tondo di Fasano‘ bringt rundliche Früchte mit schmelzendem, süßem Fruchtfleisch hervor [Foto: Tati Liberta/ Shutterstock.com]

Gurkenmelonen pflanzen und selbst anbauen

Die Gurkenmelone bevorzugt sonnige, warme und geschützte Standorte auf lockeren, humosen und nährstoffreichen Böden mit guter Wasserhaltefähigkeit. Der optimale Platz liegt im Gewächshaus oder an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand, da die Pflanze sehr wärmebedürftig ist. Aber auch im Topf auf dem Balkon oder im Hochbeet fühlt sich das Kürbisgewächs wohl, hier kann es am Rand hinabhängend kultiviert werden. Im Beet bietet es sich an, die Gurkenmelone auf einen Hügel zu pflanzen, da sich der Boden dort schneller erwärmt und überschüssiges Wasser abfließen kann. Zudem sollten Sie immer mindestens zwei Gurkenmelonen zusammen anbauen, da sich durch die Fremdbestäubung wesentlich mehr Früchte mit meist besserer Qualität ausbilden. Nach der Melonengurke sollte eine Anbaupause von etwa 4 Jahren auch mit anderen Kürbisgewächsen eingehalten werden.

Gurkenmelonen-Setzlinge
Melonengurken benötigen warme Temperaturen und hohe Feuchtigkeit für die Keimung [Foto: Tinnakorn jorruang/ Shutterstock.com]

Die Melonengurke wird ähnlich wie ihre Verwandten, die Zuckermelonen und Gurken, entweder im Haus vorgezogen oder direkt nach den letzten Spätfrösten gesät. Die Anzucht im Haus hat allerdings den entscheidenden Vorteil, dass sich die Ernte um einige Wochen verfrüht und in unseren Breiten daher deutlich mehr Früchte bis zum Saisonende im Herbst ausgebildet werden.

Für die Vorkultur werden die Samen der Gurkenmelone ab Anfang April in halb gefüllte Töpfchen oder Multiplatten auf nährstoffarmem Substrat ausgebracht, mit 1 bis 2 cm Erde bedeckt und gewässert. Unsere torffreie Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde ist für die Anzucht von Gemüsepflanzen, doch auch für schwachzehrende Kräuter ideal geeignet. Sie speichert Feuchtigkeit und gibt sie bei Bedarf an die Pflanzenwurzeln ab, sorgt aber gleichzeitig für eine gute Belüftung und verringert das Risiko von Staunässe im Topf. Anschließend werden die Aussaatgefäße warm und hell bei 20 bis 25 °C aufgestellt. Die ersten Pflänzchen sind bereits nach 1 bis 2 Wochen zu sehen.

Ragen die Pflänzchen über den Topfrand hinaus, kann mit nährstoffreicher Erde bis oben hin aufgefüllt werden. Alternativ pikieren und vereinzeln Sie die Gurkenmelonen, sobald das erste echte Laubblatt zu sehen ist. Vor dem Auspflanzen sollten die Setzlinge stundenweise an die Sonnenstrahlung und die Temperaturen im Freien gewöhnt werden.

Melonengurkenpflanze im Topf
Auch im Topf lässt sich eine Melonengurke pflanzen [Foto: AjayTvm/ Shutterstock.com]

Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen können Sie die Gurkenmelone pflanzen. Wählen Sie dafür den passenden Standort aus und bereiten Sie den Boden oder ein mindestens 15 bis 20 l Erdvolumen fassendes Gefäß mit gutem Wasserablauf vor. Im Beet sollte die Erde aufgelockert und bei Bedarf mit reifem Kompost oder einem Langzeitdünger, wie unserem Plantura Bio-Tomatendünger, angereichert werden. Eine Düngergabe für die nährstoffhungrigen Melonengurken schon bei der Pflanzung unterstützt ein kräftiges Wachstum und einen guten Blütenansatz. Der Nährstoffvorrat wird über mehrere Wochen hinweg langsam freigesetzt und verhindert so eine Überdüngung oder Unterversorgung gleichermaßen.

Wollen Sie die Melonengurke im Topf anpflanzen, so sollten Sie zunächst eine 2 bis 5 cm hohe Drainageschicht aus Blähton, Kies oder Sand im Topfboden einfüllen, um Staunässe zu verhindern. Anschließend wird der Topf mit einer nährstoffreichen Pflanzerde wie unserer Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde aufgefüllt. Sie besitzt einen hohen Kompostgehalt, fördert dadurch die Wurzelbildung und speichert Wasser. Das macht es möglich, ganz auf klimaschädlich abgebauten Torf zu verzichten. Auch hier kann in die Pflanzerde zusätzlich Kompost oder ein vorwiegend organischer Langzeitdünger mit eingemischt werden.

