Hartriegel: Schneiden, Pflanzen & Vermehren

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Hartriegel können zu imposanten Sträuchern und Bäumen heranwachsen. Sie erfreuen mit farbenprächtiger Herbstfärbung und tragen teils essbare Früchte. Wir stellen die vielseitigen Hartriegel vor und geben Tipps zur Pflanzung und Pflege.

Kornelkirsche
Die Blüten der Kornelkirsche erscheinen bereits ab Februar [Foto: Picmin/ Shutterstock.com]

Die robusten Hartriegel (Cornus) lassen sich äußerst vielfältig in der Gartengestaltung einsetzen. Wir geben Tipps zur Pflanzung, Vermehrung und Pflege von Hartriegel.

Hartriegel: Herkunft und Eigenschaften

Der Hartriegel, auch Hornstrauch genannt, bildet eine Gattung innerhalb der Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae). Die winterharten Sträucher bis Kleinbäume kommen vorwiegend in den gemäßigten bis subpolaren Zonen der Nordhalbkugel vor. Dort bewohnen sie feuchte Wiesen, Wälder und Strauchhecken. Zahlreiche Arten stammen aus Nordamerika oder Ostasien mit Fokus auf Japan, Korea und China. Einheimische Hartriegel sind die Kornelkirsche (Cornus mas) und der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea).

Die mehrjährigen Hartriegel wachsen in der Regel zu 2 bis 6 m hohen und oft ebenso breiten, mehrstämmigen Gehölzen heran, es gibt jedoch auch Cornus als Bodendecker. Die Blätter des Hartriegels stehen mit wenigen Ausnahmen gegenständig an den Trieben und sind spitz zulaufend sowie eiförmig bis elliptisch. Viele laubabwerfende Arten bereichern den Garten mit einer leuchtenden Herbstfärbung und auffallend gelben oder roten Trieben. Manche Hartriegel sind immergrün, beispielsweise der Pagoden-Hartriegel (Cornus controversa).

Die Blüten des Hartriegels stehen in Schirmrispen oder Köpfchen, oft umrahmt von großen, weißen bis rosafarbenen Hochblättern, den sogenannten Brakteen. Doch ist der Hartriegel bienenfreundlich? Cornus-Arten zählen zu den nektar- und pollenreichen Blühpflanzen und werden daher gern von Bienen und anderen Insekten besucht. Ab dem Hochsommer reifen die Früchte des Hartriegels heran. Es handelt sich dabei um einzelne bis zusammengesetzte Steinfrüchte, die zumeist essbar sind. Beim Asiatischen Blumenhartriegel (Cornus kousa) und der Kornelkirsche werden diese als ertragreiches Wildobst genutzt.

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Wann hat der Hartriegel Blütezeit? Hartriegel blühen je nach Art äußerst unterschiedlich zwischen Februar und August. In unserem Artikel zu Hartriegel-Arten und -Sorten geben wir einen Überblick zu den wichtigsten Arten und ihren Eigenschaften, wie Wuchshöhe, Blütezeit und Standortansprüche.

Hartriegel mit roten Blättern
Ab September zeigt sich die farbenfrohe Herbstfärbung der Hartriegel [Foto: LSP EM/ Shutterstock.com]

Hartriegel pflanzen: Standort, Pflanzzeit und Co.

Beim Pflanzen von Hartriegel sind neben der Standortwahl auch das richtige Vorgehen und der Pflanzabstand zu beachten.

Der richtige Standort für Hartriegel

Hartriegel bevorzugen Standorte in voller Sonne bis Halbschatten, seltener auch im Schatten. Der untere Teil des Stamms und der Wurzelbereich sollten jedoch immer gut beschattet, kühl und feucht sein. Auf frischen, durchlässigen und nährstoffreichen Böden mit neutralem bis leicht saurem pH-Wert fühlen sich die meisten Arten wohl. Höhere pH-Werte mit kalkhaltiger Erde ertragen nur Cornus alba und Cornus sanguinea gut.

Vorgehen beim Einpflanzen

Die meisten Hartriegel wachsen zu stattlichen Sträuchern bis Kleinbäumen heran. Sie eignen sich daher eher für die Pflanzung im Beet und nicht für die Topfkultur. Je nach Wuchsbreite sollten Hartriegel im Garten auf einen Abstand von 3 bis 6 m zu anderen Pflanzen gepflanzt werden. Eine Mulchschicht oder niedrige Unterpflanzung des solitären Hartriegels wirken nicht nur natürlicher, sondern beschatten zusätzlich den Wurzelbereich und halten den Boden feucht. Dafür eignen sich bodendeckende Stauden wie Leberblümchen (Hepatica), Efeu (Hedera helix), Katzenminze (Nepeta), Purpurglöckchen (Heuchera) oder Elfenblumen (Epimedium). Beliebt ist auch Hartriegel als Hecke gepflanzt, wobei sich vieltriebige, strauchartige, dichte Pflanzen eignen.

