Tulsi: Pflanze, Pflege & Verwendung des Indischen Basilikums

Jelka
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Ich studiere Biologie und lebe in einem kleinen Dschungel in meiner Wohnung in Köln. In meiner Freizeit liebe ich es, mit meinem Hund lange Spaziergänge in der Natur zu machen und dabei verschiedene Pflanzen zu finden und zu bestimmen. Im Frühjahr wird dann auf dem Balkon alles angepflanzt, was essbar ist, sodass ich beim Kochen frische Zutaten verwenden kann.

Lieblingsobst: Jede Art von Beeren
Lieblingsgemüse: Gurken, Tomaten

Tulsi (auch als Heiliges Basilikum bekannt) ist sagenumwoben und wächst auch bei uns sehr gut. Sein würzig-süßer Geschmack entfaltet sich nicht nur im Heiltee – Tulsi-Gewürz und Tulsi-Pesto sind ebenfalls etwas Besonderes.

Heliges Basilikum
Das Indische Basilikum bildet endständige, violette Blütenstände [Foto: Aristsararas/ Shutterstock.com]

Im Hinduismus ist Tulsi bekannt als das „heilige Kraut“, spielt bei religiösen Zeremonien eine Rolle und symbolisiert den göttlichen Schutz. Dem Tulsikraut werden verschiedene medizinische Wirkungen nachgesagt und es hat als Tulsi-Tee, -Gewürz oder -Öl einen einzigartigen Geschmack. Bei richtiger Pflege kann die Pflanze auch bei uns wachsen. Erfahren Sie hier, woher Tulsi kommt, wie man es pflanzt und was bei der Kultur zu beachten ist.

Tulsi: Herkunft und Eigenschaften

Das Indische Basilikum (Ocimum tenuiflorum Syn. Ocimum sanctum) ist eine Art aus der Gattung Basilikum (Ocimum) und spielt vor allem im asiatischen Raum eine Rolle. Es wird außerdem noch als Tulsi, Königsbasilikum oder Heiliges Basilikum bezeichnet und ist im tropischen und subtropischen Asien natürlich verbreitet. Tulsi kann bis zu 100 cm groß werden und ist mehrjährig – jedoch nicht frosttolerant. Diese Basilikum-Art hat einen behaarten, leicht rötlichen Stiel, an dem die gegenständig angeordneten, grünen Laubblätter wachsen. Diese haben feine Drüsenhaare und laufen spitz zu. Im Gegensatz zu dem uns bekannten Basilikum (Ocimum basilicum) sind die Blätter des Indischen Basilikums gesägt. Außerdem sind sie etwas dunkler und dünner als die ihrer Verwandten. Wie auch Ocimum basilicum bildet Tulsi endständige Blütenstände aus. Diese sind 6 bis 8 cm lang und darin stehen je 6 Blüten in Scheinquirlen zusammen. Die Tulsi-Blüte besitzt meist violette und selten weiße Kronblätter und macht Tulsi zu einer hervorragenden Bienenweide. Außerdem verströmt sie einen frischen, krautig-pfeffrigen Duft, der ein wenig an Nelken erinnert. Das Tulsikraut blüht zwischen Juni und September und zur Fruchtreife bildet es braune bis schwarze, tropfenförmige Nussfrüchte aus.

Tulsi Blätter
Die Blätter sind im Gegensatz zum Ocimum basilicum gesägt und dünn [Foto: bigjom jom/ Shutterstock.com]

Tulsi pflanzen

Die beste Zeit, um Tulsi zu pflanzen, liegt nach den Eisheiligen zwischen Mai und Juni. Dafür sollten Sie einen sonnigen, windgeschützten Standort wählen, der über einen nährstoffreichen und locker-luftigen Boden verfügt. Sehr sandiger oder lehmiger Grund sollte gemieden werden. Der optimale Boden-pH-Wert liegt im neutralen Bereich. Um das Substrat mit Nährstoffen anzureichern, können Sie vor der Pflanzung etwa ein Fünftel gut abgelagerten Kompost unter die Erde mischen. Für die Pflanzung im Topf eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde. Diese ist torffrei und sorgt auf nachhaltige Weise für ein gesundes Pflanzenwachstum. Der verwendete Kübel sollte mindestens 5 l Erdvolumen fassen und über ein Abflussloch verfügen. Setzen Sie die Indische Basilikum-Pflanze nur so tief in die Erde, dass die Blätter den Boden nicht berühren. Sie können Tulsi auch im Freien oder im Gewächshaus pflanzen, allerdings ist es der Winterhärtezone Z10 zuzuordnen und dementsprechend nicht frosttolerant. Den Winter wird er im Freien also nicht überleben.

