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Goldrute: Blütezeit, Pflege & Wirkung

Goldruten machen ihrem Namen alle Ehre: Im Spätsommer verführen sie mit ihrer gold-gelben Blütenpracht. Doch Goldruten sind nicht unproblematisch, weswegen bei der Sortenwahl und beim Anbau einige Punkte zu beachten sind.

Solidago
Die Kanadische Goldrute zeichnet sich durch eine üppige Blütenpracht aus

Goldruten (Solidago) gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und zeichnen sich durch eine üppige Blütenpracht aus. Die spätblühenden Goldruten bieten Insekten eine wichtige Nahrungsquelle und die medizinische Wirkung der Goldrute ist beachtlich. Einige Goldruten-Arten zählen jedoch zu den invasiven Arten in Europa und sind daher mit Bedacht zu pflanzen. Dieser Artikel verschafft einen Überblick über die Herkunft, die verschiedenen Arten und die Pflege der mehrjährigen Staude.

Goldrute: Herkunft und Eigenschaften

Goldraute, Fuchsschwanz und Edelwundkraut sind einige der zahlreichen Synonyme für die Goldrute. Das Hauptverbreitungsgebiet der Goldrute liegt in Nordamerika. Goldruten sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die Wuchshöhen zwischen 10 cm und 1 m erreichen. Die Blätter der Goldrute sind wechselständig und einfach. Sie können, ebenso wie die Stängel, behaart oder glatt sein. Als Korbblütler setzt sich der Blütenkopf aus vielen kleinen Einzelblüten zusammen. Die gelben Blüten bieten in der späten Vegetationsperiode von August bis Oktober Nahrung für Insekten.

Als Pionierpflanzen tauchen Goldruten vorwiegend an durch menschliche Eingriffe geprägten und eher trockenen Standorten wie Wegrändern, Brachland oder Gewässerufern auf. Die Vermehrung erfolgt über Rhizome und Samen.

spätblühende Goldrute
Für Insekten bieten Goldruten auch im Spätsommer noch eine Nahrungsquelle [Foto: Nador.Virag.An/ Shutterstock.com]

Die schönsten Arten und Sorten

Wer Goldruten in seinem Garten pflanzen möchte, hat eine große Auswahl verschiedener Sorten und Züchtungen, von denen wir hier einige vorstellen:

  • Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea): In Europa ist die etwas kleinere Gewöhnliche Goldrute heimisch. Sie wird meist 40 cm hoch und zeichnet sich durch lockere Blütenstände mit 6 – 10 mm großen Blütenkörbchen aus.
  • Kleine Goldrute (Solidago cutleri): Als Staude mit 20 – 40 cm Wuchshöhe eignet sich diese Sorte besonders gut für den vorderen Bereich Blumenbeetes.
  • Zwerg-Goldrute (Salidago virgaurea var minutissima): Diese kleinwüchsige Züchtung wird nur 10 cm hoch und empfiehlt sich besonders für kleine Beete. Mit rund 40 Pflanzen pro m2 entsteht ein dichter, hellgelber Teppich. Ihr Ausbreitungspotenzial ist gering.
Solidago-Pflanzen
Wird der Kanadischen Goldrute kein Einhalt geboten, breitet sie sich schnell aus [Foto: guentermanaus/ Shutterstock.com]

Unter den Goldruten gibt es zwei invasive Arten, deren Kultivierung nicht unbedingt empfehlenswert ist. Zu den verbreiteten Neophyten gehören die im 17. Jahrhundert eingeschleppte, größere und auffälligere Kanadische Goldrute (Solidago canadiensis) und die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea). Beide Arten werden mit 50 cm bis 250 cm deutlich größer als die Gewöhnliche Goldrute und bilden eine Vielzahl wesentlich kleinerer Blütenkörbchen aus. Die beiden Arten wachsen hauptsächlich an durch Menschen beeinflussten Standorten wie Brachland und Wegrändern und kaum in gesunden Ökosystemen. Da sie reichlich Nahrung für Insekten bieten, werden in den Arten heute durchaus auch Vorteile gesehen. Dennoch empfehlen wir, sie für den Anbau nicht unbedingt auszuwählen, um die heimische Flora nicht unter Druck zu setzen.

