Zeigerpflanzen: Erklärung & Übersicht der wichtigsten Beispiele

Regina
Regina
Regina
Regina

Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Mithilfe von Zeigerpflanzen, oder auch Indikatorpflanzen, kann recht schnell herausgefunden werden, wie ein Boden beschaffen ist. Wir geben eine Übersicht und Beispiele von Zeigerpflanzen für verschiedene Standorte.

Verschiedene Zeigerpflanzen
Verschiedene Zeigerpflanzen-Arten deuten auf bestimmte Bodeneigenschaften hin [Foto: AliaksaB/ Shutterstock.com]

Indikatorpflanzen, auch Zeigerpflanzen genannt, können dabei helfen, den Boden zu analysieren. Doch was versteht man unter Zeigerpflanzen genau? Wir erklären das Prinzip dahinter und geben in unserer Zeigerpflanzen-Tabelle zahlreiche Beispiele für Pflanzen, die Ihnen verraten, welche Eigenschaften der Gartenboden besitzt.

Was sind Zeigerpflanzen?

Zeigerpflanzen sind verschiedene Arten von Wildpflanzen, die durch ihre Anwesenheit zeigen, welche Eigenschaften der Boden hat. Dabei kommt es nicht auf einzelne Pflanzen an, sondern auf größere Ansammlungen einer Pflanzenart beziehungsweise mehrerer Arten, die ähnliche Bodenansprüche besitzen. Kennt man die Vorlieben der vorkommenden Gewächse, so kann man Rückschlüsse auf die Bodenarten und weitere Eigenschaften ziehen. Kommen also einige Pflanzenarten vermehrt vor, die nährstoffreiche Böden lieben, so kann man davon ausgehen, dass der Boden höhere Gehalte an Nährstoffen aufweist.

Brennessel als Indikatorpflanze
Die Zeigerpflanze Brennnessel kommt auf nährstoffreichen Böden in großen Populationen vor [Foto: Orest lyzhechka/ Shutterstock.com]

Zeigerpflanzen sind eine gute Ergänzung zu einer Bodenanalyse, da sie schon eine ungefähre Einschätzung des Standortes erlauben. Für Pflanzen ist jedoch nie nur eine Bodeneigenschaft wichtig, sondern das Zusammenspiel aus Bodentextur, Wasserspeicherfähigkeit, Ton- und Sandgehalt, pH-Wert sowie Nährstoffvorkommen. Das Auftreten von Indikatorpflanzen zeigt vor allem auf, dass für diese Pflanze ideale Standortqualitäten vorliegen und sie sich daher stark ausbreiten und vermehren kann. Zeigerpflanzen können also für eine erste Blickdiagnose des Bodens genutzt werden, geben aber nur Anhaltspunkte über die Bodeneigenschaften. Präzise Aussagen sind allerdings nicht möglich, da sie auch auf weniger idealen Flächen wachsen können.

Achterschachtelhalm
Ackerschachtelhalm ist eine Zeigerpflanze für magere, schwere und zu Staunässe neigende Böden [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Was zeigen Indikatorpflanzen an?

Es gibt verschiedene Standorteigenschaften, die Zeigerpflanzen im Garten anzeigen können. Neben der Bodenart, dem pH-Wert des Bodens und der Wasserführung kann der Nährstoffgehalt geschätzt werden. Indikatorpflanzen können unter anderem folgende Standorte anzeigen:

  • Nährstoffarme Böden
  • Nährstoffreichtum
  • Hoher Stickstoffgehalt
  • Kalkhaltige Böden/ hoher pH-Wert
  • Saure Böden/ niedriger pH-Wert
  • Staunässe
  • Trockenheit
  • Leichte, sandige Böden
  • Schwerer, verdichteter Untergrund
Löwnzahn als Zeigerpflanze
Löwenzahn ist Zeigerpflanze für nährstoffreiche und schwere Böden [Foto: Ihor Hvozdetskyi/ Shutterstock.com]

Tabelle wichtiger Zeigerpflanzen

Verschiedene Zeigerpflanzen wie Gänseblümchen (Bellis perennis) oder Hahnenfuß (Ranunculus) geben Hinweise auf die Bodenbeschaffenheit. Wir zeigen Ihnen eine Übersicht über Zeigerpflanzen und darüber, welche Standorteigenschaften sie besonders gut anzeigen.

