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Griechischer Oregano: Anbau & Unterschiede zum Gewöhnlichen Oregano

David
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Ich habe einen Master-Abschluss in Gartenbauwissenschaften und bin zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.

Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

Durch seinen starken Geschmack und Aroma ist Griechischer Oregano ein wahres Wunderkraut beim Kochen von Tomatensoßen oder Backen von Pizza.

Griechischer Oregano
Dem Griechischen Oregano wurde eine Unterart gewidmet [Foto: Artem Kontratiev/ Shutterstock.com]

Beim Griechischen Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum) handelt es sich um eine Unterart des Echten Dost (Origanum vulgare) aus der Gattung Oregano (Origanum sp.). Dem Griechischen Oregano wurde aufgrund seines spezifischen natürlichen Auftretens in Griechenland eine eigene Unterart gewidmet. Das ist üblich für die Art des Origanum vulgare – auf dem Markt ist keine große Vielfalt an verschiedenen Oregano-Sorten vorhanden, stattdessen sind viele Unterarten, die geographische Namen enthalten, anzutreffen.

Griechischer Oregano: Herkunft und Eigenschaften

Ursprünglich stammt der Griechischer Oregano aus dem Mittelmeerraum von Südosteuropa. Dazu zählen neben Griechenland auch Nordmazedonien, Zypern und die Türkei als Ursprungsländer dieser Oregano-Unterart. Das Kraut wird auch als Pizza-Oregano, Staudenmajoran und als Italienischer- sowie Griechischer Dost bezeichnet. Kretischer Oregano (Origanum creticum) ist hier kein Synonym für die griechische Unterart. Zwar ist auch dieser Oregano griechisch, bei diesem handelt es sich allerdings um eine weitere Unterart, die ursprünglich von den Inseln Griechenlands stammt. Im Wuchs hält sich Griechischer Oregano mit seinen 20 bis 30 cm Höhe eher kompakt und buschig. Seine Blätter sind eher klein, oval geformt und leicht behaart. Anders als bei der herkömmlichen Oregano-Unterart sind die Blüten des Griechischen Oregano weiß statt rosa gefärbt. Auch durch seine Winterhärte fällt Griechischer Oregano auf, da dieser etwas robuster gegenüber Frost ist und mit Temperaturen bis zu -15 °C eine vergleichsweise gute Frostresistenz aufweist.

Griechischen Oregano pflanzen und pflegen

Beim Anbau unterscheidet sich Griechischer Oregano zwar leicht, aber nicht grundlegend vom Echten Dost. Als Standort bevorzugt er einen noch sonnigeren und wärmeren Platz als Origanum vulgare. Im Idealfall bekommt Griechischer Oregano mindestens sechs Stunden täglich direktes Sonnenlicht. Was die Ansprüche an den Boden betrifft, ähneln sich die beiden Arten sehr. Sie präferieren einen durchlässigen, leichten und etwas kalkhaltigen Boden, der nicht zu nährstoffhaltig ist. Schwere Ton- oder Lehmböden sollten deshalb mit etwas Sand aufgelockert werden. Beim Anbau im Topf eignet sich sonst eine Kräutererde wie unsere Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde gut. Bei der Aussaat handelt es sich sonst genau wie beim Echten Dost hier auch um einen Lichtkeimer.

Die Samen des Griechischen Oreganos benötigen also genügend Licht nach der Aussaat, um zu keimen, weshalb man diese einfach auf das Substrat streuen und etwas andrücken muss, bevor man die Aussaat vorsichtig gießt. Im Haus kann die Pflanze bereits ab Februar die Pflanze vorgezogen werden, bevor man die Jungpflanzen anschließend im Mai nach dem letzten Frost draußen einpflanzen kann. Für eine Direktsaat im Freiland sollte man bis Ende Mai warten, bevor man die Samen ausbringt. Alle weiteren wichtigen Informationen zum Thema Oregano anbauen, wie die Ernte und Lagerung des Krauts, haben wir auch noch mal in einem Spezialartikel hierzu zusammengefasst.

