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Wacholder: Anpflanzen, Schneiden & Ernte von Juniperus

Als vielseitige Pflanzengattung findet Wacholder teilweise in der Küche Verwendung. Er kann als Hecke und sogar als Bonsai gepflanzt werden.

blaue Früchte des Gemeinen Wacholders
Bei Wacholder denkt man schnell an die typischen blauen Früchte des Gemeinen Wacholders [Foto: Kateryniuk/ Shutterstock.com]

Wacholder (Juniperus) ist ein dekoratives Gehölz, das nicht nur durch seine außergewöhnliche Optik, sondern auch mit seinem Duft und den heilenden Wirkstoffen überzeugt. Wir zeigen, wie man Wacholder richtig pflanzt, pflegt und warum Wacholderbeeren eigentlich gar keine Beeren sind.

Wacholder: Blüte, Blätter und Eigenschaften

Die Pflanzengattung Wacholder (Juniperus) gehört zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Sie beinhaltet etwa 80 Arten, von denen aber nur zwei in Mitteleuropa natürlich vorkommen. Die übrigen Wacholder-Arten verteilen sich fast alle auf der gesamten Nordhalbkugel – von der Arktis bis in tropische Zonen. Die immergrünen Bäume oder Sträucher wachsen aufrecht, kriechend oder niederliegend und verströmen einen starken Duft. Ihre Blätter sind nadelförmig oder geschuppt, oft weich und leicht abgeflacht, manchmal aber auch sehr spitz. Die weißen oder rosafarbenen Wacholder-Blüten sind sehr klein und unscheinbar. Bekannter ist der Wacholder für seine Zapfenfrüchte, die oft als Beeren bezeichnet werden. Bis die weiblichen Zapfen ihre blaue Farbe erreicht haben, müssen sie bis zu zwei Jahre reifen. Da Wacholder zweihäusig ist, werden für die Befruchtung ein männliches und ein weibliches Exemplar benötigt.

Wacholder als Strauch und Baum
Wacholder kann als hoher Baum oder bodendeckender Strauch wachsen [Foto: Beekeepx]

Aber wie groß wird Wacholder? Das ist von Art zu Art verschieden und kann von einem ein Meter hohen Strauch bis zu einem zehn Meter hohen Wacholder-Baum reichen. Der bei uns häufig gepflanzte Gemeine Wacholder (Juniperus communis) erreicht eine durchschnittliche Höhe von etwa fünf bis acht Metern. Neben der Nutzung als Zierpflanzen werden Wacholder-Früchte auch für die Herstellung von Schnaps, ätherischen Ölen und Gewürzen verwendet. Sie kommen zudem als Naturheilmittel zum Einsatz. Andere Namen für den Wacholder sind: Feuerbaum, Kranewitt, Queckholter und Machangel.

Tipp: Der Wacholder wurde früher gern auf Gräber gepflanzt. Es wurde angenommen, dass durch ihn die Seelen der Verstorbenen wieder ins Leben zurückkehren können. Nicht umsonst erinnert der Name Wacholder an Wach-Halter.

Wacholder pflanzen: Standort und Vorgehen

Die Gattung Juniperus gilt als sehr anspruchslos und robust, weshalb für jeden Wacholder ein Standort gefunden werden kann.

Lediglich auf Schatten sollte verzichtet werden: Der Wacholder benötigt viel Licht, um gut wachsen zu können. Ein Platz in der Sonne ist ideal, Halbschatten wird vertragen. Trockenheit macht ihm wenig aus und auch ein kalkreicher Untergrund stellt kein Problem dar. Der Boden sollte durchlässig sein, aber der Wacholder toleriert auch einen wechselfeuchten Standort.

Tipp: Wenn Sie Wacholder-Beeren ernten möchten, sollten Sie einen weiblichen und einen männlichen Wacholder pflanzen.

Wacholder-Bonsai
Wacholder kann im Topf und sogar als Bonsai gehalten werden [Foto: qSPOoKYp/ Shutterstock.com]

Die beste Pflanzzeit für Wacholder ist das Frühjahr, aber auch eine Pflanzung im Frühherbst ist möglich. Der Abstand zu anderen Pflanzen ist von der jeweiligen Art und deren Wuchseigenschaften abhängig. Heben Sie an der gewünschten Stelle ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Stellen Sie den Ballen des Wacholders in einen Eimer mit Wasser, damit er sich vollsaugen kann. Wenn es sich um einen sehr schweren Gartenboden handelt, sollten Sie das Loch besonders tief ausheben. Die ausgehobene Erde sollte noch mit reichlich Sand vermischt werden, um den Wasserabfluss zu fördern. Setzen Sie den Wacholder dann in das Loch, füllen Sie alles mit Erde auf und drücken Sie die Erde fest. In der nächsten Zeit sollte die Pflanze gut gegossen werden.

