Hanfpflanzen pflegen: Düngen, schneiden & gießen

Rika
Rika
M.Sc. Agrarwissenschaften
Rika
Rika
M.Sc. Agrarwissenschaften

Ich habe Agrarwissenschaften (M.Sc.) an der Universität Hohenheim studiert und verbringe unglaublich gerne Zeit in meinem eigenen Gemüsebeet. Dort baue ich auch sehr gerne exotischere Gemüsesorten an. Es bereitet mir Freude, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen und die Ernte anschließend zu verarbeiten. Außerdem kümmere ich mich mit Leidenschaft gerne um meine Sammlung von Zimmerpflanzen.

So pflegst du Hanf, um gesunde Hanfpflanzen und ertragreiche Ernten zu bekommen.

Junge gepflegte Cannabispflanze
Für eine kräftige Hanfpflanze ist eine gute Pflege wichtig [Foto: Dmytro Tyshchenko/ Shutterstock.com]

Die Cannabispflanzenpflege erfordert besondere Aufmerksamkeit, insbesondere beim Düngen, Schneiden und Gießen. In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Hanf richtig düngst, lernst die verschiedenen Schnittmethoden kennen sowie die häufigsten Krankheiten und Schädlinge.

Hanfpflanzen pflegen: Hanf düngen

Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr ist entscheidend für ein gesundes Wachstum und eine reichliche Ernte. Die Menge an Dünger, die deine Hanfpflanzen benötigen, hängt stark vom Wachstumsstadium ab und davon, ob du deine Hanfpflanzen draußen oder drinnen hältst. Mit Flüssigdünger im Topf wird etwa alle ein bis zwei Wochen gedüngt. Im Sämlingsstadium musst du deine Hanfpflanzen noch nicht düngen. Hier reichen die Nährstoffe aus den Samen und der Erde aus, um deine Pflanzen zu versorgen.

Kleine Hanfpflanze im Topf
Beginne mit dem Düngen, sobald deine Hanfpflanze 3 bis 4 echte Blätter hat

Wenn deine Hanfpflanzen 3 bis 4 echte Blätter haben und etwa 3 bis 4 Wochen alt sind, kannst du mit dem Hanf düngen beginnen. Während der vegetativen Phase benötigt der Hanf insbesondere viel Stickstoff, während in der Blütephase mehr Kalium und Phosphor erforderlich sind. Daher gibt es spezielle Hanfdünger für die vegetative Phase und die Blütephase, die in ihrer Nährstoffzusammensetzung optimal auf die jeweiligen Wachstumsstadien abgestimmt sind. Sobald sich Knospen entwickeln, sollte die Düngergabe schrittweise reduziert werden, und vor der Ernte solltest du deine Cannabispflanzen zwei Wochen lang nicht mehr düngen, um Nährstoffablagerungen in den Blüten zu reduzieren. Dadurch erzielt man einen besseren Geschmack und eine bessere Qualität. Um überschüssige Nährstoffe aus dem Substrat zu entfernen, werden die Hanfpflanzen mit Wasser gespült. Gesprochen wird auch vom „Ausspülen“ oder „Flushing“. Das macht man zwei Wochen vor der Ernte, etwa wenn die Trichome von klarer zu milchiger Farbe wechseln. Beim Spülen wird so viel gegossen, dass Wasser durch das Substrat fließt und Nährstoffe herausgespült werden. Hanfpflanzen im Garten müssen weniger häufig gedüngt werden. Wenn du keinen speziellen Hanfdünger verwenden möchtest, kannst du für deine Hanfpflanzen im Garten unseren Plantura Bio-Universaldünger nutzen. Dieser vornehmlich organische Langzeitdünger kann universell für alle möglichen Pflanzen eingesetzt werden und muss nur zweimal im Jahr in den Boden eingearbeitet werden.

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Cannabispflanzen schneiden

Hanf wird in erster Linie geschnitten, um die Ernte zu erhöhen. Das Ziel ist es, die Anzahl der Haupttriebe zu erhöhen und die Größe der Pflanzen zu kontrollieren. Es gibt drei Hauptmethoden, um Hanfpflanzen zu schneiden: Topping, Fimming und Lollipopping. Alle drei Methoden werden in der vegetativen Phase durchgeführt. In der Blütephase sollte nicht mehr geschnitten werden. Sobald die Hanfpflanzen eine Höhe von etwa 30 cm erreicht haben und fünf bis sieben Blattpaare vorhanden sind, kannst du mit dem Topping oder Fimming beginnen. Der Schnitt erfolgt mit einer sauberen Gartenschere oder durch Abzwicken mit den Fingernägeln.

