Spinat anbauen: Wann, wo & wie?

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Der Anbau von Spinat ist leicht und auch für Anfänger vielversprechend. Wir verraten, was man beim Säen von Spinat hinsichtlich des Zeitpunkts, Standorts und Vorgehens beachten sollte.

Spinat-Pflanzen in einem Beet
Spinat anzubauen gelingt auch Gartenanfängern [Foto: Papava/ Shutterstock.com]

Wer frischen Spinat (Spinacia oleracea) im eigenen Garten anbaut, tut nicht nur seiner Gesundheit etwas Gutes, sondern wird durch den pflegeleichten Anbau ebenso mit guten Erträgen belohnt. Das einjährige Blattgemüse aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) ist eine typische Direktsaat-Gemüseart. In diesem Artikel erklären wir, wie der Anbau von Spinat genau funktioniert und beantworten Fragen wie: Wann wird Spinat am besten gepflanzt? Wo ist der ideale Standort für Spinat? Und wie geht man beim Aussäen von Spinat vor?

Spinat anbauen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Frage, wann Spinat ausgesät wird, ist nicht so schnell zu beantworten – denn man kann Spinat zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr anbauen. Typisch sind vor allem der Frühjahrs- und der Herbstanbau. Wenn man einige Dinge beachtet, ist der Anbau von Spinat im Freiland jedoch das ganze Jahr über möglich.

Wann man Spinat aussähen kann, hängt von der Sorte ab. Entscheidend für den Anbauerfolg ist vor allem die richtige Sortenwahl. Welche Spinatsorte die passende ist, hängt dabei von den Klimabedingungen der jeweiligen Jahreszeit ab. Wenn Sie beispielsweise im Sommer Spinat säen und ernten möchten, sollten Sie auf besonders schossfeste Sorten zurückgreifen. Diese beginnen bei den warmen Sommertemperaturen nicht so schnell zu blühen, sind dafür aber oft kälteempfindlicher. Wollen Sie hingegen Winterspinat säen, sollten Sie auf eine frostharte Spinatsorte zurückgreifen.

Blühende Spinatpflanze
Einige Sorten gehen unter Hitze schneller in die Blüte und können nicht mehr beerntet werden [Foto: ElenVik/ Shutterstock.com]

Tipp: Ursprünglich ist Spinat zweihäusig. Das bedeutet, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Durch neue Züchtungen gibt es heute jedoch Spinatsorten, bei denen die einzelnen Exemplare sowohl männliche als auch weibliche Blüten tragen. Das ist vor allem wichtig, wenn man Spinat selbst vermehren und Spinatsamen ernten will. Denn so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Selbstbefruchtung und damit die Sortenfestigkeit.

Spinat muss vor kalten Temperaturen geschützt werden. Möchten Sie bereits vor Sommerbeginn Ihren ersten Spinat ernten, erfolgt die Aussaat des Spinats ab Ende Februar bis in den April hinein. Da es zu dieser Zeit noch öfter zu Kälteeinbrüchen im Garten kommt, empfiehlt es sich, die jungen Pflänzchen mit einem Vlies abzudecken. Gut geeignet ist Spinat ebenfalls für den Anbau in Frühbeeten oder Mistbeeten.
Spinat, der im Herbst gesät wird, überwintert im Beet und kann dann im nächsten Jahr schon früher geerntet werden. Da Spinat generell nur leichte Fröste verträgt, ist auch für den Winterspinat eine schützende Schicht aus Laub, Reisig, Vlies oder sogar Schnee überlebenswichtig.

Spinat mit Frost
Spinat verträgt nur leichten Frost [Foto: 5711teru/ Shutterstock.com]

Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, in welchem Abstand die Ernte jeweils auf die Aussaat folgt.

AussaatErnte
FrühjahrsspinatEnde Februar – Anfang AprilMai – Juni
SommerspinatApril – Ende JuniJuni – August
HerbstspinatJuli – SeptemberSeptember – Dezember
WinterspinatEnde September – Anfang OktoberApril

Tipp: Dank seinem niedrigen Wuchs und der guten Bodenbedeckung ist Spinat auch als lebender Mulch geeignet. Breitwürfig ausgesät kann Sommerspinat zum Beispiel den Boden unter Tomaten (Solanum lycopersicum) beschatten.

Der ideale Standort für Spinat

Spinat steht gerne auf sonnigen bis halbschattigen Standorten. Je nach Sorte variiert allerdings der ideale Standort für das Blattgemüse. Zum Beispiel sollte Sommerspinat in lichtem Schatten stehen, während Winterspinat sonnige Lagen bevorzugt. Da Spinat empfindlich auf Verdichtungen reagiert, ist ein gelockerter Boden bis mindestens 30 cm Tiefe wichtig. Das Substrat sollte außerdem humusreich und durchlässig sein und einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 aufweisen. Ein humoses Gemüsebeet erreichen Sie beispielsweise durch eine durchdachte Humuswirtschaft und die regelmäßige Verwendung vornehmlich organischer Dünger. Unser Plantura Bio-Bodenaktivator kann vor der Aussaat in den Boden eingearbeitet werden. Er sorgt für mehr Bodenfruchtbarkeit und erhöht den Humusgehalt.

