Zierapfel: Pflanzen, Schneiden & die schönsten Sorten

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Zierapfelbäume sind eine attraktive Ergänzung für Garten, Balkon oder Terrasse. Die farbenfrohen Blüten und die auffälligen Früchte machen sie zu einem dekorativen Blickfang.

Rosa blühender Zierapfel
Der Zierapfel-Baum wird gerne von Bienen besucht [Foto: AnnaNel/ Shutterstock.com]

Der Zierapfelbaum (Malus) ist ein beliebtes Ziergehölz, das wegen seiner ästhetischen Merkmale und der ökologischen Bedeutung geschätzt wird. Viele Sorten sind bienenfreundlich und dienen als wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Erfahren Sie hier, welche Sorten die Gattung bietet und an welchem Standort sich Zieräpfel besonders wohl fühlen.

Zieräpfel: Herkunft und Eigenschaften

Der Zierapfel zählt zu den Rosengewächsen. Seine Herkunft findet sich in Asien, Amerika und Europa, was zu einer Vielzahl von Zierapfel-Arten geführt hat. Etwa 500 verschiedene Sorten sind durch Kreuzungen entstanden. In Form von Bäumen oder Sträuchern wachsend, kann der Zierapfel – je nach spezifischer Sorte – eine Höhe von bis zu 12 m erreichen. Die Größe der Früchte variiert ebenfalls je nach Apfelsorte. Während ihrer Jugend wachsen viele Zierapfel-Sorten aufrecht und beginnen im Laufe der Zeit, sich zu verzweigen.

Reife Früchte am Zierapfel-Baum
Zieräpfel schmücken im Herbst noch die Gärten [Foto: mirti/ Shutterstock.com]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter des Zierapfels sind oval bis eiförmig und meist mit einem gesägten Blattrand versehen. Ihre häufig duftenden, fünfzähligen Blüten sind meist flach becherförmig und weisen einen Durchmesser von bis zu 5 cm auf. Sie zeigen sich je nach Sorte zwischen April und Juni und sind weiß, rosa oder rot gefärbt. Durch Züchtungen findet man auch Varianten, die halbgefüllt oder gefüllt sind. Die Zieräpfel selbst sind zwischen August und September reif. Das fruchtige Gewebe entsteht übrigens nicht aus dem Fruchtknoten, sondern aus der Blütenachse, weswegen Biologen von sogenannten Scheinfrüchten sprechen. Zieräpfel sind etwa um drei Viertel kleiner als Kulturäpfel und können teilweise bis in den November hinein geerntet werden.

Tipp: Zieräpfel sind eine wahre Bereicherung für einen ökologisch wertvollen Garten. Die nektarreichen Blüten erfreuen im Frühjahr Bienen und andere Insekten – die Scheinfrüchte im Herbst dienen zusätzlich Vögeln als wichtige Nahrungsquelle.

Die schönsten Sorten: Red Sentinel und Co.

Aufgrund der Vielzahl an dekorativen Zierapfel-Sorten haben wir hier eine Auswahl der schönsten zusammengetragen:

  • ‘Evereste’ zeigt strahlend weiße Blüten von Mai – Juni mit orangen bis roten Früchten ab September. Diese Sorte wird zwischen 1,5 – 2,5 m hoch.
Zier-Apfelbaum 'Evereste'®
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  • Herrliche Blütenpracht von Mai bis Juni in strahlendem Weiß
  • Leuchtend orangefarbene Zieräpfel von September bis in den Oktober
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  • ‘Golden Hornet’ erreicht etwa 4 – 6 m Höhe und schmückt den Garten mit weiß-rosa gefärbten Blüten und goldgelben Früchten im Herbst.
Zierapfel-Sorte 'Golden Hornet'
Der Zierapfel ‘Golden Hornet’ trägt einen schönen Fruchtschmuck [Foto: Ruud Morijn Photographer/ Shutterstock.com]
  • ‘Red Sentinel’ erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 5 m und blüht im Mai mit weißen bis leicht rosa gefärbten Blüten. Die Früchte zeigen sich dabei in einem kräftigen Rot.
  • ‘Royalty’ blüht im Mai und zeigt pinke Apfelblüten, aus denen dunkelrote Äpfel heranreifen. Die Pflanze wird zwischen 4 – 5 m hoch und zeigt im Austrieb rotbraunes Laub.
Zierapfel-Sorte 'Royalty'
Die Zierapfel-Sorte ‘Royalty’ besticht mit ihrer pinken Blütenpracht [Foto: Whiteaster/ Shutterstock.com]
  • ‘Tina’ ist eine kleinwüchsige Zierapfel-Sorte, wird handliche 2 m hoch und überzeugt durch rote Knospen, die im Mai in einer weißen Blütenpracht aufgehen. Die Früchte sind klein und ebenfalls rot gefärbt.
  • ‘Coralcole’ erstrahlt im April mit rosa bis violetten Blüten, zeigt eine orangerote Herbstfärbung und lässt bronzefarbene Zieräpfel heranreifen, die bis zum ersten Frost am Baum hängen bleiben.
  • ‘Rudolph’ wird bis zu 6 m hoch und trägt kleine, gelborange Zieräpfel. Die Apfelblüte ist dabei in einem hübschen Rosarot gefärbt.
Blühender Zierapfel-Baum
Die Verwandtschaft des Zierapfels zu den Rosen lässt sich oft gut erkennen [Foto: Sergey Bezgodov/ Shutterstock.com]
  • ‘Red Obelisk’ blüht etwas später und trägt im Mai weiß-rosafarbene Blüten. Die säulenförmige Sorte wird zwischen 4 – 6 m hoch und zeigt rote Apfelfrüchte sowie eine rote Herbstfärbung des Laubes.
  • ‘Butterball’ ist eine der beliebtesten Zierapfel-Sorten, da sie als wenig anfällig für Schorf und Mehltau gilt. Die Blüten sind weiß bis zartrosa, woraus später goldgelbe und essbare Früchte entstehen. Diese schnellwüchsige Sorte wird bis zu 6 m hoch.
  • ‘Aros’ zeigt einzigartiges dunkles Laub mit dunkelroten Blüten ab April. Diese Sorte wird bis zu 3 m hoch und wird ab September von roten Zieräpfeln geschmückt.
Zier-Apfelbaum 'Aros'®
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  • Schlanke Wuchsform mit traumhaftem, dunklem Laub
  • Dunkelrote Blüten von April bis Mai – reifen zu roten Zieräpfeln
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  • ‘Adirondack’ erreicht lediglich 4 m Höhe und beeindruckt mit weißer Blüte ab April. Die Früchte zeigen sich in Orange bis Rot.

