Maiglöckchen pflanzen, pflegen & überwintern

Natascha
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Natascha

Als Kind spielte ich in meiner Heimat Rheinlandpflanz täglich in der Grünanlage vor meiner Haustür. Dort wuchs mein Interesse zur Natur und der Wunsch, Naturforscherin zu werden. Mittlerweile studiere ich Gartenbauliche Phytotechnologie und schreibe aktuell meine Bachelorarbeit im Bereich Pflanzenschutz im Obstbau. Da ich in Berlin lebe, liegt mir besonders die Steigerung der Lebensqualität in Städten mithilfe von Pflanzen am Herzen.

Lieblingsobst: Feige, Maracuja, Beerenfrüchte, Limette und Orange
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Knoblauch, Tomaten, Gürkchen, Feldsalat und Rucola

Eine frühblühende Staude ist das Maiglöckchen. Der richtige Standort für Maiglöckchen ist leicht zu finden und notfalls wächst das genügsame Maiglöckchen auch im Topf.

Maiglöckchen Blüten
Maiglöckchen sind eine pflegeleichte Staude für schattige Plätze [Foto: Jacopo ventura/ Shutterstock.com]

Zur Hochblütezeit im Mai präsentieren Maiglöckchen (Convallaria majalis) meist auf großen Flächen ihre unschuldigen, weißen Blüten. Die kleinen Glöckchen der Stauden lassen pünktlich zum Muttertag ein Lied von inniger Liebe und Reinheit erklingen, das der einzigen Art der Gattung Convallaria zu Aufmerksamkeit verhilft. Blumen sagen eben oft mehr als Worte. Doch nicht nur als Strauß machen sich Maiglöckchen gut. Im Garten brauchen die Frühblüher kaum Pflege, kommen auch mit schattigen Standorten zurecht und verbreiten sich ganz von allein.

Maiglöckchen pflanzen

Die zierlichen Traubenblüten bilden sich schon früh im Jahr und verzaubern jedes Jahr aufs Neue. Dabei haben die kleinen Unschuldsengel unter den Frühblühern kaum Ansprüche an den Boden oder den Standort. Maiglöckchen sollten in den meisten Gärten in ihrem Verbreitungsdrang ausgebremst werden, da sie sonst dazu neigen, ihre Umgebung zu dominieren.

Wann sollte man Maiglöckchen pflanzen?

Die Rhizome der Maiglöckchen kommen im Herbst oder auch im Frühjahr an dem von Ihnen auserkorenen Platz in die Erde. Der richtige Zeitpunkt zum Auspflanzen von Maiglöckchen, die im Topf vorgezogen wurden, ist nach der Blüte.

Maiglöckchen pflanzen: Der richtige Standort

Maiglöckchen sind einfach zufriedenzustellen. Folgende Eigenschaften sollte der ideale Standort für Maiglöckchen aufweisen:

  • Standort: Halbschatten bis Schatten – im Schatten schwächere Blüte
  • Boden: Leicht feucht; nährstoffreich; sandig bis lehmig; Wurzelkonkurrenz vertragend
  • Boden-pH: Schwach alkalisch bis schwach sauer – anpassungsfähiges Maiglöckchen
Maiglöckchen im Wald
Maiglöckchen pflanzt man am besten schattig [Foto: Roman Mikhailiuk/ Shutterstock.com]

Auch schattige Plätze werden von Maiglöckchen akzeptiert. Jedoch bleibt bei zu wenig Sonne die Blüte aus. Pralle Mittagssonne wird nicht gut vertragen. Beachten Sie bei der Wahl des Standorts die Giftigkeit der Maiglöckchen. Sind die Maiglöckchen frei zugänglich, sollten Sie Haustiere und Kinder besser davon fernhalten oder über die Giftigkeit aufklären.

Ideal machen sich die weißen Blüten zwischen Gehölzgruppen oder in schattigen Rabatten. Zusammen mit Sträuchern wie Zaubernuss (Hamamelis), Forsythie (Forsythia × intermedia) oder Flieder (Syringa) schauen die Maiglocken super aus, ebenso in Kombination mit anderen Frühblühern wie Hyazinthe (Hyacinthus) oder Primel (Primula). Von Pflanzen, die sehr zart oder wasserbedürftig sind, raten wir ab. Zwiebeln müssen unter Umständen jährlich nachgesetzt werden. Wer ein dem Naturstandort ähnelndes Konzept wünscht, kann Waldgräser und Farne pflanzen. Auf weitläufigen Flächen kommen Maiglöckchen in großer Stückzahl besonders gut zur Geltung.

Maiglöckchen im Garten
Mit Farnen und Waldgräsern kombiniert wirkt das Maiglöckchen besonders schön [Foto: Virienn/ Shutterstock.com]

Tipp: Bärlauch ist trotz ähnlicher Standortvorlieben wegen der Verwechslungsgefahr kein guter Pflanzpartner.

