Kentiapalme: Pflege, Standort & Vermehren der exotischen Kentia

Katja
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Ich habe Landschaftsökologie studiert und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Die pflegeleichte Kentiapalme ist als exotische Zimmerpflanze sehr beliebt. Wir verraten, wie man die Kentiapalme richtig pflanzt und pflegt.

Kentiapalme im Topf
Palmen vermitteln auch in der Wohnung ein wenig Urlaubsgefühl [Foto: xavirm21/ Shutterstock.com]

Mit viel Grün besticht die Kentiapalme (Howea) und bietet so einen optischen Hingucker im Büro oder zu Hause. Doch nicht nur ihr Anblick ist erfrischend, denn sie ist außerdem angeblich eine der besten luftreinigenden Pflanzen. Was bei der Pflege der Kentiapalme beachtet werden sollte und wie man die Kentia vermehren kann, erfahren Sie im Folgenden.

Kentiapalme: Herkunft und Eigenschaften

Die Kentiapalme wird auch Paradiespalme genannt und ist im Grunde eine echte Rarität. Ursprünglich stammt sie nämlich von einer kleinen Insel vor Australien. Nur dort kommt diese Gattung in der Natur vor. Heute erfreut sie sich allerdings als Zierpflanze weltweit großer Beliebtheit und ist in Wohnungen und Büros zu finden. Durch die Filterung von Schadstoffen und das Erhöhen der Luftfeuchtigkeit bewirkt die Kentiapalme angeblich eine Luftreinigung in der Wohnung. Die Howea ist zudem eine sehr langsam wachsende, jedoch stark in die Breite gehende Zimmerpflanze. Doch wie groß wird die Kentiapalme? In der Natur erreicht die Kentiapalme eine Größe von bis zu 17 Metern, während sie als Zimmerpflanze maximal drei Meter groß und bis zu 1,5 Meter breit wird. Bei entsprechender Pflege wächst sie etwa 20 Zentimeter pro Jahr.

Kentiapalme
In der Natur erreichen Kentiapalmen stattliche Größen [Foto: alybaba/ Shutterstock.com]

Die Kentiapalme ist eigentlich nur auf der etwa 15 Quadratkilometer großen Lord-Howe-Insel natürlich beheimatet. Innerhalb der Jahrtausende hat die Gattung lediglich zwei Arten hervorgebracht, die dort gemeinsam vorkommen. Die Forstersche Kentiapalme (Howea forsteriana) stammt aus dem küstennahen Gebiet. Je weiter man hinaufsteigt, desto mehr mischt sich Howea belmoreana in den Wald mit ein. Beide Arten kommen in einer Höhe von bis zu 450 Metern über dem Meeresspiegel vor. Dort bilden sie in den Sommermonaten hellgrüne, rispenständige Blüten, die bei der Kentiapalme als Zimmerpflanze allerdings nur selten zu finden sind.

Kentiapalme oder Goldfruchtpalme:

Ob es sich um eine Kentiapalme oder Goldfruchtpalme handelt, lässt sich durch einen genauen Blick auf die Blätter erkennen. Die Blätter der Kentiapalme sind unpaarig gefiedert, das heißt am Ende der vielen gegenüberliegenden Blattpaare sitzt ein einzelnes Blatt: die Endfieder. Diese fehlt bei den paarig gefiederten Blättern der Goldfruchtpalme. Hier können Sie allerdings auf der Rhachis, auch Blattspindel genannt, schwarze und gelbe Punkte vorfinden, die die Kentiapalme nicht besitzt.

Obwohl es bei der Pflege einige Unterschiede hinsichtlich des Substrats und Wasserbedarfs gibt, gelten beide Palmen als sehr pflegeleichte Zimmerpflanzen.

Blatt einer Goldfruchtpalme
Das Blatt der Goldfruchtpalme ist paarig gefiedert, besitzt also keine Endfieder [Foto: Early Sprinng/ Shutterstock.com]

Kentiapalme pflanzen: Standort und Ansprüche

Um der Kentiapalme einen Standort zu geben, an dem sie sich wohlfühlt, können Sie sich an ihrem Naturstandort, den subtropischen Wäldern, orientieren. Am besten bleiben die Temperaturen deshalb ganzjährig über 15 °C, im Sommer sollten sie besser bei etwa 20 °C liegen. Bei warmen Temperaturen kann die Kentiapalme auch draußen stehen, allerdings nicht in der prallen Sonne – Howea forsteriana wünscht sich einen hellen, halbschattigen Standort. Das gilt auch für den Platz in der Wohnung. Je schattiger der Standort, desto weniger Blätter werden gebildet. Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit notwendig, damit sich die Kentiapalme wohlfühlt.

