Spalierbäume als Sichtschutz: Obst & Zierpflanzen im Überblick

Franziska
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Ich studiere ökologische Landwirtschaft an der Uni Hohenheim und bin sehr pflanzen- und naturverbunden. Zuhause bewirtschaften wir einen kleinen Biobetrieb mit einigen Tieren, verschiedenen Ackerfrüchten und etwas Wald. Die Gewinnung von gesunden Lebensmitteln im Einklang mit der Natur begeistert mich jedes Mal wieder aufs Neue.

Lieblingsobst: Apfel, Birne und Zwetschge
Lieblingsgemüse: Kartoffel, Kürbis und Spinat

Spalierbäume bieten die Möglichkeit, selbst bei wenig Platz Bäume im Garten zu pflanzen. Zusätzlich bieten sie einen natürlichen Sichtschutz und schirmen von den Nachbargrundstücken ab.

Hecke als Sichtschutz
Eine Hecke bietet Sichtschutz gegen die Blicke des Nachbarn [Foto: Yolanta/ Shutterstock.com]

Sowohl Spalierobst als auch Spalierbäume zur Zierde eignen sich wunderbar, um den eigenen Garten vor den neugierigen Blicken des Nachbarn zu schützen. Welche Arten und Sorten hierfür besonders gut passen, stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor.

Spalierbäume als Sichtschutz

Der Sichtschutz ist eine der Hauptfunktionen von Spalierbäumen. Sie sind perfekt, um das eigene Gartengrundstück von fremden Blicken abzuschirmen. Die Form als Spalier ergibt einen hervorragenden Sichtschutz – vor allem in der warmen Jahreszeit, wenn man viel draußen im Garten sitzt. Daher sind nicht nur immergrüne, sondern auch laubabwerfende Gehölze beliebte Spalierbäume als Sichtschutz. Eine Auswahl an immergrünen Spalierbäumen haben wir an anderer Stelle für Sie zusammengestellt.
Wir stellen Ihnen im Folgenden die beliebtesten Spalierbäume als Sichtschutz vor. Sie werden in Baumschulen mit unterschiedlichen Stammhöhen vom 0,5 m kleinen Niederstamm bis zum 2 m hohen Hochstamm angeboten.

Amber

Der sommergrüne Amberbaum (Liquidambar styraciflua) ist äußerst widerstandsfähig und kann bis zu 20 m hoch werden. Nach einer spektakulären Herbstfärbung in Rot- und Orangetönen wirft er seine sternförmigen Blätter im Winter ab. Um diese herbstliche Farbenpracht auszubilden, benötigt er einen vollsonnigen Standort und einen frischen bis feuchten, nährstoffreichen, durchlässigen Boden. Damit er sich ordentlich entwickelt, braucht sein Wurzelwerk viel Platz. Zudem bietet er zahlreiche Nistmöglichkeiten und wird daher gerne von Vögeln angenommen. Außerdem ist er im Winter skurril anzusehen, weil seine Zweige markante Korkleisten tragen. Beliebte Sorten sind hier ‘Gum Ball’ und ‘Worplesdon’.

Amberbaum als Spalierbaum
Im Herbst färbt sich der Amberbaum in leuchtenden Rot- und Orangetönen [Foto: Frans Blok/ Shutterstock.com]

Eisenholzbaum

Der sommergrüne Eisenholzbaum (Parrotia persica) sieht vor allem im Herbst mit gefärbtem Laub sehr spektakulär aus. Er wächst mehrstämmig und aufrecht in die Höhe, was ihn zu einem idealen Spalierbaum macht. Zudem trägt er orange-rote, sternförmige Blüten von März bis April. Um die Herbstfärbung voll auszuprägen, braucht er einen sonnigen Standort auf nicht zu armen, durchlässigen und bevorzugt tiefgründigen Böden. Sein Wurzelwerk verläuft eher flach. Empfehlenswert ist hier die Sorte ‘Vanessa’ mit ihrem schmalen Wuchs.

Tipp: Um noch vor dem Blattaustrieb im März die skurrilen, roten Blüten des Eisenholzbaumes bewundern zu können, sollte er zum richtigen Zeitpunkt geschnitten werden. Dieser liegt bei dem Frühblüher im April, direkt nach der letzten Blüte.

