Spitzpaprika: Pflanzen, Pflege & die besten Sorten

Elisabetta
Elisabetta
Elisabetta
Elisabetta

Durch mein Studium der Agrarwissenschaften in Hohenheim konnte ich meine Begeisterung für Pflanzen vertiefen und viel faszinierendes Wissen über die Pflanzenwelt gewinnen. Meine Freizeit verbringe ich gerne in der Natur, denn dort fühle ich mich am wohlsten und komme zur Ruhe. Aus diesem Grund gedeihen auf meinem Balkon neben einer Weinrebe auch viele Sommerblumen und verschiedene Kräuter, an denen ich meine Pflanzenliebe ausleben kann.

Lieblingsobst: Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Spinat, Tomaten

Der Spitzpaprika passt mit seinem vollen und frischen Geschmack hervorragend zu einer Vielzahl an Gerichten. Der Spitzpaprika verhält sich übrigens im Garten gar nicht so anders als der „normale“ Blockpaprika.

Spitzpaprika
Rote Spitzpaprika weist wie die Blockpaprika einen hohen Vitamin-C-Gehalt auf

Spitzpaprikas gehören wie die bekannteren Blockpaprikas zur Pflanzenart Capsicum annuum. Paprika weist nicht nur einen sensationell hohen Gehalt an Vitamin C auf, spitz geformte Sorten sind häufig auch voller im Geschmack als die bekannteren Blockpaprikas. Mit ihrer Vielfalt an verschiedenen Sorten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir erklären, was einen Paprika zum Spitzpaprika macht, wie man Paprikas anbaut – und welche leckeren Sorten es gibt.

Spitzpaprika: Herkunft und Eigenschaften

Wie der Name schon verrät, ist der Spitzpaprika ein spitz zulaufender, schmaler Paprika, der einmal mehr beweist, welch großen Formen- und Farbenreichtum diese Pflanzenart hat. Als Spitzpaprikas bezeichnet man verschiedene Sorten, es gibt zum Beispiel rumänische, türkische, bulgarische und ungarische Spitzpaprika mit mildem oder scharfem Geschmack. Das ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammende Nachtschattengewächs weist eine Farbpalette von grünem, rotem, gelbem, weißem und sogar lila Spitzpaprika auf. Hier enthält, ebenso wie bei der Blockpaprika, die rote Frucht den höchsten Gehalt an Vitamin C. Außerdem sind große Mengen an Kalium, Magnesium, Zink und Calcium enthalten sowie die Vitamine A und B.

Gelbe Spitzpaprika
Die spitzen Paprika gedeihen kaum anders als die blockförmigen Sorten [Foto: Pavel Kosolapov/ Shutterstock.com]

Was ist der Unterschied zwischen Spitzpaprika und Paprika? Spitzpaprika sind spezielle Typen von Paprika, zum Beispiel der Capi-Typ und Cece-Typ, welcher gemeinhin Wachspaprika genannt wird. Der Unterschied zu den für uns eher „normalen“ Paprikas ist der, dass sie eine spitz zulaufende Form haben. Auch Pfefferoni können zu den Spitzpaprikas gezählt werden. In der Schweiz nennt man spitze und milde Paprika Peperoni.

Verschiedene Paprika-Arten
Die größte Auswahl von Paprika-Typen findet man wohl auf osteuropäischen Märkten [Foto: Rabizo Anatolii/ Shutterstock.com]

Die besten Spitzpaprika-Sorten

Es gibt viele verschiedene Spitzpaprika-Sorten, die sich in ihrem Geschmack, der Farbe und den Anbauansprüchen unterscheiden. Im Folgenden haben wir eine Auswahl der beliebtesten Sorten zusammengestellt:

  • Agio‘: Ungarische Paprika-Sorte, orangerot bis rot ausgereifte Früchte, Freilandanbau möglich, resistent gegen Tabak- und Tomaten-Mosaikvirus, Erntezeit: August bis September.
  • Atris oder Bullhorn-Paprika‘: Rote, dickfleischige Früchte, süß-aromatisch, saftig,
    Erntezeit: Juli bis September.
  • Daisy‘: Orangerote, sehr süße Snackpaprika, wenig Kerne, ertragreich, robust,
    Erntezeit: Juli bis September.
  • Luigi‘: Italienische Snackpaprika, süße Früchte, wenig Kerne, robust und ertragreich, Erntezeitpunkt: Juli bis Oktober.
  • Roter Augsburger‘: Altbewährte, sehr robuste Sorte, Freilandanbau möglich,
    Erntezeitpunkt: Ab Juli.
  • Toscana‘: Leuchtend rote, süß-aromatische Früchte, Erntezeitpunkt: Juni bis Oktober, gut geeignet für Kübelanbau.
  • Pfefferoni‘: Grüne, gelbe, orangene und in der Vollreife rote Früchte, feurig-scharf, Erntezeitpunkt: August bis Oktober.
Spitzpaprika-Keimling
Der Rote Augsburger ist eine sehr beliebte und ertragreiche Spitzpaprikasorte