Hanfpflanze wird mit Gartenschere geschnitten
Beim Schnitt von Hanf wird zwischen Topping, Fimming und Lollipopping unterschieden [Foto: hareluya/ Shutterstock.com]
  • Topping: Bei der Topping-Methode wird die Sprossspitze, also das Meristem der Hanfpflanze, kurz oberhalb einer Nodie abgezwickt. Unterhalb der Schnittstelle können dann aus den nächsten beiden Vegetationspunkten zwei neue Seitentriebe gebildet werden. Die Pflanze bleibt dadurch kleiner und wächst mehr in die Breite.
  • Fimming: Auch die Fimming-Methode hat den Zweck, die Anzahl der Haupttriebe zu erhöhen und den Ertrag zu steigern. Während bei der Topping-Methode zwei neue Haupttriebe entstehen, können durch die Fimming-Methode sogar vier neue Haupttriebe gebildet werden. Das Wort “FIM” steht für “Fuck, I missed” und deutet darauf hin, dass nicht direkt oberhalb der Nodie geschnitten wird, sondern ein Stück des Haupttriebs stehen gelassen wird. Dabei werden etwa 75 % der Sprossspitze abgeschnitten, was die Bildung von vier Haupttrieben oder Colas ermöglicht. Eine Cola bezeichnet den Hauptblütenstand einer Cannabispflanze.
  • Lollipopping: Lollipopping wird nur im Innenraum angewendet. Bei dieser Schnittmethode werden die unteren Triebe und Blätter, die kaum Licht bekommen, entfernt. Ziel ist, die Luftzirkulation zu verbessern und die Pflanze dazu zu bringen, sich auf den oberen Teil zu konzentrieren. Lollipopping wird kurz vor der Einleitung der Blütephase durchgeführt.
Schnitt bei Cannabispflanze
Durch die Topping-Methode entstehen zwei neue Haupttriebe [Foto: bondgrunge/ Shutterstock.com]

Hanfpflanzen gießen

Abhängig von der Entwicklungsphase benötigt Hanf unterschiedlich viel Wasser. In der vegetativen Phase und der Blütephase ist der Wasserbedarf höher als in der Keimlings- und Sämlingsphase. Verschiedene Faktoren wie die Pflanzerde, die Topfgröße, die Temperatur, die Lichtintensität sowie die Gesundheit der Hanfpflanze beeinflussen ebenfalls die benötigte Wassermenge. Je kleiner der Topf, desto häufiger muss gegossen werden. Allerdings sollte die Hanfpflanze nicht in einem zu großen Topf stehen, da dies Staunässe fördert. Niedrige Temperaturen führen zu einem langsameren Wachstum, während hohe Temperaturen und intensive Beleuchtung den Wasser- und Nährstoffbedarf erhöhen. Ist die Pflanze von Krankheiten oder Schädlingen befallen, wächst sie in der Regel langsamer und benötigt weniger Wasser. Generell gilt, dass gegossen werden sollte, wenn die obersten 2 bis 3 cm der Erde angetrocknet sind. Abhängig von den genannten Bedingungen kann dies täglich oder alle paar Tage notwendig sein. Es empfiehlt sich, die Cannabispflanze bodennah am Morgen oder Abend zu gießen, um die Verdunstung zu reduzieren. Im Topf muss man Hanf häufiger gießen, da die Hanfpflanzen im Topf sich anders als Hanf im Garten nicht aus tieferen Bodenschichten mit Wasser versorgen können.

Steckling einer Hanfpflanze wird gegossen
Hanf im Garten muss seltener gegossen werden als im Topf [Foto: Melnikov Dmitriy/ Shutterstock.com]

Häufige Krankheiten und Schädlinge von Hanf

Es gibt eine Vielzahl an Krankheiten und Schädlingen, die Hanfpflanzen plagen können. Folgend sind einige Krankheiten und Schädlinge beschrieben.

