Orangenbaum überwintern: Tipps & Tricks

Patrick
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Ich habe meinen Master in Agrarwissenschaften mit der Vertiefung Pflanzenwissenschaften gemacht. In meiner Freizeit ist der Anbau von eigenem Obst und Gemüse meine große Leidenschaft. Den perfekten Ausgleich finde ich in der Gartenarbeit bei meinen Eltern. Sollte ich mal nicht im Garten sein, gehe ich gerne Wandern und suche nach Fotomotiven.

Lieblingsobst: Johannisbeeren und Brombeeren
Lieblingsgemüse: Karotten, Pilze und Zwiebeln

Im Sommer fühlt sich ein Orangenbaum selbst in unseren Breiten wohl. Doch für den Winter muss er gut vorbereitet werden. Mit diesen Tipps können Sie Ihren Orangebaum überwintern.

Orangenbaum im Topf
Orangenbäume müssen vor Frost geschützt werden [Foto: DreamerAchieverNoraTarvus/ Shutterstock.com]

Orangenbäume (Citrus x sinensis) stammen ursprünglich aus den subtropischen Gebieten Chinas oder Südostasiens. Dementsprechend sind sie nicht an die kühlen Temperaturen im Winter hierzulande angepasst. Das Zitrusgewächs, welches einst aus einer Kreuzung zwischen Mandarine (Citrus reticulata) und Pampelmuse (Citrus maxima) entstanden ist, muss daher an einem frostfreien Ort überwintert werden. Aber wie lassen sich Orangenbäume unbeschadet überwintern? Wir stellen alles Wichtige zum Winterschutz der empfindlichen Pflanze vor.

Orangenbaum richtig überwintern

Um eine Überwinterung in einem frostfreien Raum zu ermöglichen, sollten Sie Ihren Orangenbaum in einen Kübel pflanzen, den Sie gut transportieren können. Weil Orangenbäume mit der Zeit eine stattliche Größe erreichen können, wird der Transport früher oder später nur noch mit einer Sackkarre oder noch schwererem Gerät möglich sein.

Ab welchen Temperaturen wird es für den Orangenbaum kritisch?

Orangenbäume sind durch ihre Herkunft nicht frosthart. Wann muss der Orangenbaum also ins Winterquartier? Generell sollten Sie versuchen, die Orange so lange wie möglich im Freien zu lassen. Wenn die ersten Nachtfröste angekündigt werden oder dauerhaft Temperaturen unter 5 °C vorliegen, sollten Sie Ihren Orangenbaum aber zum Überwintern an einen geschützten Ort bringen. Wann dies der Fall ist, hängt von der Region ab, in der Sie Ihren Orangenbaum kultivieren.

Aber auch von Straße zu Straße kann es große Unterschiede geben: Gärten am ungeschützten, windzugewandten Ortsrand, in kühlen Talsohlen oder in Höhenlagen etwa, können sich leider kaum auf die Wettervorhersage verlassen. Daher sollte man bei dem Zeitpunkt für die Einwinterung lieber auf die eigenen Erfahrungswerte setzen.

Orangenbäume im Schnee
Orangenbäume vertragen Temperaturen unter 5 °C schlecht, Schnee sollten sie nicht kennenlernen [Foto: mikhail/ Shutterstock.com]

Orangenbaum vor Kälte schützen

Die einfachste Art, einen Orangenbaum im Winter vor Kälte zu schützen, ist die Überwinterung an einem frostfreien Ort. Es ist nicht ratsam, einen Orangenbaum im Freien zu überwintern, da kein ausreichender Schutz vor Frost gegeben ist. Optimale Räumlichkeiten, um Ihr Orangenbäumchen zu überwintern, sind ungeheizte Wintergärten oder gut abgedichtete Gewächshäuser mit Frostwächter. Sollte Ihnen dies nicht zur Verfügung stehen, ist auch ein unbeheiztes, helles Treppenhaus oder ein Dachboden mit vielen Fenstern geeignet. Falls in Ihrer Räumlichkeit kurzzeitig Temperaturen unter 5 °C auftreten, ist es empfehlenswert, den Wurzelballen mit einer Kokosmatte zu umwickeln.
Der Orangenbaum kann je nach Region nach dem letzten Frost im April oder Mai das Winterquartier verlassen.

Orangenbaum überwintern: Die optimalen Bedingungen

Entscheidend für die Auswahl des Winterquartiers sind sowohl die Temperatur als auch die Lichtverhältnisse. Die Temperatur zur Überwinterung liegt idealerweise zwischen 5 und 10 °C. Fällt das Thermometer dauerhaft unter 5 °C, drohen Kälteschäden. Steigen die Temperaturen über 15 °C, wird die Winterruhe unterbrochen, was die Blühinduktion und damit die Blüten- und Fruchtbildung im kommenden Jahr behindert. Daher ist es davon abzuraten, den Orangenbaum im Wohnzimmer oder der Wohnung zu überwintern.

