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Echte Kamille: Steckbrief, Pflege & Vermehrung

Katja
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Ich habe Landschaftsökologie studiert und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Hübsche Blüten, herrlicher Duft, heilende Wirkung und reichlich Nektar für Bienen: Die Echte Kamille hat so einiges zu bieten, was sie für den Anbau im Garten attraktiv macht.

Echte Kamille
Die Echte Kamille hat einen hochgewölbten, gelben Blütenboden [Foto: Jerry Lin/ Shutterstock.com]

Trotz ihrer vielen Vorteile wird die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) oft als Unkraut verkannt und entfernt. Dabei lohnt sich der Anbau des heimischen Wildkrauts im eigenen Garten aus vielen Gründen. Was die Heilpflanze so besonders macht und wie man sie angemessen pflegt, lesen Sie hier.

Echte Kamille: Blüten, Herkunft und Eigenschaften

Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) ist ein prämiertes Heilkraut: Nachdem sie 1987 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt worden war, folgte 2002 die Auszeichnung zur Heilpflanze des Jahres. Besonders wegen der wohltuenden Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden, aber auch als entzündungshemmendes Mittel ist die Kamille weltweit bekannt und geschätzt. So wird die ursprünglich aus dem südlichen und östlichen Europa stammende Kamille aus der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) unter anderem in der Balkanregion kommerziell angebaut. Bei einer Ernte in Feld und Wiese kann jedoch leicht eine Verwechslung der Kamille mit anderen, nicht wirksamen oder giftigen Pflanzenarten unterlaufen. Typisch für die Echte Kamille sind ihr angenehmer Geruch, ihre weißen Blüten mit gelber Mitte sowie ihre gefiederten Laubblätter. Sie erreicht Höhen von 15 – 50 cm. Damit der Anbau der Kamille im eigenen Garten gelingt, sind nur wenige Forderungen des anspruchslosen Krautes zu erfüllen. Doch die lohnt es zu beachten – denn die Einsatzmöglichkeiten der Echten Kamille für Heilung und Wohlbefinden sind vielfältig.

Blüten der Kamille
Die gelbe Mitte der Kamillen-Blüte besteht aus zahlreichen kleinen Einzelblüten [Foto: Hartmut Goldhahn/ Shutterstock.com]

Wann blüht die Echte Kamille? Die Echte Kamille hat ihre Blütezeit zwischen Mai und Oktober. Dann zeigt sie ihre typischen Kamillenblüten, die besonders für Wildbienen sehr attraktiv sind.

Ist die Echte Kamille ein Unkraut? Häufig werden generell Wildkräuter als Unkräuter bezeichnet, denn sie kommen bei uns natürlich vor und sprießen auch mal dort aus dem Boden, wo sie gar nicht gesät wurden. Dennoch sind unsere heimischen Wildkräuter nicht nur schön anzusehen, sondern in der Regel sogar äußerst nützlich. Gelegentlich wird auch die Echte Kamille als Unkraut bezeichnet, dabei dient sie nicht nur als Bienenweide, sondern kann auch für die Zubereitung von Heiltee verwendet werden.

Die Echte Kamille ist übrigens auch eine Zeigerpflanze. Das heißt: Dort, wo sie wächst, sind gewisse Standortbedingungen zu erwarten. Sie zeigt unter anderem stickstoffreiche und neutrale bis leicht saure Böden an. Die Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea) zeigt zudem schwere und verdichtete Untergründe an.

Neben den beiden in Deutschland natürlich vorkommenden Kamillen-Arten aus der Gattung Matricaria gibt es noch weitere Pflanzenarten, die der Kamille sehr ähnlich sehen oder auch ähnlich verwendet werden. Dazu zählen zum Beispiel die Römische Kamille (Chamaemelum nobile) und die Färberkamille (Anthemis tinctoria). Für eine bessere Übersicht haben wir für Sie auch einen ausführlichen Artikel zu den verschiedenen Kamillen-Arten und -Sorten verfasst.

Echte Kamille-Blätter
Nicht nur die Blüten, sondern auch die Kamillen-Blätter verströmen den für die Pflanze typischen Duft [Foto: Isolda Swan/ Shutterstock.com]

Pflege der Echten Kamille

Wie man die Echte Kamille pflegen muss, hängt vor allem vom Standort ab. Auf armen und sandigen Böden sind beispielsweise eher Wasser- und Nährstoffgaben nötig als auf nährstoffreichen, lehmigen Untergründen.

Gießen und düngen

Je nach Bodenbeschaffenheit sollte darauf geachtet werden, dass die Kamille ausreichend mit Wasser versorgt ist. Kann der Untergrund das Wasser nicht gut speichern und trocknet schnell wieder aus, so muss regelmäßig gegossen werden. Das Substrat sollte am besten immer gleichmäßig feucht, jedoch nicht nass sein. Um die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu verbessern, kann auch eine hochwertige Erde wie unsere Plantura Bio-Universalerde in den Boden eingearbeitet werden. Sie versorgt die Kamille zusätzlich mit wichtigen Nährstoffen und ist komplett torffrei. Zudem sorgt eine Mulchschicht dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet und im Winter die Wärme länger hält. Durch die Verwitterung werden Nährstoffe in den Boden eingetragen.

