Prachtkerze: Standort, Schneiden & Überwintern

Kati
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Ich bin gelernte Gärtnerin und studierte Gartenbauwissenschaftlerin und liebe alles was wächst und grünt! Egal ob Strauch, Baum, Nutzpflanze oder vermeintliches Unkraut: Für mich ist jede Pflanze ein kleines Wunder.
Im Garten versorge ich meine 13 Hühner, baue Obst & Gemüse an und beobachte ansonsten, wie sich die Natur selbst verwaltet und gestaltet.

Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

Die genügsame Prachtkerze, auch Präriekerze genannt, verleiht Beeten mit ihren filigranen Blüten ein zartes Flair. Mit einer Blühfreudigkeit ohnegleichen bereichert die Prachtkerze Steingärten, Kübel und Rabatten.

Präriekerze
Die hochwüchsige Prachtkerze eignet sich auch als Schnittblume in Blumensträußen [Foto: Ancha Chiangmai/ Shutterstock.com]

Die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) ist ein Dauerblüher mit zahllosen zarten, an Schmetterlinge erinnernden Blüten. Erfahren Sie hier, wie Sie die Prachtkerze pflanzen, schneiden und kombinieren, ob die Gaura winterhart ist und was die schönsten Sorten der Prachtkerze sind.

Prachtkerze: Eigenschaften und Herkunft

Die Prachtkerze gehört zur Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) und stammt ursprünglich aus dem südlichen Nordamerika, also der Grenzregion zwischen den USA und Mexiko. Dort besiedelt sie offene Kiefernwälder und vor allem Prärielandschaften, daher ist sie wohl auch unter dem Namen Präriekerze bekannt. Ihre kleinen, aber zahllosen, an Schmetterlinge erinnernden Blüten verschaffen der Prachtkerze den Beinamen Schmetterlingsblume. An den aufrechten, leicht gebogenen und nur schwach verzweigten Stängeln der Prachtkerze sitzen matt-blaugrüne elliptisch geformte Blätter mit leicht grob gezähnten Blatträndern. Die Gaura lindheimeri ist eine sommergrüne Pflanze.

Wie hoch wird die Prachtkerze? Die blühfreudige Staude wird je nach Sorte 50 bis 150 cm hoch und bildet dichte Horste mit einem Umfang von bis zu 90 cm.

Prachtkerze Gaura lindheimeri
Die zarten Blüten der Prachtkerze sind besonders zahlreich [Foto: Tagetes/ Shutterstock.com]

Als Dauerblüher schmückt die Präriekerze vom Juni bis zum ersten Frost den Garten mit unzähligen Blüten. Die weiß- bis purpurfarbenen Blüten sitzen wie Schmetterlinge an den 30 bis 60 cm langen Rispen. Jede einzelne blüht nur einen Tag lang, zeigt dabei einen schönen Farbverlauf und endet mit einer Kapselfrucht, aus der das Saatgut zur Vermehrung entnommen wird.

Gaura Prachtkerze
Von Weiß bis Dunkelrosa erstreckt sich das Farbspektrum der Prachtkerzen [Foto: Debu55y/ Shutterstock.com]

Ist die Prachtkerze bienenfreundlich? Ja, viele Bienen tummeln sich im Sommer um die Blüten der Gaura lindheimeri. Auch Schmetterlinge und Hummeln zieht sie an.

Ist die Prachtkerze mehrjährig? Ja, die Prachtkerze ist eine mehrjährige Staude. In der Praxis erweist sie sich jedoch als relativ kurzlebig. Wie Sie die Präriekerze erhalten und vermehren, erfahren Sie weiter unten im Artikel.

Die schönsten Sorten der Prachtkerze

Es gibt zahlreiche Sorten der Gaura lindheimeri, die sich vor allem in ihrer Farbe und Wuchshöhe unterscheiden. Die rosa blühende Sorte ‚Elfenbusserl‘ wurde 2007 sogar zur bayerischen Balkonpflanze des Jahres gekürt. Im Folgenden haben wir eine Auswahl der beliebtesten Prachtkerzen-Sorten zusammengestellt:

