Gurken im Gewächshaus pflanzen & richtig pflegen

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Wer erfolgreich Gurken im Gewächshaus pflanzen und pflegen möchte, sollte auf die klimatischen Bedingungen im Glashaus achten. Wir geben Tipps zur Sortenwahl und zum Anbau von Gewächshaus-Gurken.

Gurken-Pflanzen im Gewächshaus
Der Gurkenanbau im Gewächshaus liefert oft hohe Erträge [Foto: Anna in Sweden/ Shutterstock.com]

Die Gurke (Cucumis sativus) ist neben der Tomate (Solanum lycopersicum) eine der beliebtesten Gewächshauskulturen. Doch was sind die Besonderheiten in der Pflanzung und Pflege, wenn man Gurken im Gewächshaus anbauen möchte? Welche Sorten eignen sich und welche Pflanzen sind gute Nachbarn für Gewächshaus-Gurken? Diese Fragen und mehr zu Gurkenpflanzen im Gewächshaus klären wir im folgenden Artikel.

Vorteile beim Gurkenanbau im Gewächshaus

Gewächshäuser sind von der Umwelt zum Teil abgeschnittene Räume, die aus Folie oder Glasscheiben bestehen. Gurken im Gewächshaus wachsen meist stärker, sind gesünder und liefern oft höhere Erträge. Doch warum ist das so? Ein Gewächshaus bietet ein relativ gleichbleibendes Klima ohne starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, was es uns ermöglicht, mit dem Gurkenanbau bereits 2 bis 3 Wochen früher zu starten, nämlich ab Anfang Mai. Wer ein beheiztes Glashaus besitzt oder ein wärmendes Mistbeet darin angelegt hat, kann sogar noch früher, ab April, die ersten Gurken ins Gewächshaus pflanzen. Gleichzeitig verlängert sich die Saison, in der Gurken kultiviert werden können, bis Oktober, da es im Gewächshaus selbst dann noch warm genug ist.

An die Konstruktion des Gewächshauses können zudem Schnüre und Stäbe befestigt werden, um die Pflanzen senkrecht zu kultivieren. Das spart Platz, fördert die Durchlüftung und macht Pflegearbeiten und die Ernte deutlich leichter. Tipps und Ideen für Gurken-Rankhilfen finden Sie in unserem Spezialartikel. Bei starker Hitze und Sonnenschein kann es besonders in den Wochen nach der Pflanzung und im Hochsommer bei Temperaturen über 30 °C sinnvoll sein, die Gurkenpflanzen zu beschatten, um Sonnenbrand, Brandköpfe und Hitzestress zu vermeiden. Hier bringt man einfach Leinentücher oder Vlies an den Dachstreben an.

Gurken in der Sonne
Bei großer Hitze und Sonneneinstrahlung sollte man seine Gurken im Gewächshaus beschatten [Foto: Darya Komarova/ Shutterstock.com]

Das Glashaus schützt dank der Überdachung vor schlechtem Wetter und Sommergewittern, sodass die Gurken keinen Schaden nehmen oder zu lange Zeit tropfnass sind. Letzteres ist für die Vermeidung von Pilzerkrankungen wichtig. Sogar größere Schädlinge wie Schnecken oder Wühlmäuse finden nur selten den Weg ins Gewächshaus. Kleinere Pflanzenschädlinge wie Blattläuse (Aphidoideae) treten zwar auch im Gewächshaus auf, lassen sich aber auf dem begrenzten Raum mit Nützlingen wie dem Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) oder Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea) bekämpfen. In größeren Gewächshäusern oder Folientunneln können Hummeln zur besseren Bestäubung der Blüten eingesetzt werden.

Übrigens: In unserem Online Shop können Sie sowohl Marienkäfer bestellen als auch Florfliegen kaufen.

Alle Vorteile auf einen Blick:

  • Früherer Anbau und längere Anbausaison möglich dank schnellerer Erwärmung
  • Aufrechte, platzsparende Kultur mit Spiralstäben oder Schnüren
  • Schutz vor schlechter Witterung, Sturmschäden, Hagel und Starkregen
  • Sicherheit vor größeren Schädlingen wie Schnecken oder Wühlmäusen
  • Beschattung einfach und schnell möglich
  • Schädlingsbekämpfung und Bestäubung mit Nützlingen sehr effektiv

Kann man Gurken ohne Gewächshaus anbauen? Wer kein Gewächshaus besitzt oder andere, wärmebedürftige Pflanzen im Glashaus kultiviert, kann Gurken im Freiland anbauen. Die rankenden Gewächse lassen sich sowohl im Beet, auf Terrasse und Balkon, aber auch im Hochbeet anbauen. Hier sollten Sie robuste Freilandgurkensorten wählen. Welche Besonderheiten beim Anbau von Gurken im Topf oder bei Gurken im Hochbeet beachtet werden sollten, erfahren Sie in unseren Spezialartikeln.

