Zierkirschen: Eigenschaften, Schneiden & die schönsten Sorten

Max
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Pflanzen und deren Vielfalt in der Natur fand ich schon immer faszinierend. Daher habe ich nach meiner Ausbildung zum Schreiner das Studium der Gartenbauwissenschaften an der Hochschule in Weihenstephan begonnen. Zuhause kultiviere ich in Garten, Wald und Haus verschiedenstes; von kleinen Zimmerpflanzen bis hin zu großen Forstbäumen, wobei mein besonderes Interesse den Obstgehölzen gilt. Auch nach der Ernte verarbeite ich gerne die Früchte weiter zu Marmeladen, Wein oder diversen anderen Produkten.

Lieblingsobst: Apfel
Lieblingsgemüse: Paprika

Nach einem langen und kalten Winter erfreut sich jeder Naturliebhaber am neuen Austrieb im Frühling. Besonders faszinierend ist dabei die Blüte der Zierkirschen.

Blüte der Zierkirsche
Zierkirschen bilden eine üppige Blütenpracht aus [Foto: Jan Adler/ Shutterstock.com]

Zierkirschen (Prunus) zählen zu den schönsten und bekanntesten Ziergehölzen, die im Frühjahr prächtig blühen. Die imposante Baumart ist seit Jahrhunderten beliebt und wird aufgrund der Vielfalt ihrer Sorten und Farben geschätzt. In diesem Artikel erfahren Sie einiges über verschiedene Zierkirschsorten, sowie über die Pflanzung, Pflege und Vermehrung der Zierkirsche.

Zierkirschen: Herkunft und Eigenschaften

Als Zierkirschen werden verschiedene Arten der Gattung Prunus innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) bezeichnet. Dabei stammen die meisten Arten und Sorten aus Asien. Vor allem in China und Japan werden sie seit Jahrhunderten kultiviert. Dort werden sogar zum Frühling eigene Feste zur Kirschblüte gefeiert. Im Laufe der Zeit wurden unzählige Sorten entwickelt, die sich über verschiedene Regionen der Welt ausgebreitet haben.

Zierkirschen zeichnen sich durch ihre spektakuläre Blüte aus, die sich nur wenige Wochen im Frühling zeigt. Der genaue Zeitraum ist stark von der Art und Sorte abhängig, lässt sich aber in der Regel zwischen April und Juni einordnen. Die Kirschblüten können einfach oder gefüllt sein und variieren farblich von Weiß bis hin zu Rosa, Rot und Lila. Bienenfreundlich sind jedoch nur einfache, ungefüllte Blüten, da die fleißigen Insekten nicht in gefüllte Blüten vordringen können. Einige Sorten produzieren auch auffällige Blätter, die im Herbst in leuchtenden Farben wie Gelb, Orange und Rot leuchten. Zierkirschen sind in der Regel mittelgroße Bäume, die als Hochstamm eine Höhe von 3 bis 10 m erreichen können. Sie haben eine breite, runde Krone und eine glatte, graubraune Rinde. Ein Zierkirschenbaum bevorzugt oft einen sonnigen Standort sowie einen gut durchlässigen Boden.

Die schönsten Zierkirschen-Arten und -Sorten

Da es mehrere Arten und unzählige Sorten von Zierkirschen gibt, die sich in Größe, Form, Farbe und Blütezeit unterscheiden, stellen wir Ihnen hier ein paar der schönsten Varianten vor:

Japanische Blütenkirsche (Prunus serrulata): Diese Art wird auch orientalische Kirsche oder Grannenkirsche genannt und stammt aus Japan. Sie ist eine der am häufigsten angebauten Zierkirschen, produziert eine Fülle von rosa bis weißen Blüten und ist in vielen Sorten erhältlich. Ihre Höhe reicht je nach Sorte etwa von 3 bis 10 m und die Winterhärte ist meist bis -20 °C gegeben.

Zierkischen-Sorte 'Kanzan'
Die Sorte ‘Kanzan’ ist bekannt für ihre gefüllten, rosa Blüten [Foto: LifeCollectionPhotography/ Shutterstock.com]
  • ‘Kanzan’: Die berühmte Sorte der japanischen Zierkirsche kann eine Größe von bis zu 10 m erreichen. Ihre gefüllten, rosafarbenen Blüten blühen von Anfang bis Mitte Mai.
Japanische Nelken-Kirsche 'Kanzan'
Japanische Nelken-Kirsche 'Kanzan'
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  • ‘Shirotae’: Diese Variante wird etwa 6 m hoch und bildet später malerisch überhängende Äste. Die Blüten sind rein weiß und einfach, können jedoch im Alter leicht gefüllt sein.
  • ‘Amanogawa’: Jene auch als Säulenkirsche bezeichnete Sorte zeigt einen sehr schlanken Wuchs und wird bis zu 9 m hoch. Ihre rosafarbenen, halbgefüllten Blüten entfalten sich von April bis Mai.
Zierkirschen-Sorte 'Amanogawa'
Die Sorte ‘Amanogawa’ zeigt einen sehr aufrechten Wuchs mit hellrosa Blüten [Foto: Edita Medeina/ Shutterstock.com]

Higan-Kirschbaum (Prunus subhirtella): Die Art stammt aus Japan und Korea und blüht oft zweimal im Jahr – einmal im Frühling, etwa Ende April bis März, und noch einmal im Herbst, ungefähr von Oktober bis Dezember. Die Winterhärte ist hier ebenfalls bis circa -20 °C gegeben. Der Higan-Kirschbaum bleibt etwas kleiner als die Japanische Blütenkirsche und erreicht je nach Sorte eine Höhe von 3 bis 8 m.

