Bohnenfliege bekämpfen & Schadbild erkennen

Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften
Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften

Pflanzen und Natur haben mich schon immer begeistert, deshalb studiere ich Nutzpflanzenwissenschaften. Mein besonderes Interesse gilt dem Pflanzenschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren mit ihrer Umwelt finde ich unglaublich spannend. In meiner Freizeit bin ich gerne im Freien, genieße die Natur und sammle Inspiration für Kreativprojekte. Mein Traum ist es, irgendwann einmal einen großen Gemüsegarten zu haben.

Die Bohnenfliege kann bereits großen Schaden anrichten, bevor die Pflanzen überhaupt aufkeimen. Hier erfährst du, wie du die Bohnenfliege erkennen und wirksam bekämpfen kannst.

Bohnenfliege auf einer Blume
Die Bohnenfliege ähnelt optisch stark einer Stubenfliege [Foto: Sergey/ Shutterstock.com]

Die Larven der Bohnenfliege (Delia platura) können bereits kurz nach der Aussaat erhebliche Schäden an Bohnen verursachen. Sie bohren sich in die keimenden Samen oder fressen an den jungen Keimblättern. Dadurch sterben die Pflanzen häufig noch vor dem Aufkeimen oder werden so stark geschädigt, dass sie sich nur schlecht entwickeln. Betroffen sind jedoch nicht nur Bohnen, sondern auch verschiedene andere Gemüsearten. Wie du den Schädling erkennst, einem Befall vorbeugen und die Bohnenfliege erfolgreich bekämpfen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Bohnenfliege bekämpfen: So geht’s

Damit es gar nicht erst zu einem Befall mit der Bohnenfliege kommt, können verschiedene vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Besonders wichtig ist das Ausbringen eines Kulturschutznetzes direkt nach der Aussaat. Dadurch wird verhindert, dass die Fliegen die Kultur erreichen und ihre Eier an den Pflanzen oder im Boden ablegen. Auch die Einhaltung einer geeigneten Fruchtfolge kann das Befallsrisiko verringern. Als Vorkulturen sollten insbesondere Spinat (Spinacia oleracea) und Kartoffeln (Solanum tuberosum) möglichst vermieden werden, da sie das Auftreten der Bohnenfliege begünstigen können. Auch sollten Anbaupausen von Bohnen und Erbsen für mindestens zwei bis drei Jahren eingehalten werden. Darüber hinaus spielt der richtige Aussaatzeitpunkt eine wichtige Rolle. Herrscht Anfang bis Mitte Mai eine längere nasskalte Witterung, kann es sinnvoll sein, mit der Aussaat zu warten, bis die Temperaturen ansteigen. Unter wärmeren Bedingungen wachsen die Pflanzen schneller und sind weniger anfällig für Schäden durch die Bohnenfliege. Alternativ können die Pflanzen vorgezogen und später ins Beet gesetzt werden.

Bekämpfung der Bohnenfliege mit Schutznetzen
Das Anbringen eines Kulturschutznetztes hilf einem Befall der Bohnenfliege vorzubeugen [Foto: JulieK2/ Shutterstock.com]

Bohnenfliege biologisch bekämpfen

Hat sich die Bohnenfliege bereits im Beet angesiedelt, sollten stark befallene Keimlinge möglichst früh entfernt werden. Dadurch lässt sich verhindern, dass sich weitere Larven entwickeln und zusätzliche Pflanzen geschädigt werden. Zudem ist es sinnvoll, Nützlinge zu fördern. Die Bohnenfliege besitzt verschiedene natürliche Gegenspieler, die durch einen insektenfreundlichen Garten oder das Anlegen einer Blumenwiese gezielt gefördert werden können. Darüber hinaus können auch Nützlinge, wie Nematoden, gezielt gegen die Bohnenfliege eingesetzt werden. Bestimmte Nematodenarten parasitieren die Larven der Bohnenfliege im Boden und töten diese ab. Unsere Plantura Nematoden Gemüse-Mix eignen sich ideal für die Bekämpfung der Bohnenfliege. Das Mittel enthält zwei verschiedene Nematodenarten, die nicht nur die Larven der Bohnenfliege bekämpfen. Dadurch besitzt das Mittel ein breiteres Wirkungsspektrum und eignet sich besonders gut zur Bekämpfung verschiedener Gemüseschädlinge im Boden. Die Nematoden können einfach von Mai bis Juli über das Gießwasser ausgebracht werden, dabei sollte der Boden eine Temperatur von mindestens 12°C haben.

