Samenbomben selber machen: Anleitung für Seedbombs

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

DIY-Samenbomben lassen sich aus nur 3 Zutaten herstellen und sind schnell gemacht. Ähnlich einfach ist auch das Einpflanzen der Seedballs.

Mehrere Samenbomben
Samenkugeln selber zu machen ist nicht schwierig und benötigt weder viel Zeit und noch Material

Sind Sie auf der Suche nach einem kleinen, nachhaltigen Geschenk? Mit selber gemachten Saatbomben machen Sie nicht nur den Beschenkten eine Freude, Sie gestalten auch die Umwelt ein bisschen bunter und schaffen mit den richtigen Samen ein Nahrungsangebot für Insekten. Das Vorgehen beim Selbermachen von Samenbomben inklusive einer Pflanzanleitung für die fertigen Seedbombs wird in diesem Artikel beschrieben.

Wie funktionieren Samenbomben?

Bei Samenbomben handelt es sich um kleine, getrocknete Bällchen aus Pflanzerde, Saatgut und Tonmehl. Die Samenbomben werden gut getrocknet, sodass das Saatgut zunächst nicht zum Keimen angeregt wird. Man kann die gesamte Saatbombe einfach an ihren Zielort werfen, rollen oder legen. Der nächste Regen weicht den Ball auf und befeuchtet das Saatgut, das dann zu keimen beginnt.

Bekannt wurden Seedbombs, die man auf Deutsch Samenbomben nennt, vor allem durch immer mehr Leute, die diese kleinen Kugeln warfen, um gegen Betonwüsten, Luftverschmutzung und die Bebauung städtischer Grünflächen zu protestieren. Bis heute werden die Samenbälle zu genau diesem Zweck genutzt: Um bunte Inseln in tristen Innenstädten zu schaffen, seine Nachbarschaft zu verschönern oder um mithilfe der Samenbomben bienenfreundlichere Orte zu schaffen. Samenbomben eignen sich darüber hinaus ideal für die Bepflanzung von Balkonkübeln, eine schnelle Veränderung im Garten oder einfach nur, um ein paar Kräuter in seiner Küche zu ziehen.

Nützlingsfreundliches Saatgut
Samenbomben mit Blühpflanzen können einen Teil zu einer insektenfreundlicheren Umwelt beitragen

Anleitung: Samenbomben selber machen

Samenbomben kann man gut gemeinsam mit Kindern herstellen, da es so einfach ist und auch ein bisschen Matschen beinhaltet.

Um Seedbombs selber zu machen, benötigen Sie lediglich Tonerde oder Tonmehl, Blumenerde, Saatgut und einen warmen Ort zum Trocknen – nämlich eine sonnige, warme Fensterbank oder einen Ofen. Denn wenn das Trocknen zu langsam geschieht, kann es passieren, dass die Samen schon beginnen zu keimen und somit alle Arbeit umsonst gewesen wäre.

Besonders wenn Sie Ihre Samenbomben verschenken oder im öffentlichen Bereich platzieren möchten, verwenden Sie besser nicht die Samen giftiger Pflanzen – immerhin können Sie die späteren Bewunderer der Ansaat nicht vor diesen warnen. Ansonsten stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen. Geeignete Blumensamen für Samenbomben sind beispielsweise Margeriten (Leucanthemum), Mohn (Papaver spec.), Kornraden (Agrostemma githago), kleine Sonnenblumen (Helianthus annuus), Ringelblumen (Calendula officinalis) oder Kornblumen (Centaurea cyanus). Wer nicht alle Samen einzeln kaufen will, kann einfach auf unseren Plantura Nützlingsmagnet zurückgreifen. Die Saatgutmischung wurde mit Bienen-Experten entwickelt und enthält über 20 ein- und mehrjährige Arten, die Bienen, Schmetterlingen, Vögeln und Co. ein reichhaltiges Nahrungsangebot bieten.

Plantura Nützlingsmagnet
Plantura Nützlingsmagnet

Ein- & mehrjährige Arten für Nützlinge
wie Vögel, Bienen & Co, pflegeleichter
Blütentraum in Beet, Topf & Balkonkasten

Materialliste für circa 12 bis 15 Samenbomben:

  • 3 TL Saatgut: Von Wildblumen, Kräutern, Gräsern oder Ähnlichem; diese Menge reicht aus, auch wenn es zunächst nach wenig aussieht; sonst keimen auf kleinem Raum zu viele Samen, die sich nur gegenseitig behindern würden.
  • 250 g gute Blumenerde: Eine torffreie Bio-Erde wie unsere Plantura Bio-Blumenerde schont dabei auch die Umwelt; sie besteht komplett aus natürlichen Rohstoffen und wird in Deutschland hergestellt.
  • 150 g Tonerde oder Tonmehl: Dafür eignen sich zum Beispiel braune, rote oder ockerfarbene Tonerden aus dem Baustoffhandel und Tonmehl aus dem Landhandel oder Gartenmarkt.
  • Je nach Art der Erden circa 50 g Wasser.
  • Ein Behälter zum Anrühren der Zutaten und eine Unterlage zum Trocknen der Seedbombs.

