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Schalerbsen im Portrait: Sorten & Anbau

Alina
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Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

Die Schalerbse schmeckt am besten in traditionellen Suppen. Sie lässt sich im getrockneten Zustand außerdem sehr gut lagern.

Geerntete Schalenerbsen
Schalerbsen lassen sich problemlos trocknen und haltbar machen [Foto: HandmadePictures/ Shutterstock.com]

Die glattschaligen Körner der Schalerbse (Pisum sativum subsp. sativum convar. sativum), auch bekannt als Palerbse, haben einen hohen Anteil an Stärke. Ansonsten unterscheidet sich die Varietät kaum von der Erbse (Pisum sativum). Das Stärkewunder unter den Erbsen wird meist zum Kochen verwendet. Aus Omas Küche kennt man die Schalerbse aus einer würzigen Erbsensuppe. Wir zeigen Ihnen die Sortenvielfalt und geben Tipps, wie der Anbau der Palerbsen gelingt.

Sorten der Schalerbse

Schalerbsen eignen sich hervorragend, um die Erbsen im getrockneten Zustand für den Winter zu lagern, wenn es keine frischen, jungen Körner mehr zu ernten gibt. Dann können die Palerbsen noch in Eintöpfe und Suppen gegeben werden. Auch von diesem Erbsen-Typ gibt es einige Sorten, die sich in der Reifezeit, der Wuchshöhe und weiteren Eigenschaften unterscheiden. Weitere Erbsensorten, neben denen der Schalerbse, können Sie in einem gesonderten Artikel entdecken.

  • ˈAllerfrühste Maiˈ: Sehr frühreifende Schalerbse mit leckerem Geschmack und ordentlichem Ertrag; etwa 80 cm hoch.
  • ˈBlauwshokkerˈ: Altbewährte, mittelfrüh reifende Sorte aus den Niederlanden; optisch auffällig mit violetten Blüten und Hülsen; robustes, gesundes Wachstum; Höhen von bis zu 180 cm; ertragreich.
  • ˈDouce Provenceˈ: Äußerst frühe Erbsensorte mit kompakten 50 – 60 cm und hohem Ertrag; Anbau ohne Rankhilfe möglich; robust und witterungsbeständig.
  • ˈFeltham Firstˈ: Eine weitere frühreife Sorte mit tiefgrünen Erbsenhülsen und einem kompakten Wuchs von etwa 45 cm Höhe; Kultur auch ohne ein Rankgerüst; guter Geschmack.
  • ˈFrühe Harzerinˈ: Ebenfalls frühe, robuste und bewährte Variante mit hohem Ertrag; etwa 60 cm hoch; geringe Anfälligkeit für Welkekrankheiten.
  • ˈGermanaˈ: Mittelfrühe Sorte, ertragreich und deshalb beliebt; geschmacklich vortrefflich.
  • ˈKleine Rheinländerinˈ: Bewährte und widerstandsfähige Erbsensorte mit mittelfrüher Reife; dunkelgrüne Hülsen mit recht großen Körnern.
  • ˈRapidoˈ: Frühreifende Sorte mit schneller Entwicklung; Wuchshöhe von etwa 100 cm.
Palerbsen-Sorte ˈBlauwshokkerˈ
Auch die hübsche Sorte ˈBlauwshokkerˈ gehört zu den Schalerbsen [Foto: Quelle/ Shutterstock.com]

Schalerbsen anbauen: Pflanzen und pflegen

Schalerbsen werden wie andere Erbsen kultiviert. Man beginnt im März mit der Direktsaat ins Freiland. Ein Vorziehen der Pflanzen im Haus ist bereits ab Ende Februar möglich, denn die kleinen Pflänzchen vertragen auch leichte Minusgrade. Das genaue Vorgehen beim Säen der Erbsen haben wir in einem anderen Artikel näher beschrieben. Eine Erbsen-Rankhilfe bietet sich besonders für die wüchsigen, höheren und nicht standfesten Sorten an. Sie sollte ab einer Höhe von 10 cm angebracht werden. Beim Pflanzen der Erbsen sollte man die richtigen Abstände beachten, welche in unserem Artikel beschrieben werden.