Tipp: Im Laden gekaufte Spitzpaprikas sind oft äußerst wärmeliebende Sorten, die optimal in Mittelmeerregionen gedeihen. Aus den Samen dieser Paprika Pflanzen für den Garten zu ziehen, ist kaum erfolgversprechend, denn die wärmeliebenden Sorten brauchen eine längere Vegetationsperiode sowie mehr Wärme und Licht, um gut ausreifen zu können. Im Gewächshaus und mit der Vorkultur im Haus ist es aber durchaus einen Versuch wert. Bessere Chancen bestehen, wenn man Spitzpaprika regional oder zumindest aus Deutschland einkauft – denn deutsche Anbauer setzen natürlich auf angepasste Sorten.

Spitzpaprika pflanzen: Standort, Erde und Co.

Da der Spitzpaprika ursprünglich aus einem warmen Gebiet kommt, sollte er einen sonnigen und windgeschützten Standort erhalten. Spitzpaprika hat einen sehr hohen Wärmebedarf, um innerhalb der kürzeren deutschen Vegetationsperiode überhaupt ganz ausreifen zu können. Die optimale Luftfeuchtigkeit für den Spitzpaprika beträgt 65 bis 80 %. Somit eignet sich der Anbau besonders für Gewächshäuser. Möglich sind ebenfalls Kleingewächshäuser, Minitunnel oder Ähnliches. Es gibt auch Freilandsorten, diese gedeihen nur minimal weniger ertragreich als Gewächshaussorten.
Spitzpaprika benötigt einen humosen, lockeren und nährstoffreichen Boden, um ideal wachsen zu können. Beim Pflanzen eignet sich vor allem eine gut vorgedüngte Erde wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde, damit der Pflanze von Beginn an genug Nährstoffe zur Verfügung stehen.

Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde
Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde

Bio, torffrei & klimafreundlich:
Für alle Gemüsearten sowie Beerenobst,
sorgt für eine reiche & aromatische Ernte, unbedenklich für Mensch & Tier

Das Saatgut für den Anbau von Spitzpaprika kann man aus geeigneten Früchten selbst entnehmen – oder man wendet sich an einen spezialisierten Saatguthändler. Gartencenter führen in der Regel keine befriedigende Auswahl für eingefleischte Paprika-Fans.

Für die Spitzpaprika-Aussaat reicht eine Saattiefe von etwa 1 cm. Ideal ist es, wenn man den Blumentopf mit der gut feuchten Erde in den ersten Tagen mit einer Plastikfolie überzieht, bis die Saat gekeimt ist. Somit schwankt die Temperatur weniger und die Luftfeuchtigkeit bleibt konstant. Nach etwa 2 Wochen zeigen sich die ersten zarten Pflanzen. Es wird empfohlen, die Spitzpaprika-Keimlinge etwa 4 Wochen im Aussaatgefäß zu lassen, um sie dann in einen größeren Topf zu pflanzen. Außerdem ist der Spitzpaprika sehr kälteempfindlich und sollte daher frühestens Mitte Mai – nach den Eisheiligen – ins Freie gepflanzt werden.

Aufgrund des hohen Nährstoffbedarfs des Spitzpaprikas ist es empfehlenswert, beispielsweise mit Kompost zu mulchen. Alternativ deckt man den Boden mit anderem organischem Mulchmaterial oder schwarzer Mulchfolie ab und pflanzt die Paprikas in kleine Schlitze. Das dient dazu, die Feuchtigkeit in der Erde zu halten und eine optimale, warme Temperatur aufrechtzuerhalten. Auch der Anbau als Kübelkultur auf dem Balkon ist bei Spitzpaprika gut möglich, gelingt bei guter Pflege häufig sogar besser als der Freilandanbau.

