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Kiwi pflanzen: Zeitpunkt, Standort & Vorgehen

Max
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Pflanzen und deren Vielfalt in der Natur fand ich schon immer faszinierend. Daher habe ich nach meiner Ausbildung zum Schreiner das Studium der Gartenbauwissenschaften an der Hochschule in Weihenstephan begonnen. Zuhause kultiviere ich in Garten, Wald und Haus verschiedenstes; von kleinen Zimmerpflanzen bis hin zu großen Forstbäumen, wobei mein besonderes Interesse den Obstgehölzen gilt. Auch nach der Ernte verarbeite ich gerne die Früchte weiter zu Marmeladen, Wein oder diversen anderen Produkten.

Lieblingsobst: Apfel
Lieblingsgemüse: Paprika

Nur die wenigsten wissen, dass man mit den nötigen Kenntnissen und den richtigen Vorkehrungen man hierzulande Kiwis anbauen kann.

Kiwis richtig pflanzen
Mit der richtigen Pflege hat man jedes Jahr aufs neue eine reiche Kiwi Ernte [Foto: Formatoriginal/ Shutterstock.com]

Kiwis gelten definitiv als Exoten. Es gibt jedoch viele verschiedene Arten der Kiwi. Und einige Arten und Zuchtsorten sind verhältnismäßig erfolgversprechend in unseren Breitengraden kultivierbar.

Tipp: Wollen Sie Kiwis ernten, lohnt es sich – auch bei selbstfruchtbaren Sorten – immer, auf zwei Exemplare zu setzen. Die Bestäubung durch ein anderes Individuum erhöht den Fruchtansatz.

Bei uns im Plantura Online Shop können Sie übrigens Kiwipflanzen bestellen und die leckeren Früchte schon bald zu Hause genießen.

Kiwi pflanzen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die richtige Pflanzzeit der Kiwi ist das Frühjahr. Da Kiwis – und auch die meisten Containerpflanzen allgemein – je nach Sorte sehr anfällig für Spätfröste sein können, sollte man jedoch etwa bis Mitte Mai warten. Entscheidet man sich erst etwas später im Jahr dafür, eine Kiwi zu erwerben, so kann man die Pflanze auch noch im Herbst bis etwa September auspflanzen.

Klettergerüst für Kiwis
Wer Kiwis pflanzen will, benötigt zunächst den passenden Standort und ein Gerüst [Foto: SHARKY PHOTOGRAPHY/ Shutterstock.com]

Der passende Standort für Kiwis

Als Standort eignen sich warme und sonnige Plätze, die etwas windgeschützt sind. Idealerweise wird ein freistehendes Spalier mit Nord-Süd-Ausrichtung installiert, um eine optimale Lichtausbeute vor-und nachmittags zu erreichen. Des Weiteren bevorzugen die Pflanzen einen nahrhaften, gleichmäßig feuchten Boden. Am besten eignen sich humusreiche, eher saure Erden. Bei Weinbauklima und guter Wasserversorgung kann mit den höchsten Erträgen gerechnet werden.

Kiwi 'Jenny'
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Tipp: Um Früchte zu ernten, ist es wichtig zu beachten ist, dass man meist nicht nur eine Pflanze setzen muss, sondern eine männliche und eine weibliche Sorte benötigt. Es gibt mittlerweile im Handel auch selbstfruchtende Sorten, bei denen eine Pflanze genügt, dennoch ist auch hier eine zweite Sorte dem Fruchtansatz zuträglich.

Kiwis an einer Hauswand
Besonders an Hauswänden haben Kiwipflanzen auch einen hohen Zierwert [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Kiwi im Kübel pflanzen

Kiwis in Kübeln zu halten kann einige Vorteile bringen, wie etwa das einfache Verschieben an andere Standorte – oder es ist zu empfehlen, wenn man einfach keinen eigenen Garten hat. Jedoch sollte man beachten, dass Kiwis je nach Sorte einen enormen Wuchs aufweisen und bis zu 10 m hoch werden können. Daher sollte man je nach Gegebenheit eventuell auf schwachwüchsigere Sorten zurückgreifen oder ein entsprechend großes Pflanzgefäß bereithalten. Geeignet für eine Kultur im Kübel wäre beispielsweise Actinidia kolomikta, welche nur etwa 3 bis 6 m hoch wird. Jedoch ist auch hier mit einem ausreichend großen Topf mit mindestens 30 Litern Volumen zu rechnen. Außerdem ist das Befüllen des Kübels mit dem richtigen Substrat von großer Wichtigkeit. Unten im Gefäß bringt man einige Zentimeter Kies oder andere grobe mineralische Bestandteile ein, um eine gute Drainage zu gewährleisten. So kann sich kein überschüssiges Wasser im Topf stauen, sondern es läuft problemlos durch die Löcher im Pflanzgefäß ab. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Kies kann außerdem förderlich sein, um Feuchtigkeit im Topf zu halten. Um die Pflanze und ihre Früchte weiterhin mit genügend Nahrung zu versorgen, benötigt man eine durchlässige Erde mit ausreichenden Nährstoffen. Ein Beispiel für eine geeignete Erde ist unsere Plantura Bio-Saure Erde. Sie ist durch ihren niedrigen pH-Wert und ihre torfreduzierte Zusammensetzung optimal für Kiwis geeignet. Die enthaltene Holzfaser beugt einem Zusammensacken vor und sorgt dafür, dass die Erde auch nach einem durchdringenden Austrocknen gut wieder zu befeuchten ist.

Bio-Saure Erde 40 L
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Tipp: Bei zu hohen pH-Werten der Pflanzerde treten trotz ausreichender Düngung Eisen-Chlorosen auf – die Kiwi ist unter zu basischen Bedingungen nicht mehr in der Lage, Eisen effizient aufzunehmen. Der optimale pH-Bereich für Kiwis liegt zwischen 4,5 und 5,5.