Kamillen auf Blumenwiese
Der Boden sollte feucht gehalten werden, kurze Trockenphasen machen der Kamille aber nichts aus [Foto: R. Knapp/ Shutterstock.com]

Eine zusätzliche Düngung muss nur erfolgen, wenn der Boden von Natur aus sehr nährstoffarm ist. In diesem Fall ist die Verwendung eines Langzeitdüngers empfehlenswert. Für die Kamille eignet sich zum Beispiel unser vornehmlich organischer Plantura Bio-Universaldünger. Dieser wird im Frühjahr einfach in den Boden eingearbeitet und angegossen. Er versorgt die Pflanzen in den folgenden drei Monaten mit allen wichtigen Nährstoffen. Im August kann dann noch einmal leicht nachgedüngt werden. Unser Dünger unterstützt nicht nur das gesunde Wachstum der Pflanzen, sondern auch ein aktives Bodenleben.

Wenn die Kamille im Topf gepflanzt wurde, ist hier ebenfalls regelmäßiges Düngen und Gießen notwendig. Den Wasserbedarf erkennen Sie im Topf mithilfe der Fingerprobe: Fühlt sich das Substrat in den oberen Zentimetern trocken an, sollte gegossen werden.

Alternativ sorgt auch eine Mulchschicht dafür, dass Nährstoffe in den Boden geliefert werden. Sie besteht aus organischem Material, das langsam verrottet und durch Mikroorganismen abgebaut wird. So gelangen nach und nach Nährstoffe in den Boden. Je nachdem, welches Mulchmaterial verwendet wird, muss jedoch Stickstoff zugeführt werden, um das Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff auszugleichen.

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Häufige Krankheiten und Schädlinge

In der Kultur können auch einige Parasiten den Kamillen-Bestand bedrohen: Pilzliche Schaderreger sind zum Beispiel Echter sowie Falscher Mehltau und das an Wurzel und Stängel auftretende Fusarium. Der Kamillenglattkäfer (Olibrus aeneus) bedroht die Ernte der Kamillenblüten, da er ihre Blütenköpfchen frisst. Auch von Blattläusen wird die Echte Kamille gelegentlich befallen.

Ist die Echte Kamille winterhart?

Die Echte Kamille ist bedingt winterhart. Es handelt sich um eine einjährige Pflanze – das heißt, sie stirbt nach der Samenreife ab. Sie muss also in der Regel nicht überwintert werden, sondern es treiben im folgenden Frühjahr neue Kamillen aus den abgeworfenen Samen aus. Bei der Selbstaussaat oder einer Aussaat im Herbst können sich jedoch bereits im Winter Blattrosetten bilden. Diese sind winterhart, sollten aber zusätzlich vor Frost geschützt werden. Dazu kann zum Beispiel eine Mulchschicht aus Laubblättern über den Keimlingen ausgebracht werden. Wenn die Aussaat der Kamille erst im späten Frühjahr vorgenommen wird, ist kein Schutz vor Kälte notwendig.

Biene an Kamillenblüte
Die Kamille ist attraktiv für Bienen [Foto: Dolezalphoto.cz/ Shutterstock.com]

Vermehrung der Echten Kamille

Die Echte Kamille wird am besten über Samen vermehrt. Die einfachste Methode ist die Selbstaussaat. Man belässt die Samenstände, die nach der Blüte erscheinen, einfach an der Pflanze und die Kamille vermehrt sich von ganz allein. Wer lieber gezielt vorgehen möchte, sollte die reifen, kopfigen Samenstände von den Pflanzen absammeln und die kleinen Kamillen-Samen vorsichtig herauslösen. Die Aussaat der Kamille kann dann entweder direkt im Herbst an der gewünschten Stelle erfolgen oder Sie trocknen die Samen und bringen sie im nächsten Frühjahr aus. Bei einer Saat im Herbst ist es wichtig, dass die Keimlinge vor Frost geschützt werden, zum Beispiel durch eine Mulchschicht. Wer die Kamille ernten und lagern möchte, muss vor der Samenreife die Blüten von den Pflanzen entfernen. In diesem Fall muss für die Kamille-Vermehrung gegebenenfalls auf Samen aus dem Fachhandel zurückgegriffen werden.

Echte Kamille-Samen
Die Samen der Kamille können im Herbst gewonnen werden [Foto: WalterWeiss/ Shutterstock.com]

Mehr über die heilende Wirkung der Kamille und die Verwendung der Heilpflanze erfahren Sie in diesem Artikel.