Grünlilie: Steckbrief, Blüte & die schönsten Sorten

Alina
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Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

Die Grünlilie kann zu den anspruchslosesten und unverwüstlichen Zimmerpflanzen gezählt werden. Somit stellt sie die ideale Wahl für Anfänger und Personen mit weniger grünem Daumen dar.

Blätter der Grünlilie
Die Grünlilie wächst üppig [Foto: Rose Makin/ Shutterstock.com]

Besonders in Blumenampeln macht die pflegeleichte Grünlilie (Chlorophytum comosum) einen dekorativen Eindruck. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Eigenschaften und die Blüte der Zimmerpflanze. Außerdem stellen wir Ihnen die schönsten Sorten näher vor.

Grünlilie: Blüte, Herkunft und Eigenschaften

Chlorophytum comosum ist die am häufigsten als Zimmerpflanze verwendete Grünlilie, weshalb die Art im Fokus unserer Artikel steht. Jedoch sollte erwähnt werden, dass es noch andere Arten gibt, die wesentlich seltener zu finden und etwas schwieriger zu pflegen sind. Inwiefern sich diese Varianten voneinander unterscheiden, lesen Sie weiter unten. Die Blattpflanze Chlorophytum comosum wird auch als Zimmerlilie, Sachsengras oder Beamtenpalme bezeichnet. Das Synonym Beamtengras kommt daher, dass die Grünlilie aufgrund der leichten Pflege und der geringen Ansprüche sehr oft in Büros zu finden ist. Die Zimmerpflanze wird in die Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) eingeordnet. Ihren Ursprung hat die Grünlilie im Süden von Afrika. Dort gedeiht sie meist im Unterholz von Gebieten mit Flüssen, im Gebüsch oder in Bergregionen. Die krautige Pflanze wächst horstig – sie kann dichte, bodendeckende Bestände bilden und erreicht Höhen von bis zu 60 cm. Ihre schmalen, bis zu 45 cm langen Blätter stehen in dichten Bündeln zusammen. Das Laub kann je nach Sorte grün sein oder zusätzlich noch weiße oder gelbe Streifen aufweisen. Die Grünlilie bildet außerdem fleischige, weiße Wurzeln. An den langen Blütenständen entwickeln sich Ableger, sogenannte Kindel, über die man die Grünlilie vermehren kann. Über das richtige Pflanzen der Grünlilie können Sie sich in unserem Spezialartikel informieren.

Grünlilien in der Natur
An ihrem Naturstandort nimmt die Grünlilie etwas andere Formen an [Foto: Jandro March/ Shutterstock.com]

Blüte der Grünlilie

Da die Blütenbildung der Grünlilie im Langtag oder in einem von einem Kurztag gefolgten Langtag stattfindet, kann die Blüte in täglich beleuchteten Räumen fast ganzjährig erscheinen. Die zwittrigen, dreizähligen Einzelblüten sind weiß, sternförmig und sitzen in lockeren Bündeln achsenständig an dem Blütenstand, der bis zu 1 m lang wird. Endständig bildet die Grünlilie dann die vegetativen Ableger, welche mit ihrem Gewicht dazu beitragen, dass die Blütenstände stark bogig herabhängen. In der Natur diente dieser Vorgang dazu, dass die Kindel Bodenkontakt bekommen und dort anwurzeln. Wer möchte, dass sich diese Ableger zahlreich bilden, der sollte die Grünlilie pflegen, auch wenn sie ohne viel Aufmerksamkeit ausreichend wachsen würde. Meist findet die vollständige Entwicklung des Großteils der Blüten nicht statt, weshalb die später entstehenden Kapselfrüchte eher selten zu sehen sind. In den Früchten befinden sich 3 schwarze Samen.

Grünlilie vermehren
Aus den Kindeln können ganz einfach neue Pflanzen gezogen werden [Foto: Tia Thompson/ Shutterstock.com]

Ist die Grünlilie luftreinigend?