Das Verhältnis von Temperatur und Licht entscheidet maßgeblich über die erfolgreiche Überwinterung Ihres Orangenbäumchens. Je höher die Temperatur, desto mehr Energie benötigt der Baum und desto mehr Photosynthese muss Ihr Orangenbaum betreiben. Daher braucht er mit zunehmender Temperatur mehr Licht. Da die Lichtintensität im Winter oft niedrig ist, empfehlen wir Ihnen, eine Temperatur um die 5 °C anzustreben.

Orangenbaum in Topf Fensterbank
Im Haus bevorzugt das Bäumchen einen hellen Platz am Fenster [Foto: Diana Taliun/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenn Temperatur und Lichtangebot gut aneinander angepasst sind, bietet dies beste Voraussetzungen für eine gute Überwinterung. Sehr kühl überwinterte Orangenbäume können auch ruhig dunkler stehen, während etwas wärmer überwinterte Bäumchen ausreichend Licht benötigen.

Orangenbaum im Winter pflegen

Damit der Orangenbaum den Winter gut übersteht, ist auch die richtige Pflege im Winterquartier entscheidend.

Orangenbaum im Winter gießen, umtopfen und schneiden

Im Winter sollten Sie den Wurzelballen Ihres Orangenbäumchens leicht feucht halten. Doch was bedeutet das genau? Generell empfehlen wir beim Überwintern von Orangenbäumen, besser weniger als zu viel zu gießen. Optimal ist es, mit dem Gießen zu warten, bis das obere Viertel des Wurzelballens ausgetrocknet ist. Spätestens wenn sich die ersten Blätter nach unten einrollen, sollten Sie gießen.

Die Winterzeit können Sie zum Umtopfen Ihres Orangenbaums nutzen. Zwischen Februar und März ist die optimale Zeit, um das Bäumchen in ein etwas größeres Gefäß zu pflanzen. Dies ist etwa alle drei Jahre nötig. Bezüglich der Ansprüche an die Erde und das Pflanzgefäß unterscheidet sich der Orangenbaum nicht von anderen Zitrusbäumen. Daher empfehlen wir Ihnen für weitere Tipps unseren Artikel zum Thema Zitronenbaum umtopfen.

Außerdem ist das Frühjahr, kurz vor dem neuen Austrieb, die optimale Zeit, um die Krone Ihres Orangenbaums wieder in Form zu bringen. Generell sollten Orangenbäume nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden. Wenn Sie Ihren Orangenbaum schneiden möchten, sollten Sie nur einzelne Triebe kürzen und auf einen starken Rückschritt verzichten. Abgestorbene Triebe sollten Sie jedoch vollständig entfernen.

Orangenbaum im Topf
Ein heller und kühler Standort ist für ein Orangenbaum im Winter optimal [Foto: Shift Drive/ Shutterstock.com]

Das Düngen ist im Winter nicht zu empfehlen, da die Pflanze durch zu viel Dünger zum Wachstum angeregt werden könnte. Dies ist in der Winterruhe aber unerwünscht und für die Pflanze langfristig auch nicht förderlich. Für einen kräftigen Austrieb im Frühjahr sollten Sie jedoch nach der Winterruhe für eine gute Nährstoffversorgung sorgen. Daher ist es empfehlenswert, etwa zwei Wochen nachdem Sie das Orangenbäumchen aus dem Winterquartier geholt haben, die erste Düngung vorzunehmen. Dies ist je nach Standort meist im April. So kann sich die Pflanze vor dem Düngen an den neuen Standort gewöhnen. Achten Sie auf einen vorwiegend organischen Dünger, der auf die Bedürfnisse von Zitrusfrüchten abgestimmt ist. Unser Plantura Bio-Zitrus- & Mediterrandünger sorgt nicht nur für eine optimale Versorgung Ihres Orangenbaums, sondern hilft auch, ihn gesund und widerstandsfähig zu halten. Der Bio-Flüssigdünger ist außerdem unbedenklich für Haus- und Gartentiere.

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Orangenbaum verliert im Winter Blätter: Was tun?