Tipp: Wenn Sie Samenbomben ohne gekauften Ton selber machen wollen, können Sie einfach hinaus in die Natur gehen und nach einer sehr tonigen Erde suchen. Auch diese kann man als Kitt verwenden.

Anleitung für Samenbomben:

  1. Erde mit den Händen zerkleinern und größere Brocken zerbrechen.
  2. Ton und Samen hinzufügen und alles gut vermischen.
  3. Langsam Wasser hinzugeben, bis eine zähe Masse entsteht, die sich gut formen lässt. Geben Sie so wenig Flüssigkeit wie möglich dazu, dann trocknen die Bomben später schneller. Ist Ihnen der Teig versehentlich zu wässrig geworden, einfach nachträglich trockene Bestandteile dazugeben, bis er die entsprechende Konsistenz hat.
  4. Nun beginnt das eigentliche „Rollen“ der Seedbombs. Je nach gewünschter Größe die entsprechende Menge Teig abbrechen und ohne besonderen Kraftaufwand zwischen den Handflächen hin und her rollen, bis eine glatte, runde Kugel entsteht.
    Wichtig: Machen Sie die Seedbombs nicht größer als Walnüsse, sonst könnten die Samen keimen, bevor die Kugel durchgetrocknet ist.
  5. Dann müssen die Bälle 1 – 2 Tage trocknen. Beispielsweise kann man die Samenbomben in Eierkartons oder auf eine alte Zeitung legen und in die Sonne oder auf eine Heizung stellen. Im Ofen bei Umluft können Samenbomben ebenfalls getrocknet werden – achten Sie aber darauf, dass die Temperatur 35 °C nicht übersteigt, denn das würde die Keimfähigkeit vieler Samen beeinträchtigen.
  6. Die fertigen, selbstgemachten Seedballs können zum Beispiel in einem kleinen Jutebeutel verpackt und mit einer schönen Schleife zugebunden verschenkt werden. Nach dem Trocknen sind die Samenbomben rund 2 Jahre einsatzbereit, wenn sie kühl und trocken gelagert werden.
Hochwertiges Saatgut und hochwertige Blumenerde
Wenn man Saatkugeln selber macht sollte man Wert auf eine hochwertige Blühmischung legen

Samenbomben werfen und einpflanzen: So klappt’s

Wenn man Samenbomben geschenkt bekommen hat oder selbstgemachte Kugeln fertig getrocknet sind, stellt sich natürlich die Frage: Wie pflanze ich die Saatkugeln ein?

Zunächst sollte man einen geeigneten Ort zum Pflanzen der Saatbomben aussuchen. Das Saatgut unseres Plantura Nützlingsmagneten eignet sich sowohl für Töpfe, Blumenkästen, Hochbeete als auch den Garten oder die freie Natur.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Saatgut keimt, ist höher, wenn man die Samenkugeln auf offenem Boden, der etwas Sonne abbekommt, ablegt. Im Rasen, direkt unter Bäumen und Hecken oder an trockenen Standorten funktioniert das Pflanzen von Samenbomben meist nicht so gut, da hier die Wachstumsbedingungen für viele Pflanzen nicht optimal sind. Mit den richtigen Pflanzensamen lässt sich allerdings bei uns fast jedes Fleckchen Erde begrünen.

Hat man einen geeigneten Ort gefunden, sollte man noch den richtigen Zeitpunkt abwarten. Am besten ist es natürlich, Samenbomben im Frühjahr zu werfen. Dann haben die Pflanzen die volle Vegetationsperiode, um zu wachsen. Geschickt ist es außerdem, wenn in den folgenden Tagen Regen angesagt ist.

Samenbombe
DIY-Seedbombs wirft man am besten im Frühjahr vor einem Regen

Tipp: Der optimale Zeitraum zum Pflanzen von Seedballs, die etwas Saatgut von unserem Plantura Nützlingsmagnet enthalten, ist von April bis Juni. Aber selbst später im Jahr kann man die Samenbomben noch werfen. Dann kommen allerdings einige Arten vielleicht nicht mehr zur Blüte.

Um den Keimlingen gut über die ersten, kritischen Wochen zu helfen, sollte man in der Zeit nach dem Pflanzen der Samenbomben immer wieder mit der Gießkanne vorbeischauen – jedenfalls, wenn es nicht regnet.

Samenbomben im Topf pflanzen: Natürlich kann man Samenbomben auch im Topf pflanzen. Füllen Sie dafür ein Gefäß mit mindestens 20 cm Durchmesser mit einer guten Blumenerde. Legen Sie die Samenkugel darauf und gießen Sie alles gut an. In der nächsten Zeit sollte die Erde auf keinen Fall austrocknen.

Wer auf der Suche nach weiteren Ideen für DIY-Projekte ist, kann in unserem Artikel zum Herstellen von Makramee-Blumenampeln weiterlesen.

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