Kiwano: Pflanzen, Ernte & Geschmack der Horngurke

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Trotz des exotisch anmutenden Namens handelt es sich bei der Kiwano um eine pflegeleichte, robuste Gartenpflanze, die in warmen Lagen meist problemlos gedeiht und uns mit lange lagerfähigen Früchten belohnt.

Kiwano
Bis der Blick auf die Früchte fällt, ähneln Kiwanos Gurken [Foto: NeroV/ Shutterstock.com]

Nicht nur im lateinischen Namen der Kiwano (Cucumis metuliferus) zeigt sich die Ähnlichkeit dieser exotischen Frucht mit der bei uns bekannten Gurke (Cucumis sativus). Auch was Standortansprüche und Wuchsverhalten angeht, gibt es gewisse Ähnlichkeiten zwischen den beiden Pflanzen. Im Unterschied zu Gurken ist die afrikanische Stachelgurke jedoch deutlich weniger krankheitsanfällig und ihre Früchte können bis zu 9 Monate gelagert werden. Will man Kiwanos selbst anbauen, ist besonders ein warmer Standort wichtig. Was man beim Pflanzen von Horngurken sonst noch beachten sollte, was zur Pflege von Kiwanos gehört und wie man eine Kiwano isst, erklären wir in diesem Artikel.

Kiwano: Herkunft und Eigenschaften

Es gibt viele Synonyme für die Kiwano: Afrikanische Horngurke, Zackengurke oder Hornmelone sind nur einige Beispiele. Bei Kiwanos oder Stachelgurken handelt es sich um einen bei uns noch unbekannten, etwas ausgefalleneren Vertreter der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Die Herkunft der Kiwano liegt in den Savannen-Regionen der Kalahari in Südafrika. Zunächst wurde sie in Neuseeland und Israel in Kultur genommen, von wo die Kiwano nun langsam den Weg in unsere deutschen Gärten findet.

Afrikanische Horngurke Kiwano
An den langen Ranken von afrikanischen Stachelgurken bilden sich zahlreiche Früchte [Foto: franciscojorgan/ Shutterstock.com]

Bei der Kiwano handelt es sich um eine einjährige, wärmeliebende Kletterpflanze, deren Triebe bis zu 3 m lang werden. Die herzförmigen Blätter mit einem Durchmesser von bis zu 14 cm ähneln denen der Gurke. Da es sich bei Kiwanos um einhäusige Pflanzen handelt, findet man sowohl weibliche als auch männliche Blüten an einer Kiwanopflanze. Beide sind eher klein, unscheinbar und von gelber Farbe. Aus den Fruchtknoten der weiblichen Kiwanoblüten, die ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind, entwickeln sich relativ schnell immer größere Früchte, deren Schale von großen Stacheln besetzt ist.

Botanisch gesehen zählen Kiwanos zu den Beeren, da ihre zahlreichen Samen in das gallertartige, grünliche Fruchtfleisch eingebettet sind. Kiwanos können eine Größe von bis zu 12 x 16 cm erreichen, bleiben aber meist etwas kleiner. Mit zunehmender Reife wechselt die Farbe der Kiwanofrüchte von Grün bis hin zu einem Gelb-orange. Das Innere bleibt hingegen grünlich.

Horngurke
Aus Fruchtknoten unter den weiblichen Blüten von Kiwanos entwickeln sich stachelige Früchte [Foto: Gaston Cerliani/ Shutterstock.com]

Kiwano pflanzen

Kiwanos sind sehr wärmebedürftig und benötigen für gutes Wachstum konstant Temperaturen über 15 °C. Aus diesem Grund sollte der Anbau von Kiwanos im Freiland nur in warmen, geschützten Lagen geschehen, zum Beispiel vor einer nach Süden ausgerichteten Hauswand. Ansonsten ist es besser, Horngurken im Gewächshaus zu kultivieren. Abgesehen davon stehen Kiwanos gerne in der Sonne und bevorzugen einen locker-durchlässigen, nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden.

Tipp: Wenn man Kiwanos im Topf anbaut, sollte ein ausreichend großes Gefäß mit mindestens 20 Liter Fassungsvermögen gewählt werden. Als Substrat eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde. Sie ist bereits vorgedüngt und eignet sich daher perfekt für Gemüse mit einem höheren Nährstoffbedarf. Außerdem kommt sie komplett ohne Torf aus und wird nachhaltig in Deutschland hergestellt.

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Aufgrund des hohen Wärmebedürfnisses bietet sich die Anzucht von Kiwanos im Haus an. So haben die Pflanzen, wenn sie im Mai in den Garten kommen, schon einen Wachstumsvorsprung. Die Aussaat der Samen von Horngurken sollte frühestens Mitte April erfolgen, da sich die Keimlinge bei warmen Temperaturen recht schnell entwickeln und nicht zu groß sein dürfen, wenn sie ins Beet kommen.

