Rasen sanden: Warum, wann & wie geht man richtig vor?

Kati
Kati
Kati
Kati

Ich bin gelernte Gärtnerin und studierte Gartenbauwissenschaftlerin und liebe alles was wächst und grünt! Egal ob Strauch, Baum, Nutzpflanze oder vermeintliches Unkraut: Für mich ist jede Pflanze ein kleines Wunder.
Im Garten versorge ich meine 13 Hühner, baue Obst & Gemüse an und beobachte ansonsten, wie sich die Natur selbst verwaltet und gestaltet.

Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

Beim Thema Rasen sanden kommen viele Fragen auf. Wir klären die wichtigsten und haben weitere Tipps parat, damit beim Sanden auch sicher nichts schief geht.

Nach dem Vertikutieren und Lüften kommt das Sanden des Rasens. Beim Vertikutieren wird Rasenfilz entfernt, außerdem werden die Gräser durch leichte Verletzungen der Wurzeln zu dichterem Wachstum angeregt. Nebenbei wird durch das Vertikutieren unerwünschtes Moos kurzfristig entfernt und der Boden ist offen und bereit für Düngung und andere Pflegemaßnahmen. Beim Rasenlüften kommen verschiedene Geräte zum Einsatz, die alle das Ziel haben, den Boden tiefergehend zu bearbeiten. So verbessern Sie dessen Luft- und Wasserführung. Das Sanden kann unabhängig vom Vertikutieren und Aerifizieren, doch besonders auch nach diesen Pflegemaßnahmen sinnvoll eingesetzt werden. Es ist vor allem bei verdichteten, tonigen Böden unter Rasenflächen eine sehr wichtige Methode, um die Wuchsbedingungen des Rasens zu verbessern.

Warum sandet man den Rasen?

Das Sanden des Rasens hat verschiedene vorteilhafte Effekte, die auch von der Vorbehandlung – also dem Vertikutieren oder Aerifizieren – sowie von dem vorliegenden Boden, dem verwendeten Sand und der eingesetzten Menge abhängen. Sogar das eingesetzte Gerät zur Verteilung beeinflusst den Effekt.

Ziele des Sandens sind:

  • Verbesserte Luftführung zur Förderung des Wurzelwachstums der Gräser
  • Verbesserung der Drainage und des Wasserabflusses von der Rasenfläche und Vermeidung von Staunässe
  • Erhöhung der Belastbarkeit, besonders gegenüber Begehen und Befahren
  • Erhöhte Scherfestigkeit des Bodens, vor allem bei sportlich genutztem Rasen
  • Verbesserung der Benetzbarkeit des Untergrunds und schnelles Abtrocknen der Rasenfläche, was dem Auftreten von Moos vorbeugt
  • Bei gleichmäßiger Verteilung mit einem Schleppnetz oder einer Rasenbürste kann das Sanden des Rasens auch Unebenheiten ausgleichen
Schaufel in einem Haufen Sand
Sand ist ein eher grober Bodenbestandteil und fördert die Durchlässigkeit [Foto: KIRYAKOVA ANNA/ Shutterstock.com]

Grundsätzlich wird mehr Sand eingesetzt, wenn der Boden im Zuge einer einzelnen Aktion langfristig verändert und verbessert werden muss, weil spezielle Probleme bestehen, die das Rasenwachstum stark beeinträchtigen. Doch auch das regelmäßige Besanden mit kleinen Mengen unterstützt auf Dauer den Wuchs des Rasens und erhöht seine Belastbarkeit deutlich.

Tipp: Von Natur aus sehr sandige Böden werden nicht noch zusätzlich gesandet. Darauf entsteht wegen der großen Lücken im Bodengefüge auch kein Problem mit Staunässe oder kritischer Verdichtung.

Wann wird der Rasen gesandet?

Sand als chemisch inertes, also nicht reaktives, Material kann eigentlich immer ausgebracht werden. Weil sich das Ausbringen aber auf allermindestens tief gemähtem Rasen – besser in Verbindung mit dem Vertikutieren oder Lüften – anbietet, ist der übliche Zeitpunkt im Jahr das Frühjahr. Der Rasen kann auch parallel gekalkt oder gedüngt werden – jedoch sollte man Kalk und Dünger nicht zugleich ausbringen, da sonst unerwünschte chemische Reaktionen auftreten können.