Tulsi im Topf pflanzen
Tulsi kann sowohl im Topf als auch im Beet gepflanzt werden [Foto: Squid_95/ Shutterstock.com]

Sie können das Indische Basilikum ebenfalls selber aussäen. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 20 °C, weshalb eine Freilandaussaat erst im Frühsommer stattfinden sollte. Besser ist eine Vorkultur ab März auf einer sonnigen Fensterbank. Gehen Sie hier wie folgt vor:

  • Zuerst werden Saatschalen mit Anzuchterde wie unserer torffreien Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde vorbereitet.
  • Legen Sie die Samen auf die Erde und drücken Sie sie leicht ein.
  • Die Samen werden nicht mit Substrat bedeckt – Tulsi ist ein Lichtkeimer.
  • Stellen Sie die Aussaatschale anschließend warm und hell auf.
  • Die Erde sollte bei Raumtemperatur immer leicht feucht gehalten werden, das geht am besten mit einer Sprühflasche. Um die Feuchtigkeit zu bewahren, können Sie die Saatschalen mit transparenter Folie abdecken. Diese sollte aber täglich für einige Minuten abgenommen werden, um frische Luft an die Erde zu bringen und Umfallkrankheiten oder Wurzelfäule durch Pilze zu vermeiden.
  • Nach ungefähr 20 Tagen keimen die Samen. Wenn sie zu nah aneinander stehen, können sie anschließend im Zweiblattstadium pikiert und in nährstoffreiches Substrat gesetzt werden.
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Die richtige Pflege

Eine Tulsi-Pflanze zu pflegen, erfordert ein wenig Aufmerksamkeit: Wichtig ist, dass das Indische Basilikum nie vollständig austrocknet und dementsprechend regelmäßig in kleinen Mengen gegossen wird. Staunässe sollte vermieden werden. Als Faustregel kann man sagen, dass das Basilikum immer gegossen werden sollte, wenn die obere Substratschicht abgetrocknet ist.

Im Vergleich zu den meisten Kräutern hat Tulsi außerdem einen hohen Nährstoffbedarf. Er sollte deshalb bei Pflanzung und nach 2 bis 3 Monaten erneut mit einem Langzeitdünger in Granulatform wie zum Beispiel mit unserem Plantura Bio-Tomatendünger gedüngt werden. Erfahren Sie in unserem Spezialartikel mehr darüber, wie Sie Basilikum düngen.

Wenn die Tulsi-Pflanze noch jung ist, kann ihre Verzweigung angeregt werden, indem der Stängel unterhalb der obersten Blattpaare abgeschnitten wird. Ein 2 bis 3 Jahre altes, kräftiges Exemplar muss danach nicht mehr beschnitten werden. Der Schnitt fördert aber immer das Wachstum und macht die Pflanze etwas buschiger.

Tulsi Blüten
Das Tulsikraut braucht große Mengen an Nährstoffen und Wasser [Foto: suprabhat/ Shutterstock.com]

Ist Tulsi winterhart? Nein, das Indische Basilikum ist nicht winterhart und frostempfindlich. Dementsprechend sollte es vor den ersten Frösten in einen hellen und 15 bis 20 °C warmen Raum gestellt werden. Lesen Sie hier, wie Sie Basilikum überwintern.

Ernte, Verwendung und Wirkung von Tulsikraut

Die Ernte von Tulsi unterscheidet sich im Grunde nicht vom Vorgehen beim Ernten von Basilikum. Mithilfe einer Gartenschere werden die Triebe zurückgeschnitten bis knapp über einem Blattansatz. Aus den beiden Blattachseln treibt Tulsi später zwei neue Triebe aus und wird so immer buschiger. Der Schnitt sollte nicht zu tief angesetzt werden, denn aus bereits verholzten Trieben bilden sich deutlich langsamer neue Verzweigungen als aus jungen, grünen Trieben.

Das Tulsikraut hat die unterschiedlichsten Verwendungsbereiche, weshalb sich die Ernte zwischen Mai und August lohnt. Das Kraut und die Blüten können als Tee getrunken, zu Pesto verarbeitet werden oder in asiatischen Gerichten als Gewürz Verwendung finden. Außerdem ist es Teil der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda. Dabei wird es sowohl getrocknet als auch frisch verarbeitet. Sein Aroma unterscheidet sich deutlich von dem des Ocimum basilicum: Es ist würzig-süß sowie leicht pfeffrig.

Tulsi Pulver
Der Tulsi-Pflanze werden viele medizinische Wirkungen nachgesagt [Foto: Santhosh Varghese/ Shutterstock.com]

Dem Heiligen Basilikum werden verschiedene medizinische Wirkungen nachgesagt, die wahrscheinlich zum Großteil auf den in der Pflanze enthaltenen Antioxidantien beruhen. In Asien wird Tulsi als Heilmittel verwendet. Unter anderem soll es bei Erkrankungen im Verdauungstrakt, gegen Stress und bei Kälteempfindlichkeit helfen. Außerdem soll es eine antibakterielle Wirkung haben, das Immunsystem stärken und zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen. In Europa wird das Kraut besonders als Heiltee gegen die oben genannten Beschwerden verwendet.

Wenn Sie mehr ungewöhnliche Basilikum-Sorten kennenlernen möchten, lesen Sie weiter in unserem Magazin. Wussten Sie, dass es auch rotes Basilikum und schwarzes Basilikum gibt?

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