Zieräpfel pflanzen

Der optimale Zeitpunkt, Zieräpfel zu pflanzen, liegt im Herbst vor den ersten Frösten. Alternativ ist es im Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist, möglich. Wir erklären Schritt für Schritt, worauf Sie bei der Pflanzung achten sollten:

  • Zieräpfel bevorzugen einen sonnigen Standort. Theoretisch wachsen sie auch in halbschattigen Lagen, wobei hier die Blüte und Fruchtbildung weniger üppig ausfallen kann.
  • Planen Sie je nach Sorte 0,5 – 0,75 m2 pro Pflanze ein.
  • Ein normaler Gartenboden ist meistens ausreichend für das Ziergehölz, dieser sollte dabei humos und durchlässig sein.
  • Bereiten Sie den Boden für die Pflanzung vor, indem Sie diesen lockern und Unkräuter sowie Wurzeln entfernen.
  • Nun wird das Pflanzloch ausgehoben. Dieses sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein.
  • Legen Sie bei schweren Böden eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt an, um die Bildung von Staunässe zu vermeiden.
  • Setzen Sie den Wurzelballen mit derselben Tiefe in das Pflanzloch, wie dieser auch im Kübel stand, und füllen Sie es mit Mutterboden auf, welchen Sie anschließend vorsichtig andrücken.

Tipp: Möchten Sie den Zierapfel mit Bodendecker unterpflanzen, eignen sich beispielsweise Storchschnabel (Geranium), Elfenblume (Epimedium) und das Immergrün (Vinca), welche einen halbschattigen bis schattigen Standort gut vertragen.

Alternativ können Sie Zieräpfel in entsprechend große Pflanzgefäße setzen und somit Ihren Balkon oder die Terrasse schmücken. Das Gefäß sollte dabei über Wasserablauflöcher verfügen und mit einer Drainageschicht aus Kies oder Blähton gefüllt werden. Verwenden Sie außerdem ein hochwertiges Substrat wie beispielsweise unsere torffreie Plantura Bio-Universalerde, welche durchlässig sowie strukturstabil ist und dem frisch gepflanzten Baum wichtige Nährstoffe liefert.

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Die richtige Pflege

Zieräpfel sind generell pflegeleichte Bäume, die wenig Aufmerksamkeit benötigen. Hier sind ein paar Tipps, wie Sie Zierapfelbäume nachhaltig gesund halten können.

Gießen und düngen

Zieräpfel sind relativ trockenheitsverträglich und vertragen damit kurze Trockenperioden ohne Probleme. Während heißen und sehr trockenen Sommermonaten sollten die Pflanzen jedoch zusätzlich gegossen werden – vor allem, wenn Sie Ihren Zierapfel in Töpfen gepflanzt haben. Um sich über eine üppige Blüten- und später Fruchtbildung freuen zu können, bedarf es Nährstoffe, die im Garten zweimal jährlich über Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Universaldünger in die oberste Bodenschicht eingearbeitet werden und die Pflanzen bis zu drei Monate versorgen. Zieräpfel im Topf werden am besten mit einem Flüssigdünger über das Gießwasser gedüngt. Unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger beispielsweise sorgt außerdem für ein gesundes Wurzelwachstum und Blattwerk.

