Montbretien: Pflanzen, Pflegen & Überwintern

Alina
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Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

Mit ihren auffälligen Blüten ziehen die Montbretien alle Blicke auf sich. Zur Auswahl steht eine Vielzahl an Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben, die in Beeten oder als Schnittblume verwendet werden können.

Crocosmia
Die knalligen Blütenfarben sind ein Blickfang [Foto: Irene Fox/ Shutterstock.com]

Obwohl die Montbretien (Crocosmia) ziemlich pflegeleicht sind, gibt es bei der Überwinterung einiges zu beachten: In den meisten Regionen lassen sich die Montbretien nicht im Garten überwintern – sie müssen ausgegraben und frostfrei überwintert werden. In diesem Artikel erfahren Sie alles zur Pflanzung und Pflege der Knollenpflanze und, wie Sie die Montbretien sicher überwintern können. Außerdem stellen wir einige der schönsten Montbretien-Sorten vor.

Montbretien: Eigenschaften und Herkunft

Die Montbretien gehören zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die Gattung besteht aus rund 10 Arten, allerdings werden nur zwei Hybridformen hauptsächlich als Zierpflanze in Gärten und Parks genutzt. Dabei handelt es sich um die Montbretie C. masoniorum x C. paniculata und die Garten-Montbretie (Crocosmia x crocosmiiflora), die aus einer Kreuzung zwischen der Gold-Montbretie (Crocosmia aurea) und der Potts-Montbretie (Crocosmia pottsii) hervorgegangen ist. Die Heimat der beiden Elternarten liegt im südlichen Afrika. Zu deren Naturstandorten gehören Wiesen und Gehölzränder in sonniger bis licht halbschattiger Lage, aber auch Bachufer und Sandbänke von Flüssen.

Montbretien
Die Form der Blätter ist namensgebend für die Familie der Schwertliliengewächse

In unserem Klima ist die Montbretie sommergrün und nur bedingt winterhart – in Gebieten mit subtropischem Klima ist die Knollenpflanze dagegen wintergrün. Sie kann durchaus auch in größeren Kübeln kultiviert werden. In ihrem Erscheinungsbild ähneln die krautigen Stauden etwas den Gladiolen (Gladiolus). Sie bilden dichte, aufrechte Horste mit einer Höhe von 50 bis 120 cm. Unterirdisch breiten sich die Montbretien über Rhizomausläufer und Tochterknollen aus. Die ungestielten, grünen Blätter werden bis zu 50 cm lang und wachsen fächerförmig aus der Mitte der Pflanze heraus. Die Blattform ähnelt, wie es typisch für die Schwertliliengewächse ist, einem Schwert. Bis zu 20 spiegelsymmetrische, zwittrige Blüten sind in zweireihigen Ähren am teils fast waagerecht gebogenen Blütenstand angeordnet. Sie sind trichterförmig und können je nach Sorte rot, orange oder gelb gefärbt sein. Die Blütezeit der Montbretien erstreckt sich meist von Juli bis September. Für unsere heimischen Bienen und andere Insekten stellen die Montbretien keine außergewöhnlich wertvolle Pflanze dar.

Montbretien-Blüte
Die hübschen, trichterförmigen Blüten sind in zwei Reihen angeordnet

Hinweis: In subtropischen Klimazonen und unter anderem auch in Irland wird die Montbretie als invasive Art eingestuft. Durch ihre starke Ausbreitung in der Natur wird die Biodiversität der dort vorhandenen Ökosysteme sehr wahrscheinlich erheblich beeinträchtigt werden.

Die schönsten Montbretien-Sorten

Die vielen verschiedenen Sorten der Garten-Montbretie unterscheiden sich vor allem in ihrer Blütenfarbe, der Wuchshöhe, teilweise der Blütezeit sowie der Winterhärte. Wir stellen Ihnen folgend einige der schönsten Montbretien vor. Vorangestellt sind zwei Hybriden, die aus der Kreuzung anderer Elternarten entstanden und aufgrund ihrer Robustheit beliebt sind.

