Eberesche-Sorten: Die schönsten im Überblick

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Die Vogelbeere kommt in verschiedenen Wuchsformen und Fruchtfarben daher. Wir geben einen Überblick über die schönsten Arthybriden und Sorten der Eberesche.

Vogelbeeren
Auch bei den Ebereschen gibt es eine große Vielfalt an Sorten [Foto: udra11/ Shutterstock.com]

Die Gewöhnliche oder Gemeine Eberesche (Sorbus aucuparia), auch Vogelbeere genannt, bildet anmutige Kleinbäume oder große Sträucher aus. Sie ist eng mit Speierling (Sorbus domestica), Elsbeere (Sorbus torminalis) und Mehlbeere (Sorbus aria) verwandt und häufig an lichten Waldrändern oder in Wildhecken anzutreffen.

Eberesche-Sorten: Wie viele gibt es?

Die Gewöhnliche Eberesche als Wildform ist in ganz Europa verbreitet und erklimmt Höhen bis 2000 m. Wie viele Sorten es genau gibt, ist schwierig zu sagen. Ganz allgemein lassen sich die Ebereschen-Sorten in essbare und zierende Gewächse unterteilen. Zwar sind Ebereschen-Früchte per se nicht giftig, jedoch wurden speziell für die Verarbeitung wohlschmeckende Sorten gezüchtet. Von den Zierbäumen und Großsträuchern, die im Landschaftsbau Verwendung finden, besitzen nur wenige ein ansprechendes Aroma. Diese Sorten wurden speziell auf ihre äußeren Merkmale hin selektiert – wie attraktive Laubfärbung, besondere Fruchtfarbe oder Wuchsform.

Die schönsten Eberesche-Arten und -Sorten im Überblick

Die Eberesche verkreuzt sich recht gern, weshalb es verschiedene Arthybriden mit anderen Sorbus-Arten, aber auch mit Wildobst wie der Mispel (Mespilus germanica) gibt. Wir stellen einige Sorten der Vogelbeere vor und gehen auf die große Varietät der Arthybriden ein.

Eberesche mit Herbstfärbung
Die Sorte ‘Autumn Spire‘ bildet später im Jahr eine strahlende Herbstfärbung aus [Foto: Olgalucherino/ Shutterstock.com]

Gewöhnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)

  • ‘Autumn Spire‘: Die Eberesche mit geringem Wuchs wächst meist strauchartig mit zwischen 3 und 4 m Höhe und bis zu 2 m Breite. Prächtig zeigt sich bei Sorbus aucuparia ‘Autumn Spire‘ die Herbstfärbung in Orange bis feurigem Rot. Die Früchte sind hellorange und können verarbeitet genossen werden.
  • ‘Edulis‘: Auch als Mährische Eberesche, Edeleberesche oder Essbare Eberesche bezeichnet besitzt die Sorbus aucuparia ‘Edulis‘ große, rote und bitterfreie Früchte, die roh gegessen werden können. Die Bäume werden 10 – 15 m hoch und bis 6 m breit.
  • ‘Fastigiata‘: Diese Säulen-Eberesche fällt durch ihren straff aufrechten Wuchs bis 8 m und nur 1,5 m Breite auf. Die Sorbus aucuparia ‘Fastigiata‘ bildet dicke Triebe und matt glänzende, gefiederte Blätter aus.
Eberesche 'Edulis'
Die orangeroten Früchte der Eberesche ‘Edulis‘ sind bitterstofffrei [Foto: inxti/ Shutterstock.com]
  • ‘Finger Print‘: Säulenförmig kompakt und mehrtriebig wächst jene Eberesche, die 8 – 10 m hoch und 1 – 4 m breit wird. Die Sorte ist sehr schnellwüchsig und legt im Jahr bis zu 70 cm an Höhe zu. Sie blüht von Mai bis Juni, bildet kleine, orange Früchte aus und leuchtet im Herbst in Orange- und Gelbtönen.
  • ‘Konzentra‘: Diese Vogelbeersorte hat den angeblich höchsten Vitamingehalt in den roh essbaren Früchten. Sie wächst dekorativ und kann bis zu 12 m hoch und 4 – 6 m Kronendurchmesser erreichen. Außerdem gilt sie als ideale Verarbeitungssorte für Gelee, Saft, Sirup, Marmelade und Co.
  • ‘Rosina‘: Jene Eberesche mit baumartigem Wuchs bis 10 m begeistert durch ihre reiche Blüte. Die orangeroten Früchte sollten erst nach dem Kochen verzehrt werden, da noch Bitterstoffe und Parasorbinsäure enthalten sind.
Säulen-Eberesche
Eine Säulen-Eberesche wie ‘Fastigiata‘ oder ‘Finger Print‘ benötigt kaum Platz in die Breite [Foto: T-Iva/ Shutterstock.com]

Gebirgs-Eberesche (Sorbus aucuparia subsp. glabrata)

Die Gebirgs-Eberesche wird auch als Kahle Eberesche bezeichnet, da ihr die typische, filzige Behaarung der Blattunterseiten und der jungen Triebe fehlt. Die Früchte sind zudem statt rund eher elliptisch bis eiförmig. Anstatt eines Kleinbaums bildet die Gebirgs-Eberesche einen vielstämmigen Großstrauch aus. Sie kommt vor allem in den höheren Gebirgslagen der Alpen, Karpaten und in Skandinavien vor, ist aber manchmal kaum bis gar nicht von der Gewöhnlichen Eberesche zu unterscheiden. Auch hier bilden sich durch Verkreuzung Mischformen aus.