Eisenholzbaum als Spalierbaum
Das rote Laub des Eisenholzbaumes leuchtet im Herbst [Foto: Brzostowska/ Shutterstock.com]

Europäische Eibe

Die immergrüne Europäische Eibe (Taxus baccata) ist ein einheimischer Baum und behält wie die meisten Nadelbäume ihre grünen Nadeln im Winter. Durch den aufrechten, buschigen und dicht verzweigten Wuchs ist die Eibe sehr gut als Sichtschutz geeignet. Zudem wächst sie recht langsam und muss dementsprechend nicht so häufig geschnitten werden. Die dunkelgrünen Nadeln bieten in Kombination mit den leuchtend roten Scheinbeeren ein interessantes Bild. Sie bevorzugt frische bis feuchte, nährstoffreiche, kalkhaltige Böden und einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Ihr Wurzelwerk ist stark verzweigt und reicht bis in tiefe Bodenschichten. Interessante Varianten sind beispielsweise die schmal aufrechte ‘Fastigiata’ oder die etwas breiter säulenförmige Sorte ‘Westerstede’.

Eibe als Spalierbaum
Die grünen Pflanzenteile der Eibe sind giftig, die roten Scheinbeeren jedoch nicht [Foto: Studio 888/ Shutterstock.com]

Glanzmispel

Die immergrüne Glanzmispel (Photinia fraseri) dient nicht nur hervorragend als Spalierbaum, sie ist auch noch ein attraktiver Blickfang mit ihren prächtig glänzenden, mehrfarbigen Blättern. Sie wächst aufrecht, breit und buschig und wird bis zu 4 m hoch. Im Mai trägt sie weiße Blüten und später dann kleine, apfelförmige Früchte. Damit bietet sie eine wertvolle Futterquelle für Vögel und Bienen. Sie benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen humosen, durchlässigen, leicht sauren Boden. Interessant sind hauptsächlich buntblättrige Sorten, wie zum Beispiel ‘Pink Marble’ mit ihrem pink-weiß-grünen Laub, ‘Pink Crispy’ mit weiß-grünen Blättern oder die Sorte ‘Red Robin’ mit rotem Blattwerk. Die Glanzmispel ist nicht in allen Zonen Deutschlands zuverlässig winterhart, in milden Gebieten und urbanen Klimaten kommt es fast nie zu Frostschäden.

Glanzmispel als Spalierbaum
Die neu ausgetriebenen Blätter der Glanzmispel sind rot gefärbt [Foto: Alexander Denisenko/ Shutterstock.com]

Tipp: Der beste Schnittzeitpunkt für die Glanzmispel ist das späte Frühjahr nach der Blüte. So stellen Sie sicher, dass Sie die Knospen neuer, cremeweißer Blüten nicht abschneiden.

Hainbuche

Die immergrüne, robuste und anspruchslose Hainbuche (Carpinus betulus) ist ein sehr guter Sichtschutz, da sie aufrecht und dicht wächst sowie bestens schnittverträglich ist. Zudem ist sie wüchsig und treibt 30 bis 35 cm pro Jahr. Zur Blütezeit im April und Mai erscheinen kleine, gelbe Blüten. Das Laub vertrocknet zwar, bleibt aber über den Winter an den Ästen und wird erst mit dem Neuaustrieb im Frühjahr abgeworfen. Die Hainbuche toleriert die meisten Böden und wächst sowohl an sonnigen, als auch an schattigen Standorten. Sie besitzt ein gleichmäßiges Herzwurzelsystem, das jedoch sehr anpassungsfähig an die jeweiligen Bedingungen ist. Als Spalierbäume bieten sich zum Beispiel die Sorten ‘Fastigiata’ und ‘Frans Fontaine’ an.

Hainbuche als Spalierbaum
Durch ein Hainbuchenspalier schaut niemand so schnell durch [Foto: Joe Kuis/ Shutterstock.com]

Ölweide

Die immergrüne Ölweide (Elaeagnus ebbingei) ist ein aufrecht wachsender, großer Strauch, der mit der Zeit immer mehr in die Breite wächst. Daher eignet sich das anspruchslose Gewächs gut als Sichtschutz. Es wird bis zu 3 m hoch und wächst 10 bis 25 cm pro Jahr. Zwischen Oktober und November trägt die Ölweide kleine, weiße, duftende Blüten. Geschnitten wird sie nach dem Verblühen, sodass die Blütenknospen mit dem Schnitt nicht entfernt werden. Sie bevorzugt einen halbschattigen Standort und toleriert alle kultivierten Gartenböden. Die immergrüne Ölweide besitzt ein fleischiges, oberflächennah ausgebreitetes und wenig verzweigtes Wurzelwerk. An geschützten Plätzen ist sie bis zu –17,7 °C winterhart. Eine Varietät, die besonders schön anzusehen ist, ist die Buntlaubige Ölweide (Elaeagnus pungens ‘Maculata’): Sie trägt gemusterte, gelbgrüne Blätter und ist etwas empfindlicher als die grünlaubige Ölweide. Sie sollte an einen sonnigen und geschützten Platz mit saurem Boden gepflanzt werden.

