Passionsblume überwintern & winterharte Arten

Katja
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Ich habe Landschaftsökologie studiert und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Damit man sich auch in den kommenden Jahren an der Passionsblume erfreuen kann, gilt es, die Pflanze je nach Art und Region richtig zu überwintern.

Passionsblume im Winter
Nur unter gewissen Bedingungen ist eine Überwinterung der Passionsblume draußen möglich [Foto: Jananz/ Shutterstock.com]

In milderen Regionen Deutschlands lassen sich einige Arten der Passionsblume (Passiflora) auch draußen durch den Winter bringen, wie wir Ihnen nachfolgend zeigen. Für die anderen Passiflora-Arten, die nicht sicher winterhart sind, gibt es Tipps zur Überwinterung im Haus.

Welche Passionsblumen sind winterhart?

Da Passionsblumen aus den tropischen und subtropischen Regionen der Erde stammen, sind sie nicht auf den mitteleuropäischen Winter vorbereitet. Aber: Durch die Wahl der richtigen Sorte und mit ein wenig Vorbereitung ist es möglich, Passionsblumen zu überwintern – manche sogar im Freien.

Winterharte Passiflora lutea
Die Gelbe Passionsblume ist eine der Passiflora-Arten, die winterhart sind [Foto: John_P_Anderson/ Shutterstock.com]

Folgende Passionsblumen sind bedingt winterhart – sie können also mit Winterschutz im Freien überwintern:

  • Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea): Die in Deutschland recht häufig gehandelte Blaue Passionsblume ist winterhart und übersteht bei richtigem Schutz milde Winter mit bis zu – 9 °C. Einige Sorten wie ‘Constance Eliott’ und ‘Chinensis’ vertragen durchaus auch Temperaturen bis – 15 °C.
  • Fleischgewordene Passionsblume (Passiflora incarnata): Passiflora incarnata ist eine winterharte Passionsblume und überlebt auch härtere Winter mit bis zu – 20 °C, wenn man sie vor dem Frost schützt.
  • Gelbe Passionsblume (Passiflora lutea): Auch diese Art hält Temperaturen von unter – 15 °C aus.

Entscheidend ist bei diesen Arten weniger die Luft- als vielmehr die Bodentemperatur. Topfpflanzen sind aufgrund des geringen Substratvolumens und der Windexposition gefährdeter, was Frost angeht, und sollten unbedingt drinnen überwintert werden. Wurden die oben genannten Arten im Beet ausgepflanzt, dürfen sie mit einem Winterschutz versehen draußen bleiben. Bei winterlich kalten Temperaturen sterben die oberirdischen Pflanzenteile allerdings ab. Im Frühjahr treibt die Pflanze dann jedoch erneut aus, sofern die Überdauerungsorgane im Boden keinen Schaden genommen haben.

Tipp: Anders als bei vielen anderen Pflanzen ist die Winterruhe für die Passionsblume nicht wichtig, damit sie Blüten bildet. Sie könnte bei passenden Bedingungen, also genügend Wärme und Licht, auch das ganze Jahr über Blüten bilden. Durch die Witterung in unseren Breiten wird der Passionsblume sozusagen eine Zwangsruhe verordnet.

Passionsblumen überwintern

Auch wenn einige Arten kurzzeitig frostige Temperaturen vertragen, ist es dennoch am sichersten, die Passionsblume drinnen zu überwintern. Bei ausgewachsenen, gesunden Pflanzen in milden Regionen, wie Weinbaugebieten, kann man es aber durchaus auch draußen versuchen – solange die winterharte Passionsblume im Beet und nicht im Topf gehalten wird.