Zeigerpflanzen für magere BödenAckerschachtelhalm (Equisetum arvense), Blutwurz (Potentilla erecta), Dost (Origanum), Gänseblümchen, Habichtskraut (Hieracium), Hauhechel (Ononis spinosa), Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Labkraut (Galium), Margeriten (Leucanthemum), Mauerpfeffer (Sedum), Wilde Möhre (Daucus carota)
Zeigerpflanzen für nährstoffreichen BodenAckerkratzdistel (Cirsium arvense), Brennnessel (Urtica), Brombeere (Rubus fruticosus), Gundermann (Glechoma hederacea), Kletten-Labkraut (Galium aparine), Knoblauchrauke (Alliaria petiolata), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Nelkenwurz (Geum), Springkraut (Impatiens), Steinklee (Melilotus), Taubnessel (Lamium), Vogelmiere (Stellaria media), Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa)
Zeigerpflanzen speziell für stickstoffreichen BodenBrennnessel, Ehrenpreis (Veronica), Franzosenkraut (Galinsoga), Giersch (Aegopodium podagraria), Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), Holunder (Sambucus), Kamille (Matricaria recutita), Melde (Atriplex), Schafgarbe (Achillea), Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius), Vogelmiere, Wolfsmilch (Euphorbia)
Zeigerpflanzen für kalkhaltigen BodenAckergauchheil (Anagallis arvensis), Ackerwinde (Convolvulus arvensis), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Kleiner Wiesenknopf, Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans), Leinkraut (Linaria), Natternkopf (Echium vulgare), Odermennig (Agrimonia eupatoria), Ringelblume (Calendula officinalis), Stumpfblättriger Ampfer, Wegwarte (Cichorium intybus), Wiesensalbei (Salvia pratensis), Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense), Wundklee (Anthyllis vulneraria)
Zeigerpflanzen für sauren BodenAckerminze (Mentha arvensis), Arnika (Arnica), Borstgras (Nardus stricta), Ehrenpreis, Gänseblümchen, Heidekraut (Erica), Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella), Moose, Sauerklee (Oxalis), Schmalblättriges Weidenröschen (Chamaenerion angustifolium)
Zeigerpflanzen für StaunässeAckerminze, Ackerschachtelhalm, Gänsefingerkraut (Potentilla anserina), Hahnenfuß, Kümmel (Carum carvi), Mädesüß (Filipendula ulmaria), Moose, Scharbockskraut (Ficaria verna), Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Sumpf-Ziest (Stachys palustris), Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris), Wiesenknöterich (Bistorta officinalis), Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
Zeigerpflanzen für trockenen BodenAckerhohlzahn (Galeopsis), Färberkamille (Anthemis tinctoria), Leimkraut (Silene), Mauerpfeffer-Arten, Natternkopf, Quendel (Thymus), Storchschnabel (Geranium), Wiesensalbei, Wolfsmilch, Wundklee
Zeigerpflanzen für leichte, sandige BödenHasenklee (Trifolium arvense), Klatschmohn, Königskerze (Verbascum), Schafgarbe, Vogelfuß (Ornithopus), Vogelmiere, Wolfsmilch
Zeigerpflanzen für schwere, verdichtete BödenAckerkratzdistel, Ackerschachtelhalm, Beinwell (Symphytum officinale), Huflattich (Tussilago), Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens), Löwenzahn, Stumpfblättriger Sauerampfer, Wegerich-Arten (Plantago)
Zeigerpflanze Sauerpflanze
Sauerampfer kann je nach Art auf verschiedene Bodenarten und pH-Werte hinweisen [Foto: Kazakov Maksim/ Shutterstock.com]

Um Zeigerpflanzen zu bestimmen, ist eine gute Pflanzenkenntnis wichtig. Dabei können auch Wildkräuter-Führer und Bestimmungsbücher helfen. Es reicht manchmal nicht aus, nur die Gattung zu erkennen – wie bei der Zeigerpflanze Sauerampfer (Rumex) – man sollte ebenfalls die einzelne Art erkennen. Der Kleine Sauerampfer bevorzugt beispielsweise saure, eher nährstoffarme Böden, während der Wiesen-Sauerampfer nährstoffreiche und der Stumpfblättrige Ampfer kalkhaltige, stickstoffreiche bis verdichtete Böden anzeigt.

Pflanzen spielen nicht nur für die Diagnose des Standorts eine wichtige Rolle. Auch die Jahreszeit kann anhand der aktuell austreibenden, blühenden oder reifenden Gewächse bestimmt werden. In unserem Phänologischen Kalender erklären wir, wann welche Jahreszeit beginnt und wie das Gärtnern nach Phänologie funktioniert.

Jetzt zur Garten-Post anmelden