Weihnachtskaktus vermehren, schneiden & umtopfen

David
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Ich habe einen Master-Abschluss in Gartenbauwissenschaften und bin zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.

Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

Vom blühfreudigen Weihnachtskaktus kann man meist gar nicht genug bekommen. Im Zuge des Rückschnitts lassen sich aber glücklicherweise ganz leicht Jungpflanzen ziehen.

Blüten des Weihnachtskaktus
Mit den richtigen Tipps wird man mit einer üppigen Blüte belohnt [Foto: Elena-Grishina/ Shutterstock.com]

Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera x buckleyi) sollte nicht nur je nach Jahreszeit passend gegossen und gedüngt werden. Auch regelmäßiges Umtopfen fördert das Wachstum und die Gesundheit der festlichen Pflanze. Wann und wie man umtopfen sollte und wie man den Weihnachtskaktus vermehrt, erfahren Sie hier.

Weihnachtskaktus vermehren

Die generative Vermehrung durch Samen ist beim Weihnachtskaktus zwar relativ einfach und funktioniert sehr gut, doch sie ist eigentlich nur für die Arbeit von Züchtungsfirmen relevant. Für eine Befruchtung sind zwei Exemplare nötig, die man in unseren Breiten mit der Hand bestäuben muss. War die Bestäubung erfolgreich, kann man die Samen aus den Früchten herauslösen. Bis ausgesäte Pflanzen blühen, vergehen gerne mal zwei bis drei Jahre.

Noch einfacher kann man den Weihnachtskaktus im Frühsommer durch Stecklinge vermehren. Diese können schon im ersten Jahr blühen. Dazu werden einfach die letzten zwei bis drei Segmente am Ende eines Triebes entnommen. Die umgebildete Sprossachse besitzt keine Laubblätter, sondern ist aus flachen, grünen Segmenten zusammengesetzt. So einen Trieb nennt man Platykladium.

Weihnachtskaktus-Ableger
Die Triebstücke werden nach dem Antrocknen in Anzuchterde gesteckt [Foto: Bilalstock/ Shutterstock.com]

Die endständigen Segmente sollten möglichst groß und ausgereift sein, was man an der dunkelgrünen Ausfärbung erkennt. Die Stecklinge lassen sich einfach an der Stelle zwischen zwei Gliedern von der Mutterpflanze lösen. Schneiden ist nicht erforderlich. Lassen Sie die abgetrennten Triebstücke ein paar Stunden antrocknen. Die Stecklinge werden dann in spezielles, gut angefeuchtetes Stecklingssubstrat wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde gesteckt. Mit ihrer lockeren Struktur und dem angepassten Nährstoffgehalt ist unsere torffreie Bio-Erde bestens für die Weihnachtskaktus-Stecklinge geeignet. Die Stecklinge sollten so tief in die Erde gesteckt werden, dass sie selbstständig stehen können. Wenn man zwei Stecklinge Rücken an Rücken in das Substrat steckt, entsteht eine dichtere, buschigere Pflanze.

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Gießen Sie die Stecklinge mit kalkfreiem Wasser, sobald die Erde an der Oberfläche trocken geworden ist. Nach etwa vier Wochen sollten sich bei rund 22 °C und einem hellen Standort die ersten Wurzeln gebildet haben.
Ebenfalls möglich ist die Veredelung der Weihnachtskaktus, sodass er auf einer aufrechten Unterlage – also einer anderen Pflanze – sitzt, und somit ein kleines Stämmchen bekommt. Als Unterlage eignet sich für den Weihnachtskaktus die Gattung Selenicereus aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae).

Auf einen Blick: Weihnachtskaktus vermehren

  • Vermehrung durch Stecklinge: Im Frühsommer 1 – 3 dunkelgrüne Segmente abtrennen, trocknen lassen und in Stecklingserde wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde stecken. Aufstellen bei 22 °C und gut feucht halten. Die Jungpflanzen bewurzeln nach etwa 4 Wochen und können schon bald blühen.
  • Vermehrung durch Samen: Konnte Saatgut gewonnen oder erworben werden, Samen im Frühjahr in Anzuchterde aussäen und bei 19 – 21 °C warmhalten. Unter Frischhaltefolie bis zur Keimung feucht halten. Danach etwas trockener halten und bei etwa 16 °C kühler aufstellen. Hierbei können verschiedene Blütenfarben kombiniert werden.
  • Vermehrung durch Veredelung: Im Sommer 2 Segmente abtrennen und an der Basis vorsichtig mit einem Messer schälen. Die Unterlage oben gerade abschneiden und spalten, sodass der Steckling hineinpasst. Einen oder zwei Stecklinge Rücken an Rücken in den Spalt stecken und mit einem Band fest fixieren. Bei 19 °C ohne direktes Licht luftig aufstellen. Verwachsen in der Regel innerhalb weniger Tage.
Weihnachtskaktus-Stecklinge
Mehrere Stecklinge in einem Topf ergeben schnell ein buschiges Gesamtbild [Foto: Bilalstock/ Shutterstock.com]

Sollte man den Weihnachtskaktus schneiden?

