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Frühkartoffeln: Sorten im Überblick, Anbau & Ernte

Regina
Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Mit den Frühkartoffeln beginnt im Garten die Erntesaison der vielfältigen Knolle. Wir geben einen Überblick über frühe Kartoffelsorten und was beim Anbau zu beachten ist.

Frühkartoffel-Ernte
Frühkartoffeln können bereits ab Mitte Juni geerntet werden [Foto: galitsin/ Shutterstock.com]

Kartoffeln (Solanum tuberosum) besitzen je nach Sorte unterschiedliche Reifezeiten, die auch für den Hobbygärtner von Interesse sind. Frühkartoffelsorten reifen bereits im Sommer aus und läuten so den Beginn der Kartoffelernte ein.

Frühkartoffeln: Was ist das eigentlich?

Als Frühkartoffeln bezeichnet man Sorten, die von der Pflanzung bis zur Erntereife weniger als 120 Tage benötigen. Sie werden in die Reifeklassen sehr früh (90 – 110 Tage), früh (110 – 120 Tage) und mittelfrüh (120 – 140 Tage) unterteilt. Somit sind die ersten Frühkartoffeln bereits ab Mitte Juni erntereif. Wir haben nachfolgend die beliebtesten frühen Kartoffelsorten für Sie zusammengefasst.

Was ist der Unterschied zwischen Spätkartoffeln und Frühkartoffeln? Spätkartoffeln besitzen eine deutlich längere Kulturzeit, das heißt sie benötigen einen größeren Zeitraum zwischen der Pflanzung und der Ernte als die Frühkartoffeln. Bis zur Erntereife brauchen sie zwischen 140 und 160 Tage. Während sich spätreife Kartoffeln länger lagern lassen, haben die frühreifen den Vorteil, weniger oft von Kartoffelkrankheiten betroffen zu sein.

Fruehkartoffel Annabelle
Die frühe Kartoffelsorte ‘Annabelle’ bildet längliche und leicht gekrümmte, hellgelbe Knollen aus [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Frühkartoffel-Sortenliste

Sehr frühe Kartoffelsorten

Sehr frühe Kartoffeln besitzen nur eine kurze Vegetationsdauer und sind bereits 90 – 110 Tage nach der Pflanzung erntereif. Sie können somit schon ab Mitte Juni bis Anfang Juli geerntet werden. Da die Knollen nicht sehr lagerfähig sind, sollten sie rasch verzehrt werden.

‘Annabelle‘: Frühkartoffel mit festkochendem Fleisch und sehr früher Erntereife ab Juni. Die Knollen sind länglich geformt, leicht gekrümmt und hellgelb gefärbt. Als festkochende Frühkartoffel ist ‘Annabelle‘ gut für Kartoffelsalat oder als Pellkartoffel geeignet. Besonders herausragend ist dabei ihr feines Aroma.

‘Augusta‘: Bei der ‘Augusta‘ handelt es sich um die frühreifste mehligkochende Kartoffelsorte. Ihre Knollen können bereits ab Juli geerntet werden, sie sind rundlich-oval und klassisch gelb gefärbt. Die Sorte lässt sich wegen ihres milden Aromas besonders gut zu Suppen, Knödeln oder Gnocchi verarbeiten.

‘Finka‘: Kartoffel mit tiefgelben, ovalen Knollen. Die Sorte zählt zu den vorwiegend festkochenden Kartoffeln und besitzt ein kräftiges Aroma. Sie kann ab Juli geerntet werden und ist gut als Kartoffelpüree oder Salzkartoffel zuzubereiten.

Frühkartoffel Rosara
Die Kartoffelsorte ‘Rosara’ überzeugt mit ihrer roten Schale und den vielfältigen Geschmacksnuancen [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

‘Glorietta‘: Festkochende Kartoffel mit sehr früher Reifezeit ab Juli. Das Fleisch und die ovalen Knollen sind tiefgelb. Auch ‘Glorietta‘ eignet sich sehr gut für Kartoffelsalat, aber auch als Grill- oder Ofenkartoffel entfaltet sich ihr gutes Aroma.

‘Hela‘: Die ovale, hellgelbe Kartoffel zählt zu den vorwiegend festkochenden bis mehligen Sorten. Ihr Fleisch und die Schale besitzen eine typische gelbe Färbung und ein mildes Aroma. Besonders geeignet ist sie für Kartoffelpüree und als Salz- oder Backkartoffel.

‘Rosara: Sehr früh reifende, rotschalige Kartoffelsorte mit vorwiegend festkochendem, tiefgelbem Fleisch. Ihr Geschmack variiert von cremig und fein bis aromatisch und würzig.

‘Solist‘: Kartoffel mit sehr früher Reifezeit bereits ab Mitte Juni und vorwiegend festkochenden, rundlichen Knollen. Die Sorte ist ertragreich und besitzt nur eine geringe Anfälligkeit für die meisten Kartoffelkrankheiten.

