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Aloe Vera: 10 Tipps zum Anbau der exotischen Heilpflanze

Kaum eine Pflanze hat in letzter Zeit so an Popularität gewonnen wie die Aloe Vera – kein Wunder, schließlich eignet sie sich wunderbar als Zimmerpflanze.

Aloe Vera im Topf im Garten
Die Aloe Vera ist wunderbar als Zimmerpflanze geeignet, kann aber auch im Garten angebaut werden [Foto: Nevada31/ Shutterstock.com]

Die Aloe Vera (Aloe vera), auch unter dem Namen „Echte Aloe“ bekannt, stammt ursprünglich von der arabischen Halbinsel, erfreut sich aber heute auch in Deutschland großer Beliebtheit. Kein Wunder, schließlich ist die Pflanze bereits seit der Antike für ihre heilende Wirkung bekannt, die besonders bei Hautleiden Abhilfe schafft. Doch auch ihr eigentümliches Aussehen und ihre robuste Art sorgen dafür, dass die Aloe gerne als Zimmerpflanze gehalten wird.

10 Tipps zum Anbau der Aloe Vera

Damit auch Sie sich bald über die hilfsbereite Pflanze als Mitbewohnerin freuen können, verraten wir Ihnen zehn Tricks, mit denen der Anbau der Aloe Vera garantiert gelingt.

1. Der passende Standort für die Aloe Vera

Aufgrund ihrer ursprünglichen Heimat ist die Aloe Vera eine wahre Sonnenanbeterin, die einen warmen, vollsonnigen Standort liebt. Im Garten ist die Pflanze daher kaum zu kultivieren – Temperaturen unter 5 °C sind für sie ein Graus. Als Zimmerpflanze eignet sich die Aloe Vera dagegen umso besser, wenn man ihr den passenden Standort bieten kann. Aufgrund ihres hohen Bedarfs an Sonnenlicht eignet sich ein Platz am Südfenster oder in einem Wintergarten perfekt für den Anbau der Zimmerpflanze. Ab dem Frühling kann die Pflanze auch einen Platz im Freien beziehen, solange gewährleistet ist, dass es keine Spätfröste mehr gibt. Man sollte die Pflanze aber langsam an ihren neuen Standort gewöhnen – wird sie direkt von ihrem Winterquartier in die pralle Sonne gestellt, kann es zu einem Sonnenbrand auf den Blättern kommen.

Aloe Vera im Topf am Fenster
Ein heller Platz am Fenster ist für die Aloe Vera perfekt [Foto: New Africa/ Shutterstock.com]

2. Die passende Erde

Nicht nur an ihren Standort, sondern auch an ihren Boden stellt die Aloe Vera besondere Ansprüche: Mineralisch und nährstoffreich, jedoch humusarmsollte die Erde für den Anbau der Pflanze sein. Besonders wichtig ist jedoch eine gute Durchlässigkeit des Bodens – sandhaltige, gut strukturierte Erden bieten genug Wasserdurchlässigkeit, um Staunässe und damit verbundene Erkrankungen der Aloe Vera zu vermeiden. Am besten eignet sich daher Kakteen- oder Sukkulentenerde als Substrat, da diese die Bedingungen der Aloe sehr gut erfüllt. Aber auch normale Blumenerde können Sie zum Anbau der Zimmerpflanze nutzen, wenn Sie zusätzlich Drainagematerial wie Blähton oder Sand in die Erde mischen.

Aloe Vera im Topf mit Erde
Die Aloe hat spezifische Ansprüche an ihren Boden [Foto: Onanong Thongnoum/ Shutterstock.com]

3. Aloe Vera sparsam gießen

Bei der Aloe Vera heißt es oft „Weniger ist mehr“ – insbesondere beim Gießen ist dies der Fall: Als sukkulente Pflanze kommt die Aloe Vera zwar mit Trockenheit sehr gut zurecht, kann jedoch keine Staunässe vertragen. Im schlimmsten Fall führt diese zur Wurzelfäule und die Pflanze geht ein. Um dies zu vermeiden, sollte man die Pflanze nur dann gießen, wenn sich die Erde beim Anfassen trocken anfühlt. Außerdem ist eine gute Drainage von entscheidender Bedeutung: So sollte die Pflanze idealerweise auf einem Untersetzer stehen, in welchem sich überschüssiges Wasser sammeln kann.

