logo

Katze & Vogel: Vögel im Garten vor Katzen schützen

Eine Katze fängt einen Vogel: Leider ein häufiges Bild in unseren Gärten. Doch welche Möglichkeiten gibt es, Vögel vor Katzen im Garten zu schützen? Kann man Katzen das Vögelfangen abgewöhnen? Und was tun mit Vögeln, die vor Katzen gerettet wurden?

von Katze gefangener Vogel
Katzen und Vögel sind keine Freunde [Foto: Losonsky/ Shutterstock.com]

Freilaufende Hauskatzen sind bei Vogelfreunden oft nicht gerne gesehen. Obwohl die beliebten Schmusetiger nicht unbedingt gefährlicher sind als jedes andere Raubtier, stellen sie durch ihre große Zahl in heimischen Gärten ein echtes Problem dar. Etwa 13 Millionen Katzen leben in Deutschland, von denen etwa 8 Millionen Freigänger sind und jedes Jahr eine beträchtliche Anzahl an Singvögeln erbeuten. Wir möchten Hauskatzen aber natürlich nicht verteufeln, denn viele Katzenliebhaber sind gleichzeitig auch Vogelfreunde und wünschen sich, sowohl ihre Gartenvögel zu schützen als auch ihren Hauskatzen genügend Auslauf zu bieten. Zu diesem Zweck haben wir einige Tipps für einen katzensicheren Garten zusammengestellt und erklären außerdem, wie man Katzen das Vögelfangen ein Stück weit abgewöhnen kann und was mit einem vor Katzen geretteten Vogel zu tun ist.

Vogelhaus und Co. vor Katzen schützen

Egal ob es die eigene oder Nachbars Katze ist – wenn ein kleiner Räuber regelmäßig im Garten herumschleicht, bedeutet das viel Stress und Unsicherheit für unsere heimischen Gartenvögel. Das gilt besonders für die Brutzeit, da Jungvögel besonders leichte Beute sind und Vogeleltern durch Räuber bei der Brutpflege gestört werden, weil sie Umwege zum Nest fliegen müssen und die Nahrungssuche erschwert wird.

Katze auf Nistkasten
Gerade in der Brutzeit sind Katzen ein Problem [Foto: HildeAnna/ Shutterstock.com]

Mit den folgenden Tipps können Sie Wildvögeln das Leben in einer katzenreichen Umgebung erleichtern:

  • Sichern Sie Futterstellen und Nistkästen: Bringen Sie kein Futter am Boden aus und bieten Sie es stattdessen in hängenden Futterhäuschen oder auf hochgelegenen Futterstellen an, die für Katzen nicht erreichbar sind. Gleiches gilt für Nistkästen; diese sind zum Beispiel an einer glatten Fassade in mindestens 2 m Höhe gut aufgehoben.
  • Kontern Sie mit Duftstoffen: Katzen lassen sich auch durch unangenehme Gerüche aus dem Garten oder von bestimmten Stellen fernhalten. Dafür gibt es sowohl spezielle Streupulver als auch hilfreiche Pflanzen, wie zum Beispiel die sogenannte ‘Verpiss-dich-Pflanze’ (Plectranthus caninus), die Katzen auf mehrere Meter fernhalten soll, für uns jedoch geruchlos erscheint.
  • Bieten Sie Unterschlupf: In dichten oder gar dornenbewehrten Büschen finden Vögel schnellen Schutz vor Räubern und freibrütende Arten sogar sichere Nistmöglichkeiten.
  • Sichern Sie Ihre Bäume: Um Katzen davon abzuhalten, auf Bäumen herumzuklettern, gibt es spezielle Drahtgürtel, die Sie am Stamm befestigen können. Alternativ können Sie auch hier dornige Büsche pflanzen oder zum Beispiel Brombeerranken um die Bäume wickeln.
  • Besitzer von Freigängerkatzen sollten außerdem darauf achten, dass ihre Katzen kastriert und markiert sind, um eine unkontrollierte Vermehrung und Auswilderung zu vermeiden. Außerdem könnte man nach Möglichkeit zumindest während der Brutzeit von März bis Juni den Freigang etwas einschränken oder besser beaufsichtigen.
Pflanze mit Dornen
Dornen sind eine sichere Katzenbarriere [Foto: Aashish M Choudhary/ Shutterstock.com]

Kann man Katzen das Vögelfangen abgewöhnen?

Der Jagdtrieb von Katzen ist ein Urinstinkt, der sich so leicht nicht abtrainieren lässt. Obwohl Hauskatzen nicht auf Wildtiere als Nahrung angewiesen sind, befriedigt die Jagd ihren Bewegungsanspruch und ihren Spieltrieb, was für das psychische Wohlbefinden der Raubkatzen überaus wichtig ist. Wer versucht, Katzen aktiv von der Jagd abzuhalten, tut ihnen auf Dauer also nichts Gutes. Stattdessen kann man jedoch versuchen, den Spieltrieb anderweitig zu befriedigen, indem man selbst mit ihnen spielt und sie beschäftigt. Dadurch kann der Jagdtrieb gesenkt werden.

Katze bringt lebenden Vogel: Was tun?

Wenn Sie es schaffen, einen Wildvogel aus den Klauen einer Hauskatze zu retten, sollten Sie sich zunächst ein Bild von seinem Zustand machen. Fliegt der Vogel nicht gleich davon und wirkt apathisch, hat aber keine äußeren Verletzungen, sollten Sie ihn in einem Karton mit Luftlöchern an einen dunklen, ruhigen Ort bringen. Oft sind die Vögel dann in Schock und brauchen Ruhe, um sich zu erholen. Wenn das Tier anfängt, sich zu regen, und versucht, davon zu fliegen, können Sie es wieder freilassen. Wenn sich das Tier jedoch auch nach mehreren Stunden nicht erholt hat oder wenn Sie gleich zu Beginn äußere Verletzungen oder gebrochene Gliedmaßen feststellen, sollten Sie sich an einen Tierarzt, eine Vogelauffangstation oder eine geeignete Pflegestelle wenden, wie zum Beispiel eine der NABU-Wildvogelpflegestationen. Denn die Pflege verletzter Vögel benötigt Erfahrung und Expertise und geht in der Hand von Laien meistens schief – auch wenn es gut gemeint ist.

Weitere praktische Tipps und Handlungsanweisungen für den Fall, dass Sie einen verletzten Vogel gefunden haben, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Vogel mit Verletzung
Verletzte Vögel brauchen Expertenhilfe [Foto: Kev Gregory/ Shutterstock.com]

Nicht nur Katzen, sondern auch Krankheiten und Parasiten können Vögeln das Leben schwer machen. Die häufigsten Krankheiten und Parasiten von Vögeln stellen wir Ihnen hier vor.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.