Pfefferminz-Sorten: Altbewährte & außergewöhnliche im Überblick

Franziska
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Ich studiere ökologische Landwirtschaft an der BOKU in Wien und bin sehr pflanzen- und naturverbunden. Zuhause bewirtschaften wir einen kleinen Biobetrieb mit einigen Tieren, verschiedenen Ackerfrüchten und etwas Wald. Die Gewinnung von gesunden Lebensmitteln im Einklang mit der Natur begeistert mich jedes Mal wieder aufs Neue.

Lieblingsobst: Apfel, Birne und Zwetschge
Lieblingsgemüse: Kartoffel, Kürbis und Spinat

Die große Sortenvielfalt der Pfefferminze bringt abwechslungsreiche Aromanuancen und ein vielfältiges Aussehen mit sich.

verschiedene Pfefferminz-Sorten
Pfefferminze bietet eine überraschende Vielzahl an unterschiedlichen Sorten [Foto: Janisbija/ Shutterstock.com]

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) gehört zu den beliebtesten Gartenkräutern. Zwischen den verschiedenen Sorten gibt es kleine, aber feine Unterschiede. Im Hobbygarten haben sich vor allem ertragreiche, widerstandsfähige Pfefferminz-Sorten aus dem Erwerbsanbau durchgesetzt. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Sorten unter anderem durch ihre Standortansprüche, ihr Aussehen und ihr Aroma. Wir haben die besten altbewährten und außergewöhnlichen Pfefferminz-Sorten für Sie zusammengefasst.

Altbewährte und robuste Pfefferminz-Sorten

  • ˈMitchamˈ: Diese Sorte wird auch als Englische Pfefferminze bezeichnet und ist quasi die Urform der klassischen Pfefferminze. Sie stammt aus England und ist eine Kreuzung aus Wasserminze (Mentha aquatica) und Ährenminze (Mentha spicata). Die bis zu 80 cm hohe Sorte bringt hohe Erträge und besitzt ein vollmundiges Pfefferminzaroma. Ihre dunkelgrünen und glatten Blätter sind oft rötlich unterlaufen. ˈMitchamˈ ist sehr anfällig gegenüber Pfefferminzrost (Puccinia menthae) und sollte daher jährlich an einen anderen Standort versetzt oder umgetopft werden.
  • ˈAgnesˈ: Sie ist reich an Menthol und dennoch recht mild im Aroma. Eine weitere Besonderheit ist die geringe Anfälligkeit gegenüber Pilzerkrankungen wie Mehltau (Erysiphaceae). Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm.
  • ˈEichenauˈ: Diese Sorte ist ebenfalls als ˈBayerische Minzeˈ bekannt. Ihre Herkunft liegt im traditionellen Pfefferminz-Anbaugebiet Eichenau in Bayern. Sie zeichnet sich durch ihren kräftigen Mentholgeschmack aus und durch helle, junge Triebe, die einen hübschen Kontrast zu den dunklen, älteren Trieben bilden. Die Pflanze wird bis zu 70 cm hoch.
  • ˈMultimenthaˈ/ ˈThüringer Pfefferminzeˈ: Die Variante ˈMultimenthaˈ wurde in der ehemaligen DDR für den Erwerbsanbau gezüchtet. Sie ist winterhart und sehr schädlingsresistent. Als eine der wüchsigsten Sorten erreicht sie Höhen von bis zu 1 m. Ab Juni kann man die violetten Blüten von ˈMultimenthaˈ bewundern. Außerdem zeichnet sie sich durch einen hohen Mentholgehalt in den Blättern aus.
Pfefferminzsorte Multimentha
Die Sorte ˈMultimenthaˈ ist durch ihren hohen Mentholgehalt gut für Tee geeignet [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Tipp: Alles, was Sie beim Anbau von Pfefferminze beachten müssen, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Außergewöhnliche Pfefferminz-Sorten

  • ˈNigraˈ: Diese Sorte überzeugt durch ihren milden Pfefferminzgeschmack und ihr attraktives Aussehen. Die etwa 60 cm hoch wachsende Pflanze hat dunkle Stiele, große, spitz-ovale Blätter und lilafarbene Blüten. Die auch als Schwarz-Minze bekannte Sorte findet Verwendung als Tee, in Süßspeisen oder Quark.
  • ˈNanaˈ: Die Nana-Pfefferminze enthält einen hohen Anteil an Menthol und schmeckt deshalb besonders intensiv und scharf. Sie erreicht eine Wuchshöhe zwischen 40 und 80 cm.
  • ˈProserpinaˈ: Diese Sorte hat eine klassische, dunkle Färbung und ist sehr wüchsig, robust gegen Krankheiten und schon im ersten Anbaujahr äußerst ertragreich. Sie erreicht Wuchshöhen bis zu 1 m. Die mentholreichen Blätter verleihen der Pflanze einen würzigen Geschmack.
  • ˈChocolateˈ/ ˈSchokoˈ: Geruch und Geschmack der Schokominze erinnern, wie der Name schon sagt, an Minzschokolade oder After Eight. Diese Sorte bildet dunkelbraune Stängel mit elliptischen, rötlichen Blättern und wird bis zu 60 cm hoch. Ihr mildes, leicht süßliches Aroma passt ausgezeichnet zu Desserts und Süßspeisen.
Schokominze
Die Schokominze schmeckt nach After Eight [Foto: Carlos Neto/ Shutterstock.com]
  • ˈWhite Peppermintˈ: Diese Sorte trägt helle, weißliche Blätter, da nur wenige Anthocyanin-Farbstoffe enthalten sind. Außerdem ist diese Sorte die mildeste im Geschmack.

Die Unterart Citrata

Neben der bekannten Unterart Mentha x piperita var. piperita, der alle bereits genannten Sorten angehören, stellt auch Mentha x piperita var. citrata eine bedeutende Unterart der Pfefferminze dar. Charakteristisch für Sorten dieser Unterart ist der Zitrusduft, den sie verströmen.

  • ˈEau-de-Cologneˈ: Diese Sorte duftet, wie der Name schon erahnen lässt, nach Kölnisch Wasser. Die Verwendung als Parfüm, indem man die Blätter auf der Haut reibt, kann jedoch zu Hautirritationen führen. Besser geeignet ist die Sorte für Tees, Erfrischungsgetränke und Cocktails. Die bis zu 1 m hoch wachsende Pflanze ist im Beet besser aufgehoben als im Blumentopf.
Pfefferminz-Sorte Eau de Cologne
Die Sorte ˈEau-de-Cologneˈ macht ihrem Namen alle Ehre [Foto: Andrea Izzotti/ Shutterstock.com]
  • ˈOrangen-Minzeˈ: Diese Sorte fällt durch ihre rötlichen Blätter und ihr zitronig-fruchtiges Aroma auf, das an Orangen erinnert. Die Blätter der bis zu 80 cm hohen Sorte haben dunkelrote bis bronzefarbene Töne. Sie lässt sich hervorragend zur Herstellung von erfrischender Limonade, für Tee, Erdbeerbowle oder die Verfeinerung von Süßspeisen verwenden.

Tipp: Wie Sie Pfefferminze richtig ernten, erfahren Sie hier.

Die Gattung der Minzen (Mentha) bietet noch viel mehr Abwechslung mit den unterschiedlichsten Varianten. Die Vielfalt der Minz-Arten und -Sorten haben wir für Sie in unserem Spezialartikel zusammengefasst.

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