Passionsblume wird drinnen überwintert
Passionsblumen überwintern am besten an einem hellen Platz im Haus [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Passionsblumen draußen überwintern

Zwar sind die genannten Passionsblumen-Arten recht winterhart – allerdings benötigen sie etwas Vorbereitung sowie Schutz vor Winter und Frost. Wichtig ist, nur ausgepflanzte und gesunde Passionsblumen draußen zu überwintern. Passionsblumen sollten an einen geschützten Ort ausgepflanzt werden – etwa in die Nähe eines Strauches, einer Hauswand oder einer Mauer, jedenfalls hinter einem Windschutz. Um die Wurzeln vor Kälte zu schützen, decken Sie diese mit einer 7 – 10 cm dicken Mulchschicht ab, zum Beispiel mit unserer Plantura Bio-Pinienrinde. Diese schützt nicht nur vor Frost, sondern im Sommer auch vor Austrocknung des Bodens. Zudem werden unerwünschte Wildkräuter am Austrieb gehindert. Bei sehr geringen Temperaturen, etwa ab – 5 °C, sollte die ganze Pflanze mit Vlies umwickelt werden. Am wichtigsten ist der Schutz der Wurzel – denn solange sie überlebt, kann die Passionsblume im Frühjahr wieder austreiben. Passionsblumen, die draußen überwintert werden, schneidet man nicht im Herbst, sondern erst im Frühjahr zurück, falls Teile der oberirdischen Biomasse den Winter überlebt haben.

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Zusammenfassung Passionsblumen draußen überwintern:

  • Nicht im Topf oder Kübel draußen überwintern
  • Passionsblume an einen geschützten Ort auspflanzen
  • Wurzeln mit Mulchmaterial abdecken
  • Triebe gegebenenfalls mit Vlies schützen

Passionsblumen drinnen überwintern

Um Passionsblumen drinnen im Topf zu überwintern, wird die Pflanze im Herbst zunächst zurückgeschnitten. Dabei kann man ruhig großzügig vorgehen und die Haupttriebe bis auf 15 cm kürzen, sodass noch etwa fünf Augen am Trieb verbleiben. Bei größeren, verzweigten Pflanzen und genügend Platz im Winterquartier können auch bloß die Seitenäste auf zwei bis drei Augen zurückgeschnitten werden.

Dann ist es Zeit, die Passionsblume in ihr Winterquartier zu stellen. Dort sollte es hell und kühl sein. Mit Temperaturen von etwa 10 – 15 °C kommen die meisten Passionsblumen im Winter sehr gut zurecht. Einige vertragen auch geringere Temperaturen bis 5 °C, wie zum Beispiel die Maracuja (Passiflora edulis). Andere, wie die Rote Passionsblume (Passiflora racemosa), sind wärmeliebender und mögen es eher noch ein bisschen wärmer, bis etwa 18 °C.

In der Winterzeit werden alle Passionsblumen weniger gegossen – ganz austrocknen darf das Substrat aber nicht. Je höher die Überwinterungstemperatur, desto mehr muss gegossen werden. Dann wird jedoch auch mehr Licht benötigt, was zum Beispiel eine Pflanzenlampe bereitstellen kann. Wird bei warmer Temperatur nicht ausreichend Licht zur Verfügung gestellt, kostet die Überwinterung der Pflanze sehr viel Energie. Diese fehlt dann zum Frühjahrsaustrieb oder macht die Passionsblume anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gedüngt wird im Winter gar nicht. Damit startet man erst wieder zu Beginn der Vegetationszeit im Frühjahr.

Passionsblume nach dem Winter
Nach der Überwinterung treibt die Passionsblume wieder aus [Foto: Doikanoy/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung Passionsblumen drinnen überwintern:

  • Rückschnitt der Passionsblume im Herbst
  • Heller und kühler Standort bei 10 – 15 °C, manche Arten wärmer oder kühler
  • Weniger gießen
  • Nicht düngen
  • Je nach Temperatur Pflanzenlampe nutzen: Je wärmer, umso heller

Nach dem Winter treibt die Passionsblume erneut aus, denn dann beginnt die Vegetationsperiode. Wie Sie die Passionsblume richtig pflegen, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

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