Avocadopflanzen pflegen: Gießen, Düngen & Schneiden

Katja
Katja
Katja
Katja

Ich habe Landschaftsökologie studiert und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Wenn man es geschafft hat, sie aus einem Kern zu ziehen, kommt es als nächstes auf die richtige Pflege der Avocadopflanzen an, damit sie groß und kräftig werden.

Avocadopflanze besprühen
Die richtige Pflege der Avocado ist essenziell, damit die Pflanze gesund bleibt [Foto: Nikita Burdenkov/ Shutterstock.com]

Wenn man erstmal einen passenden Standort für die Avocado (Persea americana) gefunden hat, ist die Pflege gar nicht so aufwendig, wie man vielleicht denken könnte. Da sie in unseren Breiten nur als Zimmerpflanzen gehalten werden kann und in der Regel keine Früchte trägt, stehen die beeindruckend großen Blätter im Vordergrund. Wie Sie deren Vitalität und Glanz erhalten, erfahren Sie von uns.

Avocadopflanzen pflegen: Richtig gießen

Bei der Avocadopflanzen-Pflege kommt es stets auf das richtige Maß an. Nachdem man eine Avocadopflanze aus einem Kern gezogen hat, ist eine angemessene Pflege der Avocado das A und O. Der Wasserbedarf der Zimmerpflanze ist mäßig bis hoch. Sie sollte regelmäßig gewässert und dadurch stets leicht feucht, aber niemals ganz nass stehen. Am besten eignet sich zum Gießen leicht saures Wasser wie Regenwasser. Die Avocado zeigt Wassermangel durch hängende Blätter an. Am besten überprüft man vor dem Gießen das Substrat mit der Fingerprobe. Wenn sich die Erdoberfläche trocken anfühlt, sollte wieder gegossen werden. Längere Trockenheit gilt es zu vermeiden.

Der Wasserbedarf richtet sich natürlich stark nach Pflanzengröße, Jahreszeit und Standort. Wichtig ist ebenfalls, dass die Avocado in einem Topf mit Abflussloch steht, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Avocado besprühen: Auch ein regelmäßiges Besprühen der Pflanze mit weichem Wasser ist in der Avocado-Pflege unabdingbar, denn Avocados benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und reagieren auf trockene Luft mit unschönen, trockenen Blattspitzen.

Avocadopflanze gießen
Nach dem Einpflanzen und Austreiben des Kerns muss man die Avocado regelmäßig gießen

Avocadopflanzen düngen

Düngen sollte man die Avocado nur von Frühjahr bis Herbst. In dieser Zeit wächst die Pflanze und braucht genügend Nährstoffe, um groß zu werden und gesund zu bleiben. Für Avocados im Topf eignet sich am besten ein Flüssigdünger wie beispielsweise unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger. Er enthält reichlich Stickstoff für ein gesundes und zügiges Wachstum. Die enthaltenen Mikroorganismen unterstützen die Wurzeln bei der Nährstoffaufnahme, um die Ausnutzung des Substrates zu optimieren. Den Flüssigdünger kann man ins Gießwasser geben und so einfach beim Gießen der Avocadopflanze ausbringen. Eine wöchentliche Düngergabe genügt. Im Winter sollte die Avocado nicht gedüngt werden.

Bio-Blumen- & Balkondünger 800 ml
Bio-Blumen- & Balkondünger 800 ml
  • Organischer Bio-Flüssigdünger für alle Blumen & Balkonpflanzen
  • Für eine üppige Blütenpracht während der gesamten Saison
  • Schnelle & einfache Gießanwendung - unbedenklich für Haus- & Gartentiere

Tipp: Im Sommer zwischen Mai und Oktober wird die Avocado am besten nach draußen gestellt. Ein halbschattiger, geschützter Platz ist gut geeignet. Der Aufenthalt im Freien tut der Pflanze gut, denn im Freien ist das Lichtangebot höher als in Innenräumen, was zu robusteren Blättern und Trieben führt. Zusätzlich ist draußen die Gefahr eines kritischen Schädlingsbefalls reduziert.

Avocadopflanzen schneiden

Das Schneiden der Avocado ist sinnvoll, um sie in ihrem Höhenwachstum zu begrenzen und zur Verzweigung anzuregen. Besonders, weil die Avocadopflanze sich kaum selbstständig verzweigt und oft einen hohen Mitteltrieb mit wenigen Blättern bildet, sollte man früh damit beginnen, die Spitzen abzuknipsen. Der beste Zeitpunkt, um die Avocadopflanze zu schneiden, ist das zeitige Frühjahr. Mit einer scharfen Schere trennt man oben am Haupttrieb direkt unterhalb der oberen Blätter ab. An dieser Stelle kann sich die Avocadopflanze nun verzweigen und neu austreiben. Ähnlich kann man mit bereits gut entwickelten Seitentrieben vorgehen. Die Avocado sollte für den Schnitt mindestens 30 cm hoch sein und schon einige Blätter aufweisen.

Avocadobaum wird umgetopft
Im Frühjahr ist die Zeit zum Umtopfen der Avocado gekommen [Foto: LY photographer/ Shutterstock.com]

Avocados umtopfen

Umgetopft wird ebenfalls im Frühjahr, direkt nach dem Schneiden. Junge Avocados topft man jährlich um, ältere Exemplare in guter Erde nur alle 2 bis 3 Jahre. Wenn die Pflanze kaum noch wächst, der Topf durchwurzelt ist oder das Gießwasser nicht mehr von der Erde aufgenommen werden kann, ist es höchste Zeit, die Avocado umzutopfen.

