Birnbaum-Krankheiten

Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften
Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften

Pflanzen und Natur haben mich schon immer begeistert, deshalb studiere ich Nutzpflanzenwissenschaften. Mein besonderes Interesse gilt dem Pflanzenschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren mit ihrer Umwelt finde ich unglaublich spannend. In meiner Freizeit bin ich gerne im Freien, genieße die Natur und sammle Inspiration für Kreativprojekte. Mein Traum ist es, irgendwann einmal einen großen Gemüsegarten zu haben.

Jede Pflanze kann von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden. Welche Krankheiten beim Birnbaum besonders häufig auftreten und was du dagegen tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Birnen an einem Birnbaum
Birnbäume werden häufig von Krankheiten oder Schädlingen befallen [Foto: Lyudmila Lucienne/ Shutterstock.com]

Kaum eine Pflanze ist dauerhaft vor Krankheiten oder Schädlingen sicher, dass gilt auch für den Birnbaum (Pyrus). Verschiedene Krankheiten oder Schädlinge können sein Wachstum beeinträchtigen, die Fruchtqualität mindern oder im schlimmsten Fall den gesamten Baum schwächen. Einige dieser Krankheiten treten dabei besonders häufig auf und lassen sich mit dem richtigen Wissen frühzeitig erkennen. In diesem Artikel erfährst du, welche typischen Krankheiten beim Birnbaum vorkommen, woran man sie erkennt und welche Maßnahmen dabei helfen, einem Befall vorzubeugen oder zu bekämpfen.

Pilzbefall am Birnbaum

Pilzbefall tritt am Birnbaum häufig auf und kann verschiedene Pflanzenteile infizieren. Besonders anfällig sind dabei die Blätter und Früchte, doch auch ganze Triebe können durch einen Befall geschädigt werden.

Blattfleckenkrankheit

Blattfleckenkrankheit ist ein Überbegriff für Pilzkrankheiten an Pflanzen, die braune, gelbe oder schwarze Flecken auf den Blättern verursachen. Blattfleckenkrankheiten, die an den Blättern von Birnbaum auftreten können, sind der Birnengitterrost, die Schwarzfleckenkrankheit und die Weißfleckenkrankheit. Bei Birnbäumen, die von der Schwarzfleckenkrankheit (Stemphylium vesicarium) befallen sind, zeigen sich kleine schwarze Flecken auf den Blättern, Früchten und Zweigen. Im Laufe der Zeit können die Flecken größer werden und sich verdunkeln. Da die Blätter meist vorzeitig abfallen, führt dies zu Schwächung des Baumes. Die Weißfleckenkrankheit (Mycosphaerella pyri) zeigt sich durch das Auftreten von weiß-silbrigen Blattflecken, die einen braunen bis violetten Rand haben. Bei einem starken Befall kann es sein, dass die Blätter vorzeitig abfallen. Auch Quitten (Cydonia oblonga) können von der Weißfleckenkrankheit befallen werden.

Blattfleckenkrankheit an einem Birnbaum
Blattfleckenkrankheiten verursachen Flecken auf den Blättern des Baumes [Foto: M. Schuppich/ Shutterstock.com]

Blattfleckenkrankheit bekämpfen und vorbeugen:

  • Auswahl resistenter Sorten, zum Beispiel Williams Christ, Gellerts Butterbirne oder Gute Luise.
  • Ein sonniger Standort fördert die Blatttrocknung und verhindert Feuchtigkeit, dies schränkt das Wachstum des Pilzes ein.
  • Genügend Abstand zwischen den Bäumen und ein luftiger Kronenschnitt gewährleistet eine gute Luftzirkulation.
  • Infizierte Pflanzenteile und abgefallenes Laub entfernen und vernichten.
  • Bei starkem Befall kann der Einsatz eines Fungizids helfen.
  • Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln, z.B. Brennnesseljauche und Ackerschachtelhalmtee.
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Birnenschorf

Der Birnenschorf (Venturia pirina) infiziert insbesondere die Blätter, Früchte und selten auch junge Triebe des Birnbaums. Der Pilz verursacht auf den Blättern dabei olivgrüne, später bräunliche, rundliche Flecken, die einen Durchmesser von 5-10 mm erreichen können. Die Schorfflecken auf den Früchten sind hingegen dunkelbraun bis schwarz und werden bei starkem Befall rissig und verkorken. Der Birnenschorf sorgt dafür, dass die infizierten Früchte unförmig und verlieren an Qualität.