Grasnarbe
Ist die Narbe etwas geöffnet, kann der Sand besser in den Boden wandern [Foto: borzywoj/ Shutterstock.com]

Sollte man Rasen vor dem Sanden lüften oder vertikutieren? Geringe Mengen Sand können auch ohne vorheriges Vertikutieren oder Lüften verteilt werden. Hat ein Aerifizierungsgerät mit Hohlkegel-Werkzeugen, sogenannten Hohlspoons, viel Bodenmaterial herausgearbeitet, findet mehr Sand pro Quadratmeter Platz. Das vorherige Bearbeiten der Fläche ist also nicht zwingend notwendig, macht allerdings das Einbringen größerer Mengen und damit einen größeren Effekt möglich.

Welcher Sand eignet sich für Rasen?

Verschiedene Sand-Körnungen und -Qualitäten können zum Rasensanden genutzt werden. Getrockneter Sand ist rieselfähiger, gewaschener Sand ist währenddessen um sehr feine oder besonders grobe Anteile bereinigt. Verwenden Sie für Ihren Hausgarten am besten scharfgewaschenen, reinen Quarzsand mit einer Korngröße von 0,06 bis 2 mm.

Kinder-Sandkasten
Spielsand ist für das Rasen-Besanden nicht optimal zusammengesetzt – er rieselt schlecht [Foto: Olga Leschenko/ Shutterstock.com]

Kann man Spielsand für den Rasen verwenden?

Spielsand hat üblicherweise eine Körnung von 0 bis 2 mm oder 1 bis 2 mm. Damit er beim Backen von Sandkuchen zusammenhält, enthält er meist einen kleinen Tonanteil. Dieser ist beim Sanden des Rasens nicht nur überflüssig, sondern stört sogar, denn er sorgt für eine schlechte Rieselfähigkeit. Daher sollte man Spielsand besser nicht zum Sanden des Rasens verwenden.

Floragard Rasen-Sand
Nach dem Vertikutieren sowie zum Ausgleichen von Unebenheiten, lüftet den Rasen und verbessert die Wasserdurchlässigkeit, erhöht die Belastbarkeit.
*in Kooperation mit Floragard
Floragard Rasen-Sand

Rasen sanden: Die richtige Menge pro Quadratmeter

Wie viel Sand Sie zum Besanden Ihres Rasens benötigen, hängt davon ab, was Sie vorhaben:

Wird der Sand nur zum Ausgleich von Unebenheiten eingebürstet und dieser Vorgang jährlich wiederholt, wie auf Sportplätzen üblich, so genügen 0,5 bis 1 Liter Sand pro Quadratmeter.
Nach dem Vertikutieren werden hingegen 2 bis 3 Liter Sand pro Quadratmeter verteilt.
Nach dem Aerifizieren mit Schlitzmessern werden 3 bis 5 Liter Sand pro Quadratmeter gestreut,
auf Aerifizierer mit Hohlkegelwerkzeugen sollte das Besanden mit 4 bis 6 Litern pro Quadratmeter folgen.

Welche Menge es auf der jeweiligen Skala tatsächlich wird, hängt außerdem von Ihrer Bodenart ab. Das Besanden ist bei ohnehin schon stark sandigen Böden grundsätzlich nicht nötig. Je verdichteter oder tonreicher ein Boden wird, umso mehr Sand sollten Sie für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Wenn Sie nicht ganz sattelfest im Thema Bodenarten sitzen, können Sie alles Nötige in unserem Praxis-Artikel nachlesen.

Zwei Rasenstücke mit unterschiedlich viel Sand
Je nach Ziel der Besandung und Bodenart wird mehr oder weniger Sand pro m² verteilt [Foto: Oldboys/ Shutterstock.com]

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Besanden an sich ist kein Hexenwerk:

  1. Mit einem geeigneten Streuwagen oder einfach mit der Schubkarre wird die zuvor für die Flächengröße berechnete Menge in Häufchen auf dem Rasen verteilt.
  2. Nun können die Haufen mit der Rückseite des Rechens und anschließend mit den Zinken verteilt werden.
  3. Anschließend wird die Feinverteilung mit einem groben Straßenbesen abgeschlossen.

Wenn Unebenheiten im Rasen ausgeglichen werden sollen, braucht es ein Schleppnetz, das mehrfach über die Fläche gezogen wird – das geht bei kleinen Netzen auch einfach händisch. Es gibt zwar spezielle Rasenbürsten, die den Sand gleichmäßig verteilen, diese sind aber leider nur für größere Schleppgeräte geeignet und im Privatbereich nicht einzusetzen.

Wichtig: Ist der Sand gleichmäßig verteilt, sollten überall wieder die Spitzen der Halme aus dem Sand ragen.