  • C. masoniorum x C. paniculata ˈLuciferˈ: Die feuerrot leuchtenden Blüten dieser robusten, wüchsigen Sorte erscheinen von Juli bis August. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 80 cm bis zu 120 cm und gehört mit einer Verträglichkeit von etwa bis zu –15 °C zu den winterhärtesten Sorten. In England erhielt die Montbretie ˈLuciferˈ sogar eine Auszeichnung mit dem Award of Merit, der an Pflanzen verliehen wird, die sich besonders gut für den Anbau auf den britischen Inseln eignen.
Montbretie Lucifer
Die leuchtenden Blüten von ˈLuciferˈ erinnern an lodernde Flammen [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]
  • C. masoniorum x C. paniculata ˈSevern Sunriseˈ: Diese Sorte ist ebenfalls recht wüchsig, robust und wird bis zu 100 cm hoch. Sie ist wie ˈLuciferˈ relativ winterhart und hat orange-rote Blüten, die ein helleres Zentrum besitzen.
  • Crocosmia x crocosmiiflora ˈEmily McKenzieˈ: Diese großblumige Sorte trägt ab Mitte August bis September intensiv orange Blüten mit einem rotbraunen Ring im Zentrum. Sie wird bis zu 75 cm hoch und ist wie die folgenden Sorten nur bis etwa –5 °C winterhart.
Crocosmia Emily McKenzie
Die Blüten dieser Sorte sind etwas größer als die der anderen [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]
  • Crocosmia x crocosmiiflora ˈRed Kingˈ: Bei ˈRed Kingˈ handelt es sich um eine robuste, historische Sorte, die von Juli bis September kleine, orange-rote Blüten trägt. Sie erreicht eine Wuchshöhe zwischen 40 und 80 cm und ist nur bis –5 °C winterhart.
  • Crocosmia x crocosmiiflora ˈGeorge Davisonˈ: Mit ihren gelben Blüten ist die Sorte eher ein Gegenstück zu dem von ˈLuciferˈ geprägten Stereotyp. Von Juli bis August erstrahlen die Blüten in voller Pracht. Die Wuchshöhe von ˈGeorge Davisonˈ beträgt etwa 60 cm und die Sorte verträgt nur wenige Minusgrade von etwa –5 °C.
Crocosmia rocosmiiflora
Die warm-gelben Blüten von ˈGeorge Davisonˈ sind eine angenehme Abwechslung [Foto: kskennedy/ Shutterstock.com]
  • Crocosmia x crocosmiiflora ˈButtercupˈ: Von August bis September trägt diese bis zu 70 cm hoch wachsende Sorte aprikosengelbe Blüten. Ihre Winterhärte beträgt ebenfalls nur circa –5 °C.
  • Crocosmia x crocosmiiflora ˈLimpopoˈ: Die Blüten dieser Sorte sind in einer Mischung aus Orange und Lachsrosa gefärbt und fallen deshalb besonders auf. Sie lassen sich von Juli bis in den Oktober hinein betrachten. Die Wuchshöhe von ˈLimpopoˈ beträgt etwa 80 cm und die Winterhärte circa –5 °C.
Crocosmia x cocosmiiflora Limpopo
Die Blütenfärbung dieser Sorte fällt etwas aus dem typischen Schema [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Montbretien pflanzen: Standort und Vorgehen

Bei der Standortwahl sowie dem Vorgehen bei der Pflanzung der Montbretien gibt es ein paar Dinge zu beachten. Welche das sind, erklären wir Ihnen folgend ausführlich.

Der richtige Standort für Montbretien

Der Standort der Garten-Montbretien sollte möglichst warm sein. Das bedeutet, in kühleren Regionen sollte ein vollsonniger bis sonniger und geschützter Platz gewählt werden – in Wärmeregionen, wie zum Beispiel im Weinbauklima, ist eher ein absonniger bis licht schattiger Standort geeignet. Dasselbe gilt für Montbretien, die im Kübel gepflanzt werden. Hier bietet sich für kühlere Regionen an, das Pflanzgefäß in die Nähe einer Mauer oder Wand zu stellen, die auch nach Sonnenuntergang noch Wärme abstrahlt. Der Untergrund sollte frisch, mäßig nahrhaft und vor allem gut durchlässig sein. Schwere, dichte Böden müssen tiefgründig gelockert und bis zu einem Volumenanteil von mindestens 30 % mit Sand vermengt werden. Mehr Tipps zur Bodenverbesserung allgemein finden Sie in unserem Spezialartikel.

