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Wühlmäuse im Garten bekämpfen & vertreiben

Probleme mit Wühlmäusen im Garten? Wir zeigen, wie Sie die kleinen Nager erkennen und was wirklich zur erfolgreichen Wühlmausbekämpfung hilft.

Wühlmäuse bekämpfen

So niedlich die kleinen Nager auch erscheinen, Wühlmäuse können einen erheblichen Schaden im Garten anrichten. Im Folgenden erfahren Sie alles rund um den Schädling und welche Mittel sich zur Bekämpfung und Vertreibung von Wühlmäusen eignen.

Wühlmaus: Steckbrief zum Schädling

Die Gattung der Wühlmäuse (Arvicolinae) besteht aus mehreren Arten. Dazu gehören kleine Feldmäuse und Schermäuse, aber auch die bis zu 35 cm große Bisamratte. Ihre flachen Tunnelsysteme legen sie am liebsten in feuchter, leichter bis mittelschwerer Erde an. In der Nähe von Wasserläufen und Böschungen fühlen sich die Nager besonders wohl. Die Einzelgänger halten keinen Winterschlaf und können Wurzeln somit auch über den Winter schädigen. Beachtenswert ist vor allem die Wurfleistung der Weibchen. Pro Jahr kann ein Weibchen bis zu 20 Jungtiere bekommen, die bereits nach zwei Wochen das Nest verlassen, um sich ein eigenes Tunnelsystem anzulegen. Zu den wichtigsten Feinden der Wühlmaus gehören Wiesel, Füchse, Iltisse, Marder, Eulen, Greifvögel und natürlich auch die Hauskatze.

Wühlmäuse im Garten erkennen: Unterschiede zum Maulwurf

Da Wühlmäuse oft nachtaktiv sind und in ihrem Höhlensystem verbleiben, ist eine Identifizierung fast ausschließlich über die Schäden an den Pflanzen möglich. Die Pflanzenfresser knabbern gerne an Wurzelgemüse, Kartoffeln und Stauden – und leider müssen auch oft Obstbäume und Sträucher als Nahrungsquelle herhalten. Dabei beschränken sich die Mäuse meistens auf die Wurzeln und unterirdische Pflanzenteile. Bei Wurzelgemüse ist der Schaden durch die großen Fraßstellen oft leicht zu identifizieren. Einem befallenen Obstbaum sieht man den Befall aber meist nur durch ein allgemein kränkliches Gesamtbild wie zum Beispiel abfallende oder vergilbte Blätter.

Wenn Sie also größere Fraßschäden an den Pflanzen feststellen oder generell kränkliche Pflanzen erkennen, ohne eine bestimmte Krankheit zuordnen zu können, lohnt sich ein intensiver Blick auf den Gartenboden. Denn die Wühlmäuse müssen die überschüssige Erde aus ihrem Tunnelsystem ja irgendwo hinschaffen. Wenn Sie kleine, längliche Erdauswürfe finden, gehören diese sehr wahrscheinlich zu einer Wühlmaus. Weitere Indizien sind eine unregelmäßige Entfernung der Erdhaufen, die in der Regel zudem mit Wurzeln und Pflanzenmaterial durchsetzt sind. Maulwurfshügel sind dagegen größer, runder und weisen eher regelmäßige Abstände auf.

Haufen einer Wühlmaus

So sehen typische Wühlmaushaufen aus [Foto: Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee]

Bevor überhaupt an eine Bekämpfung gedacht wird, muss erstmal sichergestellt werden, dass es sich wirklich um Wühlmäuse handelt. Werden nämlich aus Versehen Maulwürfe bekämpft, sind Strafen von bis zu 50.000 Euro möglich. Neben dem Beachten der Hügelform gibt es einen weiteren Trick, um den verantwortlichen Übeltäter zu identifizieren. Dafür brauchen Sie nur ein Loch des Tunnelsystems finden. Diese befinden sich meist an den länglichen Erdhaufen. In das Loch wird nun einfach eine Möhre gesteckt und leicht vergraben. Nach ungefähr einem Tag können Sie nach der Karotte schauen. Wurde sie angefressen, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Wühlmäuse, da Maulwürfe nur Insekten, Regenwürmer und anderes Getier fressen.

Wühlmäuse vertreiben: Mechanische Bekämpfungsmethoden

Zu den mechanischen Methoden gehören alle Arten von Fallen wie zum Beispiel Kastenfallen und auch Drahtkörbe, die man bereits beim Pflanzen von Bäumen ins Pflanzloch gibt. Wir stellen die einzelnen Fallen vor, mit denen sie Wühlmäuse fangen können. Die besten Bekämpfungsergebnisse erzielen Sie damit übrigens im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr.

