Avocadopflanze: Steckbrief, Sorten & Überwinterung

Katja
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Ich habe Landschaftsökologie studiert und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Die Avocado ist nicht nur als Frucht begehrt, auch als Zimmerpflanze ist sie auf dem Vormarsch. Doch was macht die Avocadopflanze eigentlich so besonders?

Avocadopflanze im Topf
Die Avocado kann man als Zimmerpflanze leicht selbst ziehen [Foto: Alex SG/ Shutterstock.com]

Neben den zahlreichen gesunden Inhaltsstoffen kann die Avocado (Persea americana) mit ihrem Blattschmuck überzeugen. Woher die Avocadopflanze kommt, was sie so gesund macht und welche Avocado-Sorten es gibt, erfahren Sie hier.

Avocadopflanze: Blüte, Herkunft und Eigenschaften

Die Heimat der Avocado (Persea americana) liegt im Süden Mexikos, in Guatemala und Nicaragua. Mit der Zeit verbreitete sie sich in ganz Zentralamerika und wurde dort von den indigenen Völkern vermutlich schon seit 10.000 Jahren genutzt. Mit der Eroberung des amerikanischen Kontinents kam die Avocado vor allem durch die Spanier in andere Länder Südamerikas wie Chile oder Peru. Später wurde die grüne Frucht in andere tropische und subtropische Regionen der Welt gebracht, wo sie bis heute wächst. Nach botanischer Definition ist die Avocado übrigens eine Beere.

Die Avocadopflanze besitzt längliche, zugespitzte, dunkelgrüne Blätter und grün-gelbe, kleine Blüten. Aus den Avocado-Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung die begehrten Früchte. Avocados sind recht schnellwüchsig und in der Natur können Avocado-Bäume Größen von bis zu 20 m erreichen. Solche ausgewachsenen Avocado-Bäume tragen schon mal 100 kg Früchte pro Jahr. Als Zimmerpflanze bleibt die Avocado deutlich kleiner, da ihr Wurzelraum und das Lichtangebot zu begrenzt sind.

Großer Avocadobaum in der Natur
In ihrer Heimat wächst Persea americana zu stattlichen Bäumen heran [Foto: Doikanoy/ Shutterstock.com]

Das Mitglied der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) wird auch in Südspanien bis heute angebaut, vor allem in der Region um Malaga. Hauptproduzenten der gesunden Avocado sind jedoch Mexiko, die Dominikanische Republik, Peru, Indonesien und Kolumbien. Man sieht also: Die Avocado mag es feucht und warm, um exzellente Früchte hervorzubringen.

Avocado als Zimmerpflanze

Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass man von ihr jemals Früchte ernten wird: Die großen, etwas ledrigen, polarisierend schimmernden Blätter der Avocadopflanze machen ebenfalls einiges her. Zudem ist es spannend, den Keimvorgang der Avocado aus dem Samen und das Sprießen der ersten Blätter zu beobachten. Aus einem Abfallprodukt der Frucht entsteht letztlich eine schöne Zimmerpflanze.

Wann haben Avocados Saison?

Schaut man sich in unseren Supermarktregalen um, so scheint es, als hätte die Avocado ihre Saison das ganze Jahr über. Das liegt daran, dass sie in ihren unterschiedlichen Anbauländern und Klimazonen auch zu verschiedenen Zeiten reif ist. Während Avocados in Mexico bei uns im Herbst Saison haben, haben die spanischen Avocados ihre Erntezeit ab November. In Afrika angebaute Avocados bekommt man hier hingegen ab März und den ganzen Sommer über.

Avocado-Blüte
Aus den eher unscheinbaren Blüten entstehen später die Früchte [Foto: pisitpong2017/ Shutterstock.com]

Unabhängig von Herkunft und Jahreszeit ist es wichtig, die Avocado richtig zu lagern, damit sie lange frisch und lecker bleibt. Um immer informiert zu bleiben, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat, eignet sich ein Kalender wie unser übersichtlicher Plantura Saisonkalender für Obst & Gemüse.