Aloen in Töpfen mit Gießkanne gegossen
Aloen brauchen nur wenig Wasser [Foto: sundaemorning/ Shutterstock.com]

4. Aloe Vera richtig düngen

Ähnlich wie beim Wässern sollte man auch bei der Düngung eher zurückhaltend vorgehen. Zwar braucht die Aloe Vera wie jede andere Pflanze Nährstoffe, allerdings in einem sehr geringen Umfang. So kann alleine das Substrat die Pflanze meist schon über mehrere Wochen mit ausreichend Nährstoffen versorgen. In der Wachstumszeit kann man der Pflanze zusätzlich alle drei bis fünf Wochen etwas Dünger hinzugeben. Bewährt haben sich hier vor allem flüssige Kakteen- und Sukkulentendünger, da diese besonders gut aufgenommen werden. Doch auch ein Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Universaldünger ist für die Pflanze eine sehr gute Wahl. Besonders wenn der Pflanzensaft der Aloe Vera später als Hautpflege verwendet werden soll, sind vornehmlich organische Dünger ohne chemische Zusätze als Nährstoffquelle zu empfehlen. Während der Ruhephase im Winter braucht die Pflanze dagegen keinen zusätzlichen Dünger.

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5. Aloe Vera vermehren

Wenn man an das Wort „Vermehrung“ denkt, stellt man sich häufig einen unglaublich komplizierten Prozess vor – tatsächlich ist die Vermehrung der Aloe Vera aber kinderleicht. Die Pflanze bildet sogenannte Kindel, also Ableger, die zwar an der Mutterpflanze befestigt sind, aber bereits eigene Wurzeln haben. Um diese zu gewinnen, muss die alte Aloe Vera aus dem Topf gehoben und von der Erde befreit werden. Die Kindel können Sie dann in der Regel ganz einfach mit den Fingern von der Mutterpflanze abtrennen, allerdings sollten sie bereits mindestens fünf Zentimeter hoch sein, damit das Anzüchten der neuen Pflanze gelingt. Sind die Kindel erst einmal gewonnen, werden sie in einen eigenen Topf gesetzt und angegossen, sodass sie sich schon bald zu einer großen Aloe-Vera-Pflanze entwickeln.

Aloe Vera mit Ableger vermehrt
Die Kindel genannten Ableger der Aloe Vera sitzen direkt neben der Mutterpflanze [Foto: Aurelia Stork/ Shutterstock.com]

6. Aloe Vera umtopfen

Wie jede andere Topfpflanze muss auch die Aloe Vera regelmäßig umziehen, damit ihr Zuhause nicht zu klein wird. Je nach Alter der Pflanze und dem Substrat, in dem sie gehalten wurde, muss etwa alle zwei bis fünf Jahre umgetopft werden. Gute Indizien dafür, dass ein Topfwechsel nötig wird, ist ein vermindertes Wachstum der Pflanze oder wenn die Kindel den Rand des Topfes erreichen. Falls Letzteres der Fall ist, bietet es sich an, das Umtopfen im selben Zug wie die Vermehrung durchzuführen. Zuerst wird die alte Aloe Vera aus dem Topf genommen, ihr Wurzelballen gelockert und grob von Erde sowie abgestorbenen Blättern befreit. Danach kann sie in den neuen, größeren Topf gesetzt werden. Dabei sollte die Aloe Vera etwa so tief wie vorher in die Erde eingelassen werden. Ist der untere Teil bereits verholzt, kann sie auch etwas tiefer gesetzt werden. Besonders bei großen Pflanzen empfiehlt es sich, die Aloe zusätzlich mit zwei Holzstäben abzustützen, bis sie sich neu in der Erde verankert hat – ansonsten kann die schwere Pflanze schnell umkippen.

Aloe Vera in großen Topf umgetopft
Die Aloe Vera sollte regelmäßig umgetopft werden [Foto: Samuel V.Rocheleau/ Shutterstock.com]

7. Aloe Vera hell überwintern

Auch wenn die Aloe Vera keine Kälte mag, muss sie doch überwintern, um ihre Vitalität zu erhalten. Dies geschieht am besten in einem Raum mit gleichbleibender Temperatur – vorzugweise über 5 °C und unter 15 °C – und viel Sonnenlicht. Ideal sind auch hier ein Wintergarten oder ein Südfenster in einem nicht zu stark beheizten Raum. Während der Winterpause müssen Sie die Pflanze nur alle sechs Wochen mit Wasser versorgen und überhaupt nicht düngen. Sobald die ersten Blütetriebe erscheinen, darf die Pflanze wieder an ihren ursprünglichen Platz ziehen.

Aloe Vera im Topf am Fenster
Die Aloe Vera muss hell und warm überwintern [Foto: New Africa/ Shutterstock.com]

8. Probleme der Aloe Vera frühzeitig erkennen

Auch wenn die Aloe Vera eine sehr robuste Pflanze ist, kann auch sie bei falscher Pflege eingehen. Glücklicherweise lassen sich beinahe alle Probleme in der Pflege frühzeitig erkennen, wenn man sich die Pflanze genau anschaut. So können flach liegende Blätter, die nicht wie normal nach oben wachsen, auf einen unzureichend hellen Standort hinweisen. Braune oder gar gänzlich verbrannte Blätter zeigen dagegen an, dass die Pflanze zu sehr der Sonne ausgesetzt ist. Ein geringes Wachstum kann auf einen zu kleinen Topf oder zu wenig Dünger hindeuten. Bekommt die Pflanze zu viel Dünger, werden ihre Blätter weich und mastig und sie verweigert die Blüte. Bei einem Wassermangel werden hingegen die Blätter dünn und beginnen, sich zu wellen oder zu kringeln. Nur die gefährliche Wurzelfäule, die bei Staunässe auftritt, ist schwer zu erkennen. Krankheiten und Schädlinge treten bei der robusten Aloe dagegen so gut wie nie auf – nur Woll- und Schmierläuse können die Pflanze während ihrer Winterruhe belästigen.

