Auch wenn Pflanzen sich kaum bewegen, gehören sie für mich zu den spannendsten Lebewesen. Sie haben faszinierende Fähigkeiten und unglaublich viel Potential. Deshalb habe ich Biologische Landwirtschaft in Wien studiert. Da in der Stadt Pflanzen allerdings eher dünn gesät sind, zieht es mich am Wochenende zum Wandern häufig in die nahe liegende Berge. In Zukunft möchte ich gern selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb führen.
Feigenbäume erinnern an mediterrane Landschaften, doch auch in Deutschland nimmt die Zahl dieser wärmeliebenden Gewächse stetig zu. Wir begleiten Sie vom Kauf, übers Pflanzen und Pflegen bis zum Vermehren und Ernten Ihres Feigenbaumes.
Mit der richtigen Pflege sorgen Sie für eine ertragreiche Ernte [Foto: Cogi66/ Shutterstock.com]
Feigenbäume (Ficus carica) lassen uns an eine frische Mittelmeerbrise unter der heißen mediterranen Sonne denken. Doch die biblischen Bäume wachsen schon seit langem auch in deutschen Weinbauregionen. Denn mit einigen Hinweisen und ein wenig Geschick lassen sich Feigen auch hierzulande anbauen und erfolgreich überwintern. Hier erfahren Sie, was Sie beim Pflanzen eines Feigenbaumes in unseren Breiten beachten sollten.
Die Echte Feige (Ficus carica) gehört zu den ältesten
Kulturpflanzen der Welt und stammt vermutlich aus Südwestasien, von wo aus sie
sich über weite Teile der Welt bis in den gesamten Mittelmeerraum verbreitet
hat. Schon in der Bibel spielt die Feige eine wichtige Rolle, als Adam und Eva
im Paradies ihre Nacktheit mit einem Feigenblatt verdecken wollen.
Echte Feigen sind eine Art der Feigengewächse (Ficus), zu denen auch die beliebte Zierpflanze Ficus benjamini gehört. Feigengewächse wiederum gehören zur Familie der Maulbeergewächse (Moracea) und sind somit auch mit den Maulbeerbäumen (Morus) verwandt.
Feigenbäume sind wärmeliebende Gewächse, die in warmen und trockenen Sommern reichlich süße Früchte tragen. Kühle Sommer und kalte Winter setzen der kälteempfindlichen Pflanzen allerdings zu. Doch das ist noch kein Grund zur Sorge, denn die Überwinterung von Feigenbäumen gestaltet sich recht unkompliziert. Generell sind Feigenbäume außerdem recht pflegeleicht und selten Opfer von Krankheiten und Schädlingen.
Bei Wanderungen am Mittelmeer sind Feigenbäume oftmals ständige Begleiter
Winterharte Feigenbaum-Sorten
Durch eine lange Zucht haben sich mit der Zeit auch einige winterharte Sorten der Echten Feige herausgebildet. Diese können mit dem richtigen Schutz auch den deutschen Winter überleben. Besonders frosttolerant ist die ˈBornholmfeigeˈ, die von der gleichnamigen dänischen Ostseeinsel stammt. Auch die Sorte ˈBrown Turkeyˈ ist nicht so leicht kleinzukriegen. Erfahren Sie hier mehr über verschiedene winterharte Feigenbaum-Sorten.
Feigenbaum kaufen: Darauf sollte man achten
Beim Kauf ist mitunter die Auswahl des richtigen
Feigenbaumes entscheidend, damit die Pflanze den nächsten Winter im Freien
überlebt. Auch hat die Auswahl einen Einfluss darauf, wie viele Früchte
letztendlich am Baum wachsen. Züchtungen für Gebiete nördlich der Alpen sind in
der Regel selbstbestäubend und benötigen daher keine Insekten zur
Fruchtbildung. Beim Kauf sollte zudem berücksichtigt werden, dass sich nicht
alle Feigensorten für die Haltung im Kübel eignen. Lassen Sie sich deswegen vor
dem Kauf gut beraten.
Auch in Deutschland ist der Anbau der frostempfindlichen Pflanze möglich. Ob nun im Freiland oder im Kübel, wir haben das Wichtigste gesammelt, was es beim Pflanzen zu beachten gilt.