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Ebenso wie beim Pflanzen ähneln sich auch bei der Pflege der herkömmliche und der Griechische Oregano. Die Pflanze hält Trockenperioden gut aus und benötigt deshalb allgemein nur alle ein bis zwei Wochen eine Wassergabe. Beim Anbau im Topf kann hingegen etwas regelmäßiger gegossen werden, da die Erde im Topf weniger Wasser speichern kann als der Boden im Gartenbeet. Trotz des geringen Nährstoffbedarfs, kann es trotzdem gut sein, die Pflanze ein wenig zu düngen. Griechischer Oregano kann beim Einpflanzen im Freien einmal mit einem organischen Dünger versorgt werden. Hierfür bietet sich unser Plantura Bio-Universaldünger gut an, da dieser nur langsam über mehrere Wochen die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar macht und so diese nicht mit zu vielen Nährstoffen überfordert. Alternativ lässt sich natürlich auch etwas Kompost in den Boden mit einmischen und so auf Düngemittel verzichten. Beim Anbau im Topf mit frischer Erde kann auf solch eine Düngung verzichtet werden, da hier das Substrat bereits genügend Nährstoffe enthält. Was das Überwintern betrifft, empfiehlt es sich im Freiland sowie beim Anbau im Topf, trotz der besseren Winterhärte des Griechischen Oregano, diesen mit etwas Mulch, Vlies oder Tannenzweigen über die kälteren Monate vor den tiefen Temperaturen draußen zu schützen. Auch bei den Schnittmaßnahmen und beim Umtopfen ist die Vorgehensweise beim Griechischen Oregano identisch zum Echten Dost. Bei beiden Pflegemaßnahmen bietet es sich zudem an, seinen Oregano über Teilung oder Stecklinge zu vermehren. Wie man genau beim Umpflanzen und Schneiden des Oregano vorgehen sollte, haben wir in unserem „Oregano pflegen“ Magazinartikel erläutert.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Gewöhnlichen Oregano

Im Anbau und der Pflege bestehen keine grundlegenden Unterschiede zwischen dem Griechischen Oregano und dem gewöhnlichen. So kann auch der Griechische Oregano über Aussaat und Stecklinge vermehrt werden und er kommt ebenfalls mit ausgesprochen wenig Wasser, auch über längere Trockenperioden hinweg, zurecht. Eine detaillierte Anleitung für den Anbau von Oregano, die Sie einfach auch für den Griechischen Oregano anwenden können, finden Sie in diesem Artikel. Doch der Griechische Oregano wäre keine eigene Unterart, wenn zwischen ihm und dem gewöhnlichen Pizzakraut keine kleinen, aber feinen Unterschiede bestünden:
Während die meisten Oregano-Arten ab Juli kleine, rosa Blüten ausbilden, erstrahlt der Griechische Oregano in einem reinen Blütenweiß. Im Geschmack und Aromaintensität werden dem Griechischen Oregano klare Vorteile gegenüber vielen seiner Artverwandten zugesprochen. Außerdem wächst der Griechische Oregano etwas buschiger und kompakter als herkömmlicher Oregano.
Der entscheidendste Vorteil, der für den Anbau des Griechischen Oregano spricht, ist jedoch die im Vergleich stärker ausgebildete Winterhärte. Da er winterlichen Temperaturen von bis zu -15 °C standhalten kann, eignet er sich am besten für die Überwinterung. Die meisten Unterarten ziehen bei solchen Temperaturen schon lange den Kürzeren und sind deshalb nicht wirklich für den Anbau im Freien über den Winter hinweg geeignet. Der Griechische Oregano hingegen hebt sich durch seine Robustheit ab, sollte allerdings dennoch in der kalten Jahreszeit mit Reisig oder Mulch vor Frostschäden durch zu kalte Temperaturen geschützt werden. So kann man sichergehen, dass der Griechische Oregano auch im nächsten Jahr an seinem Platz im Beet reichlich Pizzakraut liefern wird.

Zusammenfassender Vergleich

Gemeinsamkeiten:

  • Vermehrung durch Aussaat und Stecklinge möglich
  • Gute Robustheit und Trockenheitsresistenz

Unterschiede:

  • Griechischer Oregano hat weiße Blüten, gewöhnlicher Oregano trägt rosa Blüten
  • Aroma und Geschmack sind beim Griechischen Oregano intensiver
  • Der Wuchs des Griechischen Oregano ist etwas buschiger und kompakter (20-30 cm Höhe und Breite)
  • Bessere Robustheit gegenüber Kälte: Griechischer Oregano ist winterhart bis – 25 °C

Wer den eigenen Griechischen Oregano nun erfolgreich ausgesät, gepflanzt und gepflegt hat, wird diesen schon bald auch ernten können. Wie man bei der Ernte vorgeht und danach seinen Oregano für später trocknet oder einlegt, haben wir in diesem Artikel zum Thema Oregano richtig ernten und lagern, erklärt.