Aloe Vera in braunem Topf
Im Regelfall ist die Aloe sehr robust [Foto: JIB Liverpool/ Shutterstock.com]

9. Aloe Vera ernten

Wer die Aloe Vera nicht nur als Mitbewohnerin, sondern auch als Heilpflanze kultivieren möchte, sollte die Blätter der Pflanze ernten. Die medizinische Wirkung der Pflanze ist nämlich im gelartigen Pflanzensaft im Inneren der sukkulenten Blätter verborgen. Am besten eignen sich für die Ernte zwei- bis dreijährige Pflanzen, bei denen die Blätter am Stängelabsatz mit einem sauberen Messer abgetrennt werden. Allerdings sollte man stets genug Blätter an der Pflanze lassen, damit diese sich erholen kann. Außerdem können die Schnittstellen eine unschöne braune Farbe annehmen – am besten verwenden Sie deshalb unten liegende Blätter, um die Optik der Pflanze zu bewahren. Aus Schnittwunden der Blätter läuft der schwach giftige Saft der Pflanze, weshalb Sie die Blätter möglichst aufrecht zum „Ausbluten“ in einen Behälter stellen sollten. Danach kann man die Blätter der Länge nach halbieren und das Aloe-Vera-Gel mit einem Löffel entfernen.

Aloe Vera Blatt mit Messer geschnitten
Die Heilkraft der Pflanze liegt im geleeartigen Inneren [Foto: Pixel-Shot/ Shutterstock.com]

10. Heilwirkung der Aloe Vera nutzen

Bereits seit der Antike ist die Aloe Vera als Heilpflanze bekannt und bis heute profitieren wir von dem medizinischen Nutzen der exotischen Pflanze. Auch als Hausmittel ist die Aloe überaus beliebt, denn sie hilft bei allerlei Leiden und besonders bei Hautproblemen. Dafür wird der geleeartige Pflanzensaft einfach auf die betroffene Hautstelle aufgetragen und verrieben. Die reinigende und feuchtigkeitsspendende Wirkung der Pflanze ist besonders bei Sonnenbrand und Akne sowie Neurodermitis bekannt, doch auch bei Schuppenbildung und Haarausfall soll die Pflanze helfen. Zusätzlich gilt die Aloe Vera als Hilfe bei der Heilung von Wunden und kann bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden. Diese Anwendung der Aloe ist allerdings mit Vorsicht zu genießen – der Saft der Aloe Vera, welcher oftmals als Mittel gegen Verstopfungen empfohlen wird, enthält den Stoff Aloin, der bei Überdosierung zu Durchfällen, Reizungen des Magen-Darm-Traktes sowie Störungen des Elektrolythaushaltes führen kann, weshalb sie niemals ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden sollte. Wenn man Aloe-Gel innerlich anwenden möchte, muss man vor dem Eigengebrauch sorgfältig denn aloinhaltigen Saft abwaschen.  Sicherer sind hier im Handel erworbene Aloe Produkte: Bei diesen wurden die giftigen Inhaltsstoffe entfernt.

Aloe Vera in Stücken mit Gel
Der geleeartige Pflanzensaft der Aloe Vera hilft vor allem bei Hautproblemen [Foto: Songdech Kothmongkol/ Shutterstock.com]

11. Aloe Vera-Gel haltbar machen

Wenn man seine Aloe Vera geerntet hat, muss man sich bald die Frage stellen, wie man das Gel am besten haltbar macht. Denn tatsächlich sollte unbehandeltes Gel nur maximal 2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, bevor es verbraucht wird. Die einfachste und effektivste Möglichkeit ist das Einfrieren: Dafür wird das Aloe-Gel einfach in eine Eiswürfelform gegeben und in der Tiefkühltruhe tiefgefroren – so kann man jederzeit auf das Gel in handlichen Portionen zurückgreifen. Alternativ kann man das Gel auch mit natürlichen Konservierungsmitteln, beispielsweise Vitamin C, versetzen: Da dieses stark antioxidativ wirkt, kann ein Gramm Vitamin-C-Pulver pro 100 Gramm Aloe-Gel die Haltbarkeit auf 4 bis 6 Wochen verlängern.

Aloe Vera Gel in Eiswürfelform gegossen
Um das Gel der Aloe Vera haltbar zu machen, kann es einfach eingefroren werden [Foto: Alena A/ Shutterstock.com]
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