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Kakteen Pflege: Gießen & düngen

Kakteen (Cactaceae) sind sehr beliebte Zierpflanzen. Wir geben Experten-Tipps, was Sie bei der Pflege und Düngung der stacheligen Pflanzen beachten müssen.

Kakteen werden gegossen
Auch Kakteen brauchen Wasser, aber immer wohl dosiert [Foto: wk1003mike/ Shutterstock.com]

Kakteen (Cactacea) sind eine Familie innerhalb der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) und gehören zu den Bedecktsamern (Magnoliopsida). Generell gehören zu der Familie der Kakteen mehr als 100 Gattungen und über 1500 Arten. Schon allein diese Zahlen lassen erahnen, dass Kakteen in Bezug auf ihre Morphologie und Physiologie deutlich diverser sind als man zuerst vermuteten mag. Es gibt baumähnliche Arten wie zum Beispiel Pereskia grandifolia, aber auch ganz winzige Arten wie Blossfeldia liliputana. Gemeinsam haben sie jedoch, dass sie alle auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet sind. Hier erstreckt sich ihr Vorkommen vom südlichen Kanada bis nach Argentinien und Chile. Sie besiedeln verschiedene Lebensräume von tropischen Regenwäldern bis zu Trockenwüsten. Was diese doch sehr unterschiedlichen Lebensräume gemeinsam haben: Saisonale Wasserverfügbarkeit.

Kakteen gehören zu den Sukkulenten. Sie können Feuchtigkeit in ihrem Gewebe speichern und auch bei großer Trockenheit überleben. Außerdem minimieren die Dornen die Wasserverdunstung und schützen zusätzlich vor Fressfeinden. Genauso wie sie erschöpfende Hitze ertragen können, überleben winterharte Kakteen auch Temperaturen von bis zu fast schon unglaublichen –20 °C. Zu den winterharten Arten gehören unter anderem Chamaecereus silvestrii und Cylindropuntia imbricata. Nicht zuletzt wegen dieser Eigenschaften gelten Kakteen als die Spartaner unter den Zierpflanzen. In die Sonne gestellt, etwas Wasser und schon kann nichts mehr passieren. Doch auch bei der Pflege von Kakteen gibt es einige Punkte zu beachten. Zwar variieren die Ansprüche zwischen den Arten, doch einige Tipps und Tricks beim Düngen und Gießen sind grundsätzlich zu beachten, damit der kleine grüne Kaktus auf dem Balkon auch mal ein richtig großer werden kann.

Kakteen mit rosa Blüten
Bei richtiger Pflege wird man sogar mit wunderschönen Blüten belohnt [Foto: Resenter89 – CC BY 2.0]

Kakteen richtig gießen

Besonders in der Wachstums- und Blütezeit im Frühjahr und Sommer brauchen Kakteen regelmäßig Wasser. Allerdings sollte nicht zu oft gegossen und Staunässe unbedingt vermieden werden, da sonst eine erhöhte Fäulnisgefahr besteht. Das Substrat sollte vor dem erneuten Gießen (fast) vollkommen austrocknen.

Zimmerkakteen gießen

Bei Zimmerkakteen kann man im Frühjahr das Wachstum durch Überbrausen anregen. Etwa eine Woche später wird kräftiger gewässert. Eine Faustregel besagt: Während der Wachstumszeit von März bis September wird durchdringend gewässert. Durch Austopfen kann man dieses leicht überprüfen. Man gießt erst wieder, wenn das Substrat vollkommen abgetrocknet ist. Untersetzer, Schalen oder Übertöpfe können überschüssiges Wasser aufnehmen oder zum Bewässern von unten verwendet werden. Eine andere bewährte Methode ist die Anstaumethode: Hierbei stellt man den Topf mit dem Kaktus in ein größeres Behältnis mit Wasser, sodass der Topf vollständig untertaucht. Sobald keine Luftbläschen mehr aufsteigen, nimmt man den Kaktus aus dem Wasser und stellt ihn, nachdem er gut abtropfen konnte, zurück an seinen Platz.

Kakteen im Garten gießen

Sollten die Kakteen im Garten stehen, dann ist es ratsam, gerade in den Frühlingsmonaten für ausreichend Wasserzufuhr zu sorgen. Im Sommer sollten Sie einigermaßen regelmäßig gießen. Jedoch nur an sonnigen Tagen bzw. nach längeren Trockenperioden, um eine Überwässerung durch späteren Regen zu vermeiden. Zum Jahreszeitenwechsel wird der Gießrhythmus dann nach und nach reduziert. Im Winter ist besonders auf die Bewässerung zu achten. Zum einen besteht eine erhöhte Gefahr, dass der Boden vernässt und sich Pilzinfektionen ausbreiten. Es sollte demnach ein zusätzlicher Regenschutz aufgestellt werden. Zum anderen fördert eine Trockenperiode in den Wintermonaten bei vielen Kakteenarten die Blütenbildung im Folgejahr. Dies ist jedoch nur bei Kübelpflanzen umsetzbar, die überdacht überwintern.

Kakteen richtig düngen

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Kakteen keine Düngung benötigen. Ganz im Gegenteil, es gibt nur wenige Pflanzen, die von der Düngung so abhängig sind wie Kakteen. Mangelerscheinungen treten häufig erst spät auf und lassen sich dann nicht mehr rasch beheben. Rechtzeitiges Düngen ist daher unerlässlich, um sich lange an den Pflanzen erfreuen zu können.

Auch Kakteen brauchen eine ausreichende Düngung [Foto: iStock.com/pandpstock001]

Zimmerkakteen düngen

Bei Zimmerkakteen sollten Sie ca. vier bis sechs Wochen nach dem ersten Überbrausen im Frühjahr mit der Düngung durch einen normalen, in Wasser gelösten Volldünger, beginnen. Flüssiger Kakteendünger oder Nährsalze zum Auflösen in Wasser sind hervorragend geeignet für die stickstoffarme Grundversorgung ab Juli. Ab September werden die Nährstoffgaben eingestellt.

Kakteen im Garten düngen

Draußen kann der Muttererde im Garten oder dem Substrat im Pflanzgefäß als Grunddüngung grobe Hornspäne zugegeben werden. Trotzdem sollte man ab März zusätzlich gedüngt düngen. In den Monaten April bis Juni hat sich eine 14-tägige Düngung bewährt. Pro Quadratmeter können Sie zwischen 20 und 30 Gramm eines Volldüngers (z.B. Blaukorn) geben. Bei den im Handel erhältlichen Flüssigdüngern (meistens: 1% Nährstofflösung) sollte regelmäßig gegossen werden. Im Juli rät es sich, die Pflanzen nur noch leicht zu düngen. Es ist außerdem von Vorteil, im August zum Abschluss zusätzlich einen Kaliumdünger (Kalimagnesia 20g/m2) zu geben. Dadurch härten die Pflanzen gut aus und sind für den kommenden Winter gut gerüstet.

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