Spalierbaum als Sichtschutz
Die grün-gelb gefleckten Blätter sind ein besonderer Hingucker [Foto: vovk2323/ Shutterstock.com]

Portugiesischer Kirschlorbeer

Der immergrüne Portugiesische Kirschlorbeer (Prunus lusitanica) ist auch als Lorbeerkirsche bekannt. Der große Strauch wächst aufrecht und gut verzweigt, er ist sehr robust und pflegeleicht. Er erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 4 m und wächst jährlich 10 bis 30 cm. Im Juni trägt der Portugiesische Kirschlorbeer weiße Traubenblüten und glänzendes, dunkelgrünes Laub. Die schnittverträgliche Pflanze wächst gut auf mäßig trockenen bis frischen, durchlässigen Gartenböden und ist recht anpassungsfähig. Als Standort bevorzugt er einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Durch die bedingte Winterhärte bis ungefähr –10 °C ist der Portugiesische Kirschlorbeer nur für mildere Gebiete passend. Durch sein weitreichendes Herzwurzelsystem benötigt er ausreichend Platz. Eine beliebte Variante ist beispielsweise ‘Angustifolia’. Auch die beiden Sorten Prunus laurocerasus ‘Caucasica’ und Prunus laurocerasus ‘Novita’ sind als Spalierbäume beliebt.

Loorberkirsche als Spalierbaum
Die Portugiesische Lorbeerkirsche trägt kleine, kirschförmige Früchte [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Nellie-Stevens-Stechpalme

Die mittelgroße, immergrüne Nellie-Stevens-Stechpalme (Ilex x ‘Nellie R. Stevens’) ist eine Kreuzung unserer heimischen Stechpalme (Ilex aquifolium) mit der Chinesischen Stechpalme (Ilex cornuta). Sie wächst pyramidenförmig, breit und gut verzweigt. Dieser Strauch wird bis zu 5 m hoch und ist gut für schattige und trockene Standorte geeignet. Die sehr gut frostharte Arthybride blüht zwischen Mai und Juni. Als Früchte tragen die weiblichen Exemplare rote, runde Beeren, die für Menschen nicht essbar sind, doch von Vögeln gern angenommen werden. Zur Samenbildung braucht es ein männliches Exemplar dieser zweihäusigen Pflanze. Allerdings werden ebenfalls ein paar Früchte gebildet, wenn kein Pollenspender in der Nähe steht. Sie bevorzugt nährstoffreiche, mäßig trockene bis feuchte, humose, eher saure Böden und einen absonnigen bis schattigen Standort – die Toleranz gegenüber anderen Standorten aber ist hoch. Ihr tiefgehendes Wurzelsystem breitet sich auch flächenmäßig weit aus und bildet Wurzelschosse. Der richtige Schnittzeitpunkt für diesen kräftig wachsenden Ilex ist die Winterzeit.

Stechpalme als Spalierbaum
Die Stechpalme bietet mit den roten Beeren einen interessanten Anblick [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]

Spalierobst als Sichtschutz

Auch Spalierobst bietet sich als Sichtschutz an, wenn die Bäume nicht auf das schützende Klima einer Mauer angewiesen sind und man bereit ist, ein freistehendes Spalier herzustellen. Zusätzlich kann man im Sommer und Herbst noch leckere Früchte ernten. Um die Früchte bequem ernten zu können, bieten sich Nieder- und Halbstamm-Veredelungen an. Welche Obst-Arten und -Sorten als Sichtschutz geeignet sind, stellen wir Ihnen nun vor:

Apfel

Der Apfel (Malus domestica) braucht tiefgründige, humose und feuchte Gartenböden. Außerdem sollte der Boden offen sein, das heißt, es sollten keine anderen Pflanzen um den Stamm herum wachsen. Steht er an einer Mauer, bevorzugt er Westwände. Die volle Sonne an der Südseite verträgt er nicht so gut. Außerdem ist eine gute Wasserversorgung wichtig – vor allem am Anfang sollten Sie den Baum bei Trockenheit regelmäßig gießen. Achten Sie außerdem darauf, immer zwei kompatible Apfelsorten zur Befruchtung nebeneinander zu pflanzen, sonst wird Ihr Baum keine Früchte tragen. Spezielle Spalierobstsorten wie der ‘Weiße Winterkalvill’ sind leider recht anfällig für Mehltau, wir empfehlen daher eher RE-Sorten aus Dresden-Pillnitz. Gute Sorten sind beispielsweise ‘Reglindis’, ‘Freedom’, ‘Piros’ und ‘Rebella’.

