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Maniok: Die Kartoffel der Tropen

Die Wurzelknolle ist in vielen tropischen Ländern ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Plantura gibt einen spannenden Einblick in die Welt des Manioks.

Maniok Ernte in Korb

Eine reiche Ernte – Man kann gut die Milchröhren erkennen [Foto: Thamizhpparithi MaariCC BY-SA 2.0]

Die Maniokpflanze – auch unter den Namen Mandioka, Cassava oder Yuca bekannt – wird heutzutage im feuchten Tropengürtel rund um den Globus angebaut – in Lateinamerika, Asien und Afrika. Absolute Spitzenreiter im Maniok-Anbau sind die Bauern Nigerias. Dabei stammt Maniok eigentlich aus den tropischen Regionen Südamerikas und fand ihren Weg als Kulturpflanze schließlich auch auf andere Kontinente. Kultiviert wird die Pflanze nunmehr seit ungefähr 4.000 Jahren.

Wissenswertes über Maniok

Der zu den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae) gehörende Maniok ist ein mehrjähriger, zwei bis fünf Meter hoher Strauch. Wie andere Wolfsmilchgewächse ist Maniok von Milchröhren durchzogen. Diese geben bei Verletzung einen weißlichen Saft ab. Seine silbergrauen bis braunen Äste sind spiralförmig angeordnet. Unterirdisch bildet Maniok zunächst eine Art Pfahlwurzel aus, deren faserige Seitenwurzeln sich verdicken und große, spindelförmige Wurzelknollen formen. Geerntet werden genau diese an Stärke reichen Wurzelknollen. Diese werden 30 bis 100 Zentimeter lang, 5 bis 10 Zentimeter dick und erreichen ein Gewicht von bis zu 15 Kilogramm. Die eher unscheinbar wirkenden Wurzelknollen sind außen hölzern und dunkelbraun, innen hell bis rötlich.

Yuca Ernte Maniok Wurzeln mit Strauch

Die kräftigen Wurzelknollen können bis zu 15 kg wiegen [Foto: ÐJosŽ Pablo Prozco Mar’nCC BY-ND 2.0]

Was bei uns die Kartoffel ist, ist in den Tropen der Maniok. Als eines der wichtigsten und ältesten Grundnahrungsmittel ernährt Maniok weltweit bis zu 500 Millionen Menschen. Manche Sorten schmecken dabei süßlich, andere eher bitter. Grund hierfür ist die in allen Manioksorten enthaltene, äußerst giftige Blausäure, die jedoch durch Kochen oder Trocknen neutralisiert werden kann. Je nach Blausäuregehalt werden die Knollen in süße und bittere Sorten unterteilt. Daneben kann die Wurzelknolle aber zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe vorweisen. Dazu zählen Eisen, Calcium, Phosphor, Kalium und Vitamin C. Außerdem zeichnet sich die Maniok-Knolle durch einen sehr hohen Stärkegehalt aus und ist ein guter Lieferant für Kohlenhydrate.

Dabei hat Maniok den großen Vorteil, dass er ganzjährig geerntet und exportiert werden kann und dabei nicht nur sehr hohe Erträge bei geringem Aufwand einbringt, sondern dass die Knollen auch zwei bis drei Jahre im Boden verbleiben können, ohne zu verderben. Wenn die Knolle allerdings geerntet wird, muss sie schnell verarbeitet werden. Die geernteten Wurzeln werden nämlich bereits nach 48 bis 72 Stunden schlecht. Für den Export kommt daher neben Kühlen vor allem das Überziehen mit Wachs als Konservierungsmethode zum Einsatz.

Trotzen gegen den Klimawandel

Die Maniokpflanze ist erfreulicherweise anspruchslos und wächst auch auf kargen und sauren Böden sowie unter relativ trockenen klimatischen Bedingungen. Sie hält dabei Hitze und Trockenheit aus und benötigt wenig oder keinen Dünger, um zu wachsen. Darüber hinaus bereichert Maniok die Böden mit wertvollen Nährstoffen. Besonders in Bezug auf die Folgen des Klimawandels ist das wertvoll. Denn viele Bauern beispielsweise in Afrika müssen aufgrund von Dürren, nährstoffarmen Böden und unregelmäßigen Regenzeiten oft mit schlechten Ernten leben. Während viele Nutzpflanzen diesen klimatischen Schwankungen nicht gewachsen sind, trotzt die Wunderknolle Maniok den Extremen bisher sehr gut.

Verwendung von Maniok

Maniok oder Yucca ist bei uns zwar noch eine kulinarische Seltenheit. In vielen Teilen der Welt ist die Wurzelknolle allerdings ein fester Bestandteil des Speiseplans. Die Zubereitungsarten und die Zahl von Maniokprodukten variiert dabei von Kontinent zu Kontinent und von Land zu Land. In Südamerika werden die Knollen zum Beispiel geschält, zerrieben und eingeweicht. Nach einigen Tagen wird die Masse ausgepresst und im Ofen geröstet. Was in der Presse zurückbleibt, liefert das Maniokmehl, auch Farinha genannt. Dieses dient zur Herstellung von Fladenbrot, Saucen, Suppen und sogar alkoholischen Getränken. Geröstet und in Butter gebraten wird aus Farinha eine ideale Beilage zu Fleisch namens Farofa. Maniokmehl kann überdies ähnlich wie Weizenmehl verwendet werden und dient bei Getreideallergien als Nahrungsersatz. Als Nebenprodukt bei der Herstellung von Maniokmehl fällt Stärke an, die geröstet auch als Tapioka bezeichnet wird. Zerkleinert ergibt dieser zudem ein beliebtes Futter für Tiere.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass Maniokknollen bei uns noch nicht gefragter sind. Zwar liegt das Gemüse mancherorts in den Gemüseregalen, doch fast nur kulinarische Kenner kaufen es. Am besten schmeckt sie natürlich immer auf traditionelle Art zubereitet vor Ort. Bei der nächsten Reise nach Südamerika, Asien oder Afrika sollten Sie daher auf jeden Fall die Augen nach Maniok offenhalten.

 

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