  • Tabakmosaikvirus: Typische Symptome dieser Hanfkrankheit sind gelbe, mosaikartige Flecken auf verformten Blättern. Die Stiele können manchmal rötlich-violett verfärbt sein. Manche Pflanzen zeigen auch gar keine Symptome. Leider gibt es keine Behandlung. Um eine Verbreitung zu verhindern, sollten die kranken von den gesunden Hanfpflanzen separiert werden. Der Virus wird beispielsweise über Blattläuse übertragen. Ein Befall führt zu reduziertem Wachstum und Ertrag. Vorbeugend kannst du einen Befall verhindern, indem du resistente Hanfsorten anbaust.
  • Blattseptoria: Blattseptoria, auch als Blattdürre bezeichnet, zeigt sich durch gelb-braune Flecken auf den Blättern. Eine Infektion bei Cannabis tritt erst auf, wenn die Pflanze in die Blütephase eintritt. Blüten werden nicht befallen, allerdings hemmt der Blattbefall stark die Photosynthese und somit auch den Ertrag. Durch das Entfernen der befallenen Blätter kann der Erreger bereits gut eingedämmt werden.
Blattseptoria an Cannabispflanze mit Krankheiten
Gelbe Flecken auf den Hanfblättern sind ein Zeichen für Blattseptoria [Foto: The natures/ Shutterstock.com]
  • Botrytis: Botrytis, auch als Knospenfäule oder Grauschimmel bekannt, ist besonders häufig und schädlich für Hanfpflanzen. Er kann die gesamte Pflanze befallen und zeigt sich zunächst durch trockene, verfärbte Blätter. Ein typisches Symptom ist grau-bläulicher Schimmel auf den Blüten. Es hilft, befallenes Pflanzenmaterial zu beseitigen. Besonders eine gute Luftzirkulation ist wichtig, um diesen Pilz zu vermeiden.
  • Mehltau: Es wird zwischen echtem und falschem Mehltau unterschieden. Beide Hanfkrankheiten werden von unterschiedlichen Erregern verursacht. Echter Mehltau befällt die Blattoberseite und zeigt sich zunächst mit weißen, mehlartigen Flecken, die schließlich das gesamte Blatt mit einem weißen Pilzrasen überziehen. Die Photosynthese wird dadurch stark reduziert. Falschen Mehltau erkennt man an hellen, gelben Flecken auf den Hanfblättern und später durch grau-bläulichen Pilzrasen auf der Blattunterseite.
Mehltau Krankheit an Hanfpflanze
Man unterscheidet zwischen echten und falschen Mehltau [Foto: OMfotovideocontent/ Shutterstock.com]
  • Blattläuse: Blattläuse treten besonders häufig an Hanfpflanzen auf. Sie sind 1 bis 4 mm klein und schwarz oder grün gefärbt. Die Pflanzensaftsauger scheiden Honigtau aus, eine zuckerhaltige, klebrige Substanz. Man findet sie an den Blattunterseiten, den Blattansätzen und um die Knospen herum.
  • Schildläuse: Schildläuse sind 0,8 bis 6 mm groß und braun oder weiß gefärbt. Genau wie Blattläuse bilden sie Honigtau, der die Blätter verklebt. Ein Befall ist meist an den schildförmigen Weibchen zu erkennen, die in Kolonien auf Pflanzenteilen sitzen. Die Weibchen sind meist komplett bewegungsunfähig und saugen den Pflanzensaft aus. Zunächst findet man sie an den Stängeln der Hanfpflanze.
  • Spinnmilben: Spinnmilben treten vor allem in Gewächshäusern und im Innenraum auf. Mit einer Größe von 0,3 bis 0,8 mm sind sie besonders klein. Die Farbe variiert von grün, gelb, orange bis rot. Spinnmilben sitzen auf den Blattunterseiten der Cannabisblätter. Man erkennt sie gut an den feinen Spinnweben an den Blättern und Stängeln oder an punktförmigen Aufhellungen an den Blättern und Blüten.
Cannabispflanze mit Spinnmilben als Schädlinge
Spinnmilben hinterlassen feine Spinnweben [Foto: Pong Pong/ Shutterstock.com]
  • Weiße Fliege: Auch die weiße Fliege tritt häufig auf. Sie sind etwa 1,5 mm lang und haben einen gelblichen Körper und mit weißem Wachs überzogene Flügel. Man findet sie vermehrt im Innenraum. Sie verstecken sich an den Blattunterseiten und fliegen beim Schütteln der Cannabispflanze umher. Auch dieser Hanfschädling bildet Honigtau, welcher Rußtaupilze anlocken kann. Befallene Hanfpflanzen zeigen einen silbrigen Schein, sind mit weißem Pulver auf der Blattunterseite überzogen und wachsen langsamer.
  • Schnecken: Schnecken sind aufgrund ihrer Größe und ihrer Schleimspur gut zu erkennen. Sie zeigen sich im Outdoor-Anbau zunächst im Frühling. Die gefräßigen Schnecken können das Blattwerk deiner Hanfpflanze stark anfressen. Besonders vorsichtig solltest du bei jungen Hanfpflanzen sein.
Schnecke als Schädling an Hanf
Auch Schnecken fressen gerne Hanf [Foto: GOR photo/ Shutterstock.com]

Nicht nur Krankheiten und Schädlinge führen dazu, dass Blätter braun oder gelb werden. Beispielsweise zeigt sich ein Stickstoffmangel zunächst dadurch, dass die unteren Blätter gelb werden. Auch Kaliummangel ist zuerst an den älteren Blättern sichtbar. Die Blattränder und Blattspitzen werden braun und beginnen von außen nach innen gelb zu werden. Phosphormangel äußert sich insbesondere durch braune Flecken an den unteren Blättern und eingerollte Blätter.

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