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Bohnenfliege chemisch bekämpfen

Für Hobbygärtner sind derzeit keine Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Bohnenfliege zugelassen. Stattdessen sollten vorbeugende Maßnahmen und biologische Bekämpfungsmethoden im Vordergrund stehen. Zudem enthalten viele chemische Pflanzenschutzmittel Wirkstoffe, die auch nützliche Insekten beeinträchtigen können. Daher sollten sie möglichst sparsam und gezielt eingesetzt werden.

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Bohnenfliege bekämpfen mit Hausmitteln

Hausmittel zur Bekämpfung der Bohnenfliege gibt es nur wenige. Da sich die Larve meistens geschützt im Boden oder in den keimenden Pflanzen befindet, ist sie mit Hausmitteln nur schwer zu erreichen. Deshalb ist eine wirksame Vorbeugung die wichtigste Maßnahme gegen den Schädling. Neben Kulturschutznetzen können auch Vliese direkt nach der Aussaat ausgebracht werden. Diese erschweren den Fliegen den Zugang zu den Pflanzen und können bis zum Aufkeimen der Pflänzchen auf der Kultur verbleiben. Alternativ lässt sich der Boden mit einer Mulchschicht abdecken. Auch diese kann die Eiablage der Bohnenfliege erschweren und so das Befallsrisiko verringern.

Gemüsebeet mit Vlies zur Vorbeugung von Bohnenfliegen
Ein Vlies nach dem Säen verhindert, dass die Bohnenfliege ihre Eier an die Pflanzen legen kann [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Bohnenfliege: Schadbild & Schädling erkennen

Die ausgewachsene Bohnenfliege wird etwa 4 bis 6 mm groß, ist grau gefärbt und erinnert stark an eine gewöhnliche Stubenfliege (Musca domestica). Die Larven sind weißlich bis gelblich und erreichen eine Länge von etwa 4 bis 5 mm. Die Eiablage erfolgt im Frühjahr bis Frühsommer im Boden nahe der Keimlinge. Nach etwa zehn Tagen schlüpfen die Larven und beginnen, sich von Samen, Keimlingen und jungen Pflanzenteilen zu ernähren. Dabei können sie die Samen durchbohren und so verhindern, dass die Pflanzen richtig austreiben. Auch Fraßschäden an jungen Keimblättern sind möglich, wodurch die Pflanzen schwächeln, vergilben oder absterben können. Die Bohnenfliege bildet in der Regel drei bis vier Generationen pro Jahr aus, wobei die erste Generation meist den größten Schaden verursacht. Bei kühlen Temperaturen ist der Schaden an den Pflanzen meist größer, da sich die Pflanzen in dieser Zeit langsamer entwickeln und die Larven mehr Zeit haben, Schaden anzurichten.  Bei warmem Wetter wachsen die Pflanzen schneller und können Schäden teilweise besser kompensieren. Trotz ihres Namens befällt die Bohnenfliege nicht nur Bohnen. Neben Stangenbohnen (Phaseolus coccineus) oder Ackerbohnen (Vicia faba) können auch andere Gemüsekulturen wie Erbsen (Pisum sativum), Salat (Lactuca sativa), Gurken (Cucumis) oder Spargel (Asparagus) betroffen sein.

Bohnenfliege auf einem Blatt
Die Bohnenfliege kann neben Bohnen auch andere Gemüsepflanzen befallen [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Aber nicht nur die Bohnenfliege kann beim Anbau von Bohnen Probleme machen. Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) ist im Gemüsegarten eine verbreitete Blattlausart. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige, was du über diesen Schädling wissen musst und wie du ihn erfolgreich bekämpfen kannst.