Bio-Bodenaktivator 10,5 kg (Sack)
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Will man Spinat im Gewächshaus anbauen, muss man eine gute Belüftung sicherstellen. Denn sonst besteht eine erhöhte Gefahr, dass sich die Spinatpflanzen mit Falschem Mehltau (Peronosporales) infizieren. Während vor allem im Winter und Frühjahr der Anbau von Spinat im Gewächshaus für eine früherer Ernte sorgen kann, ist im Sommer das Gewächshaus für Spinat weniger geeignet. Spinat verträgt hohe Temperaturen nur schlecht und geht dann rasch in die Blüte.

Spinat in einem Beet
Spinat wächst am besten auf humusreichen Böden [Foto: Sylvie Bouchard/ Shutterstock.com]

Standortansprüche von Spinat:

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • Lockerer, durchlässiger Boden
  • Humus- und nährstoffreiche Erde
  • Idealer pH-Wert: 6,5 – 7,5

Spinat im Hochbeet pflanzen

Große Vorteile des Anbaus von Spinat im Hochbeet sind die Erleichterung von Pflege und Ernte sowie die geringere Gefahr von Schneckenfraß. Wenn Sie Spinat im Hochbeet säen, sollten Sie besonders auf schossfeste Sorten achten, denn in Hochbeeten ist es im Vergleich zum Garten eher trocken. Sie erwärmen sich schneller und bekommen meist relativ viel Sonne. Das alles sind Faktoren, die eine frühe Blütenbildung fördern.

Spinat im Hochbeet
Spinat kann in Hochbeeten gut angebaut werden, zum Beispiel als gesunder Lückenfüller [Foto: JCA Images/ Shutterstock.com]

Das Säen von Spinat im Hochbeet bietet sich ab dem zweiten Jahr nach dem Befüllen des Hochbeets an. Da Spinat zu den Mittelzehrern zählt, kommt er gut mit dem zurecht, was die Starkzehrer nach dem ersten Anbaujahr an Nährstoffen im Boden übrig gelassen haben.

Spinat im Topf anbauen

Auch wenn Sie keine geeignete Beet-Fläche besitzen, können Sie Spinat selber anbauen. Denn das vielseitige Blattgemüse kann selbst auf kleinstem Raum zum Beispiel als Spinat auf dem Balkon angepflanzt werden. Ob der Balkon, auf dem Sie Spinat anpflanzen, dabei in der Sonne oder im Halbschatten liegt, ist weniger wichtig – nur im vollen Schatten sollte er nicht liegen. Zu beachten ist allerdings, dass das Gefäß für den Anbau von Spinat auf Balkon oder Terrasse ein Volumen von mindestens 3 l und Drainagelöcher hat, denn Staunässe im Topf kann zum Eingehen der Spinatpflanzen führen.

Spinat im Blumenkasten
Auf dem Balkon Spinat in Töpfen oder Blumenkästen anzubauen, ist gut möglich [Foto: TG23/ Shutterstock.com]

Tipp: Um im Topf gut wachsen zu können, benötigt Spinat ein gutes, angepasstes Substrat. Unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde bringt alles mit, was Ihr Spinat zum Wachsen braucht: Sie ist durchlässig, sorgt für eine gute Wasserversorgung und hat den idealen pH-Wert für Spinat von über 6,5.

Anleitung: Spinat anbauen

Da Spinat zu den schnellwachsenden Gemüsesorten zählt, kann er auch von ungeduldigen Gärten leicht angebaut werden. Außerdem eignet er sich gut als Vor- oder Nachkultur sowie als Lückenfüller.

Spinat säen

Die Aussaat von Spinat erfolgt direkt ins Freiland. Dort wird er in Reihen ausgesät, denn andernfalls hat der Spinat gegenüber Unkräutern kaum eine Chance. Außerdem können wichtige Pflegemaßnahmen wie das Hacken zwischen den Reihen viel leichter ausgeführt werden. Bevor Sie mit der Aussaat loslegen, lockern Sie den Boden etwas auf und befreien ihn von Unkräutern. Um dem Spinat die besten Voraussetzungen zum Wachsen zu bieten, bereiten Sie den Boden optimal vor. Spinat benötigt möglichst lockere, durchlässige Erde mit guter Wasserversorgung. Um das zu erreichen, können Sie zu schwere Böden mit unserer Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde oder Sand lockern. Zu leichte, sandige Substrate kann man ebenfalls mit einer hochwertigen Pflanzerde in Bio-Qualität aufwerten. Um der Pflanze von Anfang an genügend Nährstoffe zur Verfügung zu stellen, bietet sich eine Grunddüngung des Bodens vor dem Säen von Spinat an. Hierzu arbeiten Sie unseren vornehmlich organischen Plantura Bio-Tomatendünger oder Kompost in den Untergrund ein. Ist der Boden zu sauer für den Anbau von Spinat, kann der pH-Wert durch Kalken oder alternative Düngemittel angepasst werden.