  • Whirling Butterflies: Die ‘Whirling Butterflies’ ist wohl eine der beliebtesten Sorten der Prachtkerze und das nicht ohne Grund: Die weißen, großblütigen Blüten der sich stärker verzweigenden Sorte schweben wie wirbelnde Schmetterlinge über dem Beet. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 70 cm.
Prachtkerze Whirling Butterflies
Von Weitem sieht die Sorte ‘Whirling Butterflies’ wie ein Schwarm Schmetterlinge aus [Foto: Kathryn Roach/ Shutterstock.com]
  • Siskiyou Pink: Diese ältere und robustere Sorte der Gaura lindheimeri gehört mit 90 cm Wuchshöhe eher zu einer der größeren Prachtkerzen-Sorten. Sie erblüht entsprechend des Namens in Rosa, allerdings erst im Spätsommer.
Prachtkerze in Pink
Die Knospen der ‘Siskiyou Pink’ sind dunkelrot gefärbt [Foto: P. OCHASANOND/ Shutterstock.com]
  • Rosy Jane: Besonders einzigartig blüht diese Sorte der Prachtkerze: Die Blütenblätter sind weiß mit pinken Rändern. ‘Rosy Jane’ wird bis zu 70 cm groß.
Gaura-Pflanze
Bei der Sorte ‘Rosy Jane’ müssen Sie sich nicht zwischen Weiß oder Rosa entscheiden [Foto: footageclips/ Shutterstock.com]
  • Summer Breeze: Es handelt sich um eine eindrucksvolle, große Sorte, die bis zu 150 cm hoch wird. Die rosa-weiß blühende Präriekerze ist besonders robust und standfest und verträgt auch Frost besser als andere Sorten.
  • Short Form: Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine niederwüchsige Sorte der Prachtkerzen, die sich daher sehr gut als Kübelpflanze eignet. Die Blüten der ‘Short Form’ sind weiß bis rosa und sie wird circa 50 cm hoch.
  • Shakti: Diese Sorte der Prachtkerze hat eine intensive dunkelrosa Färbung und wird ebenfalls nur circa 60 cm groß.
  • Madonna: Sie hält es auch im Halbschatten aus, obwohl ihr die pralle Sonne besser gefällt. Die blütenreiche, weiß-blühende Sorte der Prachtkerze wird bis zu 55 cm groß.
  • Gambit Rose: Auch eher eine niederwüchsige Sorte, die mit ihren karminroten Blüten überzeugt.

Pflanzanleitung und Standort der Prachtkerze 

Die Gaura lindheimeri fühlt sich an vollsonnigen Standorten am wohlsten. Je mehr Sonne die Prachtkerze abbekommt, desto üppiger fällt die Blütenpracht aus. Der optimale Boden für die Präriekerze ist sandig oder steinig, nährstoffarm, durchlässig und trocken. Auf schweren und stark humosen Böden gedeiht die Prachtkerze nur schlecht und fällt im Herbst der Fäulnis anheim. Somit eignet sich die Pflanze optimal für Kiesbeete oder den Steingarten. Ist Ihr Gartenboden zu schwer, mischen Sie auf jeden Fall reichlich Sand oder Feinsplitt unter, um eine gute Drainage zu gewährleisten.

Für eine erfolgreiche Pflanzung im Kübel wird die Pflanzerde mit 40 bis 50 % Grobmaterial, also beispielsweise Blähton oder Blähtonbruch, vermengt. Eine ausreichend dicke Drainageschicht aus demselben Material verhindert Staunässe, auf welche die Prachtkerze empfindlich reagiert. Im Kübel kann man die Prachtkerze leicht frostfrei überwintern, was zu kräftigeren Pflanzen im Frühjahr führt.

Standort der Prachtkerze
Ein steiniger und trockener Boden macht der Gaura gar nichts aus [Foto: HeiSpa/ Shutterstock.com]

Der optimale Standort für die Prachtkerze:

  • Vollsonnig
  • Nährstoffarmer und humusarmer Boden
  • Durchlässiges und leichtes Substrat
  • Nicht zu nass

Tipp: Wählen Sie einen windgeschützten Standort für die Prachtkerze aus, denn die langen Stiele der Gaura können sonst leicht umknicken. Der perfekte Platz für die Prachtkerze ist vor einer nach Süden ausgerichteten Hauswand.