Beim Überwintern tritt an Orangenbäumen häufig Blattverlust auf. Hierfür kann die Ursache anhand des Zeitpunktes eingegrenzt werden: Tritt der Blattverlust direkt nach dem Einzug in das Winterquartier auf, war wahrscheinlich der Temperaturunterschied zwischen dem Platz draußen und dem Überwinterungsquartier zu groß. Dann muss ein Teilverlust der Blätter in Kauf genommen werden, da ein erneutes Umstellen zusätzlichen Stress verursachen würde. Der Blattverlust sollte innerhalb weniger Tage stoppen, wenn sich die Pflanze auf die neuen Bedingungen einstellt.

Tritt der Blattfall wenige Wochen nach dem Einstellen des Orangenbaums in das Winterquartier ein, ist höchstwahrscheinlich Lichtmangel die Ursache. Wir empfehlen Ihnen, einen möglichst hellen Standort zu suchen oder die Temperatur am Standort zu senken, da die Pflanze dann mit weniger Licht auskommt. Alternativ kann auch Zusatzbeleuchtung mit einer Pflanzenlampe dafür sorgen, dass Licht und Temperatur wieder in einem passenderen Verhältnis zueinander stehen.

Orangenbaum Winter Schnee
Bereits Temperaturen von unter 5 °C können Ihrem mediterranen Baum stark zusetzen und sollten stets vermieden werden [Foto: Alonso Aguilar/ Shutterstock.com]

Kommt es erst im Februar zu einem Blattfall, liegt dies oft daran, dass direkte Sonneneinstrahlung auf das Orangenbäumchen trifft. Hierbei verdunstet die Pflanze mehr Wasser als sie mit den noch sehr kalten Wurzeln aufnehmen kann. Wenn Sie die Pflanze aus der direkten Sonne nehmen, sollte der Blattfall stoppen.

Schädlinge im Winterquartier

Eine weitere Herausforderung beim Überwintern von Orangenbäumchen sind Schädlinge. Diese werden meist mit den Pflanzen in das Winterquartier eingeschleppt und können sich dann durch fehlende Nützlinge und gute Lebensbedingungen schnell vermehren. Orangenbäume im Winterquartier werden vor allem von Läusen und der Roten Spinne befallen. In unseren Spezialartikeln haben wir Ihnen hilfreiche Tipps zum Bekämpfen von Schildläusen, Wollläusen und Spinnmilben zusammengestellt.

Grundsätzlich ist es besser, keine synthetischen Pflanzenschutzmittel an Ihren Orangenbäumen zu verwenden, vor allem wenn Sie Früchte daran ernten wollen. Unser Plantura Schädlingsfrei Neem ist eine Alternative auf Basis von natürlichen Rohstoffen, die Sie im Winter bedenkenlos anwenden können. Auch viele altbewährte Hausmittel zeigen eine gute Wirkung. Vorbeugend sollten Sie die Pflanzen vor dem Verlagern ins Winterquartier streng kontrollieren und gegebenenfalls direkt behandeln. Außerdem ist es sinnvoll, beim Überwintern Ihres Orangenbäumchens auf eine Temperatur nahe 5 °C zu achten, um die Vermehrung von Schädlingen zu verlangsamen.

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Auf einen Blick: Orangenbaum im Winter richtig pflegen

  • Gießen, wenn ein Viertel des Wurzelballens trocken ist
  • Umtopfen im Februar bis März
  • Rückschnitt auf Minimum beschränken
  • Frühjahrsdüngung im April mit einem vorwiegend organischen Dünger
  • Möglicher Blattverlust durch zu starken Temperaturwechsel, Lichtmangel oder direkte Sonne
  • Vor dem Einwintern kontrollieren; Lufttemperatur von etwa 5 °C reduziert die Vermehrung von Schädlingen
  • Natürliche Pflanzenschutzmittel oder Hausmittel können zur Bekämpfung von Schädlingen verwendet werden

Gibt es winterharte Orangenbäume?

Orangenbäume (Citrus x sinensis L.) sind grundsätzlich nicht winterhart. Wenn es Ihnen aber weniger um die süßen Früchte als um die mediterrane Optik geht, gibt es tatsächlich eine Alternative für Ihren Garten: Die Dreiblättrige Orange (Poncirus trifoliata), auch Bitterorange genannt. Dreiblättrige Orangen können winterliche Temperaturen von bis zu unter -18 °C vertragen, leider sind die Früchte aber sehr sauer bis bitter und daher ungenießbar. Als dekorativer Baum im Garten ist er aber definitiv eine Überlegung wert.

Winterharte, dreiblättrige Orange
Dreiblättrige Orangen können winterliche Temperaturen von bis zu unter -15 °C vertragen [Foto: Robert Biedermann/ Shutterstock.com]

Viele weitere spannende Tipps und Informationen rund um den Orangenbaum haben wir Ihnen in unserem Spezialartikel zusammengestellt.

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