Apfelminze: Standort, Pflege & Verwendung

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Die Apfelminze ist eine wüchsige Vertreterin der Minzen, die sich besonders für feuchte Standorte eignet und in der Küche vielseitig eingesetzt werden kann.

Mentha suaveolens
Am richtigen Standort wächst die Apfelminze sehr üppig und ist dabei pflegeleicht [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Die Apfelminze (Mentha suaveolens) ist neben beispielsweise Erdbeerminze (Mentha species ‘Erdbeere’) und Zitronenminze (Mentha x gentilis var. citrata) eine typische Fruchtminze. Diese zeichnen sich aus durch einen geringen Mentholgehalt und ein frisches, fruchtiges Aroma aus. Hervorragend macht sich diese Art zum Beispiel in Apfelminze-Tees. Was es alles beim Anbau von Apfelminze zu beachten gibt, welche Pflegemaßnahmen Apfelminze benötigt und wie man Apfelminze verwenden kann, erklären wir in diesem Artikel.

Apfelminze: Herkunft und Eigenschaften

Die Apfelminze ist ein Vertreter der ungefähr 30 Minzarten, die zur Gattung der Minzen (Mentha) gehören, welche wiederum der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) zugeordnet wird. Die Apfelminze kommt in Deutschland auch vereinzelt an Naturstandorten vor. Dort besiedelt sie vor allem sonnige, warme Flussauen.

Apfelminze-Pflanzen
Naturstandorte der Apfelminze sind vor allem feuchte, sonnige Wiesen [Foto: Furiarossa/ Shutterstock.com]

Bei der Apfelminze handelt es sich wie bei allen Minzen um eine mehrjährige, sommergrüne Staude, die sich vor allem über Rhizomausläufer vermehrt. Mit einer Höhe von etwa 30 bis 60 cm bleibt die Apfelminze eher klein. Umso stärker ist ihr Verbreitungstrieb, der sie schnell ganze Beete für sich einnehmen lässt, wenn sie nicht zum Beispiel durch eine Wurzelsperre daran gehindert wird.

Mentha suaveolens wird manchmal Rundblättrige Minze genannt, was sich auf ihre oberseitig runzligen und weichen Blätter bezieht. Beim Berühren verströmen diese einen leicht süßen, an grüne Äpfel erinnernden Duft. Ungefähr von Juli bis August erscheinen die gräulich-weißen Blüten der Apfelminze. Diese sind eher unscheinbar und wirken zwar sehr anziehend auf Insekten, beinhalten aber wenig Nektar.

Blüten der Apfelminze
Die Blüten der Apfelminze sind eher unscheinbar [Foto: LFRabanedo/ Shutterstock.com]

Tipp: Teilweise wird auch Mentha x rotundifolia als Apfelminze bezeichnet. Bei ihr handelt es sich um eine natürliche Hybride zwischen M. suaveolens und M. longifolia. Die beiden Arten sind also nah miteinander verwandt und deshalb nur sehr schwer auseinanderzuhalten.

Sorten der Apfelminze

Es gibt Sorten der Apfelminze mit außergewöhnlichem Aroma, wie die Ananas- und die Grapefruit-Minze. Es bestehen allerdings auch bei der Ursprungsart Mentha suaveolens an sich Unterschiede. Findet man Apfelminze in der Natur, riecht diese zum Beispiel oft weniger gut. Aber keine Angst, im Handel erhältliche Varianten sind in den meisten Fällen angenehm duftend und schmackhaft.

Ananasminze

Bei Mentha suaveolens ‘Variegata’ handelt es sich um eine alte Sorte, die ursprünglich aus England stammt. Dank ihrer panaschierten Blätter, die sich durch einen weißen Rand auszeichnen, besitzt die Ananasminze einen etwas höheren Zierwert als die Ursprungsart. Sie wird mit etwa 70 bis 80 cm minimal höher, ist dafür allerdings etwas weniger ausbreitungsfreudig als die Apfelminze. Standorte für Ananasminze sollten unbedingt sonnig sein, denn sie kümmert bereits im Halbschatten. Die Blüten der Ananasminze sind mit ihrer grau-weißen Farbe denen der Apfelminze sehr ähnlich und erscheinen auch ungefähr im gleichen Zeitraum.