Wie auch bei den anderen Erbsen erweist sich die Pflege bei den Schalerbsen als nicht sehr aufwändig. Durch die Symbiose mit Bakterien können die Erbsen nämlich Stickstoff an ihren Wurzeln binden. Sie benötigen also keine zusätzliche Düngung und gehören somit zu den Schwachzehrern. Eine regelmäßige Wasserversorgung ist vor allem im Sommer an heißen Tagen wichtig, damit die Pflanzen nicht ihre Blüten und Früchte abwerfen. Generell ist aber darauf zu achten, dass der Boden nicht zu nass ist, da die Wurzeln der Erbsenpflanzen sonst faulen könnten. Die Erbsen profitieren von einem lockeren, durchlässigen Untergrund, welcher durch regelmäßiges Hacken erhalten werden kann.

Schalenerbsen mit Rankhilfe
Rankhilfen können auch aus Weide oder Hasel hergestellt werden [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Schädlinge und Krankheiten

Es gibt ein paar Krankheiten und Schädlinge, wofür Erbsenpflanzen manchmal anfällig sind, wenn sie nicht richtig gepflegt werden oder an einem ungeeigneten Standort wachsen. In den meisten Fällen gibt es jedoch vorbeugende Maßnahmen, die getroffen werden können, um einen Befall zu vermeiden. Näher gehen wir in unserem Artikel zum Pflanzen der Erbsen darauf ein. Auch bei der Sortenwahl kann bereits auf entsprechende Resistenzen geachtet werden. Häufig treten bei der Kultur von Erbsen die Pilzkrankheiten Fusarium (Fusarium) und der Echte Mehltau (Erysiphaceae) auf. Weitere Krankheiten sind zum Beispiel der Erbsenrost (Uromyces pisi) und die Brennfleckenkrankheit (Ascochyta). Zu den häufigsten Schädlingen gehören der Erbsenwickler (Cydia nigricana) und der Erbsenkäfer (Bruchus pisorum). Deren Larven fressen sich in die Samenkörner der Erbsenpflanzen hinein. Gelegentlich können auch Nematoden schädlich für Erbsenpflanzen sein, indem sie die Wurzeln der Pflanzen befallen.

Krankheiten an der Schalerbse
Krankheiten können oft durch bestimmte Maßnahmen vorgebeugt werden [Foto: Rupinder singh 0071/ Shutterstock.com]

Palerbsen ernten

Sät man zeitig, so können ab Juni die ersten Hülsen der Schalerbse geerntet werden. Bei Vollreife sind die meisten Erbsenkörner glatt und grün-bräunlich. Erntet man bereits einige Wochen früher, dann sind die Körner grün und können wie Markerbsen (Pisum sativum subsp. sativum convar. medullare) zubereitet werden. Es gibt allerdings ebenfalls Sorten, die rötliche, braune oder lilafarbene Erbsenkörner haben. Für die frische Verwendung dürfen die Körner noch nicht zu groß oder alt sein, da der Geschmack durch den höheren Stärkeanteil sonst schnell mehlig wird. Werden die Erbsen zum Lagern geerntet, dann können die Hülsen so lange an der Pflanze belassen werden, bis sie dort bereits zu trocknen beginnen. Ein Nachtrocknen für einige Tage nach der Ernte reduziert die Restfeuchtigkeit in den Körnern nochmals. Wie bei den Markerbsen werden nur die Samen und nicht die Hülsen der Erbsenpflanzen verzehrt. Bei Zuckererbsen (Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium) dürfen im Gegensatz dazu ebenso die Erbsenhülsen im jungen Zustand gegessen werden.

Ernte der Palerbsen
Zur Ernte von Trockenerbsen müssen die Palerbsen vollständig ausgereift sein [Foto: oksana2010/ Shutterstock.com]

Unterschied zwischen Schalerbsen und Markerbsen

Die ausgereiften Körner der Markerbsen sind im Gegensatz zu den glattschaligen Schalerbsen etwas geschrumpft. Anders als die Palerbsen können diese nicht als Trockenerbsen verwendet werden, da die Samen der Markerbsen beim Kochen nicht mehr weich werden. Hier ergibt eine Ernte im ausgereiften Zustand nur für die Saatgutgewinnung Sinn. Außerdem ist die Schalerbse etwas robuster, was kältere Temperaturen betrifft. Die Markerbse wird wegen ihrer Empfindlichkeit erst etwas später ausgesät und gepflanzt.

Falls Sie nun auch die Markerbse in Ihrem Garten anbauen wollen, finden Sie alle notwendigen Informationen dafür in unserem entsprechenden Artikel.