Zitronenminze: Pflanzen, Winterhärte & Wirkung

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Die Zitronenminze lässt sich leicht im Garten ansiedeln und liefert, wenn sie sich wohlfühlt, reichlich Blätter, die man zum Beispiel für Zitronenminze-Tees oder zum Verfeinern von Süßspeisen verwendet.

Zitronenminze
Die Blätter von Mentha x gentilis var. citrata sind sehr zart mit einem angenehmen Zitronenduft [Foto: DSGNSR1/ Shutterstock.com]

Bei der riesigen Anzahl an Minzsorten gibt es nicht nur solche mit dem klassischen, intensiven Mentholgeschmack. Neben Erdbeerminze (Mentha species) oder Apfelminze (Mentha suaveolens) gehört auch die Zitronenminze (Mentha x gentilis var. citrata) zu den Minzsorten mit einem fruchtig-frischen Aroma. In Garten und Topf kann sie ähnlich wie andere Minzarten angebaut werden. Die Fragen, ob Zitronenminze winterhart ist, was man beim Pflanzen von Zitronenminze beachten muss, und viele weitere beantworten wir in diesem Artikel.

Zitronenminze: Herkunft und Eigenschaften

Zur Gattung der Minzen gehören ungefähr 30 Arten. Durch größtenteils natürliche Kreuzungen sind zusätzlich zahlreiche Minz-Hybride entstanden. Dazu zählt die Pfefferminze (Mentha x piperita). Durch Züchtungen kommen regelmäßig neue Sorten auf den Markt. Es gibt daher nicht nur die eine Zitronenminze. Vielmehr gibt es verschiedene Sorten und Kreuzungen, deren Duft und Geschmack an Zitrone erinnern. Mit am häufigsten findet man Mentha x gentilis var. citrata, also eine Varietät der Ingwerminze (Mentha x gentilis Syn. Mentha x gracilis). Allerdings gibt es zum Beispiel eine Varietät der Pfefferminze, die als Zitronenminze gehandelt wird. Dabei geht es um Mentha x piperita var. citrata ‘Lemon’.

Tipp: Bei der Ingwerminze, die auch Edelminze genannt wird, handelt es sich um eine Minzart, die wahrscheinlich aus einer natürlichen Kreuzung der Ackerminze (Mentha arvensis) und der Grünen Minze (Mentha spicata) hervorgegangen ist. Der Ingwergeschmack der Blätter ist eher dezent und ihr Mentholgehalt ist relativ niedrig. Bei Mentha x gentilis var. variegata handelt es sich um eine Form der Ingwerminze mit gelb panaschierten Blättern.

Ingwerminze
Es gibt auch Formen der Ingwerminze mit zweifarbigen Blättern [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Wie alle Minzen ist Mentha gentilis var. citrata eine sommergrüne, mehrjährige Staude. Sie entwickelt jedes Jahr aufs Neue 40 bis 50 cm hohe, rötliche Triebe. An diesen sitzen im Vergleich zu anderen Minzen sehr zarte und feine Blätter, die einen angenehmen Zitronenduft verströmen. In der Zeit von Juli bis September blüht Mentha x gentilis var. citrata. Dann locken die hell-violetten Blüten der Zitronenminze zahlreiche Insekten an. Zitronenminze bildet wie andere Minzarten Ausläufer und breitet sich so immer weiter im Beet aus. Allerdings ist ihr Verbreitungstrieb lang nicht so ausgeprägt wie bei einigen anderen Minzarten.

Zitronenminze-Blüte
Die Blüten der Zitronenminze sind sehr zart und fein [Foto: Danny Hummel/ Shutterstock.com]

Was ist der Unterschied zwischen Zitronenminze und Zitronenmelisse? Zitronenmelisse (Melissa officinalis) und Zitronenminze gehören zwar beide zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae), darin aber zu verschiedenen Gattungen – den Minzen und den Melissen (Melissa). Auf den ersten Blick sehen sich die Pflanzen ähnlich, denn bei beiden handelt es sich um krautig wachsende Stauden. Da beide zu den Lippenblütlern gehören, haben sogar die Blüten Ähnlichkeit. Man kann die Pflanzen aber zum Beispiel anhand der Blätter auseinanderhalten. Während die der Zitronenminze eher glatt sind, weisen Blätter der Zitronenminze eine gröbere, blasig wirkende Struktur auf. Im Gegensatz zu Zitronenminze ist die Zitronenmelisse allerdings etwas trockentoleranter. Unterschiede gibt es auch in Bezug auf die Inhaltsstoffe, denn Melissen enthalten kein Menthol. Dafür ist ihr Zitronenaroma meist etwas intensiver.

