Mentha spicata: Nana-Minze, Grüne & Marokkanische Minze

Sebastian
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Als Gartenbaustudent an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf habe ich mich vor allem mit Nutzpflanzen und Anbautechniken auseinandergesetzt. Es fasziniert mich immer wieder, wie sich aus kleinen, oft ähnlich anmutenden Samen so zahlreiche verschiedene Pflanzen entwickeln.

Lieblingsobst: Heidelbeeren, Trauben, Himbeeren, Birnen
Lieblingsgemüse: Pilze, Paprika, Kohlrabi, Zwiebel, Knoblauch

Spearmint, zu Deutsch Speerminze, ist eine Geschmacksrichtung, die vielen wohl von Kaugummis bekannt ist. Zu der Minze-Art gehören zudem noch einige bekannte Sorten, wie zum Beispiel die Nana- und die Marokkanische Minze.

Mentha spicata
Grüne Minze ist vor allem wegen des milderen Geschmacks bekannt [Foto: Mikulas P/ Shutterstock.com]

Der deutsche Name Speerminze (Mentha spicata) ist womöglich weniger bekannt als die englische Bezeichnung Spearmint. Die Minze-Art ist aufgrund ihres milden, leicht-süßlichen Geschmackes ein echter Klassiker im Garten. Hier erfahren Sie alles rund um die Sortenvielfalt und den Anbau von Mentha spicata.

Mentha spicata: Herkunft und Eigenschaften

Mentha spicata ist eine Art aus der Gattung der Minzen (Mentha) und hat ihren Ursprung in Europa. Ein Synonym für Spearmint oder Speerminze ist Grüne Minze, auch unter dem Namen Ährige oder Krause Minze ist sie bekannt. Es handelt sich dabei aber immer um dieselbe Art. Die mehrjährige und krautige Pflanze hat einen aufrechten Wuchs und wird je nach Sorte etwa 30 bis 130 cm hoch. Die unregelmäßig gesägten, mittelgrünen Blätter sitzen gegenständig an den vierkantigen Stängeln. Zwischen Juli und September blüht die Speerminze je nach Sorte in Lila, Weiß oder Pink. Sie gilt trotz weniger Pollen und nur mäßigem Nektarangebot wegen ihrer besonderen Blütenform als bienenfreundlich. Die Früchte der Mentha spicata sind relativ unscheinbare Klausen. Zudem bildet sie zur Vermehrung auch Ausläufer auf und unter der Erde aus, aus denen eigenständige Pflanzen entstehen können.
Im Gegensatz zu anderen Minze-Arten enthält Grüne Minze einen relativ geringen Anteil an Menthol, wodurch sie milder und süßer als etwa Pfefferminze (Mentha × piperita) schmeckt.

Tipp: Mentha spicata wird häufig unter dem ungültigen Namen Mentha virdis verkauft, auch hierbei handelt es sich aber stets um dieselbe Art.

Speerminze
Je nach Sorte blüht Mentha spicata in Weiß, Lila oder Pink [Foto: olenaa/ Shutterstock.com]

Sorten der Speerminze

Die Speerminze zeichnet sich durch ihre Vielfältigkeit aus – mit vielen verschiedenen Sorten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die bekanntesten und beliebtesten Sorten der Grünen Minzen vor.

Marokkanische Minze

Die vor allem für Tee beliebte Marokkanische Minze ist eine aus Nordafrika stammende Sorte der Spearmint. Mentha spicata var. crispa ˈMarokkoˈ zeichnet sich durch einen kompakten Wuchs aus und erreicht dabei Höhen von 30 bis 60 cm. Die Blüte der Marokkanischen Minze in Hell- bis Dunkelviolett verschönert jeden Garten.

Marokkanische Minze im Garten
Wer nach einer kleineren Sorte sucht, liegt bei der Marokkanischen Minze richtig [Foto: anarociogf/ Shutterstock.com]

Nana-Minze oder Nane-Minze

Die Nana-Minze (Mentha spicata var. crispa ˈNaneˈ) hat ihren Begriffsursprung im türkischen Nane, übersetzt „Minze“. Daher wird die Nana-Minze oft auch als türkische Minze bezeichnet und ähnelt vom Aussehen her der Marokkanischen Minze. Die Pflanze nimmt im Südwesten Asiens eine vergleichbar wichtige Rolle wie die Marokkanische Minze in Nordafrika ein und wird ebenfalls als Tee oder Gewürz verwendet.

Tipp: Zur allgemeinen Verwirrung existiert noch eine weitere, ebenfalls als Nana-Minze bekannte Hybride der Pfefferminze, welche ausschließlich vegetativ vermehrbar ist und botanisch als Mentha x piperita var. piperita ˈNanaˈ bezeichnet wird. Mentha x piperita var. piperita hat das typische Menthol-Aroma der Pfefferminze, wächst allerdings nur etwa halb so hoch.

Weitere wichtige Sorten

Die dunkelroten bis grünen Blätter und das strahlende Violett der Blüten machen die
‘Black Spearmint’-Pflanze zu einer Minze der besonderen Art. Die Mentha spicata ˈBlack Spearmintˈ wächst aufrecht und buschig, wobei sie eine Wuchshöhe von 40 bis 90 cm erreicht. Die von Juli bis August wunderschön blühende Pflanze erinnert an die Aromen von Pfefferminze und bietet unter anderem Bienen und Hummeln eine gute Nahrungsquelle.