Apfelbaum als Spalierbaum
Der klassische Apfelbaum eignet sich gut als Sichtschutz [Foto: Werner Lerooy/ Shutterstock.com]

Aprikose

Aprikosen (Prunus armeniaca) haben eine gute Blattgesundheit, allerdings werfen sie schnell ihre Früchte ab, wenn etwas nicht stimmt. Im Gegensatz zum Apfel gedeihen sie sehr gut an der Wand, da sie dort vor Kälte und zu viel Regen geschützt sind. Auch vor Spätfrost sind die spätfrostgefährdeten Aprikosen an einer Hauswand recht sicher. Der Boden sollte nährstoffreich, durchlässig und offen sein, eine Mulchschicht ist aber empfehlenswert. Am wohlsten fühlt sich Ihr Aprikosenbaum an einem sonnigen Standort an einer Südwand mit einem kleinen Vordach. Mögliche Sorten sind beispielsweise ‘Ungarische Beste’ und ‘Von Nancy’.

Aprikosenbaum als Spalierbaum
An der Hauswand sind Aprikosen vor Frost und Regen geschützt [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Birne

Birnen (Pyrus communis) sind als Spalierobst sehr bekannt. Vor allem in Grenzlagen ist es an einer Wand trotzdem möglich, die Birne als Spalierobst zu kultivieren. In wärmeren Gebieten lassen sich auch anspruchsvollere Sorten anbauen. Die Birne benötigt tiefgründige, warme Böden und am besten einen sonnigen Ort an der Süd- oder Westwand. Achten Sie hier ebenfalls darauf, eine zeitgleich blühende Befruchtersorte in der Nähe zu haben. Beliebte Sorten sind zum Beispiel ‘Williams Christ’, ‘Harrow Delight’, ‘Conference’ und ‘Concorde’.

Birnenbaum als Spalierbaum
Birnen werden schon lange Zeit als Spalierobst angebaut [Foto: BalkansCat/ Shutterstock.com]

Sauerkirsche

Süßkirschen (Prunus avium) sind als Spalierobst eher ungeeignet. Die Sauerkirsche (Prunus cerasus) jedoch ist anspruchslos, robust und ertragsstark. Die Sauerkirsche wächst fast überall, nur sehr schwere und zu feuchte Böden verträgt sie nicht. Als Standort bieten sich sonnige bis halbschattige Plätze an, also Ost- und Westwände, sogar an der Nordwand bringt die Sauerkirsche noch Ertrag. Um das Verkahlen zu verhindern, ist jedes Jahr ein spezieller Schnitt notwendig. Eine empfehlenswerte Sorte ist beispielsweise die ‘Schattenmorelle Typ Vogt’.

Kirschbaum als Spalierbaum
Der fächerförmige Kirschbaum bringt regelmäßig Ertrag [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Pfirsich

Pfirsiche (Prunus persica) bevorzugen eigentlich Weinbauklima, können aber auch an einer gut geschützten Hauswand als Spalierobst wachsen. Hier dürfen ausschließlich sonnige Süd- und Südwestwände ausgewählt werden. Beachten Sie, dass der Pfirsichbaum einen sehr hohen Wasserbedarf während der Fruchtentwicklung hat – der Boden sollte nach der Blüte auf keinen Fall austrocknen. Er benötigt einen windgeschützten, sonnigen Standort mit lockerem, nährstoffreichem und sandigem Boden. Als Spalierobst geeignete Sorten sind zum Beispiel ‘Kernechter vom Vorgebirge’, ‘Red Haven’ und ‘Southhaven’.

Pfirsich als Spalierbaum
Pfirsiche brauchen es sehr warm und sonnig [Foto: encierro/ Shutterstock.com]

Obst kann nicht nur in Spalierform angebaut werden. Eine weitere Form für Obstbäume ist das Säulenobst. Alles zum Pflanzen von Säulenobst inklusive Expertentipps erfahren Sie hier.

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