Zitronenmelisse
Die Blattstruktur der Zitronenmelisse ist etwas gröber, rauer und blasiger als die der Zitronenminze [Foto: Vaclav Mach/ Shutterstock.com]

Zitronenminze pflanzen: Standort und Vorgehen

Wie alle Minzen bevorzugt die Zitronenminze einen warmen, sonnigen Standort, wobei pralle Mittagssonne vermieden werden sollte. Sogar im Halbschatten gedeiht Zitronenminze meist noch ohne Probleme.
Am besten pflanzt man Zitronenminze in einen lockeren, humosen und nährstoffreichen Boden mit einem neutralen pH-Wert. Im Garten kann man schwere, tonige Böden aufwerten, indem man etwas von unserem Plantura Rasensand und Plantura Bio-Universalerde in den Untergrund einarbeitet, bevor man die Zitronenminze pflanzt. So verringert man das Risiko von Staunässe, die Zitronenminze gar nicht mag. Zu sandige Böden, die schnell austrocknen, können ebenfalls durch das Einarbeiten unserer Plantura Bio-Universalerde aufgewertet werden, sodass sie Wasser und Nährstoffe besser speichern.

Tipp: Im Kräutergarten kann die Zitronenminze zum Beispiel gut mit Kerbel (Anthriscus cerefolium) oder Koriander (Coriandrum sativum) angebaut werden. Beachten Sie allerdings, dass die Zitronenminze die Pflanzen in ihrer Umgebung dank ihrer Ausläufer durchaus verdrängen kann. Verhindern lässt sich dies durch Verwendung einer Wurzelsperre, die etwa 50 cm in den Boden reicht.

Zitronenminze einpflanzen
Vor einer Mauer stehen Zitronenminzepflanzen meist warm und geschützt [Foto: Pixel-Shot/ Shutterstock.com]

Der beste Zeitpunkt, um Zitronenminze zu pflanzen, ist im Frühjahr, ungefähr ab Mitte März. Haben Sie einen geeigneten Standort gefunden und den Boden entsprechend vorbereitet, geht es ans Einpflanzen der Zitronenminze. Heben Sie dafür im Abstand von circa 40 cm kleine Pflanzlöcher aus und setzen Sie die Jungpflanzen dort hinein. Im Anschluss sollten die Zitronenminze-Pflanzen noch gut angegossen werden.

Zitronenminze pflanzen auf einen Blick

  • Optimaler Zeitpunkt: Im Frühjahr, ungefähr ab Mitte März
  • Standort: Sonnig bis halbschattig; lockerer, nährstoffreicher und feuchter Boden
  • Pflanzabstand: 40 cm
  • Nach dem Pflanzen gut angießen

Das Pflanzen von Zitronenminze im Topf ist ebenfalls gut möglich. Dort kann sie sich auch nicht ungewollt mit ihren Ausläufern im ganzen Garten verbreiten. Verwenden Sie dafür ein eher breites Pflanzgefäß mit einem Fassungsvermögen von mindestens 5 l und füllen Sie es unten mit einer Drainageschicht. Diese kann aus Kieselsteinen oder Blähton bestehen und sollte ungefähr 5 cm hoch sein. Verwenden Sie darüber ein hochwertiges, möglichst torffreies Pflanzsubstrat. Unsere Plantura Bio-Universalerde ist beispielsweise nicht nur komplett torffrei, sie besteht außerdem zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen und wird nachhaltig in Deutschland hergestellt.

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Tipp: Haben Sie Zitronenminze-Samen erworben oder geerntet, bietet sich eine Vorkultur im Frühjahr an. Säen Sie dafür die Samen des Lichtkeimers maximal 0,5 cm tief in Töpfe von 8 bis 10 cm Durchmesser, die mit einer angefeuchteten Anzuchterde gefüllt sind. Gut geeignet ist hierfür unsere ebenfalls torffreie, aus natürlichen Rohstoffen bestehende Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Bei 18 °C und durchgängig leicht feuchter Erde keimen die Samen der Zitronenminze in der Regel innerhalb von 2 Wochen. Kultivieren Sie die Jungpflanzen weiter an einem hellen Ort, bis sie eine Größe von circa 7 bis 10 cm erreicht haben. Etwas Dünger fördert jetzt ein kräftiges Wachstum. Dann können sie an ihren endgültigen Standort verpflanzt werden.

Pflege

Während der Wachstumsperiode sollte der Boden um die Zitronenminze stets leicht feucht sein. Im Sommer ist es daher oft nötig, auch die Pflanzen im Garten regelmäßig zu gießen. Bei Zitronenminze im Topf ist regelmäßiges Wässern noch wichtiger, denn dort trocknet das Substrat deutlich schneller aus. Vor allem im ersten Jahr nach dem Pflanzen ist Zitronenminze noch auf häufiges Gießen angewiesen, da ihr Wurzelsystem noch nicht voll ausgebildet ist.

Tipp: Eine Möglichkeit, um Wasser im Garten zu sparen, ist es, Mulch um die Zitronenminze-Pflanzen auszubringen. Am besten dafür geeignet ist Rasenschnitt, denn dieser liefert gleichzeitig Nährstoffe.