Die mit 40 bis 70 cm etwas kleinwüchsigere Schweizer Minze Mentha spicata ˈSwissˈ ergänzt mit ihren im Juni erscheinenden, rosa Blüten und einem ebenfalls sehr angenehmen Duftaroma die Sortenvielfalt der Speerminze.

Schweizer Minze
Die kleinwüchsige Schweizer Minze blüht in einem hellen Rosa [Foto: sunday pictures/ Shutterstock.com]

Speerminze pflanzen: Standort und Vorgehen

Wie alle Minzen bevorzugt die Speerminze sonnige bis halbschattige Standorte. Achten Sie zudem auf einen feuchten, aber durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Staunässe sollte dringend vermieden werden. Da auch die Grüne Minze sehr wuchert, empfehlen wir, sie entweder in einen Topf zu pflanzen oder eine Wurzelsperre im Beet zu platzieren. Saat- und Pflanzzeit liegen zwischen März und April. Jungpflanzen können ruhig etwas tiefer gepflanzt werden, als sie im Topf wuchsen. Droht Frost, sollte man sie abdecken. Die Samen sollten nur ganz dünn mit Erde bedeckt werden und sie keimen oft unregelmäßig – das Warten lohnt sich allerdings bei der Saat von Minze. Weitere Informationen zu Standort, Aussaat und Pflanznachbarn von Minze erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Tipp: In rauen Lagen mit ausreichend Sonne entwickelt die Minze mehr Aroma.

Krauseminze
Achten Sie beim Pflanzen von Grüner Minze auf einen sonnigen Standort [Foto: Gabor Tinz/ Shutterstock.com]

Pflege

Die Pflege von Mentha spicata ist relativ unkompliziert und gelingt auch Gärtner-Neulingen. Das Schneiden der Grünen Minze erfolgt dabei wie bei anderen Minze-Arten mindestens einmal pro Jahr, zum Beispiel nach der Blüte. Der Schnitt regt zu mehr Verzweigung und erneutem Triebwachstum an. Worauf Sie achten müssen, wenn Sie Minze schneiden und ernten, haben wir nochmal in einem Spezialartikel für Sie zusammengefasst.

Damit Ihre Spearmint gut gedeiht, ist nicht nur das Schneiden, sondern ebenso das Gießen und Düngen wichtig. Im Vergleich zu anderen Minzen hat die Speerminze nämlich einen etwas höheren Nährstoff- und Wasserbedarf. Wir empfehlen Ihnen, Mentha spicata je einmal im Frühjahr und im Sommer mit einem vornehmlich organischen Dünger, wie zum Beispiel unserem Plantura Bio-Universaldünger, zu versorgen. Dieser sichert mit seiner Langzeitwirkung eine durchgehend gute Nährstoffversorgung während der Wachstumsphase, damit Sie laufend ernten können.

Plantura Bio-Universaldünger
Plantura Bio-Universaldünger

Effektive Langzeitwirkung,
gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur

Weitere Tipps zur Pflege von Minze erhalten Sie in unserem Spezialartikel, dort gehen wir auch noch genauer auf mögliche Schädlinge und Krankheiten ein.

Ist Mentha spicata winterhart?

Mentha spicata ist winterhart bis etwa – 25 °C, ein Bodenfrost könnte allerdings gerade bei jungen Pflanzen ein Problem darstellen. Gerade im Topf sollten Sie darauf achten, dass die Erde nicht durchfriert. Umwickeln Sie ihn zum Beispiel mit einem Gartenvlies. Im Beet sollte darauf geachtet werden, den Boden über den Winter mit einer Schicht aus organischem Material wie Laub zu bedecken, um die Pflanze vor extremen Frösten zu schützen.

Vermehrung

Eine besonders vielversprechende Vermehrung der Speerminze gelingt wie bei den meisten Minzen mit den kriechenden Trieben. Außerdem ist eine Vermehrung über Samen, Stecklinge oder Teilung möglich. Wie Sie dazu vorgehen und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie in unserem Übersichtsartikel zur Minze, in welchem wir auch noch die Herkunft und die Giftigkeit der Pflanze klären.

Grüne Minze
Minze pflanzt sich gerne über Ausläufer fort [Foto: Jeff Wilber/ Shutterstock.com]

Wirkung und Verwendung der Speerminze

Der geringe Mentholgehalt von Mentha spicata sorgt für eine sehr gute Verträglichkeit. Die Blätter können frisch oder getrocknet hervorragend als Tee verwendet werden. Gerade in der englischen Küche ist die Speerminze anzutreffen, so zum Beispiel bei Erbsen-, Bohnen- oder Lammgerichten. Das Öl der Speerminze wird meist als Geschmacksstoff in Zahnpasta, Gewürzmischungen, Kaugummi und anderen Süßigkeiten sowie in Seifen und Saucen verwendet. Die medizinische Nutzung von Speerminze ist noch nicht hinreichend erforscht, sie gilt aber ersten Studien zufolge als gesund.

Marokkanische Minze-Tee
Marokkanischer Minze-Tee schmeckt erfrischend und leicht süßlich [Foto: Bartosz Luczak/ Shutterstock.com]

Um auch die Grüne Minze länger haltbar zu machen und zum Beispiel getrocknete Blätter im Winter als Tee zu genießen, empfehlen wir Ihnen unseren Spezialartikel. Dort erklären wir, wie Sie Minze durch Einfrieren oder Trocknen haltbar machen können.

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