  1. Füllen Sie Töpfe von circa 10 cm Durchmesser mit einer nährstoffarmen Anzuchterde. Wir empfehlen dafür zum Beispiel unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde.
  2. Das Substrat wird leicht angefeuchtet. Dann steckt man pro Topf 2 bis 3 Kiwanosamen ungefähr 1 bis 2 cm tief in die Erde.
  3. Stellen Sie die Töpfe an einen hellen Ort und achten Sie darauf, dass das Substrat nie austrocknet. Bei einer optimalen Keimtemperatur von 22 bis 24 °C sollten nach 1 bis 2 Wochen die ersten Keimlinge sichtbar sein.
  4. Jetzt sollten die Keimlinge bei mindestens 20 °C an einem hellen Ort weiterkultiviert und regelmäßig gegossen werden. Es empfiehlt sich, ungefähr einmal pro Woche dem Gießwasser einen organischen Flüssigdünger wie unseren Plantura Bio-Tomaten- & Gemüsedünger beizumischen.
  5. Wenn pro Topf mehr als ein Kiwanosame keimt, lässt man nur den stärksten Keimling stehen und entfernt die restlichen.
Κiwano im Τopf
Füllen Sie für die Aussaat von Kiwanos kleine Töpfe mit einer nährstoffarmen Erde [Foto: Madlen/ Shutterstock.com]

Mitte Mai, wenn die Außentemperatur über 15 °C liegt, ist es Zeit für das Pflanzen der Horngurken. Härten Sie die Jungpflanzen davor gut ab, indem sie für mehrere Stunden am Tag nach draußen in die Sonne gestellt werden. Bevor Sie die Kiwanos anpflanzen, sollten Sie den Boden gut vorbereiten, indem Sie ihn lockern und von Unkraut befreien. Da Horngurken Staunässe überhaupt nicht vertragen, bietet sich sogar eine leichte Dammkultur an. Zusätzlich erwärmt sich der Boden dort auch besser. Der Anbau von Kiwanos erfordert viel Platz. Halten Sie einen Abstand von mindestens 1 m zwischen den Reihen und 50 bis 60 cm innerhalb der Reihe ein. Nach dem Pflanzen werden die Kiwanos noch gut angegossen.

Die richtige Pflege der Horngurke

Der Anbau von Horngurken gelingt besser, wenn man den Pflanzen ein Rankgerüst, ähnlich wie für Gurken, anbietet. Dann wachsen sie üppiger und bilden mehr Früchte, die weniger verdreckt sind.

Κiwano-Αnbau im Freiland
Der Anbau von Kiwanos gelingt besser, wenn sie nach oben ranken können [Foto: BlueSnap/ Shutterstock.com]

Zur Pflege von Kiwanos gehören vor allem regelmäßiges Gießen und Düngen.
Während des Sommers kann es sogar nötig sein, täglich zur Gießkanne zu greifen. Verwenden Sie am besten warmes Wasser. Das erreicht man zum Beispiel, wenn man die Gießkannen schon direkt nach dem Gießen wieder befüllt und bis zum nächsten Tag an einem sonnigen Ort stehen lässt. Um Wasser zu sparen und den Boden zu schützen, bietet es sich an, um die Kiwanopflanzen herum zu mulchen. Gut geeignet ist zum Beispiel Rasenschnitt, denn dieser liefert gleichzeitig Nährstoffe.

Wie Gurken sind afrikanische Stachelgurken Starkzehrer. Das bedeutet, allein ein gut mit Kompost vorbereitetes Beet reicht meistens nicht aus, um gute Erträge zu erzielen. Wir empfehlen für die Düngung während der Wachstumsperiode, ungefähr einmal pro Woche unseren Plantura Bio-Tomaten- & Gemüsedünger dem Gießwasser beizumischen. Er hat ein für stark zehrendes Gemüse optimales Nährstoffverhältnis. Außerdem ist er komplett tierfrei und vornehmlich organisch. Deshalb fördert er im Gegensatz zu mineralischen Düngern auch einen gesunden Boden.

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Ein Ausgeizen oder Schneiden der Kiwano ist nicht zwingend nötig. Wenn man genug Platz hat, kann man die Pflanze einfach wuchern und ranken lassen und nur störende Triebe entfernen. Hat man weniger Platz, kann man Kiwanos im Gewächshaus zum Beispiel zweitriebig aufleiten und sie wie Gurken ausgeizen.

Tipp: Kiwanos sind deutlich weniger krankheitsanfällig als zum Beispiel Gurken. Selbst der Falsche Mehltau (Peronosporaceae) befällt Horngurken nur sehr selten.

Kiwanos ernten

Wenn Sie afrikanische Stachelgurken anbauen, können Sie sich meist auf eine reiche Ernte freuen. Bis zu 50 Früchte pro Pflanze sind möglich, wobei im Gewächshaus durchschnittlich etwas mehr geerntet wird als im Freiland. Die Erntezeit der Kiwanos beginnt ungefähr Mitte August. Den optimalen Erntezeitpunkt erkennt man daran, dass die Früchte gerade beginnen, sich von Grün zu Orange-gelb zu verfärben. Damit die Horngurke länger und höhere Erträge liefert, erntet man die Früchte bevor sie ganz reif sind und lässt sie dann im Haus noch etwas nachreifen. Die Pflanze wird dadurch vermehrt zum Blühen angeregt. Bis in den Herbst hinein kann man regelmäßig Horngurken ernten. Die letzten sollten spätestens vor dem ersten Frost zum Nachreifen ins Haus geholt werden.