Frühkartoffel Marabell
Marabell gehört mittlerweile zu den beliebtesten Frühkartoffelsorten in Deutschland [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Frühe Kartoffelsorten

Frühe Kartoffelsorten können etwa 110 bis 120 Tage nach der Pflanzung geerntet werden. Sie können daher ab Ende Juli ausgegraben werden und sind einige Wochen lang lagerfähig.

‘Goldmarie‘: Frühreife, gelbfleischige und festkochende Kartoffelsorte mit ovaler Form. Die Sorte besitzt eine gute Lagerfähigkeit und guten Ertrag. ‘Goldmarie‘ zeigt sich zusätzlich äußerst resistent gegenüber Rhizoctonia-Infektionen und dem Y-Virus (Potyvirus).

‘Marabell‘: Kartoffel mit hellgelbem, süßlich schmeckenden Fleisch. Diese frühreife, vorwiegend festkochende Kartoffelsorte gilt seit 1990 als eine der beliebtesten Sorten in Deutschland und lässt sich wegen ihres aromatischen Geschmacks gut als Pell- oder Salzkartoffel zubereiten.

‘Red Duke of York‘: Kartoffel mit rundlich-ovaler Form und auffallend roter Schale. Sie ist auch als ‘Roter Erstling‘ bekannt. Das vorwiegend festkochende, gelbe Fleisch eignet sich besonders für Salzkartoffeln oder Püree.

Frühkartoffel Blauer Schwede
Die violette Kartoffelsorte ‘Blauer Schwede’ kann ab Ende August geerntet werden [Foto: Frank Bach/ Shutterstock.com]

Mittelfrühe Kartoffelsorten

Mittelfrühe Kartoffeln benötigen 120 bis 140 Tage, um zur Erntereife zu gelangen. Sie werden ab Ende August geerntet und lassen sich lange Zeit einlagern.

‘Adretta‘: Mittelfrühe, mehligkochende Kartoffelsorte mit runden, hellgelben Knollen und würzig-kräftigem Geschmack. Sie besitzt nur eine geringe Anfälligkeit für die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans).

Blauer Schwede: Mittelfrühreife, violette Kartoffelsorte mit rundlicher Form und kräftigem Geschmack. Sie zählt zu den vorwiegend festkochenden Sorten und lässt sich ideal für violettes Püree oder Bratkartoffeln verwenden.

‘Nemo‘: Rot und gelb gemusterte Kartoffelsorte mit kräftig gelbem Fleisch. Die langovalen, mehligkochenden Knollen besitzen einen milden, fruchtigen Geschmack und eignen sich besonders für Püree und als Grillkartoffel.

‘Regina‘: Mittelfrühe, festkochende Sorte mit ovalen, ockerfarbenen Knollen und hellgelbem Fleisch. Die Kartoffel besitzt einen sehr guten Geschmack und eignet sich ideal für Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat.

‘Rote Emmalie‘: Diese erst 2012 zugelassene Varietät, gehört zu den Roten Kartoffelsorten. Ihre Schale und das Fruchtfleisch sind magentarot gefärbt. Die Sorte ist vorwiegend festkochend und zeigt längliche, sehr würzig schmeckende Knollen. Besonders als rosarote Gnocchi zubereitet wird diese Kartoffel zum echten Hingucker auf dem Teller.

Frühkartoffel Rote Emmalie
Die Kartoffelsorte ‘Rote Emmalie’ besitzt magentafarbene Schale und Fleisch [Foto: Little button/ Shutterstock.com]

Frühkartoffeln anbauen

Frühkartoffeln können vorgekeimt oder direkt in die Erde gepflanzt werden. Das Vorkeimen verfrüht die Ernte um etwa zwei bis drei Wochen. Eine warme Fensterbank mit viel Licht ist hierfür ab März ideal. Die Pflanzung vorgekeimter Kartoffeln erfolgt ab Mitte April, wenn die Witterung es zulässt. Ohne Vorkeimen setzt man die Knollen ab Mai in die Erde. Eine detaillierte Anleitung zum Pflanzen von Kartoffeln finden Sie in unserem Spezialartikel.
Kartoffeln können im Beet oder im Topf kultiviert werden. Eine nährstoffeiche Pflanzerde, wie unsere Plantura Bio-Tomaten- und Gemüseerde ist hierfür ideal. Der hohe Humusgehalt fördert die Wurzelbildung und das Bodenleben gleichermaßen.

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Frühkartoffeln ernten

Bei der Ernte von Frühkartoffeln muss besonders darauf geachtet werden, dass die Schale bereits gut ausgebildet ist, da sie ansonsten nur sehr schlecht lagerfähig sind und bei leichten Verletzungen schnell zu Fäulnis neigen. Das Kraut der Kartoffel muss dabei – im Gegensatz zu den spätreifenden Lagerkartoffeln – noch nicht abgestorben sein. Wie Sie erkennen, ob die Kartoffelpflanze erntereif ist, erklären wir in unserem Artikel Kartoffeln ernten.

Kartoffeln in Mischkultur anzubauen, bringt viele Vorteile mit sich. Welche Pflanzen schlechte oder gute Nachbarn für Kartoffeln sind und welche Pflanzenkombinationen sogar Schädlinge abhalten können, lesen Sie bei uns.