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Artemisia annua: Pflanzen, Verwendung & Wirkung des Einjährigen Beifuß

Der Einjährige Beifuß ist nicht nur wohlduftend, sondern soll auch eine heilende Wirkung haben. Nicht nur deshalb lohnt es sich, ihn in unseren Gärten zu kultivieren.

einjähriger Beifuß
Der Einjährige Beifuß wird auch Qing Hao genannt [Foto: ben bryant/ Shutterstock.com]

Schon vor Hunderten von Jahren wussten die Chinesen von der medizinischen Wirkung des Einjährigen Beifußes (Artemisia annua) und nutzten die Tee- und Heilpflanze. Bei uns erfahren Sie, was beim Anbau und bei der Anwendung von Artemisia annua beachtet werden sollte.

Artemisia annua: Herkunft und Eigenschaften

Der Einjährige Beifuß, auch bekannt als Einjähriger Wermut oder Qing Hao, ist eine Wildpflanze, die aus den gemäßigten Zonen Asiens stammt und dort weit verbreitet ist. Sie ist heutzutage in zahlreichen Ländern eingebürgert, darunter auch in einzelnen Teilen Europas. Einjähriger Beifuß gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) und ist nur eine der bis zu 400 Arten der Gattung Beifuß (Artemisia), unter denen sich auch der Wermut (Artemisia absinthium) findet.

Die unbehaarte Pflanze bildet aufrechte, braune Stängel. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 50 bis 100 cm, kann in der Kultur jedoch bis 200 cm hoch werden. Die zarten Blätter des Einjährigen Beifußes sind etwa 3 bis 5 cm lang. Durch tiefe Einschnitte werden sie in zahlreiche aromatisch duftende Fiederblättchen unterteilt und sind silbrig-grün bis hellgrün gefärbt. Die stark verzweigte Struktur des einjährigen Krautes lässt sich vielfältig im Garten einsetzen. Ab August bis September zeigen sich die vielen kleinen, gelblich grünen Blüten der Artemisia annua in lockeren Rispen. Die braunen, rundlichen Samen des Einjährigen Beifußes erreichen einen Durchmesser von nur 0,6 bis 0,8 mm. Sie verteilen sich durch Selbstaussaat rasch auf passenden Standorten.

Artemisia-annua-Blüte
Die kleinen, unauffälligen Blüten des Einjährigen Beifuß blühen ab August [Foto: Vankich1/ Shutterstock.com]

Was ist der Unterschied zwischen Beifuß und Einjährigem Beifuß? Der Hauptunterschied zwischen Gewöhnlichem Beifuß (Artemisia vulgaris) und Einjährigem Beifuß besteht äußerlich in der Blüte sowie den größeren Blättern. Im Gegensatz zu Gewöhnlichem Beifuß sind die Blüten des Einjährigen Beifußes in zarten Rispen angeordnet und gelb gefärbt statt weißlich-silbern.

Gewöhnlicher Beifuß
Die Blüten des Gewöhnlichen Beifußes blühen silbrig weiß [Foto: Ksenia Lada/ Shutterstock.com]

Artemisia annua pflanzen: Standort und Vorgehen

Einjähriger Beifuß bevorzugt nährstoffarme, eher trockene, durchlässige und warme Böden, kommt jedoch auf vielen Standorten in voller Sonne bis Halbschatten gut zurecht.

Die Heilpflanze ist im Anbau unkompliziert, da sie durch eine zeitige Aussaat gut kultiviert werden kann. Ab April kann direkt ins Freiland gesät werden. Die Samen der Artemisia annua sind Lichtkeimer, weshalb sie nicht oder nur sehr dünn mit Erde bedeckt werden sollten. Alternativ können Sie die Samen auch im Haus vorziehen – hierfür eignen sich Multiplatten oder kleine Töpfchen und andere Anzuchtgefäße. Bei Raumtemperatur und ausreichend Feuchte benötigen die Samen zwischen zwei und vier Wochen bis zur Keimung. Mit einer Höhe von etwa 5 cm werden die jungen Beifuß-Pflanzen umgesetzt oder direkt ins Freie gepflanzt, wenn ab Mitte Mai keine Frostgefahr mehr besteht. Bei kühler Witterung ist es sinnvoll, die vorgezogenen Jungpflanzen nach und nach im Freien abzuhärten, indem sie zunächst jeden Tag für längere Zeit an einen geschützten Ort ins Freie gestellt werden. Bei der Pflanzung sollte ein Abstand von 60 cm zu anderen Pflanzen eingehalten werden, um dem Beifuß ausreichend Platz zu bieten. Gesäte Pflanzen sollten zudem vereinzelt werden.

Sie können den Einjährigen Beifuß im Topf kultivieren und auf den Balkon oder die Terrasse stellen. Dazu empfiehlt es sich, eine 5 cm hohe Drainageschicht aus Sand, Kies oder Blähton in ein mindestens 5 Liter fassendes Pflanzgefäß zu füllen, um Staunässe zu verhindern. Als Substrat für den Einjährigen Beifuß eignet sich eine nährstoffarme Pflanzerde, wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Die nachhaltig produzierte und torffreie Erde speichert aufgrund des hohen Anteils an organischer Substanz Feuchtigkeit, welche bei Bedarf an die Pflanzenwurzeln abgegeben wird. Sie ist sowohl für die Aussaat als auch die Pflanzung von Gewächsen mit niedrigem Nährstoffbedarf anwendbar.