Da die Früchte wirklich sehr stachelig sind, empfiehlt es sich, bei der Ernte Handschuhe zu tragen. Außerdem erleichtert eine Gartenschere zum Abschneiden der Früchte die Arbeit deutlich. Achten Sie dabei darauf, den Stielansatz an der Frucht zu belassen. So bleibt sie länger lagerfähig.

Da die Früchte noch eher grün geerntet werden, solle man sich mit dem Verzehr noch etwas gedulden und die Früchte im Haus bei Raumtemperatur nachreifen lassen. An einem etwas kühleren Ort bei etwa 9 °C sind sie dann sogar 6 bis 9 Monate lagerfähig. In den Kühlschrank sollten Sie die Früchte allerdings nie legen, denn dort verderben sie relativ schnell.

Stachelgurke Kiwano
Wenn die Schale beginnt, sich gelb zu färben, ist es Zeit, die Horngurken zu ernten [Foto: Picmin/ Shutterstock.com]

Tipp: Auch wenn es zunächst leicht erscheint, die Samen der Kiwano zu gewinnen und im Frühjahr wieder auszusäen, kann es bei der nächsten Ernte zu bösen Überraschungen kommen. Denn Kiwanos können wie andere Kürbisgewächse bitter und damit giftig werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht sich durch eigene Vermehrung. Da Kürbisgewächse Fremdbefruchter sind und sich zusätzlich gern untereinander verkreuzen, sollte man mindestens zwei Kiwanopflanzen nah beieinander stehen und vor allem keine Gurken in der Nähe haben. Beide gehören der Gattung Cucumis an und ein Verkreuzen der beiden Arten kann daher leicht vorkommen. Eine händische Bestäubung der weiblichen Blüten erhöht die Chance, reines Kiwanosaatgut zu ernten. Um lebensfähige Samen gewinnen zu können, muss man die Früchte an der Pflanze komplett abreifen lassen.

Wie isst man eine Kiwano?

Um sie zu essen, schneidet man Kiwanos entweder längs oder quer in zwei Hälften und löffelt sie dann aus. Dabei können die zahlreichen Samen im Fruchtfleisch einfach mitgegessen werden. Anstatt sie direkt zu essen, kann man Kiwanos auch zur Zubereitung zum Beispiel von Cocktails, Salaten oder Sorbet verwenden. Außerdem lässt sich aus Kiwanos Saft pressen. Eine einfache Methode ist es, das ausgehöhlte Fruchtfleisch zum Beispiel in ein Käse- oder feines Küchentuch zu geben und mit den Händen auszupressen.

Tipp: Wenn man Kiwanos zum Herstellen von Desserts verwendet, so bieten sich die ausgehöhlten Schalen als ausgefallene, dekorative Servierschälchen an.

Kiwano-Zubereiten
Die ausgehölten Schalen von Kiwanos können Verwendung als Dessertschalen finden [Foto: AJSTUDIO PHOTOGRAPHY/ Shutterstock.com]

Geschmack der Horngurke

Der Geschmack von Kiwanos ist abhängig vom Reifegrad. Sind die Früchte noch grün und erst frisch geerntet, erinnert ihr Geschmack tatsächlich noch an Gurken. Mit zunehmender Reife wird ihr Fruchtfleisch süßer, sodass der Geschmack von Kiwanos, die schon einige Zeit gelagert wurden und eine eher gelb-orange Schale haben, als eine Mischung zwischen Melone, Banane und Limone beschrieben wird.

Ist die Kiwano gesund?

Der Hauptinhaltsstoff von Kiwanos ist Wasser – ähnlich wie bei Gurken. Das macht sie zu einem sehr figurfreundlichen Gemüse. Auch wenn zu den Inhaltsstoffen von Kiwanos zum Beispiel die Vitamine B und C zählen, ist ihr Vitamingehalt allgemein relativ gering. Trotzdem sind die Früchte der Kiwano sehr gesund, da sie reich an Magnesium, Kalium und Eisen sind und einige Antioxidantien enthalten.

Αfrikanische Ηorngurke
Nach dem Aufschneiden der Kiwanos kann das gesunde Fruchtfleisch direkt gelöffelt werden [Foto: Real PIX/ Shutterstock.com]

Wenn Sie gerne etwas ausgefallenere Gemüse anbauen, die es nicht in jedem Supermarkt zu kaufen gibt, versuchen Sie es doch einmal mit Tatsoi (Brassica rapa convar. narinosa). Das Blattgemüse, das auch noch gut im Herbst bei kühleren Temperaturen angebaut werden kann, wächst schnell und ist zum Beispiel für asiatische Gerichte geeignet.

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