Boden auflockern: Verschiedene Methoden & Tipps

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

In verdichteten Böden macht Gärtnern keinen Spaß. Pflanzen wachsen nicht richtig, kümmern und können schnell eingehen. Doch zum Glück gibt es verschiedene Methoden, um verdichtete Böden aufzulockern.

Bodenprobe
Ein humoser, feinkrümeliger und lockerer Boden ist das Ziel viele Gartenbesitzer [Foto: sharon kingston/ Shutterstock.com]

Seinen Gartenboden aufzulockern, bringt viel Arbeit mit sich. Daher stellt sich schnell die Frage, wie sinnvoll das Auflockern der Erde ist und aus welchem Grund es gemacht wird. Grundsätzlich gedeihen Pflanzen in einem lockeren Boden besser, außerdem können Luft und Wasser besser zirkulieren und das Bodenleben bleibt gesund. Welche Böden man lockern sollte, welche Geräte es zum Auflockern von Böden gibt und weitere Möglichkeiten, wie man harte Böden auflockern kann, stellen wir in diesem Artikel vor.

Warum sollte man den Boden auflockern?

Grundsätzlich ist ein Boden aus Bodenpartikeln wie Tonmineralen und Humus aufgebaut, zwischen denen sich Hohlräume befinden. Diese sind mit Wasser oder Luft gefüllt, abhängig von beispielsweise der Porengröße und der Niederschlagsmenge. In verdichteten Böden ist der Anteil der Hohlräume sehr gering und vorhandene Poren sind nur sehr klein. Es gibt also weder genug Platz für Wasser noch für Luft. Beide sind jedoch lebenswichtig für Pflanzenwurzeln und die meisten Bodenlebewesen. In einem lockeren Gartenboden wachsen Pflanzen also vor allem aus 4 Gründen besser:

  1. Bessere Durchlüftung: Bodenlebewesen und Pflanzenwurzeln bekommen dank mehr und größerer Poren ausreichend Sauerstoff. Ist das nicht der Fall, würden Wurzeln beginnen zu faulen. Außerdem würden viele wichtige Bodentiere und Mikroorganismen eingehen.
  2. Vermeidung von Staunässe: In verdichteten Böden kann Wasser nur schlecht und langsam in tiefere Bodenschichten abfließen. Falls es diese erreicht, ist zwar mehr als genug Wasser vorhanden, aber es gelangt keine Luft mehr an die Wurzeln.
  3. Mehr Wurzelraum: Pflanzenwurzeln wachsen vor allem in Grobporen. Bis zu einem gewissen Maß gilt also: Je mehr Grobporen, desto besser die Durchwurzelbarkeit. In ungelockerten, dichten Böden ist der Porenanteil sehr gering. Damit haben Pflanzen keine Möglichkeit, ein großes, gut verzweigtes Wurzelsystem auszubilden, das sie mit Nährstoffen und Wasser versorgt.
  4. Bessere Wasserverfügbarkeit: Was das pflanzenverfügbare Wasser angeht, sollte der Boden weder zu locker noch zu dicht sein. In sehr lockeren Böden fließt Wasser größtenteils einfach hindurch und der Boden trocknet schnell aus. In dichten Böden sind zwar viele Poren mit Wasser gefüllt. Da es aber fast nur sehr feine Poren gibt, wird es durch Kapillarkräfte so stark festgehalten, dass Pflanzenwurzeln das Wasser nicht aufnehmen können. Es wird dann auch als Totwasser bezeichnet.

Gute Böden haben also ein ausgewogenes Verhältnis von Grob-, Mittel- und Feinporen. So ist genug Platz für Wurzeln, Wasser und Luft.

pflanze wird in lockerern Boden gepflanzt
In lockeren Böden gedeihen Pflanzen besser [Foto: Sergey Mironov/ Shutterstock.com]

Welche Böden sollten aufgelockert werden?