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Zieräpfel schneiden

Zieräpfel sind schnittverträglich, benötigen allerdings nicht zwingend einen Rückschnitt. Möchten Sie Ihren Baum jedoch in Form bringen, ist es wichtig, nicht zu viel abzuschneiden, da er sonst seine natürliche Wuchsform verlieren kann. Der ideale Zeitpunkt dafür ist ein regenfreier Tag im Herbst nach der Ernte oder im zeitigen Frühjahr, bevor das neue Wachstum beginnt. Verwenden Sie stets scharfes und sauberes Werkzeug, um das Gehölz nicht unnötig zu verletzen. Entfernen Sie in erster Linie Äste, die abgebrochen oder von Schädlingen oder Krankheiten befallen sind. Falls die Baumkrone zu dicht wächst und kaum Sonnenlicht und Luft nicht ins Innere gelangt, sollte diese ausgelichtet werden, um die Blütenbildung zu fördern und Krankheiten zu verhindern. Die Krone lichtet man aus, indem man eine ausgewogene Anzahl an Ästen direkt am Stamm herausschneidet.

Krankheiten und Schädlinge

Auch Zierapfelbäume können von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden, wobei die Anfälligkeit von der Sorte und den Wachstumsbedingungen abhängig ist.

Apfelbaum mit kranken Äpfeln
Kulturapfelbäume gelten als anfälliger für Obstbaumkrankheiten als Zieräpfel [Foto: krolya25/ Shutterstock.com]

Einige der häufigsten Krankheiten bei Zieräpfeln sind Schorf (Venturia inaequalis), Feuerbrand (Erwinia amylovora), Echter Mehltau (Podosphaera leucotricha) und Obstbaumkrebs (Nectria galligena). Schädlinge, die Zieräpfel befallen können, sind beispielsweise Blattläuse (Aphidoidea) und Spinnmilben (Tetranychidae) – sie können zu Blattverlust, verkrüppelten Früchten oder Schädigungen der Rinde führen.

Tipp: Es gibt viele Sorten wie beispielsweise der Zierapfel ‘Evereste’, die robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Die Wahl einer widerstandsfähigen Sorte und die Bereitstellung geeigneter Wachstumsbedingungen helfen, das Risiko von Krankheiten und Schädlingen zu minimieren.

Sind Zieräpfel winterhart?

Ja, die meisten Zierapfelsorten sind winterhart und können problemlos in Deutschland angebaut werden. In der Regel können Zieräpfel Temperaturen bis zu -25 °C standhalten. Es ist wichtig zu beachten, dass junge Zieräpfel in den ersten Jahren empfindlicher sind als ältere, etablierte Bäume. Gleiches gilt für Zieräpfel in Kübeln, egal in welchem Alter. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, die Bäume im Winter mit Schutzmaterialien wie beispielsweise Vlies zu umwickeln, um Frostschäden zu minimieren.

Zierapfelbaum mit Früchten im Herbst
Die Früchte einiger Sorten bleiben bis November an den Bäumen hängen [Foto: KajaHiis/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Zieräpfel können wie viele Gehölze auf verschiedene Arten vermehrt werden, wobei die Veredelung und die Stecklingsvermehrung am häufigsten durchgeführt werden.

  • Bei der Veredelung wird ein Zweig oder eine Knospe von einer gewünschten Sorte – der Edelreis – auf einen Wurzelstock einer anderen Sorte – die Unterlage – aufgepfropft. Die Veredelung ermöglicht es, die gewünschten Merkmale einer bestimmten Variante, wie zum Beispiel Größe, Farbe und Geschmack, beizubehalten.
  • Eine weitere Möglichkeit zur Vermehrung von Zieräpfeln funktioniert über Stecklinge. Hierbei wird zwischen Juni und Juli ein 10 bis 15 cm langer Teil eines Zweigs abgeschnitten und in einem Anzuchtsubstrat bewurzelt.

Sind Zieräpfel essbar?

Einige Zierapfel-Sorten sind zum Verzehr geeignet, aber nicht alle. Es gibt nämlich eine Vielzahl an Sorten, die ausschließlich als dekorative Bäume gezüchtet werden. Wenn Sie die Äpfel auch essen möchten, ist es daher ratsam, bereits beim Kauf auf die Essbarkeit der jeweiligen Zierapfel-Sorte zu achten.

Reife Zieräpfel in einer Schüssel
Nicht alle Zieräpfel sind essbar, jedoch schön als Dekoration [Foto: Fragolini/ Shutterstock.com]

Verwendung

Zierapfel-Sorten sind aufgrund ihres hohen Gehalts an Fruchtsäure oft recht herb und möglicherweise nicht für den direkten Verzehr geeignet. Allerdings können sie zu verschiedenen Zubereitungen weiterverarbeitet werden, wie zum Beispiel zu Gelee, Kompott oder Marmelade. Geschnittene Zierapfelzweige mit noch tragenden Früchten eignen sich hervorragend als dekoratives Element in einer Vase oder als Ergänzung zu einem Blumenstrauß. Alternativ können Sie in Körbe oder Schalen gelegt werden, um einen herbstlichen Akzent auf Tischen zu setzen.

Sie haben Lust auf die Gattung Malus bekommen, möchten die Früchte jedoch gerne direkt vom Baum verzehren? Wir stellen in unserem Magazin einige Kulturapfel-Sorten vor, wie zum Beispiel den anspruchslosen Annie Elisabeth-Apfel.

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