Birnenschorf-Befall an einem Birnbaum
Vom Birnenschorf befallene Früchte bekommen rissige und verkorkte Flecken [Foto: Juliatim/ Shutterstock.com]

Birnenschorf bekämpfen und vorbeugen:

  • Auswahl resistenter Sorten, zum Beispiel Trévoux, Guyot, Harrow Sweet oder Conférence
  • Infizierte Pflanzenteile und abgefallenes Laub entfernen und vernichten.
  • Genügend Abstand zwischen den Bäumen und ein luftiger Kronenschnitt gewährleistet eine gute Luftzirkulation.
  • Angepasste Düngung: Übermäßige Stickstoffdüngung vermeiden.
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Monilia

Die Monilia-Fruchtfäule (Monilia fructigena) ist ein Hauptverursacher für faulende Früchte an Stein- und Kernobst. Die Monilia Sporen dringen durch Wunden in die Birne ein und verursachen dort große Schäden. Befallene Früchte bekommen braune, kreisrunde Faulstellen, die sich schnell vergrößern. An der Oberfläche der Faulstellen bilden sich anschließend auffällige ockerfarbene bis gräuliche Sporenpusteln. Infizierte Birnen schrumpfen zusammen und fallen vorzeitig ab oder bleiben als Fruchtmumien am Baum hängen. Bei der Spitzendürre oder Zweigmonilia (verursacht durch Monilia laxa oder Monilia fructigena) werden auch Zweige, Blätter und Blüten infiziert. Die betroffenen Pflanzenteile welken, verfärben sich braun und sterben schließlich ab, wobei sie jedoch nicht abfallen, sondern an den vertrockneten Zweigen hängen bleiben. Auch die Triebspitzen sterben im Bereich von 20-30 cm ab, was dazu führt, dass die Baumkrone zunehmend verkahlt. Spitzendürre tritt bei Birnen jedoch selten auf.

Monilia-Symptome an einer Birne
Sporen der Monilia Fruchtfäule dringen über Wunden in die Birne ein [Foto: Another77/ Shutterstock.com]

Vorbeugende Maßnahmen und Bekämpfung von Monilia:

  • Auswahl resistenter Sorten.
  • Befallene und abgefallene Früchte aufsammeln und vernichten.
  • Bei starkem Fruchtbehang kann eine Fruchtausdünnung eine starke Infektionsausbreitung verhindern.
  • Birnenschorf und Schadinsekten bekämpfen, um Verletzungen auf den Früchten zu vermeiden.
  • Rückschnitt der befallenen Triebe bis ins gesunde Holz.
  • Wenn vorbeugende Maßnahmen nicht weiterhelfen, kann der Einsatz eines Fungizids sinnvoll sein.

Echter Mehltau

Auch vom echten Mehltau (Erysiphaceae) kann der Birnbaum befallen werden. Dabei werden insbesondere junge Pflanzenteile infiziert. Dieser äußert sich durch den typischen weißen, mehlartigen Belag auf den Blättern, Trieben und Knospen. Die befallenen Blätter verformen sich häufig, rollen sich ein und fallen meist vorzeitig ab. Die Triebe reifen schlecht aus oder sterben ab. Auch Blüten und junge Früchte können befallen werden.

Mehltau auf einem Blatt
Von einer Mehltau Infektion kann man durch den weißen, mehlartigen Belag gut erkennen [Foto: agrofruti/ Shutterstock.com]

Vorbeugende Maßnahmen und Bekämpfung vom echten Mehltau:

  • Auswahl resistenter Sorten.
  • Befallene Triebe zurückschneiden.
  • Genügend Abstand zwischen den Bäumen und ein luftiger Kronenschnitt für eine gute Luftzirkulation.
  • Bei starkem Befall Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel nach fachlicher Beratung.

Schädlinge am Birnbaum

Im Garten sind viele Insekten und andere Tiere unterwegs. Während Bienen oder Marienkäfer gern gesehene Nützlinge sind, gibt es auch Schädlinge, die dem Birnbaum zusetzten können.

Birnenpockenmilbe

Die Birnenpockenmilbe (Eriophyes pyri) verursacht am Birnbaum bei einem Befall zahlreiche knötchenförmige Pocken auf Blättern und Früchten. Die Pocken sind zunächst hellgrün und verfärben sich im Laufe der Zeit rötlich und anschließend dunkelbraun bis schwarz. Sie sind an der Blattober-, sowie auch -unterseite sichtbar, wobei sich auf der Blattunterseite eine kleine Öffnung befindet, durch die die Milben die Pocken verlassen. Wenn man die Pocken öffnet, kann man mithilfe einer Lupe die winzig kleinen weißlich-grünen Milben erkennen. Die Birnenpockenmilbe sieht beinahe aus wie ein kleiner Wurm, da sie, wie bei den Gallmilben üblich, nur zwei Beinpaare hat. Auch die Knospen werden bei einem Befall beschädigt, da die Birnenpockenmilbe im Herbst in diese einwandert, um dort überwintern zu können.