Welche Avocado-Sorten gibt es?

Es gibt mehr als 400 Avocado-Sorten, die sich vor allem hinsichtlich ihrer Früchte unterscheiden. Diese können verschiedene Formen, Farben oder Fettgehalte aufweisen. Entstanden sind die Sorten durch die Kreuzung dreier Avocado-Varietäten aus Mexiko, Westindien und Guatemala. Wir möchten die bekannteren Avocado-Sorten kurz vorstellen:

  • ‘Hass’: Die bekannte Hass-Avocado mit schwarzer, rauer Schale
  • ‘Fuerte’: Ebenfalls häufig im Supermarkt auffindbar; grüne, eher glatte Schale
  • ‘Avocadito’: Sogenannte Cocktailavocado ohne Kern; nur etwa fingerdick und -groß
  • ‘Nabal’: Grün und kugelförmig
  • ‘Edranol’: Birnenförmig mit kleinem Kern und glatter, grüner Schale
Cocktailavocados der Sorte 'Avocadito'
Cocktailavocados sind klein und besitzen keinen Kern [Foto: Picture Partners/ Shutterstock.com]

Avocadopflanzen überwintern

Avocadopflanzen sind nicht winterhart und vertragen keinen Frost. Sie müssen im Haus überwintert werden. Ideal sind kühlere Temperaturen von 7 bis 15 °C an einem möglichst hellen Standort am Fenster. Wenn es über kurze Zeit auf 3 °C abkühlt, wird dies von der Avocado noch toleriert. Im Winter werden Maßnahmen zur Pflege der Avocado nur noch sporadisch ausgeführt. Wenn Sie die Avocado überwintern, wird das Gießen reduziert und das Düngen gänzlich eingestellt.

Avocados vermehren

Um die Avocado zu vermehren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben der einfachsten und erfolgversprechendsten Methode zur Vermehrung durch den Avocadokern, kann man die Pflanze auch über Stecklinge oder Veredelung vermehren. Diese Methoden sind allerdings etwas für fortgeschrittene Gärtner und nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

Wie man einen Avocadokern einpflanzen und daraus eine Zimmerpflanze ziehen kann, erfahren Sie in unserer Anleitung.

Avocado-Stecklinge
Statt der Avocado-Vermehrung durch den Kern können auch Stecklinge geschnitten werden

Stecklinge

Am besten vermehrt man die Avocado durch Stecklinge, wenn man die Pflanze im Frühjahr sowieso zurückschneidet. Aus dem anfallenden Schnittgut können Stecklinge gewonnen werden. Diese sollte eine Trieblänge von etwa 10 cm haben und 3 bis 5 Blätter besitzen. Die unteren werden entfernt. Große Avocado-Blätter sollten zudem auf halber Länge abgeschnitten werden, denn der wurzellose Steckling kann viele große Blätter nicht ausreichend mit Wasser versorgen. Die Stecklinge werden dann mit der Schnittstelle nach unten bis zum ersten Blattpaar in feuchtes Anzuchtsubstrat wie beispielsweise unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde gesteckt. Diese enthält keinen Torf und besitzt eine lockere Struktur. Der reduzierte Nährstoffgehalt regt die Stecklinge zur Wurzelbildung an.

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Über das Gefäß wird nun eine Plastiktüte gestülpt und das Ganze an einen warmen, mäßig hellen Platz gestellt. Ein Ost- oder Westfenster ist ideal. Nach etwa 8 Wochen oder, wenn neue Blätter wachsen, können Sie prüfen, ob sich Wurzeln gebildet haben. Dann können die Avocado-Stecklinge in nährstoffreiche Erde umgetopft werden. Dabei sollte dringend eine Drainageschicht angelegt werden, da Staunässe von Avocados überhaupt nicht vertragen wird.