Schlangengurken im Gewächshaus
Langfrüchtige Schlangengurken eignen sich besonders für den Gurkenanbau im Gewächshaus [Foto: barmalini/ Shutterstock.com]

Gurkensorten für das Gewächshaus

Es gibt unzählige Gurkensorten, die sich im Wuchs, in der Fruchtform, -farbe sowie in der Robustheit unterscheiden. Es können nahezu alle Sorten angebaut werden. Doch am meisten lohnt sich der Anbau von Schlangengurken im Gewächshaus, da die zarten, langen Früchte im Freien schlechter gedeihen. Hervorragend geeignete Gurkensorten für das Gewächshaus sind solche mit hoher Toleranz oder Resistenz gegenüber den gängigen, im Gewächshaus häufig auftretenden Krankheiten. Folgende Sorten eignen sich gut:

  • ‘Arola‘: Die robuste Schlangengurke mit dickerer Schale und leichten Stacheln ist sehr widerstandsfähig. Sie sollte nicht entgeizt werden, da sich die Früchte vor allem an den Seitentrieben bilden.
  • ‘Burpless Tasty Green F1‘: Diese äußerst resistente Sorte gibt es auch im gewerblichen Anbau. Die Schlangengurke bildet 25 – 30 cm lange Gurkenfrüchte aus und kann etwa 80 Tage nach Aussaat beerntet werden.
  • ‘Helena‘: Jene wüchsige, parthenokarpe Sorte bildet selbst ohne Bestäubung lange, gerade und glatte Früchte aus.
  • ‘Holländische Gelbe‘: Etwa 20 cm lange, rein gelbschalige Gurkenfrüchte mit cremeweißem Fleisch bringt diese ungewöhnliche Sorte hervor. Sie kann bei zeitiger Anzucht schon ab Juni geerntet werden.
  • ‘Saiko‘: Die mehltauresistente Gurke mit hohem, frühem Ertrag bildet bis zu 40 cm lange, leicht bestachelte und gebogene, bitterfreie Gurkenfrüchte aus.
  • ‘Saladin F1‘: Als Schlangengurke fürs Gewächshaus mit bis zu 35 cm langen Früchten zeigt sich diese Sorte resistent gegen bakterielle Blatterkrankungen, Blattbrand und auch pilzliche Erkrankungen.

Tipp: Die verwandte Gurkenmelone (Cucumis melo var. flexuosus), eigentlich eine Variante der Zuckermelone (Cucumis melo), lässt sich ebenfalls sehr gut in warmen, geschützten Gewächshäusern kultivieren.

Gurken im Gewächshaus hochbinden
Nach der Pflanzung sollten Gurken im Gewächshaus richtig gegossen und hochgebunden werden [Foto: Mimen123/ Shutterstock.com]

Anleitung: Gurken im Gewächshaus pflanzen

Gurken können gepflanzt oder frühzeitig ab April direkt ins Gewächshaus gesät werden. Die Samen werden 2 bis 3 cm tief in der Erde abgelegt, gewässert und bis zur Keimung immer feucht gehalten. Die Bodentemperatur sollte dabei bereits 14 °C betragen. Auch nachts darf die Temperatur nicht unter 5 °C sinken, sonst kommt es zu Kälteschäden. Eine Vliesabdeckung schützt die Pflänzchen zusätzlich. Details zur Aussaat von Gurken und allen weiteren Schritten finden Sie in unserem Artikel zum Thema Gurken pflanzen.

Gurken lieben nährstoffreichere, lockere Böden. Bei der Bodenvorbereitung zur Pflanzung kann daher reifer Kompost oder ein vorwiegend organischer Granulatdünger wie unser Plantura Bio-Tomatendünger direkt mit ins Pflanzloch gegeben werden, um einen ausreichenden Nährstoffvorrat zu bieten. Der Langzeitdünger wird durch Bodenorganismen über mehrere Wochen hinweg langsam und schonend freigesetzt. Er liefert die wichtigen Hauptnährstoffe Stickstoff, Kalium und Phosphor sowie verschiedene Mikronährstoffe wie Schwefel, Magnesium und Natrium.