Prachtkerze als Rabattenpflanze
Der buschige Wuchs macht die Prachtkerze zur perfekten Rabattenpflanze [Foto: ROKBrandt/ Shutterstock.com]

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen der jungen Prachtkerzen ist von Anfang bis Mitte Mai. Nach der Pflanzung sollten keine Nachtfröste mehr folgen. Besonders gut zur Geltung kommt die Präriekerze in Pflanzungen von drei bis fünf Exemplaren in einer Gruppe. Pro Quadratmeter passen fünf bis sieben Pflanzen nebeneinander, der Pflanzabstand zwischen den Prachtkerzen beträgt also 30 bis 60 cm. In den ersten Wochen nach der Pflanzung sollten Sie die Prachtkerzen feucht halten, bis sie starke Wurzeln gebildet haben.

Tipp: Bei gekauften Jungpflanzen sollte die Erde des Pflanzballens so gut, wie es geht, vorsichtig entfernt werden. Das gelingt zum Beispiel durch Ausspülen. In dem humosen Kultursubstrat hält sich sonst über den Herbst zu viel Wasser und darunter leidet die Winterhärte.

Prachtkerze kombinieren: Die Prachtkerze lockert jedes Staudenbeet mit ihren filigranen Blüten auf. Da sie meist eine der höheren Pflanzen ist, wählt man am besten einen Platz weiter hinten im Beet für die Gaura aus.

Prachtkerze-Kombinieren
Hinter großblütigen, doch niederwüchsigen Blumen macht sich die Gaura sehr gut [Foto: Andriy Blokhin/ Shutterstock.com]

Passende Begleitpflanzen mit ähnlichen Standortbedingungen wie die Prachtkerze sind:

  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Blauraute (Perovskia atriplicifolia)
  • Bleiwurz (Plumbago auriculata)
  • Fetthenne (Sedum)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

Optisch ansprechend kann man die Prachtkerze mit Ziergräsern kombinieren. Dazu gehören:

  • Federborstengras (Pennisetum alopecuroides)
  • Blauschwingel (Festuca cinerea)
  • Diamantgras (Calamagrostis arundinacea)

Die kleinen Blüten der Prachtkerze bilden einen schönen Kontrast zu Blumen mit großen Blüten, zum Beispiel:

Prachtkerze mit Begleitpflanzen
Hier wurde Gaura lindheimeri mit Sonnenhut kombiniert [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Gaura lindheimeri pflegen

Die Prachtkerze ist eine genügsame Pflanze. Das Schneiden, Gießen und Düngen halten sich in Grenzen. Wenn Sie die Prachtkerze im Kübel kultivieren, sollten Sie ihr alle zwei Jahre ein neues Substrat gönnen. Der beste Zeitraum fürs Umtopfen ist von Februar bis März, bevor die Gaura neu austreibt.

Prachtkerze schneiden

Das Entfernen der verblühten Blüten, wie man es von anderen Stauden kennt, ist bei der Präriekerze nicht nötig, da sie ganz von selbst abfallen. Nur, wenn Sie die Selbstaussaat der Prachtkerze unbedingt vermeiden wollen, sollten Sie alte Rispen vor der Samenbildung entfernen. Einfacher ist es allerdings, auflaufende Sämlinge im Frühjahr auszureißen.

verblühte Prachtkerze
Verblühte Blüten der Prachtkerze fallen ab, daher braucht man sie während der Blütezeit nicht scheiden [Foto: mcajan/ Shutterstock.com]

Im Spätherbst ist ein Schneiden der Gaura lindheimeri nötig, um sie für den Winter vorzubereiten. Kürzen Sie die Staude auf circa 10 cm über dem Boden, achten Sie dabei auf scharfes Werkzeug. Der zurückgeschnittene Horst sollte dann mit Laub bedeckt werden, um die Prachtkerze vor Kälte und Nässe zu schützen. Diese Maßnahme trägt enorm zu einer erfolgreichen Überwinterung bei.

Gießen und düngen

Die Prachtkerze ist genügsam, was Wasser- und Nährstoffbedarf angeht. Sie kommt gut mit nicht all zu langen Trockenperioden zurecht. Gießen ist also nur notwendig, wenn es über eine längere Zeit nicht geregnet hat. Wenn die Prachtkerze bei Ihnen im Kübel wächst, sollten Sie etwas öfter gießen, denn im Blumenkübel kann weniger Wasser gespeichert werden.

