Hummeln anlocken: So gestaltet man seinen Garten hummelfreundlich

Frederike Wolbers
Frederike Wolbers
B.Sc. Agrarwissenschaften | M.Sc. Tierwissenschaften
Frederike Wolbers
Frederike Wolbers
B.Sc. Agrarwissenschaften | M.Sc. Tierwissenschaften

Ich habe Agrarwissenschaften studiert und bin ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Neben Bienen sind auch Hummeln sehr wichtig für die Bestäubung unserer Pflanzen. Wie man Hummeln im eigenen Garten Nahrung und Lebensraum bieten und so die kleinen Brummer anlocken kann, verraten wir hier.

Hummel trägt blauen Blütenstaub umher
Hummeln sind für den Garten besonders wichtig [Foto: Serhii Brovko/ Shutterstock.com]

Mit ihrem pelzigen und kugeligen Äußeren gehören die Hummeln (Bombus) wohl zu den liebenswertesten Nützlingen in unserem Garten. Leider stehen die flauschigen Insekten im Schatten ihrer bekannteren Verwandten, der Biene. Doch obwohl Hummeln nicht zur Honigproduktion eingesetzt werden können und weniger Aufmerksamkeit von uns Menschen bekommen, sind sie für den Garten unverzichtbar. Viele Hummelarten sind mittlerweile leider stark gefährdet und drohen ganz aus Deutschland zu verschwinden. Deshalb ist es besonders wichtig, die pummeligen Nützlinge mit einem Nahrungsangebot für Hummeln im Garten zu unterstützen. Warum Hummeln so wichtig sind und wie Sie Hummeln in Ihren Garten locken können, erfahren Sie hier.

Warum sollte man Hummeln in den Garten locken?

Insgesamt 41 Hummelarten leben in Deutschland und erfüllen hier eine wichtige Aufgabe: Wie ihre Verwandte, die Biene, gehört die Hummel zu den Bestäubern, welche die Fortpflanzung vieler Pflanzen sicherstellen. Besonders für Gärtner ist die Hummel dabei von besonderem Wert: Durch ihr pelziges Haarkleid und ihren massigen Körper bestäubt sie viele Nutzpflanzen wie Erdbeeren (Fragaria) und Tomaten (Solanum lycopersicum) häufig besser als Bienen, sodass die Früchte größer und gleichmäßiger wachsen. Aus diesem Grund setzen auch landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Pflanzen im Gewächshaus heranziehen, immer öfter auf Hummelvölker als Bestäuber.

Hummel bestäubt Tomatenpflanze
Als Bestäuber für Tomaten sind Hummeln besonders wichtig [Foto: vallefrias/ Shutterstock.com]

Zusätzlich können Hummeln bereits bei Temperaturen von 3 °C und auch schlechtem Wetter wie Nieselregen fliegen (im Gegensatz zur Honigbiene, die mindestens 12 °C mit dem Sammeln beginnt und bei nassfeuchtem Wetter lieber in ihrem Bienenstock verbleibt). Damit gehören sie vor allem für frühblühende Pflanzen zu den wichtigsten Bestäubern.

Hummeln anlocken

Hummeln können im Garten als Bestäuber von großem Nutzen sein und sogar den Ertrag einzelner Pflanzen steigern. Doch wie lockt man Hummeln in den Garten? Wir haben die besten Tipps, wie Sie Hummeln im Garten ansiedeln können, zusammengetragen.

Garten für Hummeln attraktiv gestalten

Der beste Weg, um Hummeln anzulocken, ist den Garten mit reichlich Nahrung und Lebensraum für sie zu gestalten. Dazu gehört vor allem der Verzicht auf Pestizide und mineralische Düngemittel, da diese oft auch eine gesundheitsschädigende Wirkung auf Bestäuber haben oder die für Hummeln wichtigen Wildpflanzen verdrängen. Daneben ist vor allem der Erhalt natürlicher Lebensräume für Hummeln von besonderer Bedeutung: Wilde Ecken im Garten mit Laubhaufen, ungemähtem Rasen oder sogar einer Wildblumenwiese eignen sich hervorragend als Rückzugsort für die kleinen Tiere. Auch eine Trockenmauer im Garten ist ideal als Unterschlupf für viele Hummelarten und lässt sich dazu noch einfach und stillvoll in die Gartengestaltung integrieren.