Feigenbäume sind robust und lassen sich sowohl im Kübel als auch im eigenen Garten halten
Feigenbaum pflanzen: Ansprüche und Standort
Besonders gut wachsen Feigen in milden Regionen wie zum
Beispiel Weinbaugebieten, wo die Temperaturen im Winter vergleichsweise hoch
bleiben. Doch keine Sorge: Auch wenn Sie in einer eher rauen Gegend wie
beispielsweise Norddeutschland leben, ist der Anbau möglich. Viele der
Feigenbäume im Handel sind Züchtungen, die zumindest kurzzeitig höhere
Minustemperaturen tolerieren. Entscheidend ist hier, einen geeigneten Standort
im Garten zu finden. Suchen Sie daher einen geschützten und sonnigen Platz für
die Feige aus – zum Beispiel die Südseite des Hauses oder eine sonnenexponierte
Mauer. Glücklicherweise stellen Feigen keine besonders hohen Ansprüche an den
Boden, idealerweise liegen ein leicht saurer pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 und
ein sandiger Lehm vor.
Zusammenfassung Standortwahl beim Feigenbaum-Pflanzen:
Geschützte und sonnige Lage (Südseite)
Neutraler bis leicht saurer Boden (pH-Wert von 6,0 – 7,0)
Ideale Bodentextur: Sandiger Lehm
Feigenbaum im Garten pflanzen
Als idealer Zeitpunkt bietet sich für das Pflanzen eines Feigenbaumes
draußen das Frühjahr an, da der mediterrane Baum auf diese Weise den gesamten
Sommer über Zeit hat, um sich an den neuen Standort zu gewöhnen. Zum Pflanzen
der Feige sollten Sie zunächst ein größeres Pflanzloch ausheben. Achten Sie
darauf, dass der Boden nicht zu verdichtet ist, und lockern Sie ihn bei Bedarf
auf. Anschließend kann der Baum ins Pflanzloch gesetzt werden, welches mit Erde
aufgefüllt wird.
Beim Pflanzen der Feige in einen Kübel gilt es, einige Dinge zu beachten. Da Feigen Staunässe nicht gut vertragen, sollte der gewählte Topf unbedingt ein Abflussloch haben. Grundsätzlich sollte auch das Substrat nicht zu dicht sein. In der Regel können Sie für diesen Zweck normale Blumenerde, beispielsweise unsere torffreie Plantura Bio-Blumenerde, verwenden. Sie versorgt Ihre Feige optimal mit Nährstoffen und ist gleichzeitig unbedenklich für Tiere und Menschen.
Mehr Informationen zum Pflanzen und Pflegen des Feigenbaumes im Topf haben wir hier für Sie vorbereitet.
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Häufig als Ableger des Feigenbaumes bezeichnet, handelt es sich eigentlich um sogenannte Stecklinge, mit denen man die Pflanze vermehrt. Stecklinge sind abgeschnittene Zweige, die mit der richtigen Technik wieder Wurzeln bilden. Schneiden Sie zu diesem Zweck im Frühling mehrere Zweige mit einigen Blättern von circa 15 Zentimetern Länge von der Feige ab. Stellen Sie die Zweige anschließend in Wasser oder direkt in Anzuchterde. Bei erfolgreicher Bewurzelung können Sie nach wenigen Wochen die Jungpflanze umtopfen. Da nicht jeder Steckling Wurzeln ausbildet und es immer auch zum Verfaulen der Zweige kommen kann, lohnt sich das Ansetzen mehrerer Stecklinge.
Durch Stecklinge lassen sich Feigenbäume leicht vermehren
Feigenbäume haben es hierzulande aufgrund der kalten Winter normalerweise nicht so leicht wie im Mittelmeerraum. Doch mit ein paar Tipps und Tricks zur richtigen Pflege wächst die Feige auch in Ihrem Garten zu einem kräftigen und gesunden Baum heran.
Feigenbaum gießen
Obwohl die Sommer im Herkunftsgebiet der Feige durchaus sehr trocken sein können, freut sich das wärmeliebende Gewächs besonders während der Fruchtbildung über regelmäßige Wassergaben. Aufgrund des geringen Bodenvolumens gilt dies insbesondere für die Pflege von Feigen im Kübel. Das durchlässige Substrat sorgt für einen schnelleren Wasserverlust als im Freiland, weshalb Sie die Feige immer gießen sollten, sobald der Boden oben abgetrocknet ist. Halten Sie daher die Erde feucht, verhindern Sie jedoch unbedingt Staunässe. Sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser führen beim Feigenbaum nämlich zu Blattabwurf. Nur über den Winter benötigen Feigenbäume so gut wie kein Wasser und sollten nur gegossen werden, wenn das Substrat fast trocken ist. Gießen Sie aber wenig, da aufgrund der fehlenden Blätter im Winter kein Wasser verdunsten kann.