Wacholder im Topf: Sie können einige kleinbleibende Wacholderarten auch im Topf halten und auf den Balkon stellen. Passend sind zum Beispiel Juniperus communis ‘Compressa’ oder Juniperus squamata ‘Blue Star’. Eine Drainageschicht aus Tonscherben gewährleistet den Wasserabfluss. Als Substrat eignet sich hochwertige Pflanzenerde, wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde. Sie ist für viele Pflanzen geeignet und sorgt auch beim Wacholder für ein gesundes Wachstum. Unsere torffreie, biologische Erde tut nicht nur Pflanzen, sondern auch der Umwelt gut. Mischen Sie die Erde noch mit einem Drittel Sand, um die Durchlässigkeit zusätzlich zu erhöhen.

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Tipp: Man kann Wacholder auch hervorragend als Hecke pflanzen. Verringern Sie dafür den Pflanzabstand und setzen Sie zwei Wacholderpflanzen auf einen Meter Hecke. Eine geeignete Art ist zum Beispiel der Säulenwacholder Juniperus scopulorum.

Pflege des Wacholders: Schneiden, Düngen und Co.

Bei der Wacholder-Pflege gibt es kaum etwas zu beachten. Die Pflanzen wachsen zwar langsam, kommen aber ohne zusätzliche Pflegemaßnahmen aus. Lediglich junge Wacholderpflanzen sollten noch gegossen werden und je nach Pflanzzeitpunkt kann ein Winterschutz hilfreich sein.

Nadeln von Wacholder-Strauch
Die Nadeln des Wacholders sind spitz, deshalb sollten beim Arbeiten Handschuhe getragen werden [Foto: ppuDi/ Shutterstock.com]

Gießen und Düngen

Da Wacholder ausgezeichnet mit Trockenheit zurechtkommt, müssen größere Exemplare nicht gegossen werden. Frisch eingepflanzter, junger Wacholder sollte jedoch am Anfang regelmäßig mit Wasser versorgt werden, damit er gut anwachsen kann. In den ersten Jahren wird dann nur bei Trockenheit gegossen, später gar nicht mehr. Auch eine Düngung ist bei Wacholder auf einem geeigneten Standort in der Regel nicht notwendig. Auf sandigen Böden oder im Topf sollte gelegentlich ein wenig Langzeitdünger zugegeben werden. Wacholder benötigt eine Nährstoffzusammensetzung mit wenig Phosphor und zusätzlichem Magnesium. Aufgrund dieser speziellen Ansprüche, ist unser Plantura Bio-Rosendünger sehr gut für den Wacholder geeignet, auch wenn es zunächst ungewöhnlich klingen mag. Unser biologischer Dünger hält lange vor und ist für Haus- und Gartentiere unbedenklich. Wacholder im Topf sollte zudem gelegentlich umgetopft werden, denn das frische Substrat fördert ein gesundes Wachstum.

rote Wacholder-Früchte
Nicht alle Wacholder-Arten besitzen blaue Früchte [Foto: Nella/ Shutterstock.com]

Wacholder schneiden

Wacholder ist gut schnittverträglich und es lassen sich dekorative Formen erzeugen. Allerdings wächst er langsam und es dauert länger, bis er wieder austreibt. Obwohl es nicht nötig ist, Wacholder zu schneiden, wird durch den Schnitt eine Verzweigung gefördert. Dabei sollte jedoch nicht ins alte Holz geschnitten werden: Nach einem radikalen Rückschnitt treiben ältere Wacholder nämlich kaum noch aus. Punktuell kann eine große, gesunde Pflanze auch etwas stärker zurückgeschnitten werden. Der Wiederaustrieb ist dann jedoch nicht garantiert. Entfernen Sie im Frühjahr sichtbare tote Äste und schneiden Sie bereits den jungen Wacholder regelmäßig leicht zurück. Da Wacholdernadeln sehr spitz sind, sollten Sie unbedingt Handschuhe beim Schneiden tragen.

Häufige Wacholder-Krankheiten und Schädlinge

Obwohl er sehr robust ist, kann auch Wacholder von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden.