Man kann Bodenpartikel anhand der Größe in 3 Klassen einteilen:

  • Sand: Die größten Partikel bis 2 mm
  • Schluff
  • Ton: Die kleinsten Partikel

Optimal für das Wachstum vieler Pflanzen sind Lehmböden, bei denen alle 3 Korngrößen in einem relativ ausgewogenen Verhältnis vorkommen.

Ist Ihr Gartenboden verdichtet, kann das zwei Gründe haben:

  • Er enthält zu viele Tonpartikel, sodass er automatisch dicht zusammensitzt.
  • Er wurde durch häufiges Überlaufen oder Befahren so zusammengedrückt, dass der Anteil an Grob- und Mittelporen zu gering ist. Gemüsebeete sollten aus diesem Grund zum Beispiel einmal pro Jahr gelockert werden.

Je nachdem, was die Ursache für die Verdichtung ist, greift man auf verschiedene Maßnahmen zurück, um den Boden zu lockern. Diese werden im nächsten Abschnitt genauer beschrieben.

Festgefahrener Boden
Starke Verdichtungen können Böden langfristig schädigen und sollten möglichst vermieden werden [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Tipp: Die Korngrößenzusammensetzung und Bodenart können Sie grob mit der Fingerprobe abschätzen. Wenn Sie eine schwach feuchte Bodenprobe in Ihren Handflächen und zwischen Ihren Fingern rollen und zerreiben, zeigen die verschiedenen Korngrößen unterschiedliche Eigenschaften:

  • Ton: Gut formbar; schmierig; glatte, glänzende Schmierflächen
  • Schluff: Nicht bindig; mehlig; wenig formbar; haftend in Fingerrillen; raue Gleitflächen; Reißen bei Quetschung
  • Sand: Körnig; nicht formbar; nicht bindig; nicht beschmutzend; zu „groß“ für Fingerrillen
Hand voll Erde
Mit der Fingerprobe kann die Bodenart grob bestimmt werden [Foto: Gajus/ Shutterstock.com]

Wie kann man den Boden auflockern?

Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten, den Boden zu lockern. Zum einen kann man Geräte verwenden, die das Bodengefüge aufbrechen und lockern, oder man beeinflusst die Körnung des Bodens, indem man ihm Sand beimischt. Auch die Natur selbst kennt Mittel und Wege, Böden zu lockern. Verantwortlich dafür sind vor allem Bodenlebewesen und die Wurzeln von Pflanzen.

Boden mit Geräten auflockern

Geräte zu verwenden, macht vor allem Sinn, wenn der Boden aufgrund von Überfahren oder häufigem Darüberlaufen verdichtet wurde. Die Auswahl an Gartengeräten zum Auflockern von Erde ist dabei groß, sodass für nahezu jede Situation das Passende dabei ist.

Tipp: Natürlich ist es am besten, wenn Verdichtungen gar nicht erst entstehen. Zum Beispiel sollte man nasse Böden im Winter oder nach Regen so wenig wie möglich betreten.

Spaten

Früher war es noch gängige Praxis, im Herbst seinen Garten mit dem Spaten umzugraben. Damit wollte man die Erde im Beet auflockern, Unkrautsamen vergraben und die Frostgare fördern, durch die ein schwerer Boden in lockere Krümel zerfällt. Mittlerweile ist man von dieser Praxis jedoch abgekommen, denn das Umgraben stellt das komplette Bodenleben buchstäblich auf den Kopf und beschleunigt den Humusabbau. Meistens findet der Spaten daher nur noch bei der Neuanlage von Gemüsebeeten Verwendung. Mit seiner Hilfe wird dabei der Rasenboden aufgelockert und der ursprüngliche Bewuchs durch Wenden vergraben, sodass man neue Pflanzen in die freiliegende Erde setzen kann.
Sinn macht der Einsatz des Spatens als Werkzeug, um den Boden aufzulockern, auch bei schweren, vernässten Tonböden. Mit ihm kann die Durchlüftung verbessert werden und verklebte Erdschollen werden zerkrümelt. Außerdem erwärmen sich Tonböden, die sonst oft lange kalt bleiben, dank dem Umgraben schneller.