Symptome der Birnenpockenmilbe an Birnenblättern
Die Birnenpockenmilbe befindet sich in Pocken auf den Blättern [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Birnenpockenmilbe bekämpfen und vorbeugen:

  • Befallene Blätter entfernen und entsorgen
  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur bei starkem Befall nötig. Es ist dabei zu beachten, dass das Zeitfenster zur Bekämpfung klein ist, da die Birnenpockenmilbe die meiste Zeit innerhalb der Pocke geschützt ist. Eine Bekämpfung der Birnenpockenmilbe ist deswegen nur im Frühjahr und Herbst möglich.
  • Um die Knospen zu schützen, kann im Herbst, bevor die Milbe einwandern kann, ein schwefelhaltiges Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Birnengallmücke

Die Birnengallmücke (Contarinia pyrivora) legt im Frühjahr ihre Eier in die Blütenknospe der Birnen. Wenn die Larven schlüpfen, wandern sie in die jungen Früchte ein und zerstören dort das Fruchtfleisch. Befallene Birnen wachsen meist sehr schnell und entsprechend größer und rundlicher als nicht befallene Früchte. Oft sind die Früchte auch rötlich und deformiert und verfärben sich später schwarz und fallen ab, wenn sie ungefähr 2 cm groß sind. Wenn man in eine befallene Frucht reinschaut, kann man zahlreiche gelblich-weiße Maden vorfinden.

Birnengallmücke an einer Blüte
Die Birnengallmücke legt ihre Eier in die Blütenknospe der Birne [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Vorbeugende Maßnahmen und Bekämpfung der Birnengallmücke:

  • Auswahl weniger anfälliger Sorten: Früh (Petersbirne oder Clapps Liebling) oder spät (Welsche Bratbirne, Alexander Lucas oder Vereinsdechant) blühende Sorten sind meist weniger betroffen.
  • Befallene Früchte einsammeln und vernichten.
  • Förderung von Nützlingen durch Förderung eines biodiversen Gartens.
  • Flache Bodenbearbeitung im Sommer unter der Krone: Die Birnengallmücke überwintert im Boden. So bringt man die Kokons an die Oberfläche, wo sie vertrocknen.
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Blattläuse

Es gibt mehrere Blattläuse, die am Birnbaum auftreten können. Die mehlige Birnenblattlaus (Dysaphis pyri), die braune Birnengraslaus (Geoctapia pyria) und die grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi) sind am häufigsten auf Birnbäumen zu finden. Befallene Blätter verfärben sich zu Beginn gelblich-braun und werden später schwarz. Außerdem rollen sie sich meist spiralig ein und vertrocknen vorzeitig. Bei den jungen Früchten zeigt sich ein Krüppelwuchs. Blattläuse treten meist in großen Kolonien auf und sammeln sich an den Blattunterseiten und Trieben des Baumes. Der durch die Blattläusen ausgeschiedene Honigtau führt meist zur Bildung von Rußtau an Blättern und Früchten.

Blattläuse am Birnbaum bekämpfen und vorbeugen:

  • Förderung von Nützlingen durch Förderung eines biodiversen Gartens.
  • Große Bäume vertragen einen Befall in der Regel gut und müssen daher nicht behandelt werden.
  • Bei starkem Befall lieber zu einem nicht-chemischen Pflanzenschutzmittel greifen, das andere Insekten nicht gefährdet. Auf Neemöl basierende Pflanzenschutzmittel wie unser Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem können Blattläuse effizient bekämpft werden.

Tipp: Durch den Anbau von Kräutern wie Thymian, Salbei oder Dill in Kombination neben dem Birnbaum lassen sich nützliche Insekten wie Marienkäfer und Florfliegen fördern.

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Andere Krankheiten

Feuerbrand ist eine gefährliche Pflanzenkrankheit, ausgelöst durch das Bakterium Erwinia amylovora, die vor allem bei Kernobst auftritt. Befallene Blüten und Triebe, verfärben sich dunkelbraun bis schwarz und verkrümmen, sie sehen wie verbrannt aus. An betroffenen Pflanzenteilen kann es zum Austritt von milchigem bis rotbraunem Bakterienschleim kommen. Verbreitet wird das Bakterium über Regen, Wind, Insekten oder andere Tiere. Der Krankheitsverlauf kann schnell voranschreiten. Während junge Pflanzen schon in zwei bis drei Wochen absterben, können ältere Bäume noch ein bis mehrere Jahre überleben. Feuerbrand ist in Deutschland nicht mehr meldepflichtig. Trotzdem bitten vielerorts die Pflanzenschutzdienste, bei Verdacht auf Feuerbrand dies zu melden, damit eine weitere Ausbreitung eingedämmt werden kann. 

Birnbaum mit Feuerbrand-Infektion
Feuerbrand kann in kürzester Zeit den ganzen Birnbaum töten [Foto: Dan Gabriel Atanasie/ Shutterstock.com]

Vorbeugende Maßnahmen und Bekämpfung von Feuerbrand:

  • Auswahl resistenter Sorten, wie zum Beispiel Harrow Sweet, Decora oder Bayrische Weinbirne
  • Befallene Pflanzen sind nicht behandelbar.
  • Befall beim zuständigen Pflanzenschutzdienst melden, damit die Situation erfasst werden kann.
  • Bäume werden gerodet, befallene Pflanzen und gerodetes Holz vollständig verbrannt. Werkzeug anschließenden mit 70%igem Alkohol gründlich desinfizieren. 

Damit dein Birnbaum gesund bleibt und weniger anfällig für Krankheiten ist, ist die richtige Pflege entscheidend. Hier erfährst du alles Wichtige zum Thema Birnbaum schneiden.

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