Auch die Düngung der Prachtkerze ist unkompliziert: In den meisten Fällen kommt die Gaura ohne zusätzliche Düngergaben zurecht. Im Kübel tut der Prachtkerze etwas mehr Dünger gut. Einmal im Monat die Hälfte der auf der Verpackung angegebenen Dosierung eines Flüssigdüngers ins Gießwasser zu geben, reicht aber vollkommen aus. Dafür eignet sich unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger besonders gut. Der rein organische Dünger besteht nur aus pflanzlichen Inhaltsstoffen und ist genau auf die Bedürfnisse von Blühpflanzen abgestimmt. Ab Ende August bis zum nächsten Frühjahr sollten Sie die Düngung aber aussetzen.

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Ist die Präriekerze winterhart?

Gänzlich winterhart ist die Gaura lindheimeri leider nicht. Bei Temperaturen unter – 10 °C sowie bei zu viel Feuchtigkeit kann der Wurzelballen irreversibel beschädigt werden. Damit die Präriekerze den Winter schadensfrei überlebt, schneiden Sie die Staude im Herbst bis 10 cm über den Boden zurück und bedecken Sie den Horst mit reichlich Reisig und Laub. Ein solcher Regenschutz schützt vor zu viel Feuchtigkeit. Die weißen Sorten sind häufig frostresistenter. Ob der Standort gut drainiert ist und Wasser gut abfließt, ist entscheidend bei der Frage, ob die Gaura winterhart ist.

Für das Überwintern der Prachtkerze im Kübel eignet sich ein dunkler und kühler, aber frostfreier Raum, zum Beispiel die Garage oder der Schuppen. Gelegentlich sollten Sie dem Überwinterungsgast einen Schluck Wasser zukommen lassen, damit der Wurzelballen über den Winter nicht vollständig austrocknet. Eine vorsichtige Gewöhnung der Prachtkerze an grelles Sonnenlicht nach den Wintermonaten ist zu empfehlen.

Prachtkerze-Überwintern
Mit Laub abgedeckt überlebt die Präriekerze den Winter im Beet [Foto: Matteo Volpone/ Shutterstock.com]

Prachtkerze vermehren

Prachtkerzen vermehren sich an geeigneten Standorten durch Selbstaussaat. Die Kapselfrüchte öffnen sich und lassen die Samen fallen. Sie keimen jedoch nur aus, wenn der Boden trocken und der Standort nicht allzu winterkalt ist.

Für eine kontrollierte Vermehrung der Prachtkerze kann man die an der Pflanze getrockneten Samen ernten und drinnen ab Februar aussäen. Für die Aussaat eignet sich beispielsweise ein 1:1-Gemisch aus Sand und unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, die zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen besteht, zum Beispiel aus Kokosfasern und Qualitätskompost. Da die Gaura ein Lichtkeimer ist, sollten die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Nach vier bis sechs Wochen können die Pflänzchen pikiert und nach den Eisheiligen in den Garten gepflanzt werden.

Im Freiland ist die Aussaat erst ab April möglich, denn die Prachtkerze benötigt eine Keimtemperatur von mindestens 15 °C. Bei einer frühen Aussaat blüht die Staude schon im ersten Jahr, bei einer Freilandaussaat voraussichtlich erst im zweiten.

Prachtkerze-Blätter
Bei einer Freilandaussaat blüht die Prachtkerze im ersten Jahr wahrscheinlich noch nicht [Foto: Sarey Both Uy/ Shutterstock.com]

Weitere Vermehrungsmöglichkeiten:

  • Im Frühsommer geschnittene, 5 bis 10 cm lange Triebe der Prachtkerze können Sie in Anzuchterde bewurzeln lassen und dann wieder ins Beet pflanzen.
  • Vermehrung durch Teilung des Horstes ist bei der Prachtkerze nicht zu empfehlen. Wer es dennoch versucht, sollte es im Frühjahr mit einem scharfen Spaten vornehmen.

Ist die Prachtkerze giftig?

Die Prachtkerze ist für Menschen sowie für Katzen und Hunde ungiftig.

Wenn Sie gerade bei der Planung eines Staudenbeets sind, dann finden Sie in unserem Artikel zum Anlegen eines Staudenbeets nützliche Tipps und Tricks sowie Pflanzpläne für Staudenbeeten an verschiedenen Standorten.

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