Tipp: Dank der No-dig-Methode ist es sogar möglich, Gemüsebeete ohne Umgraben anzulegen.

Boden mit Spaten lockern
Spaten werden nur noch selten als Gerät zum Lockern von Böden verwendet [Foto: Krasula/ Shutterstock.com]

Grabgabel, Sauzahn, Grubber, Hacke und Gartenkralle

Alle diese Gartengeräte zum Auflockern des Bodens heben sich vom Spaten dadurch ab, dass man mit ihnen den Boden zwar lockert, aber nicht wendet. Sie eignen sich also zum Auflockern von Boden ohne Umgraben. So bleibt die ursprüngliche Schichtung des Untergrunds, die sich nur langsam über Jahre hinweg aufbaut, erhalten. Bodenlebewesen bleiben in der für sie passenden Zone und Humus bleibt besser geschützt.

Welches Gerät zum Auflockern des Bodens Sie dabei verwenden, hängt vor allem von Ihren Vorlieben ab. Mit der Grabgabel kann man relativ schnell und mit wenig Energieaufwand große Flächen tief lockern. Ein Sauzahn wird gleichfalls meist ohne großen Kraftaufwand durch den Boden gezogen und lockert ihn ebenso relativ tief. Diese beiden Geräte verwendet man in der Regel maximal einmal pro Jahr, zum Beispiel im Frühjahr, bevor man die Beete bepflanzt.

Boden mit Grabgabel auflockern
Zum Beispiel Grabgabeln können zum tiefen Lockern von Gartenböden verwendet werden [Foto: Air Images/ Shutterstock.com]

Grubber, Gartenkralle und Hacke dringen meist nicht ganz so tief ein und lockern nur die obere Bodenschicht. In gepflegten, humosen Böden kann dank ihnen ganz auf eine tiefe Bodenbearbeitung verzichtet werden. Man kann sie aber auch während der Gartensaison einsetzen, beispielsweise wenn man ein Beet neu bepflanzt.

Tipp: Häufig gibt es die Möglichkeit, motorisierte Gerätschaften wie Grubber oder Fräse für größere Flächen tageweise auszuleihen. Mit solchen Geräten sollte man allerdings nur arbeiten, wenn der Boden abgetrocknet ist. Durch ihr Gewicht können sie ansonsten ebenfalls verdichtend wirken. Außerdem sollten sie nicht zu häufig eingesetzt werden, da größere Bodentiere von den Zinken schnell getötet werden.

Boden mit Sand auflockern

Haben Sie die Fingerprobe gemacht und festgestellt, dass Ihr Boden sehr tonig ist, können Geräte und Maschinen zur Bodenlockerung bei der langfristigen Verbesserung der Bodenstruktur nicht helfen. Stattdessen können solche sehr tonig-lehmigen Böden mit Sand aufgelockert werden.

Doch welcher Sand ist für das Boden auflockern geeignet? Am besten ist scharfgewaschener, reiner Quarzsand mit einer Korngröße von 0,6 bis 2 mm. Spielsand ist zum Auflockern von Böden zum Beispiel weniger geeignet, denn ihm wird oft ein Teil Ton beigemischt, damit die Sandkuchen von Kindern zusammenhalten. Wir empfehlen zum Auflockern von Lehmböden und Böden mit hohem Tonanteil unseren Plantura Rasensand. Er besteht zu 100 % aus reinem Quarzsand und hat eine eher feine Körnung, die sowohl für das Auflockern von verdichteten Böden unter Rasen als auch zum Auflockern der Erde in Beeten geeignet ist.

Plantura Rasensand
Plantura Rasensand

Hochwertiger Quarzsand mit feiner Körnung,
lüftet schwere Böden & gleicht Unebenheiten aus,
für satt-grünen Rasen ohne Unkraut & Moos

Tipp: Den Boden unter Rasen aufzulockern, ist mit Geräten nicht möglich, denn dabei würde man den gesamten Bewuchs zerstören. Trotzdem gibt es verschiedene Methoden, Rasenboden aufzulockern sowie Wasserhaltevermögen und Sauerstoffzufuhr zu verbessern. Dazu zählen unter anderem das Rasenlüften und das Sanden von Rasen. Dabei wird Sand auf dem Rasen verteilt. Durch Bewässern und Regen wird er ohne Umgraben in die oberen Bodenschichten eingelagert und lockert den Boden unter Rasen so langfristig und ohne schwerwiegende Eingriffe.