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Wer junge Gurken ins Gewächshaus pflanzen möchte, sollte dabei neben der Bodenvorbereitung auf einen ausreichenden Pflanzabstand von 80 bis 100 cm bei kletternden, aufrecht rankenden Pflanzen achten. Die Pflanztiefe ist ebenfalls entscheidend: Vor allem bei veredelten Gurken darf die Veredelungsstelle nicht unter die Erde sein, damit der obere Part keine Wurzeln ausbildet, sondern nur die resistente Unterlage. Nach der Pflanzung wird kräftig gewässert und direkt eine Rankhilfe gesetzt.

Gurken Pflanzen im Gewächshaus
Der Pflanzabstand von Gurken im Gewächshaus sollte ausreichend sein, damit die Luft gut zirkulieren kann [Foto: Vera Petruk/ Shutterstock.com]

Gute Nachbarn im Gewächshaus

Nicht alle Pflanzen fühlen sich nebeneinander wohl. Unter anderem bei verwandten Arten oder bei Kulturen mit ähnlichen Ansprüchen an Platz und Nährstoffen kann es zur Konkurrenz kommen. Gute Nachbarn für Gurken sind niedrigere Pflanzen mit geringerem Nährstoffbedarf, die nicht zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) gehören. Hierzu gehören:

Kann man Gurken und Tomaten zusammen im Gewächshaus pflanzen? Wer Gurken und Tomaten im Gewächshaus pflanzen möchte, sollte bestenfalls einen großzügigen Abstand zwischen beiden Arten einhalten, denn sie sind aufgrund des Nährstoff- und Platzbedarfs keine guten Nachbarn.

Kann man Gurken und Paprika zusammen im Gewächshaus pflanzen? Auch Paprika (Capsicum annuum) zählt zu den Starkzehrern, weshalb die Kombination von Gurken und Paprika im Gewächshaus nicht die beste Wahl für eine ausgewogene Mischkultur ist.

Gurken und Salat zusammen im Gewächshaus
Salate sind gute Nachbarn für Gurken im Gewächshaus [Foto: Aygul Bulte/ Shutterstock.com]

Gewächshausgurken pflegen

Gurken im Gewächshaus benötigen die gleichen Pflegemaßnahmen wie Gurken im Beet oder Topf. Die rankenden Triebe sollten stets angebunden oder aufgeleitet werden. Bei manchen Sorten lohnt es sich, Seitentriebe zu entfernen und die Triebspitze nach einer gewissen Zeit abzuschneiden. Details hierzu finden Sie im Artikel Gurken ausgeizen. Die ausreichende Wasserversorgung ist neben der Düngung ebenfalls wichtig.

Gießen der Gurke
Gurken sollten regelmäßig gut gewässert werden [Foto: PhotoJuli86/ Shutterstock.com]

Gießen und düngen

Gurken benötigen viel Wasser, um einen guten Ertrag zu liefern. Der Boden sollte immer leicht feucht sein und niemals ganz austrocknen. Nutzen Sie dabei bestenfalls angewärmtes, nicht zu kaltes Regenwasser und gießen Sie morgens. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Kompost oder Rindenmulch verringert auch im Gewächshaus die Verdunstung deutlich und verbessert auf Dauer sogar die Bodenstruktur.

Sind die Pflanzen erst einmal kräftig gewachsen, ist es schwieriger, einen festen Granulatdünger auszubringen und einzuarbeiten, ohne die Wurzeln zu schädigen. Ein organischer Flüssigdünger ist hier eine bessere Alternative, um Gewächshausgurken zu düngen, denn er wird direkt mit dem Gießwasser zusammen ausgebracht. Unser Plantura Bio-Gemüse- & Tomatendünger eignet sich für die regelmäßige Düngung ideal. Er sollte ab der Blüte etwa einmal wöchentlich verwendet werden, um ausreichend Nährstoffe nachzuliefern.

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Gurkenkrankheiten im Gewächshaus

Pilzkrankheiten fühlen sich im Gewächshaus wohl, da hier bei mangelnder Belüftung schnell Wärme und hohe Luftfeuchte zusammenkommen – ein ideales Klima für pilzliche Erreger. Folgende Gurkenkrankheiten kommen im Gewächshaus häufiger vor:

  • Grauschimmel (Botrytis cinerea)
  • Gummistängelkrankheit (Didymella bryoniae)
  • Gurken-Mehltau
  • Gurken-Mosaik-Virus (GMV)
  • Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum)
  • Gurkenwelke durch Fusarium-, Sclerotinium– oder Verticillium-Pilze
  • Schwarze Wurzelfäule (Phomopsis sclerotioides)

Gurken können schon ab dem Frühsommer unzählige Früchte hervorbringen, die zum richtigen Zeitpunkt geerntet und verarbeitet werden wollen. Wie Sie Gurken ernten und richtig lagern, erfahren Sie bei uns.

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