Kiwis im Garten pflanzen

Will man Kiwis direkt in den Garten pflanzen, muss man vor allem eine für die gegebene klimatische Lage passende Sorte finden – sonst ist Frust durch Frost, aufwändigen Winterschutz oder durch nur winzige Erträge vorprogrammiert. Da die Arten Actinidia deliciosa und Actinidia chinensis nicht in ganz Deutschland winterhart sind, sollte man diese nur in geschützten, wärmeren Lagen, wie beispielsweise in Weinbaugebieten, ins Freiland pflanzen. Lebt man jedoch nicht in diesen klimatisch sehr begünstigten Gegenden, so sollte man auf eine der beiden anderen Arten, Actinidia arguta und Actinidia kolomikta, zurückgreifen. Diese sind bis etwa -30 °C winterhart und sollten hier keine Probleme bereiten.

Actinidia arguta
Actinidia arguta hat sehr kleine und unbehaarte Früchte, die im Ganzen gegessen werden können [Foto: forestmavka/ Shutterstock.com]

Allgemein sollte man beim Pflanzen beachten, dass der Boden vorher aufgelockert und ein ausreichend großes Pflanzloch in etwa der doppelten Größe des Pflanzgefäßes ausgehoben wird. Beim Pflanzen lockert man auch die Wurzeln etwas auf. Dann setzt man die Kiwi in das Pflanzloch und befüllt das restliche Loch mit einem 1:1-Gemisch aus saurer Blumenerde und der Erde aus dem Pflanzloch. Angießen bei der Pflanzung und regelmäßiges Wässern in der Anwachszeit sind außerdem unerlässlich.

Brauchen Kiwis eine Rankhilfe?

Da es sich bei der Gattung Actinidia um Schlingpflanzen handelt, benötigen Kiwis auf jeden Fall eine Rankhilfe. Das Gerüst sollte am besten von Nord nach Süd ausgerichtet sein, damit die Kiwi maximal viel Sonnenlicht genießen kann. Wie lang die Rankhilfe der Kiwi sein muss, hängt von der Wüchsigkeit der gewählten Actinidie ab. Schwächerwachsende Kiwis benötigen 3 bis 4 m Breite, starkwüchsige möglicherweise bis zu 9 m. Planen Sie in jedem Fall etwa 2 m Höhe ein und achten Sie darauf, dass die verwendeten Pfosten sehr stabil stehen, denn sie werden lange hohes Gewicht tragen müssen. Zwischen den vertikalen Pfosten sollten nun Drähte auf drei Höhen verlaufen: ungefähr auf 70 cm, 120 cm und 170 cm. Es können auch Stäbe, Seile, Rohre, Latten oder Ähnliches verwendet werden, solange das Material in der Lage ist, mehrere Jahre zu überdauern. Wichtig hierbei ist, dass der Durchmesser der horizontalen Elemente nicht größer als 5 cm ist, da die Pflanzen die Kletterhilfe sonst nicht mehr umschlingen können.

Kiwi als Schlingpflanze mit Rankhilfe
Als Schlingpflanze windet sich die Kiwi wie im Bild beispielsweise um Seile oder Drähte [Foto: vladdon/ Shutterstock.com]

Tipp: Kiwis sind Linkswinder; legt man bei der Pflanzung also die Triebe fälschlicherweise von rechts herum an die Rankhilfe, so dreht sich die Kiwi wieder herunter.

Kiwi selbst ziehen

Man kann Kiwis auch einfach selber aus den Samen gekaufter Früchte ziehen. Will man jedoch irgendwann Früchte ernten, ist diese Methode eher ungeeignet, da aus Samen gezogene Obstpflanzen erst nach vielen Jahren die ersten Blüten und Früchte ansetzen. Des Weiteren kann man bei aus Samen gezogenen Pflanzen von vornherein nie sagen, ob sich männliche oder weibliche Pflanzen entwickeln. Will man dennoch Kiwis aus Samen ziehen, nimmt man besser keine Kiwis aus dem Supermarkt, sondern solche, die hierzulande gewachsen sind, da diese besser an unser Klima angepasst sind. Kiwi-Samen bauen mit der Zeit eine Keimhemmung auf. Haben Sie also Saatgut gekauft oder aus länger gelagerten Früchten extrahiert, muss dieses stratifiziert werden. Durch Kälteeinwirkung wird ihre Keimhemmung abgebaut. Bei der Kiwi sind 2 bis 12 Wochen bei rund 5 °C nötig, anschließend können die Samen ab Ende Mai im Freien an einen geschützten Ort – am besten in ein Frühbeet – in humose Erde gesät werden.
Alternativ kann ganz frisch aus heimisch angebauten Früchten gewonnenes Saatgut auch direkt nach der Ernte gesät werden und keimt dann zügig.

Kiwisamen pflanzen
Ganz frische Kiwisamen kann man direkt aussäen [Foto: Kazyaka Konrad/ Shutterstock.com]

Tipp: Kiwis können auch aus Stecklingen oder durch Abmoosen vermehrt werden. Verholzte Stecklinge, die im späten Herbst geschnitten werden, bewurzeln bei kühlen 15 bis 20 °C und viel Licht am zuverlässigsten.

Es ist also sehr wohl möglich, die leckeren Kiwis oder ihre Verwandten auch hierzulande anzubauen und ihre Früchte zu genießen. Besonders die kleinfrüchtigen Mini-Kiwis sind aufgrund ihrer Frosthärte dafür sehr gut geeignet und stehen ihren großen Verwandten geschmacklich in nichts nach.