Eberesche mit gelben Beeren
Die gelben Früchte von Arnolds Eberesche ‘Golden Wonder‘ setzen einen Kontrast zur Herbstfärbung [Foto: beatraxa/ Shutterstock.com]

Arnolds Eberesche (Sorbus x arnoldiana)

Die Ebereschen-Art entstand aus einer Kreuzung der Gemeinen Eberesche mit Sorbus discolor. Es sind folgende Sorten mit unterschiedlicher Fruchtfarbe bekannt, die allesamt zu Kleinbäumen mit 5 bis 10 m Höhe heranwachsen:

  • ‘Golden Wonder‘: Ebenso als Gelbfrüchtige Mehlbeere bekannt liefert Arnolds Eberesche an 7 – 10 m hohen Bäumen bitterstoffarme, goldgelbe Früchte. Sie sind daher nicht nur dekorativ, sondern lassen sich auch sehr gut verarbeiten.
  • ‘Kirsten Pink‘: Von diesem großen, mehrstämmigen Strauch bis 5 m Höhe und etwa 3 m Breite sind besonders die Früchte attraktiv, die cremeweiß bis rosa überlaufen sind. Die Sorte wird eher zur Zierde genutzt, die Beeren sind grundsätzlich jedoch ebenfalls essbar.
Eberesche mit rosa Beeren
Die Eberesche ‘Kirsten Pink‘ zeigt auffallend hellrosa Früchte [Foto: Irene Fox/ Shutterstock.com]

Thüringische Eberesche (Sorbus x thuringiaca)

Sie entstand aus der Vogelbeere und der Mehlbeere (Sorbus aria) bereits Anfang der 1900er Jahre und wird manchmal auch noch als Sorbus hybrida angeboten. Der Großstrauch oder kleine Baum erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 7 m und wächst langsam. Ab Mai erscheinen die insektenfreundlichen Blüten, später tiefrote, kugelige Früchte, die lange am Baum verbleiben und Vögeln im Winter als Nahrung dienen. Die bekannteste Sorte dieser Kreuzung ist die Eberesche ‘Fastigiata‘ oder auch ‘Quercifolia‘.

Artfremde Ebereschen-Hybriden

Ebereschen wurden ebenfalls mit weiter entfernt verwandten Arten gekreuzt, wie dem Weißdorn (Crataegus), der Mispel oder der Apfelbeere (Aronia), um ertragreiche Bäume und schmackhafte Früchte zu bekommen. Folgende Sorten wurden ausgelesen:

  • ‘Burka‘: Dabei handelt es sich um einen Großstrauch bis 3 m Höhe und etwa 2 m Breite. Große, weiße Blütenstände zeigen sich im Mai, später im Jahr bilden sich daraus rot-dunkelviolette Früchte. Entstand wohl aus ‘Edulis‘ und einer Kreuzung aus Aronia und Mehlbeere. Die leicht süß schmeckenden Früchte können ab Ende August bis Anfang September geerntet und sogar roh verzehrt werden.
  • ‘Granatnaja‘: Dies ist eine Kreuzung aus Gemeiner Eberesche und dem Sibirischen Blutdorn (Crataegus sanguinea). Der Strauch wird etwa 3 m hoch und bildet roh genießbare, rote, sauerkirschgroße Früchte aus, die sich hervorragend für die Herstellung von Saft und Gelee eignen.
Vogelbeere 'Granatnaja'
Die Ebereschen-Hybride ‘Granatnaja‘ entstand durch Kreuzung mit einer Weißdorn-Art [Foto: Sergey Bezgodov/ Shutterstock.com]
  • ‘Mitschurina Desertnaja‘: Diese Kreuzung aus Vogelbeere und Mispel trägt größere, dunkelrote Früchte mit süß-saurem Geschmack. Die schwachwüchsigen, völlig winterharten und selbstfruchtbaren Sträucher werden knapp 300 cm hoch und bis 150 cm breit. Sie tragen sehr früh ab August.
  • ‘Zoltaja‘: Die an Äpfelchen erinnernden Früchte der Kreuzung aus Vogelbeere und Birne (Pyrus) schmecken süß-säuerlich. Sie reifen ab Ende August, sind mittelgroß und gelb-rot gefärbt und hängen an dem bis zu 5 m hohen Baum.
  • X Sorbaronia: Hierbei gibt es Selektionen aus Kreuzungen von Eberesche und Apfelbeere. Einen Überblick über die verschiedenen Gehölze geben wir in unserem Artikel zu den Aronia-Arten und -Sorten.

Dass Vogelbeeren giftig sind, entspricht nicht der Wahrheit, denn seit Jahrhunderten werden die Früchte der Eberesche als Wildobst verzehrt. Was man jedoch beachten sollte, erklären wir im Artikel zur Giftigkeit und Verwendung der Eberesche.

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