Veredelung

Wer schon etwas Erfahrung mit Obstbäumen gesammelt hat, kann sich an der Veredelung der Avocado versuchen. Diese findet am besten im zeitigen Frühjahr statt. In Frage kommen Geißfuß- und Sattelveredelung sowie Rindenpfropfen. Der Avocado-Baum benötigt für die Veredelung eine Höhe von etwa 1 m. Durch das Veredeln kann die Zeit bis zur ersten Blüte deutlich verkürzt werden. Damit Früchte entstehen, müssen aber alle Bedingungen stimmen, die man am besten im beheizten Wintergarten oder Gewächshaus erreicht. Aufgrund des geringen Lichtangebots in unseren Breiten bleibt eine Frucht jedoch unwahrscheinlich. Allerdings macht es großen Spaß, der Avocado bei der einfachen Vermehrung über den Kern beim Keimen zuzusehen.

Inhaltsstoffe der Avocado

Zwei häufige Fragen zum Thema Avocado drehen sich um ihre Inhaltsstoffe und Kalorien: Sind Avocados gesund und wie viele der Früchte sollte man am Tag essen? Eines gleich vorneweg, ja, die Avocado ist sehr gesund. Sie enthält vor allem viele der für den Körper wichtigen, pflanzlichen Fette. Auch wenn viele bei dem Wort Fett gleich negative Assoziationen haben: Bei den hauptsächlich ungesättigten Fettsäuren der Avocado muss man sich keine Sorgen machen. Es ist sogar wichtig, sie in ausreichendem Maße aufzunehmen, da der menschliche Körper sie nicht selbst herstellen kann.

Trotzdem sollte man keine 5 Avocados am Tag essen, denn für eine ausgewogene Ernährung ist eine Vielfalt aus Obst und Gemüse wichtig. Mit 220 Kilokalorien pro 100 Gramm gehört die Avocado zu den Früchten mit dem höchsten Kalorienanteil. Da es sich um gesunde Fette handelt, ist das nicht weiter tragisch. Außerdem ist die gesunde Avocado reich an Kalium, Kalzium, Magnesium und Vitamin A und C.

Avocadopflanze mit Früchten
Es gibt auch Avocadopflanzen mit runden Früchten [Foto: IamTK/ Shutterstock.com]

Durch die vielen ungesättigten Fettsäuren ist die Avocado übrigens gut für die Haut. Das Öl der Avocado wird in der Kosmetikindustrie aufgrund der positiven Eigenschaften für die Haut vermehrt verwendet. Trotzdem lohnt es sich, einmal einen Blick auf die Nachhaltigkeit der Avocado zu werfen, denn für unseren Genuss muss die Frucht unter anderem weite Strecken zurücklegen.

Tipp: Bis Avocado-Sämlinge Blüten bilden, könnten rund 10 Jahre ins Land gehen. Avocado-Blüten sind zwar zwittrig, müssen aber dennoch von einer anderen Avocadopflanze bestäubt werden. Sollte dies tatsächlich passieren, weil Sie zwei zeitgleich blühende Avocados besitzen, braucht es zusätzlich einen Wintergarten oder bestes Weinbauklima, um tatsächlich Früchte ernten zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Avocados vom eigenen Baum essen werden, ist also recht gering.

Sind Avocados giftig für Hund oder Katze?

Die Avocadopflanze enthält in allen Teilen den giftigen Stoff Persin, der für Haus- und Nutztiere gefährlich werden kann. In der Fruchtschale und in den Blättern ist die Konzentration besonders hoch. Die Avocado ist also giftig für Hunde und Katzen und sollte nicht von den Tieren verzehrt werden. In größeren Mengen kann der Verzehr zu Schäden am Herzmuskel der Tiere führen. Für Menschen ist der Verzehr des Fruchtfleischs völlig unproblematisch und sogar gesund. Die anderen Teile der Pflanze sollten jedoch nicht gegessen werden.

Wie die Avocado lässt sich auch die Mango aus Samen ziehen. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl entsteht dann eine prächtige Zimmerpflanze.

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