Niedrige Arten wie der Zwerg-Hartriegel ‘Kelseyi‘ oder die kriechenden bis bodendeckenden Hartriegel Cornus canadensis und Cornus suecica lassen sich jedoch in Töpfen und Pflanztrögen kultivieren. Diese beiden Arten bevorzugen als Waldbewohner einen eher sauren Boden. Hier empfehlen wir unsere torfreduzierte Plantura Bio-Saure Erde, welche für Pflanzgefäße oder zur Anlage eines Moorbeetes im Garten genutzt werden kann. Einige Hartriegel wie die Kornelkirsche lassen sich ebenfalls als Bonsai ziehen.

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Die optimale Pflanzzeit für den Hartriegel liegt im Herbst (zwischen Oktober und November), wenn die Blätter abgeworfen wurden. Ein frisch gepflanzter Hartriegel bildet dann primär Wurzeln aus und kann im folgenden Jahr bereits einen guten Zuwachs zeigen. Alternativ wird im zeitigen Frühjahr gepflanzt, im Sommer ist jedoch besonders auf eine gute Wasserversorgung zu achten.

Hartriegel im Herbst
Die optimale Pflanzzeit für Hartriegel liegt im Herbst, wenn die Blätter abgeworfen wurden [Foto: Svetlana Klaise/ Shutterstock.com]

Am künftigen Standort sollte vor der Pflanzung unerwünschte Beikräuter entfernt und der Boden großflächig umgegraben und aufgelockert werden. Magere Böden können in diesem Schritt mit reifem Kompost angereichert werden. Nun wird ein ausreichend großes Pflanzloch ausgehoben, welches etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist. Setzen Sie den Hartriegel hinein, jedoch nicht tiefer als er zuvor im Topf saß, und füllen Sie das Pflanzloch mit Erde auf. Der Boden wird rundherum leicht verdichtet und bei größeren Sträuchern und Bäumen ein Gießrand gebildet. In windexponierten Lagen kann eine Anbindung mit Pflock und Kokosstrick notwendig werden, um die Hartriegel-Pflanzen aufrecht zu halten. Wässern Sie abschließend kräftig.

Auf einen Blick: Hartriegel pflanzen

  • Artabhängiger Pflanzabstand bei Solitärsträuchern und Bäumen, meist zwischen 3 – 6 m.
  • Bodenbearbeitung: Wildkräuter entfernen, großflächig lockern, bei Bedarf organische Substanz einarbeiten.
  • Großzügiges Pflanzloch ausheben und Hartriegel hineinsetzen.
  • Mit Substrat auffüllen, leicht festtreten und Gießrand formen.
  • Große Sträucher oder Bäume an einen Pflock anbinden und wässern.
  • Unterpflanzung mit niedrigen Stauden oder Mulchen zur Beschattung des Wurzelbereichs.
Hartriegel
Eine Unterpflanzung hält den Wurzelbereich des Hartriegel-Strauchs kühl und feucht [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Hartriegel benötigen keine außergewöhnlichen Pflegemaßnahmen. Wir geben Tipps zum Schneiden von Hartriegel sowie zur Wasser- und Nährstoffversorgung.

Düngen und gießen

Ausreichende Feuchte und eine gute Nährstoffversorgung sind für kräftige Hartriegel-Pflanzen essenziell. In heißen, trockenen Perioden sollte regelmäßig gewässert werden, wenn der Hartriegel im Kübel gepflanzt oder frisch ins Beet gesetzt wurde und noch kein tiefgründiges Wurzelsystem ausbilden konnte.

Hartriegel besitzt einen mittleren bis höheren Nährstoffbedarf. Düngen Sie Hartriegel jeweils im Frühjahr zur Zeit des Blattaustriebs, egal ob im Topf oder Beet. Ein vorwiegend organischer Langzeitdünger, wie unser Plantura Bio-Universaldünger, eignet sich ideal für die Pflegedüngung. Das tierfreie, staubarme Granulat wird einfach rund um die Pflanze herum ausgestreut, leicht eingearbeitet und gewässert. Bodenorganismen setzen im Laufe von Monaten die enthaltenen Nährstoffe für die Pflanzenwurzeln frei und verhindern hierdurch Überdüngung oder Auswaschung. Bei Kübelpflanzen kann das Düngergranulat einfach beim Umtopfen zur frischen Pflanzerde gemischt werden.

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Hartriegel schneiden

Viele Hartriegel sind schnittverträglich und können regelmäßig in Form geschnitten werden, was besonders für Heckenpflanzen wichtig ist. Hartriegel-Bäume und Großsträucher müssen nur selten geschnitten werden. Hier werden lediglich abgestorbene, kranke oder verletzte Äste herausgenommen. Cornus-Sträucher mit farbenprächtigen Trieben, wie Cornus alba, Cornus sericea oder Cornus sanguinea, können jährlich stark gestutzt werden, denn nur junge Schösslinge zeigen die leuchtenden Farben. Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt von Hartriegel liegt im zeitigen Frühjahr vor dem Blattaustrieb.