Wühlmäuse mit Kastenfallen bekämpfen

Beim Aufstellen von Kastenfallen (und anderen mechanischen Bekämpfungsmethoden) sollten Sie einige Dinge beachten, damit sich der gewünschte Erfolg auch einstellt. Arbeiten Sie immer mit Handschuhen und seien Sie vorsichtig. Vor dem Aufstellen sollte die Falle mindestens eine Nacht im Freien stehen, am besten mit Erdkontakt – so verfliegt der menschliche Geruch. Platzieren Sie die Falle richtig und legen Sie vor dem Aufstellen einen frischen Köder ein. Dafür eignen sich Sellerie und Karottenstücke. Besonders wichtig ist es auch, die Fallen regelmäßig zu kontrollieren und auszuräumen.

Wühlmaus mit Karotte von Nahem

Mithilfe eines Köders kann man die Wühlmäuse gut fangen [Foto: Nick Pecker/ Shutterstock.com]

Wühlmäuse mit Drahtkörben bekämpfen

Eine weitere Methode zum Schutz vor Wühlmäusen sind Drahtkörbe, die man entweder im Geschäft kaufen kann oder einfach selbst aus Maschendraht formt. Wenn Sie sich einen solchen Korb selbst basteln wollen, achten Sie darauf, dass die Maschenweite maximal 15 mm beträgt. Wenn Sie zum Beispiel einen Apfelbaum setzen möchte, heben Sie zuerst einmal ein ausreichend großes Loch aus. Danach kleiden Sie die Grube mit zwei Bahnen Drahtgeflecht aus (überkreuzen) – lassen Sie keine Schlupflöcher für die Wühlmäuse. Setzen Sie den Baum ein (besonders junge Apfelbäume werden von Wühlmäusen gerne angeknabbert) und füllen Sie das Loch mit Erde. Am Ende drücken Sie das Drahtgeflecht einfach rund um den Stamm vorsichtig fest und geben Sie noch eine Schicht Erde darauf. Schon sind Ihre jungen Bäume vor den gefräßigen Nagern geschützt und können in Ruhe anwachsen und Kräfte sammeln.

Wühlmäuse mit Geräusche und Lärm vertreiben

Aber auch mit Lärm lassen sich Wühlmäuse gut aus dem eigenen Garten vertreiben. Graben Sie zum Beispiel leere Glasflaschen in die Erde ein und lassen Sie den Wind die restliche Arbeit machen. Der Wind wird in die Flasche blasen und wie eine Flöte Töne erzeugen, welche die Wühlmäuse hoffentlich aus dem Garten scheuchen. Nach demselben System sollen spezielle Wühlmaus- und Maulwurfvergrämungsgeräte funktioniert. Diese Pfeiler werden in die Erde gesteckt und oftmals durch Solarzellen betrieben. Die Geräte geben Töne von sich und sollen Nager vertreiben, jedoch ist deren Wirkung stark umstritten. Eine günstigere Methode ist mit Sicherheit die Variante mit den alten Glasflaschen in der Erde. Am besten sammeln Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit diesen Vergrämungsmethoden.

Angefressene Süßkartoffel im Garten

Um Fraßschäden am Gemüse zu vermeiden, muss man die Wühlmäuse bekämpfen
[Foto: She Homesteads/ Shutterstock.com]

Wühlmäuse vertreiben: Chemische Bekämpfungsmethoden

Man kann auch giftige Köder verwenden, die oft aus getrockneten Karottenstücken bestehen und somit gerne von den Wühlmäusen gefressen werden. Diese enthalten den Wirkstoff Zinkphosphid. Diese Fraßköder werden in die Wühlmausgänge gelegt und dort von den Nagetieren gefressen. Beachten Sie, dass diese Köder nicht offen aufgelegt werden dürfen, denn sie sind nicht nur für Wühlmäuse giftig, sondern können auch für unsere Haustiere gefährlich werden – seien Sie also vorsichtig.

Hausmittel gegen Wühlmäuse

Da Wühlmäuse ein sehr feines Näschen haben, kann man auch einfache Hausmittel zur Vergrämung der Nagetiere anwenden. Zum Beispiel kann man sauer gewordene Buttermilch in die Gänge schütten, die übelriechende Buttersäure erledigt dann den Rest. Verschließen Sie die Gänge nach dem Ausschütten, damit sich der unangenehme Geruch der Buttersäure nicht in die Luft verflüchtigen kann, sondern im Wühlmausgang bleibt.

Eine weitere Möglichkeit, um Wühlmäuse loszuwerden, ist das Pflanzen verschiedener Gewächse. In unserem Spezialartikel erfahren Sie, welche Pflanzen sich zur Vertreibung von Wühlmäusen eignen.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

Vielen Dank an den Photographen: Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee

Dominic

Ich studiere Gartenbauwissenschaften und gehöre natürlich den passionierten Hobbygärtnern an. Meine ersten Wassermelonen habe ich bereits im Alter von 7 Jahren geerntet. Momentan finde ich Themen in Bezug auf die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt besonders interessant.
Mein Lieblingsobst: Ganz klar Avocados
Mein Lieblingsgemüse: Eigentlich alles, außer Rosenkohl

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