Die Grünlilie trägt durch ihre Fähigkeit, die Luft zu filtern, aktiv zu einem besseren Raumklima bei und gibt wie jede Pflanze durch die Photosynthese wieder Sauerstoff an die Umgebung ab. Sie kann schädliche Stoffe wie Formaldehyd, Xylolen und Toluol aus der Luft aufnehmen und Feinstaub in ihrer Kutikula, dem wachsartigen Überzug der äußersten Zellschicht, binden. Die Luftreinigung der Grünlilie wurde in verschiedenen Studien unter speziellen Versuchsbedingungen belegt. Wird vom Normalfall, also von einer Zimmerpflanze im Raum, ausgegangen, so ist die luftverbessernde Wirkung allerdings so gering, dass sie sich als irrelevant herausstellt. Diese Beschränkung gilt leider auch für weitere luftreinigende Pflanzen

Welche Pflanzen sehen der Grünlilie ähnlich?

Eine Pflanze, mit der man die Grünlilie auf den ersten Blick durchaus verwechseln könnte, ist der Schlangenbart (Ophiopogon jaburan), welcher vor allem mit der Sorte ˈVariegatusˈ eine große Ähnlichkeit aufweist. Seine Blätter sind jedoch etwas schmaler und die Pflanzen wirken dadurch etwas luftiger.

Grünlilie im Kübel
Die luftreinigende Wirkung der Grünlilie ist erwiesen, aber im Alltag wenig relevant [Foto: Mykola Kolomiets/ Shutterstock.com]

Die schönsten Grünlilie-Arten und Sorten

Im Folgenden stellen wir Ihnen die anderen Arten der Grünlilie näher vor und Sie können sich einen Überblick über die verschiedenen Sorten verschaffen.

Chlorophytum comosum

Diese Grünlilie ist den meisten Menschen bereits bekannt. Im Handel sind hauptsächlich die panaschierten Sorten davon zu finden. Welche verschiedenen Varianten es gibt, haben wir folgend aufgelistet.

  • ˈBonnieˈ: Die Blätter dieser Grünlilien-Sorte sind in der Mitte mit einem breiten, weißen Streifen versehen und auffällig gebogen und gekräuselt.
  • ˈVariegatumˈ: Die Sorte ˈVariegatumˈ besitzt weiße Blattränder und ist die wohl meistverkaufte Grünlilie.
  • ˈVittatumˈ: Ebenfalls mit einem breiten, weißen Streifen geschmückt ist das Laub dieser Sorte.
  • ˈMilky Wayˈ: Das Laub von ˈMilky Wayˈ ist grasartig dünn und besitzt weiße Blattränder.
  • ˈLemonˈ: Diese Sorte ist eine der wenigen erhältlichen, die noch rein grüne Blätter besitzt.
Grünlilie im Topf
Durch die gebogenen Blätter der Sorte ˈBonnieˈ erscheint der Wuchs kompakter [Foto: ArtCreationsDesignPhoto/ Shutterstock.com]

Chlorophytum orchidastrum

Die breiteren, mittelgrünen Blätter dieser Grünlilie, welche manchmal auch als Grüner Heinrich bezeichnet wird, sitzen an auffällig orangefarbenen Stielen. Die Pflanze wird etwa 30 bis 40 cm hoch und ebenso breit. Die Blüten von Chlorophytum orchidastrum sind in Zimmerkultur fast nie zu sehen und stehen nicht wie bei Chlorophytum comosum an langen, überhängenden Blütenständen. Die am häufigsten angebotenen Sorten ˈGreen Orangeˈ und ˈFire Flashˈ unterscheiden sich nicht merklich von der Art.

Grünlilie mit braunen Blättern
Direkte Sonneneinstrahlung vertragen die Blätter dieser Art weniger gut

Chlorophytum viridescens

Diese Art der Grünlilie ist dem Erscheinungsbild von Chlorophytum comosum noch deutlich ähnlicher. Ihre schmalen, länglichen Blätter sind zu Beginn ebenfalls weiß bis champagnerfarben panaschiert, verlieren allerdings mit fortschreitender Alterung die Färbung und gehen ins Grüne über. Sie bildet dieselben Blüten und Ableger aus wie Chlorophytum comosum.

Tipp: Eine weitere Art, die Chlorophytum comosum sehr ähnlich sieht, jedoch deutlich schwerer zu finden ist, ist Chlorophytum laxum.

Wer Haustiere oder kleine Kinder bei sich zu Hause hat, fragt sich bestimmt, ob die Grünlilie giftig ist. Die Antwort darauf finden Sie in unserem weiterführenden Artikel.

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