Hummelfreundlicher Nistkasten
Ein Hummelnistkasten wird gerne angenommen [Foto: Hirundo/ Shutterstock.com]

Grundsätzlich gilt: Je vielfältiger der Garten, desto mehr Nahrung und Lebensraum bietet er Hummeln. Ein möglichst reiches Angebot an verschiedenen hummelfreundlichen Pflanzen, unterschiedlichen Nistmöglichkeiten und naturbelassenen Stellen sorgen dafür, dass sich Hummeln im Garten wohlfühlen. Wer seine Hummeln zusätzlich unterstützen will, kann mit einem Hummelnistkasten einen weiteren möglichen Nistplatz anbieten. Besonders in kleineren Gärten, in denen die Anzahl der geeigneten Nistmöglichkeiten für Hummeln begrenzt sind, werden diese gut angenommen. Welche Nisthilfen sich für Hummeln eignen und wie man bei Bau und Aufstellen vorgeht, erfahren Sie in unserem Artikel „Hummelnistkasten: Kauf oder Selberbauen eines Hummelhotels“.

Balkon für Hummeln

Gärtner, die nur einen kleinen Garten oder sogar nur einen Balkon zur Verfügung haben, wissen oft nicht, wie sie Hummeln anlocken sollen. Tatsächlich kann man aber auch kleine Flächen so gestalten, dass Hummeln sich pudelwohl fühlen. Ein Balkon mit gutem Nahrungsangebot für Hummeln besticht vor allem mit seiner vielfältigen Bepflanzung: Bienenfreundliche Balkonpflanzen lassen sich nicht nur gut auf kleinem Raum kultivieren, sondern kommen auch Hummeln zu Gute. Dabei sollte man vor allem auf ein regelmäßiges Nahrungsangebot achten, welches man durch die Pflanzung von früh-, mittel- und vor allem spätblühenden Arten erreicht.

Hummel auf Blatt
Auch ein Balkon mit gutem Nahrungsangebot für Hummeln kann das Überleben der Nützlinge sichern

Spärlich bepflanzte Kisten mit Erde und einigen Steinen dienen nicht nur als Nahrungsquelle, sondern werden auch von einigen Hummelarten als Nistplatz bezogen. Auch ein Hummelnistkasten findet auf jedem Balkon einen Platz und wird von den Hummeln häufig gerne angenommen.

Pflanzen für Hummeln

Pflanzen sind das A und O, wenn man Hummeln anlocken will. Blumen mit gutem Nahrungsangebot wie das Löwenmäulchen (Anthirrhinum majus) sind dabei genauso beliebt wie Kulturpflanzen wie Himbeere (Rubus idaeus) oder Erbse (Pisum sativum). Natürlich dürfen aber auch Wildpflanzen wie Löwenzahn (Taraxacum) nicht fehlen, wenn Hummeln im Garten Nahrung finden sollen.

Hummel an Himbeerpflanze
Himbeeren bieten Hummeln reichlich Nektar und Pollen [Foto: Maljalen/ Shutterstock.com]

Besonders wichtig ist es jedoch bei der Auswahl der Pflanzen auf ihre verschiedenen Blühzeitpunkte zu achten. Da Hummeln nur eine kurze Winterruhe halten, sind sie sowohl auf besonders frühblühende Pflanzen, aber auch auf Blumen, die erst im Spätherbst ihre Blüten entfalten, angewiesen. Eine ausreichende Diversität an Blütezeitpunkten ist deshalb besonders wichtig. Als bewährte Lösung für ein reiches Nahrungsangebot im Garten haben sich Saatgutmischungen, wie die Plantura Bienenweide erwiesen: Durch die Verwendung unterschiedlicher nektar- und pollenreicher Pflanzen, welche verschiedene Blützeitpunkte besitzen, sorgt die Saatgutmischung dafür, dass die Hummeln zu jeder Jahreszeit eine geeignete Futterpflanze finden. Welche Blumen für Hummel außerdem geeignet sind, erfahren Sie in unserem Artikel „Hummelfreundliche Pflanzen: Unsere Top 10 für Ihren Garten“.

Bienenweide 150 g
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Hummeln anzulocken ist nur ein Schritt zu mehr Vielfalt im Garten. In unserem Spezialartikel zum Thema Artenvielfalt und Biodiversität im Garten stellen wir weitere Maßnahmen vor.

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