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Vorgehen beim Einpflanzen

Im Garten oder Topf versüßen Maiglöckchen mit ihrem Duft den Frühling und versprühen Vorfreude auf den nahenden Sommer. Bei der Pflanzung von Maiglöckchen gehen Sie wie folgt vor:

  • Geselligkeit: Pflanzung in größeren Gruppen
  • Pflanzabstand: 16 Stück pro m²
  • Pflanzloch: Doppelt so groß wie Wurzelballen
  • Kompost oder Pflanzerde unter die ausgehobene Erde mischen
  • Rhizome mit den Augen nach oben ins maximal 10 cm tiefe Pflanzloch legen
  • Pflanzloch mit Erde-Kompost-Mix auffüllen und leicht andrücken
  • Bei Rhizomen mit Laub: Die grünen Pflanzenteile nicht mit Erde bedecken
  • Gut angießen
Maiglöckchen
Bis die Pflanzen angewachsen sind, muss ausreichend gewässert werden [Foto: HeiSpa/ Shutterstock.com]

Bis die Pflanzen angewachsen sind, muss ausreichend gewässert werden. Es freut einen natürlich, wenn sich die Gewächse im Garten so wohl fühlen, dass sie sich ausbreiten. Maiglöckchen können jedoch zur regelrechten Plage werden und sogar andere Pflanzen verdrängen. Graben Sie daher um die Maiglöckchen eine Rhizomsperre mit ein oder durchstechen Sie die umliegende Erde regelmäßig mit einem Spaten, um die Rhizome der Maiglöckchen abzutrennen. Klauben Sie diese anschließend aus der Erde.

Maiglöckchen im Topf pflanzen

Maiglöckchen sind nicht nur etwas für das Beet im Garten. Im Topf zieren die grazilen Frühblüher Hauseingänge oder Balkone. Als frühlingshafter Tischschmuck verschönern sie das heimatliche Domizil. So können sich die Maiglöckchen auch nicht ungehindert im Garten verbreiten. Als Substrat eignet sich humose Gartenerde, die mit Blumenerde und etwas Sand gemischt wird. Das Substrat sollte immer feucht, aber nie nass sein. Bei Staunässe faulen die Rhizome des Maiglöckchens nämlich. Deswegen ist es wichtig, dass der Topf Abflusslöcher aufweist. Ein Rhizomstück mit 3 Augen bei großwachsenden und 5 Augen bei kleinen Sorten reicht für einen Topf mit 12 cm Durchmesser aus, sonst wird es den Pflanzen zu eng.

Maiglöckchen im Topf vorziehen

Wenn sich Pflanzen in einer genetisch bedingten Ruhephase befinden – was meist im Winter der Fall ist –, kann durch vorzeitige Beendigung jener Phase das Austreiben verfrüht werden. Dieser Vorgang wird als „Treiberei“ bezeichnet. Hierzu werden Rhizome verwendet, die bei der Teilung älterer Maiglöckchen anfallen oder gekauft werden. Die Wurzelstücke werden schon Ende November in den Topf gepflanzt. Allerdings müssen sie zuvor kühl überwintert worden sein, zum Beispiel einfach in der kalten Erde oder in Lagerkisten im Garten – ohne diese Kühlphase treiben sie nicht aus. Gehen Sie wie folgt vor, um schon im Winter in den Genuss der weißen Blüten zu kommen:

  • Topf: Tontopf mit Abflussloch; ca. 12 cm Durchmesser
  • Topf mit Substrat befüllen
  • Pflanztiefe der Rhizome: 10 cm
  • Wurzeln vorsichtig von Erdresten befreien
  • Rhizomstück in das Pflanzloch setzen
  • Mit Substrat bedecken: Überwinterungsknospen noch leicht aus der Erde ragen lassen
  • Substrat feucht halten
  • Standort: Fensterbank
  • Temperatur: 20 °C
Maiglöckchen im Topf
Für eine frühzeitige Blüte können Maiglöckchen im Topf vorgezogen werden [Foto: lermont51/ Shutterstock.com]

Nach der Blüte können die Maiglöckchen ausgepflanzt oder weiter im Topf gepflegt werden.

Maiglöckchen umpflanzen

Maiglöckchen können ganz einfach umgepflanzt werden:

  • Am besten vor oder nach der Blüte, alternativ im Winter als Rhizom ohne Laub
  • Rhizom ausheben und falls gewünscht in kleine Stücke teilen
  • Neues Pflanzloch 10 cm tief ausheben
  • Etwas Kompost hineingeben
  • Rhizome mit Augen nach oben hineinlegen
  • Mit Erde bedecken

Maiglöckchen pflegen

Maiglöckchen stehen nicht nur symbolisch für Bescheidenheit. Mit den wenigen Ansprüchen, die sie an uns als Hobbygärtner stellen, beweisen sie, dass sie ihrer Bedeutung voll und ganz gerecht werden. Ein paar Tipps, damit die Frühblüher ihren Charme in vollem Umfang versprühen, gibt es trotzdem.