  • Triebsterben (Phomopsis juniperivora): Diese Erkrankung äußert sich durch braun verfärbte Nadeln und kleine schwarze Fruchtkörper des Pilzes, der die Krankheit verursacht. Schneiden Sie alle betroffenen Pflanzenteile großzügig ab.
verfärbte Wacholder-Nadeln
Bevor die Triebe absterben, verfärben sie sich [Foto: Grandpa/ Shutterstock.com]
  • Wacholderminiermotte (Argyresthia trifasciata): Wenn sich die Triebe von den Spitzen her braun verfärben, kann ein Befall der Wacholderminiermotte vorliegen. Bei der Bekämpfung sollten Sie sich Rat bei einem Pflanzenschutzdienst holen.
Wacholderminiermotte
Die Wacholderminiermotte kann für eine Verfärbung der Nadeln verantwortlich sein [Foto: DJTaylor/ Shutterstock.com]
  • Rostpilze (Gymnosporangium): Weißdorngitterrost, Birnengitterrost oder Wacholderblasenrost werden von verschiedenen Rostpilzen hervorgerufen. Sie sind durch die gelblichen, zungenförmigen Fruchtkörper sowie angeschwollene Triebe erkennbar. Auch hier sollten die befallenen Pflanzenteile abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Die Pilze breiten sich auf andere Pflanzen, wie zum Beispiel Birnenbäume, aus.
Rostpilze an Wacholder-Baum
Wacholder ist ein Hauptwirt für Rostpilze [Foto: dvande/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Um Wacholder zu vermehren, greifen Sie am besten zu Stecklingen. Reißen Sie dafür im Spätsommer einen jungen Trieb vom Haupttrieb ab. Dieser sollte schon leicht verholzt, an der Basis aber noch grün sein. Schneiden Sie die beim Abreißen entstandene Rindenzunge mit einem scharfen Messer ab und entfernen Sie die Triebspitze und die Nadeln im unteren Bereich. Stecken Sie den Steckling anschließend in ein Gemisch aus Universalerde und Sand und stellen Sie das Ganze an einen hellen Platz mit hoher Luftfeuchte bei rund 20 °C. Das Substrat sollte stets feucht gehalten werden. Bis zum Frühjahr sollten sich Wurzeln gebildet haben, so dass der Wacholder umgetopft oder ausgepflanzt werden kann.

Tipp: Nutzen Sie bei der Vermehrung unbedingt einen Steckling des Leittriebes. Die Triebe von Koniferen merken sich ihre Wuchsrichtung. Ein Seitentrieb wird daher nach der Vermehrung nicht gerade nach oben wachsen.

Ist Wacholder winterhart?

Ein gut angewurzelter Wacholder benötigt keine Schutzmaßnahmen im Winter. Junge Pflanzen können mit einer Mulchschicht geschützt werden. Wenn Sie den Wacholder im Topf halten, können Sie ihn zur Sicherheit auf einen Holzblock stellen und mit Jute umwickeln.

Wacholder im Winter
Wacholder ist winterhart [Foto: Alexander Denisenko/ Shutterstock.com]

Wacholder ernten und verwenden

In der Küche findet vor allem der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) Verwendung. Die Zapfenbeeren des weiblichen Wacholders sind reif, sobald sie sich dunkelblau färben. Das tritt zwei Jahre nach der Bestäubung ein. Sie werden unter anderem für Wacholdertee oder zum Verfeinern von Schnaps verwendet. Andere Arten, wie der Sadebaum (Juniperus sabina), sind hingegen in allen Teilen giftig. Wacholder-Gehölze enthalten ätherische Öle und werden auch zum Aromatisieren von Fleisch genutzt.

Tipp: Der Sadebaum wurde früher ebenfalls in der Heilkunde genutzt. Dort wurde er unter anderem zur Wundreinigung, bei Atembeschwerden und zur Abtreibung eingesetzt.

Tee aus Wacholder-Beeren
Ein Wacholder-Tee soll heilende Wirkungen haben [Foto: ElenVik/ Shutterstock.com]

Ist Wacholder giftig?

Wacholderarten sind in einigen, teilweise auch in allen, Pflanzenteilen leicht giftig. Die Beeren des Gemeinen Wacholders wurden früher in der Heilkunde genutzt. Sie enthalten jedoch auch Stoffe, die im Übermaß zu Reizungen im Magen-Darm-Bereich oder auch auf der Haut führen können. Während der Schwangerschaft oder bei Nierenbeschwerden sollte Wacholder nicht verzehrt werden. Auch für Haustiere ist ein übermäßiger Verzehr von Wacholder giftig. Der Sadebaum wird sogar als giftig eingestuft und kann allein durch Hautkontakt starke Reizungen und Blasenbildung verursachen. Erbrechen, Durchfall und Blasenschmerzen zählen zu den Vergiftungssymptomen nach dem Verzehr von Beeren des Sadebaums.

Wacholder und Heidesträucher teilen sich gern denselben sonnigen, eher trockenen und sandigen Standort. Die Glockenheide ist auch im Garten sehr beliebt und wir zeigen, wie man sie pflegt.

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