Mentha suaveolens Variegata
Dank ihrer weiß panaschierten Blätter hat die Ananasminze einen hohen Zierwert [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

Das Aroma der Ananasminze wird von süß-fruchtig an reife Ananas erinnernd bis eher bitter-zitronig beschrieben. Verwendung findet Ananasminze daher auf vielfältige Weise. Es gibt zum Beispiel Rezepte mit Ananasminze als Bestandteil sommerlicher Cocktails und Limonaden, aber ebenfalls als Gewürz zum Braten von Fleisch und eher deftigen Gerichten. Auch für relativ milde, fruchtige Tees kann die Ananasminze mit ihrem eher geringen Mentholgehalt gut verwendet werden.

Grapefruit-Minze

Bei der Grapefruit-Minze (Mentha suaveolens x piperita) handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Apfelminze und Pfefferminze (Mentha x piperita). Die Grapefruit-Minze bleibt mit etwa 50 cm kleiner als die Apfelminze und ist deutlich weniger wüchsig. Ihre Blüten sind blass-lila.

Da sie ebenfalls zu den mentholarmen Minzen zählt und ein frisches, säuerliches Aroma aufweist, ist Grapefruit-Minze gut für Tees und andere erfrischende Getränke geeignet. Verwendung findet Grapefruit-Minze außerdem in Desserts wie Obstsalaten, macht sich aber auch gut zum Beispiel beim Würzen von asiatischen Speisen und Salaten.

Grapefruitminze im Obstsalat
Zum Beispiel in Obstsalat sorgt Grapefruit-Minze für das gewisse Etwas [Foto: Maria_Usp/ Shutterstock.com]

Apfelminze pflanzen

Wenn man Apfelminze anbauen will, ist der beste Zeitpunkt zum Pflanzen der Apfelminze im Frühjahr.

Standort und Vorgehen

Der ideale Standort für die Apfelminze ist sonnig und zeichnet sich durch einen frischen bis feuchten, humosen Boden mit mittlerem bis hohem Nährstoffgehalt aus. So siedelt sich die Apfelminze zum Beispiel besonders gern an Teichrändern oder in immer wieder überfluteten Wiesen an. Wer sehr lockere oder humusarme Böden besitzt, kann diese zum Beispiel aufwerten, indem er unsere Plantura Bio-Komposterde einarbeitet. Sie bringt Nährstoffe in den Boden und verbessert dank des hohen organischen Anteiles gleichzeitig Bodenstruktur und Wasserhaltevermögen. Zusätzlich ist sie zu 100 % torffrei und wird nachhaltig in Deutschland hergestellt. Alternativ kann auch eigener, reifer Kompost verwendet werden.

Plantura Bio-Komposterde
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Nachdem Sie einen geeigneten Standort gefunden, wird der Boden vorbereitet. Dafür befreit man ihn von Unkraut, lockert ihn auf und arbeitet eventuell Kompost oder Komposterde ein. Anschließend können Pflanzlöcher in einem Abstand von etwa 40 cm ausgehoben werden. Dorthinein setzen Sie dann die jungen Apfelminze-Pflanzen. Im Anschluss werden die Pflanzlöcher wieder mit Erde aufgefüllt, welche man etwas festdrückt. Zum Schluss werden die Setzlinge noch gut angegossen.

Aussaat

Man kann Apfelminze auch aus Samen ziehen. Beginnen Sie dafür Anfang Februar mit der Vorkultur im Haus. Dafür sollten Sie die Samen des Lichtkeimers maximal 0,5 cm tief in ein nährstoffarmes Substrat wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde säen. Bei einer Temperatur von etwa 20 °C keimen Apfelminze-Samen in einem Zeitraum von 2 bis 6 Wochen. Nachdem man sie an einem sehr hellen Ort und bei guter Wasserversorgung weiterkultiviert, können die Jungpflanzen ungefähr ab Mitte April ins Freiland.

Tipp: Eine genauere Anleitung zum Aussäen von Minzen und weitere Tipps finden Sie in unserem allgemeinen Artikel zum Pflanzen von Minzen.