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Auf einen Blick: Einjährigen Beifuß pflanzen

  • Boden: Nährstoffarm, trocken, durchlässig und warm
  • Standort: Vollsonnig bis halbschattig
  • Aussaat im Freiland ab April und später Vereinzeln
  • Alternativ: Vorziehen im Haus und Umsetzen ins Freie ab Mitte Mai bei 5 cm Höhe
  • Pflanzabstand: 60 cm
  • Haltung im Topf: Drainageschicht gegen Staunässe und nährstoffarme Pflanzerde wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde verwenden

Die richtige Pflege

Der Einjährige Beifuß ist pflegeleicht und benötigt nur als Jungpflanze einige wenige Wassergaben. Sobald sich ein ausreichendes Wurzelsystem gebildet hat, kann auf das Wässern meist verzichtet werden. Die starke Selbstaussaat des Einjährigen Beifußes kann für manche Gärtner zu einem Problem werden. Wenn Sie jedoch die blühenden Zweige vor der Samenbildung schneiden, können Sie die Verbreitung der Samen einschränken oder sogar gänzlich verhindern.

Der Einjährige Beifuß ist in der Regel kaum von Krankheiten betroffen: Die in den Blättern enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle halten zahlreiche Schädlinge und Krankheitserreger ab. In feuchten Sommern kann Mehltau auftreten. Das größte Problem, nämlich die Wurzelfäule, entsteht jedoch durch Staunässe und zu feuchte Böden.

Einjähriger-Beifuß-Samen
Die Samen des Einjährigen Beifußes reifen zwischen September und Oktober [Foto: helloRuby/ Shutterstock.com]

Einjährigen Beifuß vermehren

Wie der Name schon verrät, ist der Einjährige Beifuß eine einjährige Pflanze. Sie stirbt im Winter vollständig ab und im Frühling müssen neue Samen auskeimen. Um Samen zu gewinnen, sollten die Pflanzen bis zur Samenreife zwischen September und Oktober stehen bleiben. Sobald sich die Samenrispen braun verfärben, spätestens vor den ersten Frösten, erntet man die gesamten Samenstände mit einer Gartenschere ab und legt sie zum Trocknen bei Raumtemperatur aus. Damit nicht bereits beim Ernten der Samenstände das Saatgut herausfällt, sollte frühmorgens geschnitten werden, wenn die Pflanzen noch zäh und feucht von frühherbstlichem Tau sind. Nach einigen Tagen fallen die trockenen Samen von selbst ab und können kühl, dunkel und trocken aufbewahrt werden.

Ernte und Lagerung

Die Ernte der Artemisia annua zur Verwendung als Tee- und Heilpflanze erfolgt kurz vor oder während der Blüte. Hierfür schneiden Sie mit einer kräftigen Garten- oder Astschere die stark holzigen Zweige ab, sobald die Blütenknospen einen Hauch von Gelb zeigen. Anschließend können Sie die Pflanze gebündelt aufhängen und in der Sonne oder bei 40 °C im Ofen trocknen lassen. Danach werden die trockenen Zweige geschüttelt oder händisch abgezupft, um die Blätter vom Stängel zu trennen. Die Blätter von Artemisia annua sollten für die Langzeitlagerung trocken und als Ganzes gelagert und nicht zerkleinert werden, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten.

Artemisia-annua-Tinktur
In der traditionellen chinesischen Medizin nutzt man Tee oder Tinkturen von Artemisia annua gegen Malaria [Foto: ElenVik/ Shutterstock.com]

Verwendung und Wirkung von Artemisia annua

Der Einjährige Beifuß weist einen aromatischen Duft nach Kampfer und Kamille (Matricaria) auf. Deshalb wird er in getrockneter Form oder als Auszug als Heilpflanze für die Gewinnung von ätherischen Ölen der Parfümindustrie und in Trockenblumengestecken verwendet. Tee, Kapseln oder Tinkturen von Artemisia annua werden in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt, um Fieber und Infektionen zu bekämpfen, und besonders zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria. Verantwortlich für die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung von Artemisia annua sind vor allem die Inhaltsstoffe Artemisin und Arteannuin. Die Wirkstoffe besitzen auch das Potenzial, als natürliches Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt zu werden.

In verschiedenen Studien konnte dem Einjährigen Beifuß eine antimikrobielle, anticancerogene, antioxidative und antivirale Wirkung nachgewiesen werden. Physiologisch wirksam sind vor allem das Artemisin und die erhöhten Gehalten an Mineralien wie Zink und Selen. Präparate und Zubereitungen aus Artemisia annua könnten daher präventiv bei Viruserkrankungen, wie auch SARS-CoV-2 eingesetzt werden.

Ist Artemisia annua giftig?

Ähnlich wie bei der invasiven Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia) können die Pollenkörner aller Artemisia-Arten zu allergischen Reaktionen führen, weshalb bestenfalls vor dem Öffnen der Blüten geerntet wird. Allergiker sollten insgesamt jedoch besser auf den Anbau der Pflanzen verzichten. Beim Hantieren mit getrockneten Pflanzenteilen der Artemisia annua kann es zu einer gewissen Staubentwicklung kommen, welche bei manchen Menschen ebenfalls eine Allergie auszulösen vermag. Durch Besprühen der Zweige mit Wasser lässt sich diese Reaktion jedoch weitgehend vermeiden.

Zahlreiche Pflanzen mit heilender Wirkung wachsen in unseren Gärten. Wir geben Ihnen einen Überblick über die 10 besten Heilpflanzen aus dem eigenen Garten.

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