Boden mit Bodenaktivator auflockern

Ein Bodenaktivator sorgt nicht direkt für einen lockeren Boden, aber er fördert Tiere, die ein lockeres Bodengefüge aufbauen. Dazu zählen die Regenwürmer. Sie graben Gänge, die für eine bessere Bodenbelüftung und Wasserversorgung sorgen, und produzieren dabei Humus. Regenwürmer und andere Bodenlebewesen sind also essenziell für einen gesunden, fruchtbaren und aufgelockerten Boden. Diese Tiere benötigen jedoch Nahrung, die sie unter anderem in Form von organischen Pflanzenresten oder verrottenden Wurzeln erhalten.

Regenwurm in der Erde
Regenwürmer leisten beim Lockern von Böden wertvolle Arbeit [Foto: Natalia Kokhanova/ Shutterstock.com]

Auf konventionell bewirtschafteten Äckern und in vielen Gartenbeeten nimmt der organische Anteil im Boden allerdings kontinuierlich ab. Das liegt vor allem daran, dass ein großer Teil des Bodens nicht bewachsen ist, vor allem mineralisch gedüngt wird und die meisten Pflanzenreste nach der Ernte entfernt werden. Neben verschiedenen Arbeitsweisen, die den Humusaufbau im Garten fördern, liefert auch ein Bodenaktivator für viele Bodenlebewesen wichtige Nährstoffe und organisches Strukturmaterial.

Bei der Wahl des Bodenaktivators gibt es einiges zu beachten. Viele Bodenaktivatoren enthalten Abfälle aus der tierischen Industrie wie Blut- oder Hornmehl. Wer darauf verzichten möchte, ist mit unserem Plantura Bio-Bodenaktivator gut beraten. Er ist zu 100 % tierfrei und enthält zusätzlich lebende Mykorrhiza-Pilze, die für zahlreiche Pflanzen wichtige Partner im Boden sind.

Plantura Bio-Bodenaktivator
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Boden Auflockern durch Pflanzen

Viele Pflanzen erreichen selbst in kurzer Zeit eine beachtliche Wurzelmasse und dringen mit ihren Wurzeln bis in tiefe Bodenschichten vor. Ein Bewuchs mit Pflanzen zum Beispiel in Form einer Gründüngung bewirkt dabei nicht nur das Auflockern des Gartenbodens, sondern es werden auch Nährstoffe vor Auswaschung bewahrt und aus tieferen Bodenschichten nach oben verlagert. Dabei wird ebenfalls die Bodenoberfläche vor Erosion geschützt.

Durchwurzelter Boden
Auch Pflanzen können Böden lockern [Foto: ER_09/ Shutterstock.com]

Wichtig ist dabei auch die Pflanzenwahl. Zum einen sollten die Pflanzenfamilien in die Fruchtfolge im Garten passen. Außerdem sollte man sich entscheiden, ob man winterharte oder abfrierende Arten verwendet. Oft bietet es sich an, Saatgutmischungen auszusäen. Denn verschiedene Pflanzen bewurzeln bestimmte Bodenschichten und mobilisieren unterschiedliche Nährstoffe.

Tiefwurzelnde Pflanzen, die sich gut zum Lockern von verdichteten Böden eignen, sind Lupinen (Lupinus), Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis), Weißer Senf (Sinapis alba) und Rotklee (Trifolium pratense). Auch Gräser wie zum Beispiel Winterroggen (Secale cereale) sorgen dank ihrer guten, intensiven Durchwurzelung für feinkrümelige, aufgelockerte Mutterböden im Frühjahr.

In einem gesonderten Artikel haben wir weitere Tipps zusammengefasst, wie Sie Ihren Boden verbessern können.

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