Goldtüpfelfarn: Pflege, Standort & Giftigkeit von Phlebodium

Katja
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Ich habe Landschaftsökologie studiert und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Auf den ersten Blick fragt man sich, woher der Goldtüpfelfarn wohl seinen Namen hat. Wer zur richtigen Zeit genau auf die Blattunterseite schaut, kann es herausfinden.

Phlebodium
Der Goldtüpfelfarn wächst hierzulande nur als Zimmerpflanze [Foto: ElenaBaryshnikova/ Shutterstock.com]

Der Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum), oder Blaufarn, wie er noch genannt wird, ist bei uns als Zimmerpflanze verbreitet. Im Wald findet man die tropische Pflanze hingegen nicht. In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie den Blaufarn richtig pflanzen und wie man ihn pflegt.

Goldtüpfelfarn: Herkunft und Eigenschaften

Farne haben in der Regel einen urwaldartigen Charakter und bringen einen besonderen Charme in Garten oder Wohnung. So auch der Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum), der aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas stammt und häufig Verwendung als Zimmerpflanze findet. Er wird daneben als Hasenfuß-Farn oder Katzenpfötchen-Farn bezeichnet. Die blaugrün gefärbten Wedel sind meist mehrfach gefiedert, können aber ebenfalls aus nur einem Fiederblatt bestehen. Aufgrund seiner Farbe wird der Goldtüpfelfarn teilweise als Blaufarn bezeichnet. Die Wedel können Längen von bis zu 1 m erreichen, weshalb genügend Platz nötig ist, um den Goldtüpfelfarn als Zimmerpflanze zu halten. Seinen Namen bekam der Farn aufgrund der kleinen Sporenlager, die sich bei Farnen auf der Blattunterseite befinden und für die Vermehrung zuständig sind. Sie sind bei dieser Art goldgelb gefärbt und sehen aus wie goldene Tupfen. Blüten werden wie bei allen Farnarten nicht gebildet, denn es handelt sich nicht um Blütenpflanzen. Das gelbbraune, leicht behaarte Rhizom, aus dem die Wedel entspringen, wächst auf der Erde aufliegend. In der Natur hat der Goldtüpfelfarn meist keinen Erdkontakt, sondern wächst als Aufsitzerpflanze auf Bäumen.

Goldtüpfelfarn
Die goldgelben Sporen geben dem Goldtüpfelfarn seinen Namen [Foto: PurMoon/ Shutterstock.com]

Die schönsten Sorten

Neben der Art gibt es noch Blaufarn-Sorten, die zum Beispiel krause oder gewellte Wedel besitzen oder sich nur durch den Wuchs von der Art unterscheiden.

  • Phlebodium aureum ‘Davana’: Fransige Blattränder
  • Phlebodium aureum ‘Glaucum crispum’: Mit gekraustem Blattrand
  • Phlebodium aureum ‘Mandaianum’: Am Rand gewellte, silbrig-blaugrüne Wedel
  • Phlebodium aureum ‘Blue Star’: Kompakter als die Art
Phlebodium aureum Davana
Die Sorte ‘Davana’ besitzt ausgefranste Ränder [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Blaufarn pflanzen: Standort, Erde und Co.