Es ist nicht zwingend erforderlich, einen Weihnachtskaktus zu schneiden. Von Natur aus verzweigt er sich sehr freudig und nimmt bei genügend Licht eine ansprechende Verzweigung an. Wünscht man dennoch einen dichteren Wuchs und mehr Blüten, so kann man den Weihnachtskaktus zurückschneiden. Trennen Sie dafür den Trieb bei der gewünschten Länge zwischen zwei Segmenten ab. Bei mehrjähriger Kultur kann es auch sein, dass die Triebe sehr lang und die typische, überhängende Form etwas extrem wird. Falls dann der Wuchs des Weihnachtskaktus eingedämmt werden soll, nimmt man den kürzenden Schnitt am besten im Anschluss an die Blüte und vor dem Neuaustrieb vor, also im Februar oder März.

kleiner Weihnachtskaktus
Ein solch kleiner Weihnachtskaktus sollte nicht geschnitten werden [Foto: Lapa Smile/ Shutterstock.com]

Dabei sollte an der markanten Stelle zwischen zwei Segmenten gebrochen oder geschnitten werden. Es ist davon abzuraten, die blattartigen Segmente durchzuschneiden. Das ist unnötiger Stress und birgt die Gefahr, dass die Pflanze schnell von lebensbedrohlichen Infektionen heimgesucht wird. Ansonsten kann der einkürzende „Schnitt“ auch gut mit der eigenen Vermehrung durch Stecklinge im Frühsommer kombiniert werden.

Auf einen Blick: Weihnachtskaktus schneiden

  • Kürzender Schnitt nicht zwingend erforderlich
  • Rückschnitt regt Verzweigung und dadurch Bildung von mehr Blütenknopsen an
  • Geeigneter Zeitpunkt ist im Februar oder März
  • Am besten an markanter Stelle zwischen zwei Segmenten schneiden oder brechen
  • Keinesfalls ein Segment durchschneiden
  • Schnitt kann gut mit Vermehrung durch Stecklinge im Frühjahr kombiniert werden
Weihnachtskaktus in Blüte
Um ihn wieder in Form zu bringen, kann man den Weihnachtskaktus schneiden [Foto: Terentieva Yulia/ Shutterstock.com]

Weihnachtskaktus umtopfen: Wann und wie funktioniert es?

Der Weihnachtskaktus ist eine klassische Topfpflanze. Zwar kann er im Sommer auch einige Wochen im Freien verbringen, aber es lohnt sich nicht, ihn ins Beet auszupflanzen. Mit sinkenden Temperaturen, ab 10 °C, muss er nämlich wieder ins Haus umziehen. Darf der mehrjährige Kaktus in mehreren Wintern seine Blüte entfalten, kann es sinnvoll sein, ihn gelegentlich umzutopfen. Hat er seinen Topf vollständig durchwurzelt, ist es Zeit zum Umtopfen. Das kann beim wüchsigen Weihnachtskaktus auch jährlich der Fall sein. Direkt nach dem Kauf sollte er in jedem Fall mit frischem Substrat ausgestattet werden. Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen des Weihnachtskaktus ist nach der Blüte, aber vor dem Neuaustrieb – also ungefähr im März.

grüne Triebe des Weihnachtskaktus
Werden die Triebe des Weihnachtskaktus hellgrün, kann Umtopfen helfen [Foto: Renata.Ka/ Shutterstock.com]

Das alte Substrat wird beim Umtopfen des Weihnachtskaktus so gut, wie es geht, aber vorsichtig von den Wurzeln entfernt. In einem neuen, etwas größeren Topf wird der Weihnachtskaktus mit frischem Substrat ausgestattet. Falls die Wurzeln das alte Gefäß noch nicht vollständig ausfüllen, kann die alte Topfgröße beibehalten und nur frisches Substrat verwendet werden. Es eignet sich eine strukturstabile Pflanzerde mit einem pH um 5,5 bis 6,0. Passend ist beispielsweise unsere Plantura Bio-Blumenerde, die gebrochenen Blähton für eine hohe Durchlässigkeit und wichtige Nährstoffe für Blühpflanzen enthält. Zudem kommt sie ganz ohne Torf aus. Damit die für die Wurzeln des Weihnachtskaktus optimale Durchlässigkeit des Substrats erzielt wird, ist es empfehlenswert, die Blumenerde noch mit 40 % Sand zu mischen. Um Staunässe zu vermeiden, ist zudem das Anlegen einer Drainageschicht sehr anzuraten.

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Hat der mehrjährige Weihnachtskaktus den Weg in frisches Substrat und neuen Topf gefunden, ist er noch anzugießen. Danach kann die Pflege des Weihnachtskaktus wie gewohnt stattfinden. Das Umtopfen ist ein wichtiger Schritt für gesunde und kräftige Pflanzen. Um den Weihnachtskaktus reichlich zum Blühen bringen zu können, gibt es noch ein paar kleine Regeln zu beachten.

Weihnachtskaktus umtopfen zusammengefasst:

  • Optimaler Zeitpunkt für das Umtopfen ist März, nach der Blüte.
  • Am besten jährlich frisches Substrat geben, sobald der Topf durchwurzelt ist, nächste Topfgröße wählen.
  • Alte Erde weitestgehend von Wurzeln entfernen.
  • Drainageschicht anlegen.
  • Für optimale Durchlässigkeit des Substrates und zur Vermeidung von Staunässe der Blumenerde Sand untermischen.
umgetopfter Weihnachtskaktus
Der Weihnachtskaktus kann nach dem Winter umgetopft werden [Foto: Boryana Manzurova/ Shutterstock.com]

Bei der Pflege von giftigen Zimmerpflanzen ist Vorsicht geboten. Ob auch der Weihnachtskaktus giftig ist, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

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