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Um Spinat auszusäen, werden die Spinatsamen dann 2 bis 3 cm tief und relativ dicht mit einem Abstand von etwa 3 bis 4 cm in den Reihen in die Erde gesteckt. Zwischen den Reihen beträgt der Abstand 20 bis 30 cm. Nach der Aussaat des Spinats sollten Sie die Erde festklopfen und vorsichtig angießen. Die optimale Keimtemperatur von Spinat liegt bei 10 bis 20 °C. Dann dauert es etwa 1 bis 2 Wochen, bis man mit den ersten Keimlingen rechnen kann. Spinat keimt und wächst zwar schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen – dann dauert alles nur etwas länger. Nach etwa 3 bis 4 Wochen, wenn sich die ersten Pflanzen berühren, kann der Spinat auf einen Abstand von etwa 8 bis 12 cm vereinzelt werden.

Tipp: Man kann den Spinat auch etwas größer wachsen lassen und dann zu dicht stehende Spinatpflanzen einfach als Baby-Leaf-Spinat ernten.

Haben Sie Spinat im Frühjahr ausgesät oder die Aussaat von Spinat im Herbst durchgeführt, sollte bei Frostgefahr jedoch eine Abdeckung mit Vlies erfolgen. Bei der Aussaat von Spinat im August oder in anderen Sommermonaten ist es hingegen wichtig, darauf zu achten, dass der Boden während dem Keimungsprozess nicht austrocknet. Deshalb sollte man ihn mindestens einmal pro Tag leicht wässern. Schon nach 6 bis 8 Wochen kann der Spinat geerntet werden.

Spinat-Samen auf Erde
Spinat sollte mit einem Reihenabstand von 20 – 30 cm gesät werden [Foto: Indre Pau/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenn Sie kontinuierlich frischen Spinat in Ihrem Garten ernten wollen, lohnt es sich, den Spinat in regelmäßigen Abständen neu zu säen.

Auf einen Blick: Spinat säen

  • Bodenvorbereitung: Humosen, lockeren Boden fördern
  • Zu schwere, lehmige Böden mit Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde oder Sand auflockern
  • Boden mit Nährstoffen anreichern
  • Gegebenenfalls pH-Wert anheben durch Kalken oder eine Düngung
  • Reihenabstand: 20 – 30 cm
  • Saatabstand: 3 – 4 cm
  • Saattiefe: 2 – 3 cm
  • Ideale Keimtemperatur: 10 – 20 °C
  • Bei Frostgefahr mit Vlies abdecken
  • Nach 3 – 4 Wochen vereinzeln auf 8 – 12 cm
  • Ernte nach 6 – 8 Wochen
Junge Spinatpflanzen
Zu dicht gesäter Spinat sollte nach dem Auflaufen auf 8 bis 12 cm vereinzelt werden [Foto: Marinka Buronka/ Shutterstock.com]

Spinat auspflanzen

Nach der Anzucht von Spinat oder dem Kauf von vorgezogenen Spinatpflanzen können die Spinatsetzlinge ganz einfach ausgepflanzt werden. Wann der beste Zeitpunkt dafür ist, hängt wie oben beschrieben von der Sorte ab. Grundsätzlich können Spinatpflanzen aber von Anfang März bis Oktober gesetzt werden. Wichtig ist ebenfalls, den Boden gut vorzubereiten und ungefähr 10 cm Pflanzabstand zwischen den Spinatpflanzen in der Reihe und mindestens 20 cm zwischen den Reihen einzuhalten. Nachdem Sie die Spinatpflanzen gesetzt haben, sollten sie gut angegossen werden.

Gute Nachbarn für Spinat in der Mischkultur

In der Mischkultur ist Spinat ein guter Nachbar für viele Gewächse, denn Spinatwurzeln geben Saponine an den Boden ab, die benachbarte Pflanzen zum Wachstum anregen.

Gute Nachbarn für Spinat: Erdbeeren (Fragaria), Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes), Lauch (Allium porrum) oder Tomaten (Solanum lycopersicum).

Nur nach Pflanzen aus derselben Familie wie zum Beispiel Roter Bete (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva) und Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) sollte Spinat nicht angebaut werden.

Spinat und Kohlrabi
Spinat ist ein guter Nachbar für Kohlrabi und viele andere Pflanzen [Foto: Nura M/ Shutterstock.com]

Ist Ihnen das mehrmalige Aussäen von Spinat und das Beachten der richtigen Sorte für die jeweilige Jahreszeit zu anstrengend, versuchen Sie es doch einmal mit dem Anbau des Guten Heinrichs (Chenopodium bonus-henricus). Die auch als Wilder Spinat bezeichnete Pflanze schmeckt ähnlich wie Spinat, ist allerdings mehrjährig, sodass man über einen langen Zeitraum Freude an ihr hat.

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