Junge, rote Hartriegel-Zweige
Nur junge Triebe von C. alba und C. sanguinea zeigen leuchtende Farben [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Häufige Hartriegel-Krankheiten

Hartriegel sind im Allgemeinen robust und werden selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. An den Blättern kann in ungünstigen Jahren Echter Mehltau (Erysiphaceae) auftreten. Bei Staunässe kann sich Wurzelfäule entwickeln. Eine passende Standortwahl vor der Pflanzung, eine Drainageschicht und ein guter Wasserablauf in den Pflanzgefäßen beugen dies vor. Die Gemeine Kommaschildlaus (Lepidosaphes ulmi) und die Rosskastanien-Schildlaus (Pulvinaria regalis) saugen Pflanzensaft, wodurch es zu Missbildungen und dem Absterben junger Blätter und Triebe kommen kann. Nur starker Befall ist behandlungsbedürftig – meist kümmern sich läusefressende Nützlinge darum.

Eine häufige Krankheit bei Hartriegeln ist die Hartriegel-Anthraknose durch den Pilz Discula destructiva. Dabei bilden sich ab dem späten Frühjahr Flecken auf Blättern und Brakteen, meist von unten nach oben. Zusätzlich zeigen sich an den Trieben Krebsgeschwüre und der Strauch kann vollständig oder teilweise absterben. Werden kranke oder beschädigte Teile sofort herausgeschnitten und entsorgt, können die Pflanzen eventuell gerettet werden. Besonders häufig erkranken Blumen-Hartriegel (Cornus florida) und Nuttalls Hartriegel (Cornus nuttallii).

Hartriegel-Blätter mit braunen Flecken
Erste Anzeichen für die Hartriegel-Anthraknose sind braune Flecken auf Blättern und Brakteen [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Ist Cornus winterhart?

Die meisten Hartriegelarten sind bis unter – 20 °C zuverlässig winterhart und benötigen außer in harschen Wintern keinerlei Winterschutz. Hartriegel im Kübel können bei ausreichend großem Erdvolumen im Freien überwintern und eine schützende Isolierschicht aus Jute oder Vlies erhalten, um das Durchfrieren des Topfes zu verhindern. Bonsai-Bäumchen sollten hingegen immer frostfrei überwintert werden. Spätfröste im Frühjahr können empfindsame Arten wie den Blumen-Hartriegel schädigen. Drohen eisige Temperaturen, sollten diese Sträucher oder Bäume kurzzeitig gut eingepackt werden.

Hartriegel schneiden
Im Sommer können Stecklinge geschnitten werden, um Hartriegel zu vermehren [Foto: Maria Evseyeva/ Shutterstock.com]

Hartriegel vermehren

Hartriegel können über Ausläufer, Stecklinge und Steckhölzer sortenecht vermehrt werden. Im Sommer bietet sich die Stecklingsvermehrung über die noch weichen Triebspitzen an. Im Herbst können entlaubte Steckhölzer geschnitten und in einem feuchtem Sand-Erd-Gemisch zur Bewurzelung gebracht werden. Einige Arten bilden Ausläufer, die im Herbst mit einem scharfen Spaten abgestochen und umgesetzt werden. Die Vermehrung ist auch durch die Hartriegel-Samen aus den Früchten möglich. Um stattliche Pflanzen zu erhalten, müssen allerdings mehrere Jahre eingeplant werden. Die Samen sind Kaltkeimer und benötigen daher vor der Keimung eine mehrwöchige Kälteperiode.

Hartriegel-Früchte
Die essbaren Früchte des Fruchthartriegels werden auch als Berglitschi bezeichnet [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Ist Hartriegel giftig?

Bei einigen Arten wie auch dem heimischen Blutroten Hartriegel werden Rinde, Blätter und Wurzeln als gering giftig eingestuft. Dies gilt sowohl für den Menschen als auch für Haustiere, die an den Pflanzen fressen. Für Pferde hingegen werden die Blätter des Hartriegels als ungiftig angesehen. Hartriegel-Laub besitzt kleine Härchen, die bei empfindlicher Haut zu einer allergischen Kontaktdermatitis führen können. Tragen Sie daher beim Schneiden der Pflanzen besser Handschuhe. Die Früchte vieler Hartriegel, allen voran Kornelkirsche und Fruchthartriegel, können allerdings roh oder verarbeitet genossen werden.

Eine heimische Wild- und Heckenpflanze, die oft zusammen mit Hartriegel gepflanzt wird, ist der Weißdorn (Crataegus). Bei uns erfahren Sie alles zu Eigenschaften, Ansprüchen und Verwendung.

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