Maiglöckchen im Garten richtig pflegen

Im Garten verbreiten sich Maiglöckchen, ohne dass man einen Finger krümmen muss, zu dichten, weiß blühenden Teppichen, die im Mai den Garten in einem unschuldigen, verspielten Glanz erstrahlen lassen. So können Sie Ihre Lieblinge noch ein bisschen unterstützen:

  • Düngung: Verwenden Sie alle 2 Jahre im Frühjahr Kompost oder vornehmlich organische Bio-Dünger.
  • Gießen: Nach Anwachsen im Freiland ist dies nicht mehr nötig.
  • Schneiden: Nach der Blüte entfernt man die Blütenstände, sofern man die Ausbreitung durch Samen verhindern möchte. Die zierenden Beeren wird man dann jedoch nicht zu sehen bekommen.
  • Verbreitung eindämmen: Im Frühjahr nach dem ersten Austrieb sollte man unerwünschte Triebe abstechen und entfernen.
Maiglöckchen-Gießen
Gegossen wird nach dem Pflanzen nur noch nach langen Trockenperioden [Foto: AnnaD81/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen haben einen mäßigen Nährstoffbedarf. Im Herbst wird mit nährstoffarmem Material wie Lauberde gemulcht, um den Boden zu pflegen. Zur Nährstoffversorgung wird im Frühjahr Fertigkompost aus Bioabfällen oder Mist oder ein vornehmlich organischer Bio-Dünger wie unser Plantura Bio-Blumendünger ausgebracht. Dieser mit relevanten Nährstoffen vollgepackte Dünger wird einfach in die obere Bodenschicht mit eingearbeitet. Da Maiglöckchen nur einen mäßig hohen Nährstoffbedarf haben, sollte die Dosierung dementsprechend etwas geringer ausfallen.

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Tipp: Kompost ist nicht gleich Kompost. Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten erläutern wir Ihnen in unserem Artikel Kompost als Dünger.

Maiglöckchen im Topf richtig pflegen

Auch im Topf schreien Maiglöckchen nicht gerade nach Aufmerksamkeit. Mit dem richtigen Expertenwissen lässt sich aber viel bezüglich der Länge der Blütezeit machen:

  • Düngen: Alle 2 Jahre in Komposterde umtopfen
  • Gießen: Substrat immer leicht feucht halten; Staunässe vermeiden
  • Schneiden: Nach der Blüte Blütenstände entfernen zur Vermeidung der Selbstaussaat
  • Überwinterung: Ab November witterungsgeschützt bei maximal 12 °C lagern; draußen Topf mit Luftpolsterfolie oder Gartenvlies ummanteln; nur wenig gießen; so ein Austrocknen des Substrats vermeiden

Tipp: Keller waren früher meist viel kühler, als sie es heute sind. Überprüfen Sie daher, ob Ihr Keller tatsächlich als „kühlerer Standort“ durchgeht und für die Überwinterung des Maiglöckchens genutzt werden kann.

Überwintern von Maiglöckchen
Gartenvliese schützen im Winter vor Frostschäden [Foto: Tanja Esser/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen blühen nicht: Was tun?

Maiglöckchen sind pflegeleichte Stauden und recht robust. Dass Maiglöckchen nicht mehr austreiben und nicht blühen, kann dennoch mal vorkommen. Hier erfahren Sie mögliche Gründe und passende Lösungen:

  • Maiglöckchen aus Samen gezogen: Teilweise kommt es erst nach mehreren Jahren zur Blüte – Geduld zahlt sich aus.
  • Aus Rhizom vermehrt: Abzuwarten genügt, denn die Blüte setzt erst im zweiten Jahr ein.
  • Zu kalt: Die Blüte zeigt sich erst bei wärmeren Temperaturen.
  • Fehlendes Licht oder pralle Sonne: Dann müssen die Rhizome an einen halbschattigen bis schattigen Standort umgepflanzt werden.
  • Staunässe: Sie sollten den Boden mit Sand auflockern oder die Rhizome umpflanzen.
  • Dauerhafte Trockenheit: Regelmäßig zu gießen oder die Rhizome umzupflanzen, schafft Abhilfe.
Maiglöckchen-Blüte
Für eine üppige Blüte braucht es passende Bedingungen [Foto: ON-Photography Germany/ Shutterstock.com]

Sind Maiglöckchen winterhart?

Maiglöckchen sind winterhart und überleben im Beet ohne zusätzliche Hilfestellung. Sie werden der Winterhärtezone 3 zugeordnet und überstehen Temperaturen bis zu – 40 °C. Um im Winter den Boden vor dem Austrocknen zu schützen, kann dieser trotzdem mit Laub oder Reisig abgedeckt werden. Maiglöckchen im Topf müssen geschützt überwintert werden. Am besten gelingt dies in einem kühlen Schuppen, Vorhäuschen oder einem windgeschützten Plätzchen im Freien.

Maiglöckchen im Winter
Maiglöckchen überwintern im Garten ohne zusätzlichen Schutz [Foto: NadezhdaG/ Shutterstock.com]

Das Maiglöckchen blüht, wie viele andere Pflanzen auch, bereits im Frühjahr. Weitere Frühblüher stellen wir Ihnen in einem eigenen Artikel vor.

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