  • ‘Pendula’: Diese Variante wird aufgrund ihrer hängenden Zweige auch als Hängezierkirsche bezeichnet. Sie wird bis zu 5 m hoch und bildet einfache, rosafarbene Blüten, die im April auftreten.
Zierkirschen-Sorte 'Pendula'
Pendula’ bildet hängende Triebe, ähnlich einer Trauerweide [Foto: MacBen/ Shutterstock.com]

Zierkirschen pflanzen

Wenn Sie eine Zierkirsche pflanzen möchten, sollten einige Punkte beachten werden:

  • Der beste Zeitpunkt, um Zierkirschen zu pflanzen, ist das Frühjahr oder der Herbst. Bei einer Pflanzung im Sommer ist die Gefahr zu groß, dass die Pflanze austrocknet, bevor sie ausreichend eingewurzelt ist.
  • Auch der richtige Standort ist wichtig: Zierkirschen bevorzugen einen sonnigen Ort mit gut durchlässigem Substrat. Stellen Sie außerdem sicher, dass der ausgewählte Pflanzort genügend Platz bietet, damit sich der Baum vollständig ausbreiten kann.
  • Der Boden sollte vorbereitet werden: alle Unkräuter und Grasbüschel werden aus dem Bereich entfernt, in dem der Baum gepflanzt werden soll. Graben Sie ein Loch, das mindestens doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen des Baumes ist. Der Erde sollte außerdem etwas Kompost oder Langzeitdünger beigemischt werden, um der Pflanze zum Start wichtige Nährstoffe bereitzustellen. Hierfür eignet sich beispielsweise unser Plantura Bio-Universaldünger, welcher über einen längeren Zeitraum alle nötigen Nährstoffe freisetzt und dabei unbedenklich für Mensch und Tier ist.
  • Setzen Sie den Baum in das vorbereitete Loch und stellen Sie sicher, dass er aufrecht steht. Außerdem sollte er nicht tiefer als vorher in das Substrat gepflanzt werden. Füllen Sie das Loch mit Erde auf und drücken Sie diese leicht an. Gießen Sie anschließend ordentlich, um den Boden weiter zu verdichten und ausreichend zu befeuchten.
  • Der Baum benötigt einer Stütze: Durch einen Stützpfahl und ein Verbindungsmittel wie etwa ein Seil, kann der Zierkirschenbaum während des Wachstums stabilisiert werden.
Stamm der Zierkirsche
Haben die Bäume einen stabilen Stamm, so benötigen sie keinen Stützpfahl mehr [Foto: MacBen/ Shutterstock.com]

Zierkirschen können auch in Töpfen gehalten werden. Es ist wichtig, je nach Wüchsigkeit der Art oder Sorte, ein ausreichend großes Pflanzgefäß sowie ein hochwertiges Substrat zu verwenden. Hier eignet sich beispielsweise unsere torffreie Plantura Bio-Universalerde, welche die Pflanze durch eine organische Aufdüngung mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Der Topf sollte außerdem eine Größe von mindestens 0,5 m Höhe und Breite aufweisen, damit sich das Wurzelwerk der Pflanze ausbreiten kann.

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Die richtige Pflege: Zierkirschen schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt von Zierkirschen ist sehr wichtig, um die Gesundheit und die Form des Baumes zu erhalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dabei vorgehen:

  • Der optimale Zeitpunkt zum Beschneiden der Zierkirsche ist im Sommer, etwa von August bis September. Es kann aber auch schon direkt nach der Blüte geschnitten werden, um das Wachstum zu bremsen.
  • Entfernen Sie abgestorbene, kranke oder beschädigte Äste mit einer scharfen Astschere oder Baumsäge. Achten Sie darauf, die Schnittflächen glatt und sauber zu halten, denn das verhindert das Eindringen von Krankheitserregern.
  • Zu lang gewachsene Äste und jene, die das Wachstum anderer Zweige behindern oder die Form des Baumes stören, werden auch zurückgeschnitten. Trennen Sie die Triebe direkt über einem gesunden Seitentrieb oder einer Knospe ab.
  • Zweige, die sich kreuzen oder reiben, werden ebenfalls entfernt. Diese können dadurch nämlich Wunden oder Krankheiten verursachen.
  • Achten Sie darauf, die natürliche Form des Baumes zu erhalten und ihn nicht zu stark zurückzuschneiden.
  • Das Werkzeug sollte nach jeder Verwendung gründlich gereinigt und bestenfalls desinfiziert werden, um die Übertragung von Krankheiten zwischen den Bäumen zu verhindern.
Rückschnitt der Zierkirsche
Kirschen werden am besten im Sommer geschnitten [Foto: Jurga Jot/ Shutterstock.com]

Sind Zierkirschen winterhart?