Apfelminze-Anbau
Apfelminze bildet zahlreiche Ausläufer, die auch über Töpfe hinaus wuchern können [Foto: Mi_delova/ Shutterstock.com]

Apfelminze im Topf anbauen

Der Anbau von Apfelminze im Topf ist gut möglich und bietet den Vorteil, dass sie sich nicht ungewollt ausbreiten kann. Achten Sie darauf, ein eher flaches Pflanzgefäß mit mindestens 15 l Volumen zu wählen. Wie empfehlen als Substrat unsere Plantura Bio-Universalerde, denn auch sie ist zu 100 % torffrei und wird nachhaltig in Deutschland hergestellt. Im Gegensatz zur Komposterde ist ihr Nährstoffgehalt etwas geringer, denn hier wird die Erde als reines Pflanzsubstrat und nicht in Kombination mit Gartenboden verwendet. Ein Überangebot an Nährstoffen würde vor allem Jungpflanzen krankheitsanfälliger machen und zu einem unverhältnismäßig starken Wuchs führen. Zudem leidet oft das Aroma unter einem zu raschen, vegetativen Wachstum.

Apfelminze im Topf
Apfelminze im Topf anzubauen, gelingt meist ohne Probleme [Foto: Adie_Pulung/ Shutterstock.com]

Pflege

Damit die Apfelminze gesund wächst, sollte man bei der Pflege ein paar Punkte beachten.

Gießen und Düngen

Apfelminze mag es feucht und verträgt sogar kurzzeitig Staunässe. Regelmäßiges Gießen, vor allem im Sommer, sollte daher fester Bestandteil der Pflege von Apfelminze sein. Das Gießen entfällt natürlich, wenn die Apfelminze in der Nähe von Teichen oder anderen Wasserläufen kultiviert wird.

Tipp: Mulchen, zum Beispiel mit Rasenschnitt, hilft auch dabei, das Substrat feucht zu halten und die Verdunstung zu verringern.

Wurde die Apfelminze in ein gut mit Nährstoffen versorgtes Substrat gesetzt, kann auf eine Düngung zur Pflanzung verzichtet werden. Ansonsten empfiehlt es sich, zweimal pro Jahr, zu Wachstumsbeginn und noch einmal im Sommer, zum Beispiel nach einem Ernteschnitt, einen möglichst organischen Langzeitdünger auszubringen. Das kann zum Beispiel hochwertiger Kompost oder unser Plantura Bio-Universaldünger sein. Dieser hat ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis, kommt komplett ohne tierische Inhaltsstoffe aus und ist unbedenklich für Haus- und Gartentiere.

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Apfelminze schneiden

Das Schneiden der Apfelminze ist nicht unbedingt nötig, bietet sich aber an, um die Pflanze zu beernten, ihr Wachstum einzudämmen und sie gesund zu erhalten. Minzen sind sehr schnittverträglich, weshalb einzelne Triebe zur Ernte vom Frühjahr bis in den Herbst geerntet werden können. Allerdings verliert die Pflanze nach der Blüte deutlich an Aroma. Achten Sie beim Zurückschneiden auch darauf, bodennah wachsende Ausläufer zu kürzen. Im Frühjahr vor dem Neuaustrieb ist es sinnvoll, abgestorbene, verwelkte Triebe zu entfernen.

Tipp: Wenn man Triebe zurückgeschnitten hat und nicht alles direkt verbrauchen kann, bietet sich das Trocknen der Apfelminze an. Welche Möglichkeiten es gibt und das genaue Vorgehen beschreiben wir in unserem Artikel zum Trocknen und Einfrieren von Minzen.

Apfelminze
Die Ananasminze muss seltener gegossen werden als die Apfelminze [Foto: Skyprayer2005/ Shutterstock.com]

Bei der Pflege der Ananasminze kann man sich an die allgemeinen Empfehlungen zur Pflege von Minzen halten. Im Gegensatz zur Apfelminze braucht sie weniger Wasser und muss etwas seltener geschnitten werden.

Umtopfen

Wie alle Minzen hat auch die Apfelminze ein stark ausgeprägtes Wurzelsystem. Ein wichtiger Bestandteil der Pflege von Apfelminzen im Topf ist daher ein regelmäßiges Umtopfen. Kontrollieren Sie deshalb jedes Frühjahr Ihr Pflanzgefäß. Beginnen die Wurzeln, unten aus dem Drainageloch herauszuwachsen, oder erscheint der Erdballen beim Herausheben aus dem Topf aufgrund der vielen Wurzeln eher weiß als schwarz, ist es an der Zeit, die Apfelminze in einen größeren Topf mit frischem Substrat zu setzen.