Um den Goldtüpfelfarn als Zimmerpflanze zu halten, muss zunächst ein passender Standort für den Blaufarn gefunden werden. Ähnlich wie viele anderen Farne bevorzugt der Blaufarn einen Platz im Halbschatten oder Schatten. Ein heller Standort kann gewählt werden, solange er kein direktes Sonnenlicht abbekommt. Eine durchschnittliche Zimmertemperatur von rund 20 °C ist für den Goldtüpfelfarn völlig ausreichend – im Winter darf es gerne etwas kühler sein. Temperaturen unter 12 °C sind aber selbst im Winter nicht geeignet. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist wünschenswert, denn sie begünstigt das Wachstum des Farns. Allerdings kommt der tropische Farn erstaunlicherweise mit geringerer Luftfeuchte zurecht.
Als Substrat eignet sich für die epiphytische Pflanze eine Mischung aus Orchideenerde oder Pinienrinde und universeller Pflanzenerde im Verhältnis 1:1. Als Universalerde eignet sich beispielsweise unserer Plantura Bio-Universalerde. Eine gute Wasserspeicherkapazität, eine langanhaltend lockere Struktur sowie ein ausgewogener Nährstoffvorrat zeichnen unsere torffreie Erde aus. Orchideensubstrat oder Pinienrinde sorgen für eine luftige Wurzelumgebung, wie sie Epiphyten als Aufsitzerpflanzen gewohnt sind. Vor der Pflanzung wird am Topfboden eine Drainageschicht, beispielsweise aus Tonscherben, angelegt, um Staunässe zu verhindern. Für den Flachwurzler ist eine großflächige, flache Schale besser geeignet als ein tiefer Topf. Die Rhizome werden beim Pflanzen des Blaufarns nicht mit Erde bedeckt, sondern sollten nur in flachen Mulden auf dem Substrat aufliegen.

Goldtüpfelfarn als Zimmerpflanze
Ein heller Standort ist für den Goldtüpfelfarn gut geeignet [Foto: Irene Fox/ Shutterstock.com]

Es ist auch möglich, den Goldtüpfelfarn epiphytisch zu halten, indem man ihn zum Beispiel im Wintergarten mit ein wenig Substrat auf Äste aufbindet. Eine andere Möglichkeit ist die Haltung in hängenden Körben.

Pflege des Blaufarns

Die Blaufarn-Pflege ist nicht besonders aufwändig. Was man dennoch beachten sollte, erfahren Sie nachfolgend.

Gießen und schneiden

Regelmäßiges Gießen ist wichtig, damit die Erde des Goldtüpfelfarns nie ganz austrocknet, sondern sich stets leicht feucht anfühlt. Als Gießwasser wird bestenfalls weiches, kalkfreies Wasser – am besten sogar Regenwasser – verwendet. Im Topfboden sollte sich unbedingt ein Abflussloch befinden, damit das übrige Gießwasser ablaufen und entfernt werden kann.
Ein gelegentliches Besprühen mit kalkfreiem Wasser fördert die Gesundheit des Goldtüpfelfarns.

Entwickeln sich am Blaufarn braune oder gelbe Wedel, so können diese einfach abgeschnitten werden. Ansonsten muss man den Goldtüpfelfarn nicht schneiden.

Goldtüpfelfarn auf Bäumen
In der Natur wächst der Goldtüpfelfarn oben in den Baumkronen [Foto: Nina B/ Shutterstock.com]

Goldtüpfelfarn düngen

Den Goldtüpfelfarn sollte man nur in der Vegetationsphase von Frühjahr bis Herbst düngen. Ein Flüssigdünger wie unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger lässt sich leicht zusammen mit dem Gießwasser in die Erde geben. Die Nährstoffe sind dann schnell für die Pflanze verfügbar. Eine Düngergabe alle 2 Wochen genügt völlig für den Goldtüpfelfarn. Wichtig ist es, einen salzfreien, also nicht mineralischen, Dünger zu verwenden, denn bei mineralischen Düngern sind die Nährstoffe meist direkt für die Pflanze verfügbar. So ein plötzlich erhöhtes Nährstoffangebot entspricht jedoch nicht den natürlichen Bedingungen des Goldtüpfelfarns, der an eine geringe Nährstoffverfügbarkeit angepasst ist. Frisch umgetopfte Goldfarne müssen in den ersten Monaten nicht gedüngt werden, da das frische Substrat viele Nährstoffe enthält.