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Die Pflanzung von Gurkenmelonen erfolgt ebenso tief in die Erde, wie sie zuvor im Töpfchen saßen. Der Pflanzabstand beträgt 50 cm zwischen den Pflanzen und etwa 100 cm zwischen einzelnen Reihen. Drücken Sie anschließend die Erde rund um die Jungpflanze leicht an und wässern Sie kräftig. Werden die Melonengurken senkrecht kultiviert, so sollte man bereits bei der Pflanzung eine Rankhilfe mit in den Boden stecken oder die Pflanzen aufleiten. Ideen und verschiedene Arten von Klettergerüsten finden Sie auch in unserem Artikel zu Rankhilfen für Gurken.

Gurkenmelone im Beet
Gurkenmelonen können rankend im Freien oder aufrecht im Topf und Gewächshaus angebaut werden [Foto: Scarc/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Gurkenmelonen sind wie andere Kürbisgewächse durstige und nährstoffhungrige Pflanzen. Sie sollten gerade im Sommer regelmäßig gewässert werden, die Erde darf nie gänzlich austrocknen. Angewärmtes Regenwasser aus der Tonne ist hierfür ideal; allzu kaltes Wasser kann zu Wachstumsstörungen und Kälteschäden an den Wurzeln führen. Gießen Sie bestenfalls nie über die Blätter, sondern nur direkt an die Erde, um Krankheiten wie dem Mehltau vorzubeugen.

Die Düngung ist eine zweite wichtige Pflegemaßnahme, wenn man erfolgreich Gurkenmelonen anbauen möchte. Vor allem zur Blütezeit und Fruchtbildung benötigen die rankenden Melonenpflanzen stetigen Nachschub an Stickstoff und Kalium. Wurde bereits zur Pflanzung ein Langzeitdüngergranulat hinzugegeben, muss erst nach etwa drei Monaten nachgedüngt werden. Besonders bei Topfpflanzen und am Boden rankenden Pflanzen ist es jedoch nicht so einfach, Dünger einzuarbeiten. Hier kann man auf einen organischen Flüssigdünger, wie unseren Plantura Bio-Tomaten- & Gemüsedünger, zurückgreifen. Dieser wird etwa einmal wöchentlich einfach über das Gießwasser ausgebracht, wirkt rasch und kann so selbst bei akuten Mangelsymptomen helfen.

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Das Entspitzen ist eine Möglichkeit, um die Melonenpflanzen zu stärkerer Verzweigung anzuregen. Das ergibt vor allem bei auf dem Boden rankenden Pflanzen Sinn. Hier wird die Triebspitze nach etwa 5 Laubblättern abgeschnitten. Nun verzweigt sich der Haupttrieb und bildet zahlreiche Seitentriebe, die insgesamt zu einem kompakteren Wuchs führen. Das Entspitzen fördert auch das Fruchtwachstum, da die Pflanze ihre Energie in die Frucht statt in die Triebspitze steckt.

Unreife Melonengurke
Die Ernte der Gurkenmelone findet im unreifen, jungen Stadium statt [Foto: AjayTvm/ Shutterstock.com]

Ernte und Verwendung der Gurkenmelone

Die Melonengurke kann ganz jung geerntet genau wie eine Gurke verwendet werden. Ihre Schale ist dabei deutlich zarter als die von Gurken und das Fruchtfleisch besitzt neben einem starken Gurkenaroma auch eine milde Süße. Sie sind daher ein idealer Ersatz für Menschen, die Gurken schlecht vertragen, denn Melonengurken enthalten keine Bitterstoffe wie Cucurbitacin. Bei den längliche Gurkenmelonen ist der Erntezeitpunkt erreicht, sobald sie zwischen 15 und 25 cm lang geworden sind. Bei den runden bis ovalen Sorten erntet man bei handtellergroßen Früchten, die etwa 10 bis 12 cm Durchmesser erreicht haben. Ein scharfes Messer oder eine Gartenschere sind ideal, um die Früchte möglichst verletzungsarm zu ernten.

Salat mit Melonengurke
Melonengurken ergeben einen besonders süßlichen, aromatischen Salat [Foto: Viktoria Hodos/ Shutterstock.com]

Alternativ lässt man die Früchte etwas länger an der Pflanze, dadurch entwickelt sich mehr ein melonenartiger Geschmack mit noch mehr Zucker. Die Früchte sind kühl, aber nicht unter 10 °C nur wenige Tage lang haltbar und sollten daher rasch verzehrt werden. Egal, ob als Gurkensalat, geschmort und gebraten in asiatischen Currys oder als Snack zwischendurch, die Melonengurke lässt sich überall in der Küche einsetzen, wo man auch Gurken oder Melonen nutzen würde. Natürlich können Gurkenmelonen eingeweckt werden. Dabei benötigt man eigentlich keinen Zucker, da die Früchte selbst süßer als normale Gurken sind. Wie Sie Gurken haltbar machen können, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Eine weitere bei uns noch unbekannte Frucht ist die Birnenmelone (Solanum muricatum), auch Pepino genannt. Wir stellen das Nachtschattengewächs (Solanaceae) und seine Ansprüche an Standort, Anzucht und Pflege im Steckbrief vor.

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