Montbretien-Pflanzen
Je nach Klima sollte der Standort mehr oder weniger sonnig sein [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Der perfekte Standort für Montbretien:

  • Vollsonnig, sonnig und geschützt
  • Mit sich schnell erwärmendem Boden, gut durchlässig; keine verdichteten und staunassen Böden
  • Stets feuchte, leicht saure, nährstoffreiche Erde

Vorgehen beim Pflanzen

Da die Knollen der Montbretie je nach Sorte mehr oder weniger frostempfindlich sind, kann es hilfreich sein, sie etwas tiefer, also etwa 10 bis 20 cm tief, einzupflanzen. Die Pflanzung findet im Mai nach den letzten Frösten statt. Bei der Bodenverbesserung oder Auflockerung, die im Vorfeld stattfindet, kann zur optimalen Nährstoffversorgung etwas Komposterde untergemischt werden. Zur Befüllung der Pflanzkübel, welche mindestens eine Höhe von 30 cm haben sollten, wird am besten eine hochwertige Blumenerde verwendet. Dazu bietet sich beispielsweise unsere torffreie Plantura Bio-Blumenerde an, die den Nährstoffbedarf der Knollenpflanze zu Beginn vollkommen ausreichend deckt und durch den enthaltenen gebrochenen Blähton sowie durch Kokos- und Holzfasern über die notwendige Durchlässigkeit verfügt. Unter die Erde sollte eine etwa 3 cm hohe Drainageschicht aus Blähton eingefüllt werden und der Topf benötigt eine Abflussmöglichkeit für überschüssiges Gießwasser.

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Die Topfpflanzung ist außerdem eine einfache Möglichkeit, die Ausbreitung der Stauden zu vermeiden. Besonders in warmen Gebieten sollte auf Barrieren wie Wurzelsperren oder Kanten zurückgegriffen werden, um die Ausbreitung einzudämmen.
Um eine optisch harmonische Situation zu erschaffen, macht es Sinn, die Montbretienknollen in kleinen Gruppen von 3 bis 10 Pflanzen zu setzen. Dabei sollte ein Pflanzabstand von etwa 35 cm eingehalten werden. Der Pflanzabstand im Kübel liegt zwischen 5 und 10 cm.
Da im Handel hauptsächlich die Knollen der Montbretien erhältlich sind, eine Anzucht aus Samen etwas umständlicher wäre und länger auf die Blüte warten lassen würde, macht es weniger Sinn, diese Alternative zu wählen.

Pflanznachbarn: Montbretien kombinieren

Generell lassen sich die Montbretien gut mit verschiedenen Gräsern (Poales) und anderen gleichfarbigen bis dunkellaubigen Stauden kombinieren, die ähnliche Standortansprüche haben. Optisch passende Pflanzpartner wären zum Beispiel auch Fackellilien (Kniphofia spec.), Schmucklilien (Agapanthus spec.) und Dahlien (Dahlia spec.). Weitere Kombinationsmöglichkeiten ergeben sich mit Taglilien (Hemerocallis spec.), rotlaubigen Heuchera-Sorten (Heuchera Hybriden) oder Indianernesseln (Monarda spec.).

Die richtige Pflege

Bis auf die Überwinterungsmaßnahmen erweist sich die Montbretie als pflegeleicht. Worauf hin und wieder ein Auge geworfen werden soll, erläutern wir nun im weiteren Verlauf.