Blatt einer Kentiapalme
Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist für die Kentiapalme besonders wichtig [Foto: Celeste Fibla Beltran/ Shutterstock.com]

Das Substrat sollte gut durchlässig und leicht sauer sein. Am besten mischen Sie Pflanzenerde – beispielsweise die torffreie Plantura Bio-Universalerde – mit Sand im Verhältnis 1:1 für eine verbesserte Wasserdurchlässigkeit. Gleiches gilt auch für Howea belmoreana. Unter dem Substrat sollten Sie eine Drainageschicht – zum Beispiel aus Blähton – anlegen. Es ist auch möglich, die Kentiapalme in Hydrokultur in Blähton zu halten. Bei der Hydrokultur ist ein Überwässern nahezu unmöglich und es kann sogar im Voraus gegossen werden.

Tipp: Durch die Haltung in Hydrokultur wird auch automatisch die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung erhöht.

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Kentiapalme pflegen

Die Kentiapalme zu pflegen, ist gar nicht so schwer. Wenn Sie sich bei der Pflege Ihrer Kentiapalme an einige wenige Maßnahmen halten, kann die Pflanze sogar durchaus bis zu 50 Jahre alt werden.

Richtig gießen

Auf einer subtropischen Insel umgeben von Meer ist die Luft erwartungsgemäß ziemlich feucht. Damit ist die Kentiapalme also eigentlich die optimale Pflanze für ein helles Badezimmer. Alternativ können Sie Ihre Pflanze aber natürlich auch einfach ab und zu mit kalkarmem Wasser ansprühen – das hilft auch gegen Staub auf den Blättern. Zum Gießen sollten Sie kalkarmes Wasser oder Regenwasser verwenden. Der Wasserbedarf der Pflanze ist eher mäßig. Gießen Sie deshalb zwar regelmäßig, aber erst, wenn das Substrat oben gut angetrocknet ist. Im Winter können Sie die Gießmenge etwas reduzieren. Austrocknen sollten die Wurzeln jedoch nicht. Auch Staunässe wird von der Kentiapalme nicht vertragen, weshalb Sie im Untersetzer gesammeltes Wasser nach dem Gießen entfernen sollten.

Besprühen der Kentiapalme
Zum Besprühen wird am besten kalkfreies Wasser verwendet [Foto: Happy window/ Shutterstock.com]

Kentiapalme düngen

In der Wachstumsphase benötigt die Kentiapalme Dünger, damit sie weiter gesund wachsen kann. Über die Frühjahrs- und Sommermonate sollten Sie dem Gießwasser deshalb alle vier Wochen etwas Flüssigdünger beifügen. Wenn Sie einen biologischen Dünger nutzen wollen, bietet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger an, der einen hohen organischen Anteil besitzt und Nährstoffe im passenden Verhältnis für Grünpflanzen liefert.

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Kentiapalme schneiden

Ein Rückschnitt der Kentiapalme ist nicht notwendig. Lediglich braune Blattspitzen oder absterbende Blätter können Sie entfernen, braune Blätter können an der Basis nahe dem Stamm abgeschnitten werden. Sind nur die Blattspitzen braun, sollte keinesfalls in den grünen Bereich des Blattes hineingeschnitten werden, da sich dann die Braunfärbung fortsetzt. Lassen Sie lieber einen kleinen braunen Saum am Blatt zurück. Es kann auch passieren, dass die Kentiapalme zu breit wird. Wichtig ist in diesem Fall, dass Sie die Palme keinesfalls in der Mitte zurückschneiden, da hier die neuen Blätter gebildet werden. Entfernen Sie höchstens die unteren Blätter direkt an der Basis. Um das Wachstum einzudämmen, können Sie beim Umtopfen auch ein paar Seitenwurzeln entfernen.

Kentiapalme mit trockenen Blättern
Blattverfärbungen können unterschiedliche Ursachen haben [Foto: DAwee/ Shutterstock.com]

Krankheiten und Schädlinge an der Kentiapalme

Die hübsche Pflanze ist zwar pflegeleicht, aber dennoch kann es passieren, dass sich auf der Kentiapalme Schädlinge oder Krankheiten ausbreiten. Dass die älteren, unteren Blätter mit der Zeit welken, ist ganz normal. Verfärben sich aber immer mehr Blätter, besteht Handlungsbedarf.