Minzpflanze in einem Beet mit Mulch
Mulchen kann dabei helfen, Wasser im Garten zu sparen, damit man seltener gießen muss [Foto: Stephanie Frey/ Shutterstock.com]

Auch am Dünger sollte man bei Zitronenminze nicht sparen. Die Pflanzen werden es einem mit üppigem Wachstum und einer reichen Ernte danken. Es empfiehlt sich, zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr einen Langzeitdünger um die Pflanzen herum in den Boden einzuarbeiten. Gut geeignet ist zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger. Er wirkt über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten und besteht zu einem Großteil aus organischen Komponenten, was zusätzlich den Humusaufbau fördert und sich positiv auf Bodenstruktur und Wasserhaltevermögen auswirkt. Ähnliche Ergebnisse erzielen Sie mit gutem, reifem Kompost. Nach ungefähr 3 Monaten darf die Düngung im Sommer wiederholt werden.

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Zur Pflege von Zitronenminze gehört auch ein regelmäßiger Rückschnitt. Das verhindert zum einen eine zu große Verbreitung und dient gleichzeitig der Ernte. Wie beim Schneiden von Minze allgemein sollten Sie darauf achten, nicht nur aufrecht nach oben wachsende Triebe, sondern ebenfalls am Boden verlaufende Ausläufer abzuschneiden. Da Zitronenminze sehr schnittverträglich ist, kann sie praktisch das ganze Jahr über beerntet und geschnitten werden. Das Zitronenaroma ist jedoch in der Zeit bis zur Blüte am intensivsten und lässt dann merklich nach. Im Frühjahr kurz vor dem Neuaustrieb können außerdem braune, abgestorbene Triebe komplett entfernt werden.

Wuchernde Minze
Minzen wachsen schnell und ausufernd, weshalb sie Rückschnitte auch gut vertragen [Foto: vladdon/ Shutterstock.com]

Zitronenminze bildet ein dichtes Wurzelsystem. Pflanzen im Topf sollten aus diesem Grund spätestens nach 3 Jahren umgetopft werden. Ein guter Zeitpunkt dafür ist ebenfalls das Frühjahr. Achten Sie darauf, dass das neue Pflanzgefäß im Durchmesser mindestens 5 cm größer als das alte ist.

Weitere Tipps zur Pflege von Zitronenminze sowie Hinweise zu möglichen Krankheiten und Schädlingen finden Sie in unserem Artikel zur Pflege von Minze.

Pflege auf einen Blick

  • Gießen Sie regelmäßig, sodass der Boden nie komplett trocken ist.
  • 2-mal im Jahr, im Frühjahr und Sommer, sollte ein Langzeitdünger ausgebracht werden.
  • Ein kräftiger Rückschnitt dämmt das Wachstum ein und liefert eine reiche Ernte.
  • Pflanzen im Topf sollten spätestens nach 3 Jahren umgetopft werden.

Ist Zitronenminze winterhart?

Mentha x gentilis var. citrata verträgt Temperaturen bis – 22 °C und Mentha x piperita var. citrata sogar bis – 28 °C. Beide Zitronenminzen sind also gut winterhart und überstehen den Winter im Garten meist ohne Probleme. Die grünen Triebe sterben im Herbst zwar ab, im folgenden Frühjahr treiben die Stauden allerdings wieder frisch aus dem Wurzelstock aus.

Etwas aufpassen sollten Sie bei der Überwinterung von Zitronenminze im Topf, denn dort sind die Wurzeln der Zitronenminze schlechter geschützt als im Gartenboden. Es bietet sich daher an, den Topf zum Beispiel in einen Jutesack zu packen.

Verwendung und Wirkung der Zitronenminze

Die Zitronenminze enthält mentholische Verbindungen, wenn auch deutlich weniger als die Pfefferminze. So steht bei ihr nicht der minzige, sondern eher der zitronig-frische Geschmack im Vordergrund. Man kann aus ihren frischen oder getrockneten Blättern gut einen Zitronenminze-Tee herstellen. Darüber hinaus lässt sich Zitronenminze in Rezepten vielfältig einsetzen. Sie bietet sich zum Verfeinern von Desserts und Süßspeisen an, kann aber auch für Cocktails, Limonaden und in salzigen Gerichten verwendet werden.

Zitronenminze-Tee
Die Wirkung von Zitronenminze-Tee ist weniger stark, als zum Beispiel von Pfefferminz-Tee [Foto: mythja/ Shutterstock.com]

Aufgrund des geringeren Mentholgehalts ist die Wirkung der Zitronenminze weniger stark ausgeprägt. Daher kommt es nicht zu den unerwünschten Nebenwirkungen, die bei zu häufiger Einnahme von Pfefferminze auftreten können. Wer also eine Minze für den täglichen Konsum sucht, ist bei der Zitronenminze genau richtig.

Wenn Sie auch in den Wintermonaten nicht auf das Aroma der Zitronenminze verzichten wollen, lesen Sie doch einmal in unserem Artikel zum Trocknen und Einfrieren von Minze etwas über die verschiedenen Methoden des Haltbarmachens der Blätter.

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