Rasen-Sanden mit Streuwagen
Das Verteilen mit einem Streuer geschieht besonders gleichmäßig, ist aber kein Muss [Foto: Oldboys/ Shutterstock.com]

Sollte man Rollrasen sanden? Rollrasen unterscheidet sich nach dem festen Einwachsen und spätestens nach einem Jahr Standzeit in keiner Weise von gesätem Rasen. Man kann also auch Rollrasen sanden. Allerdings sollte die erste Bearbeitung dieser Größenordnung erst ein Jahr nach dem Verlegen erfolgen. Natürlich kann es sein, dass vor dem Verlegen des Rollrasens Sand verteilt werden muss, um die Rasentragschicht stabiler, scherfester und lockerer zu gestalten.

Rasen sanden, nachsäen und düngen

Dünger und Sand können gemeinsam ausgebracht werden, denn der Sand reagiert in keiner Weise mit dem Dünger. Nutzen Sie beispielsweise einen vornehmlich organischen Rasendünger wie unseren Plantura Bio-Rasendünger, um das Wachstum im Jahr nach der Behandlung zu verbessern. Der Dünger auf Basis von recycelten Resten aus der Lebens- und Genussmittelindustrie ist stickstoffbetont, um eine schnelle Regeneration zu unterstützen. Denn Stickstoff als „Motor des vegetativen Wachstums“ ist unabdingbar für den Aufbau frischer Halme. 70 bis 100 g Bio-Rasendünger pro Quadratmeter können vor dem Sanden verteilt werden.

Rasen-Reparatur auf Rasen-Lücke
Ist der Rasen lückig, hilft eine Rasen-Reparatur [Foto: Grandpa/ Shutterstock.com]

Direkt nach dem Lüften und Vertikutieren darf nachgesät werden. Allerdings regen die beiden Maßnahmen auch die Verzweigung der vorhandenen Gräser an, daher wird er nach dem Vertikutieren ohnehin dichter wachsen. Weitere Saat einzubringen, erhöht die Gefahr einer Pilzkrankheit am Rasen.
Säen Sie daher nur nach, wenn die Untergräser bereits vor dem Vertikutieren deutlich dezimiert waren – wenn man also viel Boden zwischen den Halmen sehen konnte. Wenn der Rasen flächig licht erscheint, ist die Nachsaat mit einer Lolium perenne-Mischung die richtige Wahl. Das wüchsige und regenerative Gras sorgt für eine dichte Optik. Fehlt hingegen stellenweise der Rasen in Gänze, verwenden Sie besser eine Mischung zur Rasen-Reparatur. Diese enthält sowohl schnellkeimende als auch konkurrenzstarke Gräser und besetzt die Lücke so lange, bis das Loch von den Seiten wieder zugewachsen ist.

Unebenheiten im Rasen mit Sand ausgleichen

Sand kann auch zum Ausgleichen kleiner Unebenheiten genutzt werden. Allerdings ist die sinnvolle Nutzbarkeit begrenzt: Tiefe Lunken sollten nicht mit purem Sand, sondern mit einer Mischung aus Gartenboden und etwas Sand gefüllt werden. Ist der Rasen überall nur etwas uneben, wird der Sand großflächig und gleichmäßig mit einem Schleppnetz verteilt – auf diese Weise entsteht eine sehr viel ebenmäßigere Fläche, als wenn per Auge versucht wird, mit einem Besen eine plane Fläche zu modellieren.

Rasen sanden mit Besen
Mit einem groben Besen ist das ebene Verteilen nicht so einfach [Foto: Weerayuth/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege nach dem Rasensanden

Direkt nach dem Vertikutieren oder Aerifizieren wird der Rasen am besten bis zum nächsten Rasenschnitt nach etwa einer Woche nicht mehr betreten, doch tiefgründig gewässert. Wurde der Rasen nur mit wenig Sand und ohne eine vorherige Bodenbearbeitung besandet, kann er nach dem ausgiebigen Wässern sofort wieder normal genutzt werden. Reichlich Wasser von oben sorgt dafür, dass der Sand etwas eingespült wird, sich im vorhandenen Boden festsetzt und bald vom Bodenleben und den Wurzeln ins Bodengefüge eingearbeitet wird. Außerdem wird der gegebenenfalls verwendete Dünger aufgeweicht oder gelöst, sodass Nährstoffe freigesetzt beziehungsweise vom Bodenleben mineralisiert werden – nun kann der Rasen mit seinem verbesserten Wachstum beginnen.

Aerifizierter Rasen
Wurde aerifiziert, müssen im Nachgang auch die herausgearbeiteten Kegel entsorgt werden [Foto: Sherry Barr Photography/ Shutterstock.com]

Neben dem Sanden ist auch das Düngen eine wichtige Pflegemaßnahme für den Rasen. In unserem Spezialartikel erfahren Sie alles zum Rasendüngen, was Sie wissen müssen.

Jetzt zur Garten-Post anmelden