Rote Spitzpaprika
An einem sonnigen und warmen Standort gedeiht der Spitzpaprika am besten [Foto: Martin Bergsma/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Die optimale Pflege in der Jugendentwicklung sorgt für mehr Blattmasse und damit für einen höheren Ertrag. Da die Pflanze häufig schwere Früchte tragen muss, ist es ratsam, sie zu stützen – beispielsweise durch einen Bambusstab. Für noch mehr Standfestigkeit und die Ausbildung zusätzlicher Wurzeln eignet sich das Anhäufeln der Pflanzen.

Beim Gießen sollte darauf geachtet werden, dass spätestens, wenn die oberen 2 cm ausgetrocknet sind, nachgegossen wird. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden. In der Jugendphase der Pflanze ist jedoch eine gleichmäßige Bodenfeuchte sehr wichtig – hier ist etwas Fingerspitzengefühl vonnöten. Generell lässt sich sagen, dass im Vergleich zur Tomatenpflanze der Wasserbedarf von Paprika höher ist. Um die Luftfeuchtigkeit optimal hochzuhalten, kann das Laub und die Beetoberfläche um den Paprika herum täglich befeuchtet werden. Luft- und Bodentrockenheit sorgen für Blüten- und Fruchtfall.

Eine richtige und regelmäßige Düngung ist beim Paprika sehr wichtig, da dieser ein Starkzehrer ist. Die Versorgung mit Kalium und Phosphor ist besonders während der Ausbildung der Blütenknospen entscheidend. Je nach Anbauart kann entweder mit Granulat- oder Flüssigdünger gedüngt werden. Ein Dünger wie beispielsweise unser Plantura Bio-Tomaten- & Gemüsedünger versorgt die Pflanze mit ausreichend Kalium für beste Fruchtqualität und trägt zu einer üppigen Fruchtbildung bei.

Dünger für Spitzpaprika
Unser Plantura Langzeitdünger kann einfach in die Erde eingearbeitet werden und sorgt für eine reiche Ernte

Tipp: Damit die Pflanze später reichlich Früchte trägt, sollte man die Königsblüte – also die erste Blüte – ausbrechen. Diese bildet sich zwischen dem Haupttrieb und dem ersten Seitentrieb. Das regt die Pflanze dazu an, viele neue Blüten nachzuschieben, aus denen sich mit der Zeit eine Vielzahl an Früchten bilden kann.

Ernte und Verwendung

Sobald der Spitzpaprika seine sortenspezifische Farbe erreicht hat, ist er reif für die Ernte. Falls man die Spitzpaprikas etwas früher erntet, können sie beispielsweise auf einer sonnigen Fensterbank noch nachreifen. Je nach Sorte, Anbautermin oder dadurch, ob die Pflanze im Gewächshaus, als Kübelkultur oder Freiland angebaut wurde, kann der Erntezeitpunkt zwischen Juli und Oktober variieren. Wenn man die Paprikas schonend abnimmt, kann stetig nachgeerntet werden. Dabei schneidet man am besten mit einem scharfen Messer oder einer Schere die Früchte oberhalb des Stielansatzes ab. Da der Spitzpaprika nur wenige Kalorien hat, eignet er sich hervorragend für die leichte Küche. Vor allem ist Spitzpaprika zum Grillen gut geeignet und gefüllt mit Reis oder Fleisch schmeckt er köstlich. Salate, Suppen und Eintöpfe werden von diesem bunten Gemüse geschmacklich und farblich verfeinert.

Gegrillte Spitzpaprika
Spitzpaprika macht sich gegrillt oder gebacken besonders gut [Foto: Irina Burakova/ Shutterstock.com]

Ist Spitzpaprika scharf? Die meisten Paprika-Arten enthalten Capsaicin. Dieser Stoff ist für die Schärfe der Frucht verantwortlich: Je mehr davon enthalten ist, desto schärfer ist der Paprika. An sich sind die meisten Spitzpaprika-Sorten mild – zählt man die Pfefferoni zu den Spitzpaprikas, gibt es natürlich auch scharfe Spitzpaprikas.

Die Vitaminbombe Paprika gibt es wahrlich in einer großen Formen- und Farbenvielfalt. Zum Beispiel der nach Tomate aussehende, aber nach Paprika schmeckende Tomatenpaprika bestätigt dies.

Jetzt zur Garten-Post anmelden