Wenn Sie die Avocado umtopfen möchten, stellen Sie frische, durchlässige Erde und einen merklich größeren Topf bereit. In dem Gefäß wird zunächst eine Drainageschicht angelegt, um zukünftig Staunässe zu vermeiden. Es folgt eine Schicht Erde, bevor die Avocadopflanze eingesetzt wird und alle Lücken mit Substrat aufgefüllt werden. Im Zuge des Umtopfens ist es ratsam, einen Blick auf die Wurzeln zu werfen. Diese sollten hell und gesund aussehen und keinen muffigen Geruch verströmen. Braune, weiche Wurzeln sind ein Zeichen für Staunässe. Zum Schluss ist es sinnvoll, die Erdoberfläche mit einer Mulchschicht aus Blähton, Kies oder Pinienrinde abzudecken. Diese sorgt dafür, dass das Wasser aus der Erde nicht so schnell verdunstet und das Substrat feucht bleibt.

Avocadopflanze draußen
Im Sommer tut der Avocado ein Aufenthalt im Freien gut [Foto: A Daily Odyssey/ Shutterstock.com]

Pflege im Winter

Bei uns herrschen im Winter niedrige Temperaturen vor, welche die Avocado nicht verträgt. Sie sollte ab Oktober wieder ins Haus geholt und an einen hellen Platz gestellt, jedoch nicht von direkter Sonne beschienen werden. Auch trockene Heizungsluft macht der Avocado im Winter zu schaffen. Durch Wasserschüsseln auf der Heizung kann die Luftfeuchtigkeit ein wenig erhöht werden. Im Winter stellt die Avocado das Wachstum aufgrund geringer Lichtverfügbarkeit ein, sodass die Avocado-Pflege im Winter reduziert wird. Sie muss dann weniger gegossen und nicht gedüngt werden. Austrocknen sollte das Substrat allerdings nicht. Häufig verlieren Zimmerpflanzen-Avocados im Winter einige Blätter, was aber kein Grund zur Sorge ist. Im folgenden Frühjahr wird die Pflanze erneut austreiben.

Avocadopflanze vor einem Fenster
Im Winter sollte die Avocado möglichst hell und in jedem Fall frostfrei stehen [Foto: Josh brown photography/ Shutterstock.com]

Häufige Schädlinge und Krankheiten

Avocados, die als Zimmerpflanzen gehalten werden, haben ihren Zenit nach einigen Jahren meist überschritten. Sie bilden nicht mehr so viele Blätter, sehen nicht mehr so vital und prächtig aus wie zuvor. Das ist ganz natürlich, denn die Avocados bekommen als Zimmerpflanze in der Regel zu wenig Licht und haben häufig unter einer geringen Luftfeuchtigkeit zu leiden, sodass sich ihre Lebenszeit verkürzt. Durch Trockenheit in der Erde oder Luft kommt es zu trockenen Blattspitzen. Manchmal wird die Avocado aber von Schädlingen heimgesucht, was zu kränklichen Pflanzen führen kann.

Welkes Avocado-Blatt
Wenn die Avocado unansehnliche Blätter bekommt, kann falsche Pflege die Ursache sein [Foto: Nikita Burdenkov/ Shutterstock.com]
  • Schildläuse (Coccoidea): Gut erkennbar an ihrem schildartigen Rückenpanzer verstecken sich Schildläuse meist in den Blattachseln. Sie vertragen trockene Luft gut und treten deshalb vermehrt im Winter auf, wenn die Pflanze sowieso geschwächt ist.
  • Wollläuse (Pseudococcidae): Auch Wollläuse kommen oft bei trockener Luft im Winter vor. Man erkennt sie an den weißen, schmierigen Rückständen auf der Pflanze und findet sie meist in den Blattachseln. Gegen viele Schädlinge hilft neben dem Absammeln ein biologisches Bekämpfungsmittel wie beispielsweise unser Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem, welches man mit dem Gießwasser ausbringen kann und das einen Fraßstopp bei den Plagegeistern bewirkt.
  • Spinnmilben (Tetranychidae): Die winzigen Spinnmilben erkennt man in der Regel am Schadbild, das sie hinterlassen. Sie saugen den Pflanzensaft aus den Blättern, wodurch punktuelle Aufhellungen zu erkennen sind.
  • Verschiedene Wurzelfäulen: Riecht das Substrat der Avocado muffig und fühlt sich nass an, so kann es sein, dass die Pflanze unter Wurzelfäule leidet. Diese äußert sich auch durch gelbe oder braune, an den Rändern vertrocknete Blätter. Hier hilft nur das Umtopfen in frische Erde zusammen mit dem Zurückschneiden der verfaulten Wurzeln. Eine Drainageschicht am Topfboden ist bei der Avocado enorm wichtig, um Staunässe zu verhindern.
  • Verticillium-Welke: Hierbei handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die die Pflanze über den Boden befällt. Der Pilz verstopft die Wasserleitungsbahnen, sodass sich die Avocado nicht mehr mit Wasser versorgen kann und die Blätter verwelken. Als vorbeugende Maßnahme sollte auch hier Staunässe und ein nasser, schwerer Boden vermieden werden. Kranke Pflanzen müssen über den Hausmüll entsorgt werden.
Gesunde Avocadopflanze
Glänzend grüne Blätter sind ein gutes Zeichen für eine gesunde Avocadopflanze [Foto: Anatolii Gorbunov/ Shutterstock.com]

So schön die Avocado als Zimmerpflanze sein mag, sieht es mit der Ökobilanz im Supermarkt gekaufter Früchte nicht ganz so rosig aus. Wie es um die Nachhaltigkeit der Avocado bestellt ist, lesen Sie bei uns.

Jetzt zur Garten-Post anmelden