Tipp: Im Zuge dessen kann die Pflanze gleich geteilt und ausgedünnt werden. Ziehen Sie dafür den Wurzelballen vorsichtig auseinander oder zerschneiden in mit einem scharfen Messer. Dann kann jeder Pflanzenteil in einen eigenen Topf gesetzt werden.

Mehltau an Apfelminze

Auch wenn Apfelminze grundsätzlich wenig anfällig für Krankheiten ist, kann ein Befall der Apfelminze mit Echtem Mehltau (Erysiphaceae) hin und wieder vorkommen. Echten Mehltau an Apfelminze erkennt man an einem weißlichen, pulvrigen Belag auf den Blattoberseiten, der sich leicht abwischen lässt.

Stellen Sie einen ersten Befall fest, hilft es in jedem Fall, betroffene Pflanzenteile großzügig zu entfernen und zu entsorgen. Einige biologische Mittel können die weitere Ausbreitung des Mehltaus zusätzlich einschränken. Dazu zählen zum Beispiel Calciumcarbonat oder Fenchelöl.

Echter Mehltau wird auch Schönwetter-Pilz genannt, da er für seine Verbreitung warm-trockenes Wetter benötigt. Die Wassergabe am Vormittag und das Gießen nur von unten, sodass die Blätter möglichst nicht nass werden, beugen einem Befall also vor.

Mehltau
Echter Mehltau bildet wie hier bei der Gurke einen weißen Belag auf den Blattoberseiten [Foto: AJCespedes/ Shutterstock.com]

Ist Apfelminze winterhart?

Da sie Temperaturen bis – 23 °C aushält, ist die Apfelminze gut winterhart. Einzig beim Überwintern der Apfelminze im Topf sollte man etwas aufpassen und ein Durchfrieren des Wurzelballens verhindern. Dabei hilft zum Beispiel ein Gartenvlies, das um den Topf gewickelt wird, sowie ein Holzbrett oder Styropor, welches man unter den Topf legt.

Auch die Ananasminze ist winterhart, verträgt aber nur Temperaturen bis ungefähr – 17 °C. Um die Ananasminze zu überwintern, sollte der Wurzelstock zur Sicherheit zum Beispiel durch etwas Reisig geschützt werden.

Verwendung und Wirkung der Apfelminze

Aufgrund des niedrigen Mentholgehalts ist die Heilwirkung der Apfelminze geringer als zum Beispiel die der Pfefferminze. Trotzdem bietet sich Apfelminze zur Verwendung in Tees und anderen Getränken wie Apfelminze-Limonade an. Um einen Apfelminze-Tee zuzubereiten, werden einfach 10 bis 15 Blätter mit heißem Wasser übergossen. Dann lässt man den Apfelminze-Tee einige Minuten ziehen, bevor man ihn heiß oder auch abgekühlt genießen kann. In Rezepten wird Apfelminze gern als erfrischende, spezielle Note beispielsweise in Salaten oder Desserts eingesetzt. Insgesamt baut man Apfelminze also weniger als Heilpflanze, sondern eher als Gewürzkraut an.

Apfelminze-Tee
Neben Apfelminze-Tee kann man Apfelminze auch gut in anderen Getränken verwenden [Foto: Peredniankina/ Shutterstock.com]

Tipp: Teilweise wird von der Einnahme von Minzen während der Schwangerschaft abgeraten. Das liegt am enthaltenen Menthol, das zu einer Erhöhung des Herzschlags und zu Krämpfen der Gebärmutter führen kann. Da sie jedoch nur wenig Menthol enthält, sollte die Verwendung von Apfelminze während Schwangerschaft und Stillen bei den meisten Frauen keine Probleme verursachen. Wichtig ist, dass man es mit dem Konsum nicht übertreibt und keine konzentrierten Blattextrakte oder Ähnliches verwendet.

Sie interessieren sich für weitere Arten der Minze? In unserer großen Übersicht haben wir die wichtigsten Minzarten zusammengestellt.

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