Goldrute in Blütezeit
Die Kanadische Goldrute zeichnet sich durch eine Vielzahl kleiner Blütenkörbchen aus [Foto: crystaldream/ Shutterstock.com]

Goldrute pflanzen

Goldruten sind als Pionierpflanzen an extreme Standorte angepasst und wachsen sowohl an nährstoffarmen als auch an mäßig mit Nährstoffen versorgten Stellen gut. Eine zusätzliche Düngung ist meist nicht nötig. Wenn möglich, sollte ein vollsonniger Standort für das Pflanzen der Goldrute gewählt werden. Die Aussaat der Samen im Frühjahr ist meist erfolgreich. Die Pflanzung der winterharten Staude kann im Frühling oder Herbst geschehen. Goldruten sind nicht sehr gesellig und werden am liebsten nur in kleinen Gruppen von drei bis zehn Individuen gepflanzt. Bei hochwüchsigen Sorten liegt die optimale Anzahl pro Quadratmeter zwischen drei und fünf Pflanzen. Je kleiner die Sorte, desto mehr Individuen können pro Fläche gepflanzt werden.

Tipp: Durch Teilung oder Stecklinge können Sie auch Hybridsorten selbst vermehren. Andere Sorten und Wildarten lassen sich ebenfalls über Samen weitervermehren.

heimische Goldrute
Hier ist die heimische Goldrute Solidago virgaurea zu sehen [Foto: backpacking/ Shutterstock.com]

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

  • September – Oktober: Gegen Ende der Blütezeit, aber vor der Samenreife, ist der Rückschnitt bei der Kanadischen Goldrute sinnvoll, um eine unkontrollierte Ausbreitung über Samen zu verhindern.
  • März: Der Rückschnitt anderer Sorten kann im Frühjahr vor dem Austrieb vorgenommen werden. Die verblühten Goldruten bereichern den kargen Garten im Winter und bieten Insekten Unterschlupf.
  • März – April: Sind die Goldruten an einem Standort etabliert, empfiehlt sich alle 3 – 4 Jahre eine Teilung der Stauden, um vitale und blühfreudige Pflanzen zu erhalten und Mehltaubefall vorzubeugen.
Goldruten im Winter
Im Winter haben die Blütenstände der Goldruten ihren eigenen Reiz [Foto: Sinelev/ Shutterstock.com]

Sind Goldruten giftig?

Weder für Menschen noch für Hunde, Katzen oder Kaninchen sind Goldruten giftig. Alle Pflanzenteile sind bedenkenlos berührbar und theoretisch sogar verzehrbar. Lediglich Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten im Umgang mit der Pflanze vorsichtig sein.

Goldrute: Wirkung und Verwendung

Während der Blütezeit werden die Blütenspitzen gesammelt und getrocknet. Neben der Gewöhnlichen Goldrute besitzen auch die Kanadische und die Riesen-Goldrute vergleichbare, wirksame Inhaltsstoffe und können gesammelt werden.

Als gesichert gilt die medizinische Wirksamkeit der Goldrute als Durchspültherapie bei Blasenleiden, Harnsteinen und Nierenerkrankungen. Die gängigste Anwendung des Goldrutenkrauts ist als Tee – oft in Kombination mit anderen Kräutern. Dieser wirkt entwässernd und krampflösend, durch die Verbesserung der Harnausscheidungen wird der Stoffwechsel angeregt.

Tipp: Für einen Goldrutentee werden 2 TL getrocknete Goldrutenblüten mit 250 ml kochendem Wasser überbrüht. Nach einer Ziehzeit von 10 min können Sie ihn genießen.

Goldrutentee
Goldrutentee ist ein altbewährtes Mittel gegen Blasenleiden [Foto: Martina Osmy/ Shutterstock.com]

Alternativ kann eine Goldruten-Tinktur angewandt werden. Zur Herstellung ein Glas voller frischem, zerschnittenem Goldrutenkraut mit 70-prozentigem Alkohol auffüllen und gut verschließen. Nach zwei bis drei Wochen Ziehzeit ist die Tinktur fertig. Für eine innere Anwendung, zum Beispiel bei Blasenleiden, 20 – 30 Tropfen pro Tag einnehmen. Bei kleineren Verletzungen kann die Tinktur auch äußerlich als Desinfektionsmittel kleiner Wunden angewandt werden.

Goldrutentinktur
Abgefüllte Goldrutentinktur gilt als Desinfektionsmittel für kleinere Wunden [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Tipp: Auch im Garten kann die Goldrute nützliche Anwendungsmöglichkeiten finden. Ein Auszug aus Goldrutenblüten kann vorbeugend gegen Mehltau und Braunfäule auf die Blätter gespritzt werden. Dafür kleingeschnittene Goldrutenköpfe mit kochendem Wasser überbrühen und eine Stunde ziehen lassen.

Goldruten sind sonnenliebende Stauden. Wenn Sie auch an schattigeren Standorten im Garten eine bunte Blütenvielfalt wollen, haben wir für Sie 10 Stauden, die auch im Schatten wachsen, zusammengestellt.

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