Montbretien im Garten
In einem gemischten Staudenbeet lassen sich auch die Montbretien gut integrieren [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Gießen, Düngen und Schneiden

Da die Knollenpflanze einen dauerhaft frischen Boden bevorzugt, sollte gerade an heißen Tagen und in Trockenphasen die Erde kontrolliert und am besten mit Regenwasser gegossen werden. Bei der Kübelpflanzung ist im Sommer eine tägliche Überprüfung notwendig: Das Substrat sollte sich unter der obersten Schicht stets leicht feucht anfühlen. Allerdings ist Staunässe zu vermeiden, diese könnte schnell das Faulen der Knollen bewirken. Was die Nährstoffversorgung betrifft, reicht die einmalige Kompostgabe im Frühjahr völlig aus. Bei der Kübelpflanzung sollte jährlich entweder das Substrat gewechselt oder mit etwas Kompost aufgebessert werden. Ein größerer Rückschnitt der Knollenpflanze darf frühesten im Herbst stattfinden, wenn das Laub der Montbretie vollständig verwelkt ist. Dann können die oberirdischen Pflanzenteile bis auf wenige Zentimeter zurückgeschnitten werden. Das ist vor allem bei einer Überwinterung im Haus sinnvoll. Ansonsten werden in der Vegetationsphase nur verwelkte Blütenstände ausgeschnitten oder frische Blüten für die Vase abgetrennt. Bei der Verwendung als Schnittblume sollten lediglich wenige der ersten Montbretien-Blüten bereits aufgeblüht sein. Stehen die Montbretien an einem wetterexponierten Ort, so kann eine Befestigung an Stäben das Abknicken der Blütenstände verhindern.

verwelktes Montbretien-Laub
Das Laub der Montbretien sollte im Herbst erst entfernt werden, wenn es verwelkt ist [Foto: MarjanCermelj/ Shutterstock.com]

Montbretien blühen nicht: Was tun?

Das Ausbleiben der Blüte kann vor allem an der falschen Wahl des Standorts liegen. Dieser ist dann meist zu schattig und kühl oder die Pflanze leidet auch an Staunässe oder Trockenheit. Die Lösung für das Problem ist das Umpflanzen der Montbretie an einen geeigneten Standort, wie er oben beschrieben wurde.

Sind Montbretien winterhart?

Wie bereits erwähnt sind die Montbretien nur bedingt winterhart. Lediglich etwa zwei Sorten halten Temperaturen bis –15 °C stand, der Rest verträgt noch weniger Minusgrade. In Regionen mit milden Wintern dürfen die Knollen durchaus im Boden belassen werden. Um die Winterhärte dabei etwas zu verbessern, empfiehlt sich die tiefere Pflanzung der Knollen und ein Schutz aus einer Laubdecke oder Tannenreisig. In den meisten Lagen hier in Deutschland sollten die Knollen besser aus dem Boden genommen und frostfrei überwintert werden, um keine Verluste zu riskieren. Zur frostfreien Überwinterung der Montbretien können die Knollen vor den ersten Frösten ausgegraben, in einen Eimer mit leicht feuchtem Sand gegeben und an einen dunklen, kühlen Ort gestellt werden. Wer seine Montbretien im Kübel gepflanzt hat, kann diesen einfach so, wie er ist, an den frostfreien Überwinterungsplatz stellen.

Montbretien-Überwintern
Die Knollen müssen an einem dunklen, kühlen Platz gelagert werden [Foto: Andrea Izzotti/ Shutterstock.com]

Montbretien vermehren

Da die Garten-Montbretien nur sterile Samen entwickeln, fällt das Vermehren der Montbretien mit eigenem Saatgut schon mal weg. Allerdings vermehrt sich die Crocosmia meist schon von selbst mithilfe von Tochterknollen. Diese werden optimalerweise beim Ausgraben zur Überwinterung vorsichtig voneinander gelöst und im nächsten Frühjahr einzeln verpflanzt. An gut geeigneten Standorten bilden die Montbretien sehr viele Tochterknollen.

Sind Crocosmia giftig?

Die Zierpflanze ist nicht für den Verzehr geeignet und kann je nach eingenommener Menge und Pflanzenteilen leichte Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Beim Verzehr der oberirdischen Teile kann es bei Mensch und Tier zu leichten Magen-Darm-Beschwerden kommen. Die Einnahme von Teilen der Knolle kann stärkere Reaktionen wie Erbrechen und Durchfall hervorrufen.

Eine andere außergewöhnliche Pflanze, die ebenfalls als Schnittblume Verwendung findet, ist die Protea (Protea) mit ihren beeindruckend großen Blüten. Sie verträgt auch nur wenige Minustemperaturen und muss etwas aufwendiger überwintert werden.

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