Feigenbäume brauchen ausreichend Wasser für einen guten Ertrag [Foto: kobkik/ Shutterstock.com]
Feigenbaum düngen
Um zu verhindern, dass Feigen im Spätsommer verfrüht ihre Früchte abwerfen, lohnt sich ein gelegentliches Düngen von Feigenbäumen zwischen April und September. Es ist zu beachten, dass Feigen grundsätzlich nicht stark gedüngt werden müssen. Seien Sie bei einer Düngung daher vorsichtig und geben Sie lieber weniger als zu viel, um eine Überversorgung zu vermeiden. Neben Dünger mit einem hohen Kaliumanteil hat sich das Einarbeiten von Kompost oder Zitrusdünger bewährt. Wir empfehlen, auf biologische Dünger zurückzugreifen, um die Belastung des Bodens durch Nährstoffe so gering wie möglich zu halten. Solch ein Bio-Dünger ist auch unser Plantura Bio-Universaldünger. Dieser versorgt Ihren Feigenbaum mit allen wichtigen Nährstoffen und ist zudem schonend zur Umwelt.
Feigenbäume gehören nicht zu den Gehölzen, die zwangsläufig
geschnitten werden müssen. In einigen Fällen kann das Schneiden von Feigen jedoch
sinnvoll sein:
Wenn die Baumkrone so dicht wächst, dass andere Pflanzen kein Licht mehr bekommen
Bei innerer Verkahlung des Feigenbaumes
Bei Frostschäden nach dem Winter
Wenn einzelne Äste sich gegenseitig behindern
Hinweis: Feigen
werden in der Regel nur im zeitigen Frühjahr geschnitten, damit der Baum genug
Zeit zur Erholung vor dem Winter hat.
Eine besondere Herausforderung beim Anbau von Feigen in Deutschland ist das sachgemäße Überwintern der Pflanze. Obwohl die hierzulande gezüchteten Arten winterhart sind, können längere Kälteperioden zu ernsthaften Schäden führen. Bei der Haltung im Kübel sollten Sie Ihren Baum stets in einen frostfreien Raum wie den Wintergarten oder die Garage bringen. Das optimale Winterquartier für die Pflanze ist kühl und zumindest etwas beleuchtet. Da dies bei Feigenbäumen im Freiland natürlich nicht möglich ist, bedarf es für die Überwinterung anderer Mittel. Nach dem Laubfall im Herbst eignet sich eine dickere Mulchschicht aus Laub und Stroh für die Isolierung des Bodens. Auch die Pflanze sollte im Winter geschützt werden, indem sie mit Reisig, Stroh und Vlies eingepackt wird. Bei der Auswahl einer geeigneten Sorte und einem warmen Winterschutz können Sie sich im folgenden Jahr wieder über Ihren neu austreibenden Feigenbaum freuen.
Auch winterharte Feigenarten brauchen einen guten Frostschutz [Foto: Marie-Pierre Samel/ Shutterstock.com]
Die Früchte der Feigenbäume reifen nicht alle gleichzeitig.
Das macht es umso wichtiger, reife Feigen zu erkennen. Die ersten Feigen sind
meist schon im Frühjahr zu sehen, zu diesem Zeitpunkt sind sie allerdings noch
hart und grün. Erst nach erfolgter Befruchtung beginnen sie zu wachsen und ihre
Farbe verändert sich. Je nach Sorte verfärben sich die Früchte violett bis
kräftig grüngelb.
Gute Pflege belohnt der Feigenbaum gern mit seinen süßen Früchten [Foto: Nitr/ Shutterstock.com]
Reif sind Feigen, sobald sie weich werden und ihre Schale mit einer weißlichen, wachsigen Schicht überzogen ist. Ein weiteres Indiz ist der leicht abknickende Fruchtstiel, so dass die Feige leicht geerntet werden kann. Nach der Ernte können Sie die Feige sofort genießen. Wollen Sie die süße Frucht noch etwas aufheben, sollten Sie sie kurz vor der Reife ernten, da Feigen nachreifen und sonst schnell überreif werden. In diesem Fall müssen Sie beim Ernten sehr vorsichtig sein, um Druckstellen zu vermeiden. Doch auch bei kühler Lagerung sind Feigen nicht allzu lang haltbar und sollten recht bald genossen werden. Besonders gut passen die süßen Früchte zu Käse oder in frischen Salat. Aber auch in Scheiben geschnitten direkt auf ein Brot mit frischem Quark ist der Genuss perfekt. Haltbar machen können Sie die reifen Feigen am besten durch Trocknung im Backofen. Alternativ lässt sich aus Feigen auch eine wunderbare Marmelade kochen.
Inspiration für weiter Pflanzen für einen mediterranen Garten finden Sie hier.