Die Winterhärte von Zierkirschen hängt von der Art oder Sorte sowie der Region ab, in der sie angebaut werden. Viele Zierkirschen wie beispielsweise Prunus subhirtella ‘Shirotae’ oder Prunus serrulata ‘Shirotae’ werden in die Winterhärtezone 6a eingeordnet. Das bedeutet, dass sie Temperaturen bis knapp -25 °C ertragen können.

Zierkirsche 'Kojou-no-mai'
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Vermehrung

Es gibt verschiedene Methoden, um Zierkirschen zu vermehren – darunter Stecklinge, Veredelung und Aussaat.

Eine einfache Methode ist die Stecklingsvermehrung. Dazu schneidet man im Sommer nach der Ernte etwa 10 bis 15 cm lange, junge Triebe vom Baum. Das unterste Laub muss entfernt werden, sodass nur noch 2 bis 3 Blätter am oberen Ende der Stecklingstriebe vorhanden sind. Diese Zweige schneidet man am unteren Ende schräg an und steckt sie in ein geeignetes Substrat. Passend hierfür ist beispielsweise unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Sie bringt die nötigen Eigenschaften für eine Stecklingsvermehrung, wie zum Beispiel ein gutes Wasserhaltevermögen, mit sich. Die Erde sollte dann konstant leicht feucht gehalten werden, damit sich neue Wurzeln bilden können. Außerdem wird der Topf mit den Stecklingen absonnig aufgestellt. Beginnt der Trieb, neue Blätter zu bilden, so sind wahrscheinlich auch schon Wurzeln entstanden und der Kirschsteckling kann ins Freiland gepflanzt werden.

Steckling der Zierkirsche
Auch kurz nach der Blüte können schon Stecklinge geschnitten werden [Foto: AstroStar/ Shutterstock.com]

Im Allgemeinen ist die Veredelung die bevorzugte Methode, um die Eigenschaften der Mutterpflanze zu erhalten. Hier wird ein Edelreiser, also ein Ast der gewünschten Sorte, durch spezielle Schnitttechniken mit einer Wurzelunterlage verbunden. Wir zeigen Ihnen die Schritte für die Veredelung von Zierkirschen:

  • Wählen Sie eine geeignete Unterlage, die widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist und gut zum Klima und Boden Ihrer Region passt. Des Weiteren bestimmt die Wahl der Unterlage, wie groß der spätere Baum wird. Am bekanntesten sind dabei die sogenannten GISELA-Unterlagen, die es für verschiedene Wuchsstärken gibt.
  • Der Mutterpflanze wird ein Edelholz entnommen, das frei von Krankheiten und Schädlingen ist und mindestens 2 Triebknospen aufweist. Die Entnahme des Holz sollte im späten Winter oder Frühling erfolgen und bis zur Veredelung in einem Kübel mit feuchtem Sand gelagert werden.
  • Verbinden Sie das Edelholz mit der Unterlage. Eine gängige Veredelungsmethode ist die Kopulation, bei der das Edelholz und die Unterlage in einem passenden Winkel geschnitten und dann durch Bänder oder andere Mittel fixiert werden. Die Verbindungsstelle wird anschließend mit einem Baumwachs luftdicht verschlossen.
  • Halten Sie die veredelte Pflanze nun in einem bestenfalls warmen und feuchten Raum, bis das Edelholz und die Unterlage miteinander verbunden sind, und der Baum beginnt zu wachsen. Achten Sie darauf, regelmäßig zu gießen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Veredelung eine fortgeschrittene Technik ist, die spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten erfordert. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie Ihre Zierkirsche veredeln sollen, ist es ratsam, einen erfahrenen Gärtner oder Baumpfleger zu konsultieren.

Ist die Zierkirsche giftig?

Zierkirschen sind nicht bekannt für ihre Giftigkeit. Die meisten Zierkirschen produzieren sogar essbare Kirschfrüchte, die sicher für den Verzehr sind. Gerade bei gefüllt blühenden Arten entstehen jedoch oft keine Früchte, da bestäubende Insekten das Innere der Blüte nicht erreichen können. Die Kirschen der Zierkirschen sind allerdings nicht so schmackhaft wie beispielsweise die der Süßkirsche (Prunus avium).

Früchte der Zierkirsche
Reife Kirschen sind nicht nur schön anzusehen [Foto: ibrahim kavus/ Shutterstock.com]

Wenn Sie sich auch an Zierkirschen oder an den leckeren Süßkirschen in Ihrem eigenen Garten erfreuen wollen, finden Sie alle Informationen zum Kirschbaum-Pflanzen in unserem Spezialartikel.

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