  • Braune Blattflecken: Wahrscheinlich ist es der Kentiapalme zu kalt. Stellen Sie die Pflanzen dann an einen wärmeren Standort. Auch eine zu hohe Sonneneinstrahlung kann zu Blattflecken führen.
  • Braune Blätter: Bekommt die Kentiapalme braune Blätter, ist häufig Staunässe die Ursache. Dann sollte dringend umgetopft und weniger gegossen werden.
  • Vertrocknete Blätter: Weist die Kentiapalme trockene Blätter auf, sollten Sie darauf achten, ob die vertrockneten Blätter braun oder grün sind. Bei braunen Blättern ist wahrscheinlich ebenfalls Staunässe die Ursache, vertrocknete grüne Blätter entstehen bei Trockenheit.
  • Braune Blattspitzen: Wenn die Blätter der Kentiapalme braune Spitzen aufweisen, muss in der Regel die Luftfeuchtigkeit erhöht werden. Besprühen Sie die Palme regelmäßig mit Wasser oder stellen Sie eine Wasserschale auf die Heizung.
  • Gelbe Blätter: Zeigt die Kentiapalme gelbe Blätter, liegt meist ein Schädlingsbefall vor. Spinnmilben oder Schildläuse treten vor allem bei trockener Luft auf. Brausen Sie die Pflanze mit Wasser ab und erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit. Auch bei Lichtmangel können sich die Blätter gelb verfärben.
  • Klebrige SpurenThripse und Wollläuse hinterlassen auf der Kentiapalme weiße Flecken oder auch einen klebrigen Film. Auch hier sollten die Schädlinge sofort abgewaschen werden.
Kentiapalme als Zimmerpflanze
Bei richtiger Pflege gedeiht die Kentiapalme prächtig [Foto: Luoxi/ Shutterstock.com]

Auf einen Blick: Wie pflege ich eine Kentiapalme?

  • Regelmäßig, aber mäßig mit kalkfreiem Wasser gießen
  • Luftfeuchtigkeit durch Wasserschüsseln oder Sprühflasche erhöhen
  • Blätter ab und zu abstauben
  • Im Sommer alle vier Wochen düngen
  • Bei Bedarf auf Schädlingsbefall untersuchen

Vermehrung der Kentiapalme: Ableger, Samen und Co.

Das Vermehren der Kentiapalme gestaltet sich leider nicht so einfach wie bei vielen anderen Zimmer- und Gartenpflanzen. Da neue Blätter nur oben aus dem Stamm herauswachsen, gibt es keine Kentiapalmen-Ableger, die zur Vermehrung verwendet werden könnten. Aus demselben Grund ist es auch nicht möglich, eine Kentiapalme zu teilen. Die Vermehrung funktioniert nur über Samen. Die eigene Palme zum Aussamen zu bringen, gestaltet sich eher schwierig. Die Palme wächst sehr langsam und braucht lange, um ins fruchtbare Alter zu kommen. Selbst dann ist es eher unwahrscheinlich, dass die Kentiapalme Blüten entwickelt. Um junge Kentiapalmen aus Samen anzuziehen, sollten Sie also Saatgut im Handel erwerben. Dieses muss frisch sein, da die Keimfähigkeit schnell verloren geht. Aber Achtung: Ein Erfolg ist nicht gewiss und benötigt viel Zeit.

Ableger der Kentiapalme
Die Vermehrung der Kentiapalme ist nicht ganz leicht [Foto: Suphachai Sinsuebphon/ Shutterstock.com]

Anleitung – Kentiapalme aus Samen ziehen:

  • Frische und vitale Samen im Handel erwerben
  • Samen über Nacht in lauwarmem Wasser vorquellen lassen
  • Pflanzgefäß mit Kokosfasern oder Anzuchterde füllen
  • Substrat mit einer Sprühflasche anfeuchten
  • Samen etwa 2 cm tief in das Substrat drücken
  • Pflanzgefäß bis zur Keimung feucht und warm bei etwa 25 °C halten
  • Gefäß mit Frischhaltefolie abdecken und regelmäßig lüften
  • Keimung nach etwa drei Monaten

Überwinterung: Ist die Kentiapalme winterhart?

Im Winter befindet sich die Kentiapalme in einer Ruhephase. Sie sollte dann immer noch hell stehen, bekommt aber seltener Wasser und keinen Dünger. Gießen Sie nur so viel, dass Wurzelballen und Substrat nicht vollständig austrocknen. Die Temperatur sollte nicht unter 15 °C sinken. Da die trockene Heizungsluft von der Kentiapalme nicht so gut vertragen wird, sollten Sie vor allem auf eine hohe Luftfeuchtigkeit Acht geben und regelmäßig zur Sprühflasche greifen.

Katze in Kentiapalme
Die Kentiapalme ist weder für Menschen noch für Tiere giftig [Foto: New Africa/ Shutterstock.com]

Ist die Kentiapalme giftig?

Immer wieder stellt sich die Frage, ob die schöne Kentiapalme giftig für Katzen, Hunde oder Menschen ist. Wir können Sie jedoch beruhigen: Weder für Menschen noch für Haustiere ist die Kentiapalme giftig. Die Pflanze enthält keinerlei Giftstoffe, sodass sich Kentiapalme und Katze getrost gemeinsam in der Wohnung halten lassen.

Wenn Sie sich genauer für ungiftige Zimmerpflanzen interessieren, finden Sie in diesem Artikel weitere Informationen.

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