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Blaufarn umtopfen

Alle 2 bis 3 Jahre ist es im Frühjahr Zeit, den Blaufarn umzutopfen. Junge Farne, die noch viel Größe zulegen, dürfen jährlich einen größeren Topf bekommen. Entfernen Sie beim Umtopfen des Goldtüpfelfarns sorgsam das alte Substrat von den Wurzeln und pflanzen Sie ihn in einen etwas größeren Topf mit frischer, grober Erde ein.

Goldtüpfelfarn bekommt braune Blätter

Für braune Wedel am Goldtüpfelfarn ist in der Regel die Trockenheit von Luft und Substrat verantwortlich. Prüfen Sie die Erde mit der Fingerprobe: Sie sollte nicht völlig ausgetrocknet sein. Auch ein zu sonniger Standort oder eine niedrige Luftfeuchtigkeit können die Ursache sein. Betroffene Wedel werden an der Basis abgeschnitten. Volle Sonne kann dem Katzenpfötchen-Farn ebenso zusetzen.

Blaufarn
Die blaugrünen Wedel brachten ihm auch den Namen Blaufarn ein [Foto: Danny Hummel/ Shutterstock.com]

Goldtüpfelfarn vermehren

Die einfachste Methode, um den Goldtüpfelfarn zu vermehren, ist die Teilung. Dabei teilt man die Mutterpflanze im Frühjahr in 2 Teile, sodass man nach der Vermehrung 2 kleine Pflanzen besitzt. Heben Sie den Blaufarn aus der Erde und brechen oder schneiden Sie das Rhizom vorsichtig in 2 oder mehr Teile. Jedes Stück muss über Wurzeln und Wedel verfügen. In separate Töpfe gepflanzt werden die beiden Farne an einen warmen, hellen Platz gestellt. Die Bodentemperatur sollte etwa 25 °C betragen und die Erde immer feucht sein. Eine durchsichtige Plastiktüte, die über die Farne gestülpt wird, hilft, die Luftfeuchtigkeit hochzuhalten und eine passende Umgebung für die Jungpflanzen zu schaffen. Regelmäßiges Lüften der Tüte beugt Schimmelbildung vor.
Die eigenhändige Vermehrung über Sporen ist weit aufwändiger und eher den Profis vorbehalten. Zudem entstehen die Sporen erst an älteren und größeren Pflanzen. Werden Sporen gebildet, so breitet sich der Goldtüpfelfarn manchmal auch unerwünscht aus – und man findet kleine Goldtüpfelfarne in den Töpfen anderer Zimmerpflanzen.

Phlebodium aureum-Vermehrung
Durch Teilung kann man den Blaufarn vermehren [Foto: Benoit Bruchez/ Shutterstock.com]

Goldtüpfelfarn als Heilpflanze: Medizinische Wirkung und Verwendung

In Studien wurde herausgefunden, dass der Goldtüpfelfarn als Sonnenschutz genutzt werden kann. Dazu muss ein Extrakt des Blaufarns eingenommen werden, der vor der UV-Strahlung schützen soll. Den Betroffenen von Hauterkrankungen, die mit UVA-Phototherapie behandelt werden, soll der Goldtüpfelfarn-Extrakt helfen, potenzielle Nebeneffekte abzuschwächen. Da der Goldtüpfelfarn jedoch giftig ist, wird vom Verzehr der Pflanze abgeraten.

Blaufarn in der Natur
Manchmal siedelt sich der Blaufarn von allein an ungewöhnlichen Orten an [Foto: Furiarossa/ Shutterstock.com]

Ist Goldtüpfelfarn giftig?

Der Goldtüpfelfarn ist schwach giftig, denn er enthält Blausäure, wodurch bei starkem Hautkontakt und Verzehr leichte Vergiftungssymptome auftreten können. Dazu zählen Hautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Schwindel. Auch für Haustiere ist der Blaufarn giftig.

Nicht nur der Goldtüpfelfarn ist als Zimmerfarn beliebt. Welche anderen Farne als Zimmerpflanzen gehalten werden können und welche Ansprüche sie haben, erfahren Sie bei uns.

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